DE102018116974A1 - Spreizanker - Google Patents

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Martin Linka
Tobias Hirschle
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Abstract

Die Erfindung betrifft einen Spreizanker (1) zur Verankerung in Beton, der einen Ankerschaft (2) aus Metall aufweist, der sich entlang einer Längsachse (L) erstreckt. An einem Spreizabschnitt (13) ist eine Spreizhülse (12) aus Metall angeordnet, mit einer radial nach außen abstehenden Prägung (18). Erfindungsgemäß ist die Prägung (18) derart gestaltet, dass eine auf der Längsachse (L) senkrecht stehende Verbindungsgerade (28) von einer Spitze (27) der Prägung (18) zur Längsachse (L) durch einen Eckpunkt (29) einer Grundfläche (23) der Prägung (18) verläuft.

Description

  • Die Erfindung betrifft einen Spreizanker mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
  • Aus der europäischen Patentanmeldung EP 1 314 897 A2 ist ein gattungsgemäßer Spreizanker bekannt. Der Spreizanker, ein sogenannter Bolzenanker, umfasst einen stiftförmigen Ankerschaft, mit einem Außengewinde, das am Ankerschaft hinten als Lasteinleitungsvorrichtung angeordnet ist. Der Spreizanker weist vorne einen Spreizbereich auf, mit einem Spreizabschnitt des Ankerschafts, an dem eine Spreizhülse angeordnet ist. Vorne am Spreizabschnitt befindet sich ein Spreizkonus, der in die Spreizhülse eingezogen werden kann, wodurch die Spreizhülse aufspreizt und gegen eine Wand eines Bohrlochs gepresst wird, in das der Spreizbereich zum Verankern des Spreizdübels eingebracht ist. Zum Verankern muss die Spreizhülse durch eine Rückbewegung des Ankerschafts aufgespreizt werden. Um das Aufspreizen zu ermöglichen, muss die Spreizhülse so fest im Bohrloch gehalten sein, dass sie sich bei der Rückewegung des Ankerschafts aus dem Bohrloch heraus, durch die der Spreizkonus zum Aufspreizen in die Spreizhülse eingezogen wird, nicht oder zumindest nicht im gleichen Maß, mit dem Spreizkonus mitbewegt, da dies ein Aufspreizen verhindern würde. Um den Halt der Spreizhülse im Bohrloch schon vor dem eigentlichen Aufspreizen zu gewährleisten, weist der bekannte Spreizanker pyramidenförmige Prägungen auf, die radial von einem zylindrischen und am vorderen Ende geschlitzten Grundkörper der Spreizhülse nach außen abstehen. Die Prägungen weisen jeweils eine Spitze an ihrem hinteren Ende auf, mit der die Prägungen in die Wand des Bohrlochs eingreifen und somit die Spreizhülse im Bohrloch ortsfest halten. Allerdings werden die Spitzen beim Eintreiben des Spreizankers in das Bohrloch durch Reibung an der Wand des Bohrlochs abgenutzt, was dazu führt, dass nach dem Eintreiben keine Spitze mehr vorhanden ist und die durch die Reibung nach außen abgerundete Pyramide die Spreizhülse bei der Rückbewegung des Ankerschafts nicht mehr im Bohrloch halten kann, so dass ein planmäßiges Aufspreizen der Spreizhülse nicht möglich ist.
  • Aufgabe der Erfindung ist es daher, den bekannten Spreizanker so zu verbessern, dass ein planmäßiges Aufspreizen der Spreizhülse sicher gewährleistet ist.
  • Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Spreizanker mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Der erfindungsgemäße Spreizanker zur Verankerung in Beton weist einen Ankerschaft aus Metall auf, der sich entlang einer Längsachse erstreckt. Der Ankerschaft weist eine stiftartige Grundform auf, er ist also um ein Mehrfaches länger als sein Durchmesser oder, bei einem nicht-kreisförmigen Querschnitt des Ankerschafts, als der Durchmesser eines Kreises, der den Querschnitt des Ankerschafts umschreibt. Am Ankerschaft hinten ist eine Lasteinleitungsvorrichtung, insbesondere ein Außen- oder ein Innengewinde, vorgesehen, mit der eine Last von einem Anbauteil, das mit dem Spreizanker an einem Verankerungsgrund befestigt wird, auf den Spreizanker übertragen werden kann. Vorne weist der Ankerschaft einen Spreizabschnitt auf, an dem eine Spreizhülse aus Metall angeordnet ist. „Vorne“ und „hinten“ beziehen sich auf die Einbringrichtung des Spreizankers in ein Bohrloch in den Verankerungsgrund. Der Verankerungsgrund, beispielsweise eine Decke oder eine Wand eines Gebäudes, ist insbesondere aus Beton. Spreizabschnitt und Spreizhülse bilden den Spreizbereich des Spreizankers, mit dem der Spreizanker im Verankerungsgrund derart verankert werden kann, dass die Last vom Anbauteil über den Spreizanker in den Verankerungsgrund übertragbar ist. Zur Verankerung wird der Spreizanker in Einbringrichtung mit dem Spreizbereich voraus in das Bohrloch eingesteckt oder eingetrieben, wobei sich die Spreizhülse, die den Ankerschaft im Spreizabschnitt in Umfangsrichtung umgreift, gegen die Bohrlochwand verspannt. „Umgreifen“ mein hier nicht zwingend ein vollständiges Umgreifen, sondern nur, dass die Spreizhülse am Ankerschaft verliersicher, aber in Längsrichtung nach vorne verschiebbar, gehalten ist. Zur sicheren Verankerung im Bohrloch muss die Spreizhülse zusätzlich aufgespreizt werden. Hierfür ist die Spreizhülse relativ zum Ankerschaft entlang der Längsachse nach vorne verschiebbar, sodass ein Spreizelement des Spreizabschnitts, das insbesondere keilförmig gestaltet ist und sich in Einbringrichtung im Durchmesser weitet, in die Spreizhülse gelangt und diese radial auseinanderdrückt und dadurch aufweitet. Hierzu weist die Spreizhülse insbesondere an ihrem vorderen Ende Schlitze auf, die einen insbesondere hohlzylindrischen Grundkörper der Spreizhülse in einen vorderen Abschnitt in einzelne Spreizarme teilt. Der Grundkörper muss keinen geschlossenen Zylinder bilden. Er kann insbesondere durch Stanzen, Umformen und/oder Biegen aus einem flachen Blech hergestellt sein und einen in Längsrichtung durchgängigen Schlitz aufweisen.
  • Nachdem der Spreizbereich des erfindungsgemäßen Spreizankers in ein Bohrloch eingeführt ist und sich die Spreizhülse gegen die Wand des Bohrlochs verspannt hat, wird zum Aufspreizen der Ankerschaft entgegen der Einbringrichtung nach hinten gezogen. Dadurch wird das Spreizelement, beispielsweise ein Spreizkonus in die Spreizhülse eingezogen und die Spreizhülse wird geweitet, aufgespreizt und weiter gegen die Wand des Bohrlochs verspannt. Die Rückbewegung des Ankerschafts relativ zur Spreizhülse entspricht einer Relativbewegung der Spreizhülse zum Ankerschaft nach vorne. Damit die im Bohrloch verspannte Spreizhülse bei der Rückbewegung des Ankerschafts aufspreizt und nicht durch die Rückbewegung des Spreizelements aus dem Bohrloch nach hinten heraus bewegt wird, ist an dem Grundkörper eine radial nach außen abstehende Prägung einstückig angeordnet. Die Prägung dient zur Erhöhung der Reibung mit der und/oder zum Eingriff in die Bohrlochwand, was den Halt der Spreizhülse im Bohrloch erhöht. Die Prägung selbst weist eine reale oder gedachte Grundfläche auf, die dem Grundkörper zugewandt ist, eine Seitenfläche und eine Spitze auf. Die Grundfläche liegt flächig an einer den Grundkörper umschreibenden Mantelfläche des Grundkörpers an. Die Grundfläche bildet geometrisch den Übergang von der Prägung zum Grundkörper. Die Spitze der Prägung steht nach außen radial vom Grundkörper ab und bildet den radial äußersten Punkt der Prägung. Zudem ist die Spitze derart an der Prägung angeordnet, dass sie allein oder mit einem weiteren Punkt, einer Kante oder einer Fläche das hintere Ende der Prägung bildet. Die Grundfläche und die Spitze sind durch die mindestens eine Seitenfläche miteinander verbunden, die die Grundfläche in einer Grundkante schneidet. Die Prägung kann auch mehrere Seitenflächen aufweisen, wobei jede Seitenfläche die Grundfläche mit einer Grundkante schneidet.
  • Die Prägung muss nicht massiv ausgebildet sein. Sie ist insbesondere durch ein Prägen des Grundkörpers, also durch ein lokales Eindrücken in das Material des Grundkörpers, hergestellt, ohne dass dabei ein Schlitz oder eine Öffnung erzeugt wird. Insbesondere besteht der Grundkörper aus einem in Umfangsrichtung gebogenen Bleichstreifen, aus dem die Prägung in radialer Richtung nach außen eingedrückt, der insbesondere nach außen gewölbt ist. Das heißt, die Prägung ist insbesondere eine Art Wölbung, bei der Material des Grundkörpers radial nach außen gedrückt, aber nicht vom Grundkörper entfernt wird. Das nach außen gedrückte Material bildet die Prägung, die geometrisch radial über den Grundkörper übersteht. Eine derartige Prägung weist einen hohen Widerstand gegen ein radiales Zusammendrücken beim Einführen der Spreizhülse in ein Bohrloch auf.
  • Kennzeichnend für den erfindungsgemäßen Spreizanker ist, dass die Prägung derart gestaltet ist, dass eine auf der Längsachse senkrecht stehende Verbindungsgerade durch die Spitze und die Längsachse durch einen Eckpunkt der Grundfläche verläuft. Die Verbindungsgerade bildet somit das Lot zur Längsachse durch die Spitze, wobei eine Abweichung der Verbindungsgeraden vom theoretisch exakten Lot innerhalb der Fertigungstoleranzen von wenigen Grad möglich ist. Der „Eckpunkt“ ist ein beliebiger Punkt auf der Grundkante. Weist die Prägung mehrere Seitenflächen auf, dann ist der Eckpunkt insbesondere der Schnittpunkt von zwei Seitenflächen mit der Grundfläche. Der Eckpunkt bildet mit der Spitze das hintere Ende der Prägung. Eine derartige Prägung hat den Vorteil, dass, selbst wenn die ursprüngliche Spitze der Prägung beim Eintreiben des Spreizbereichs des Spreizankers in ein Bohrloch abgenutzt wurde, weiterhin eine Art Spitze durch eine nach hinten gerichtete, radial zur Längsachse zwischen Eckpunkt und Spitze verlaufende Kante gebildet wird, die auf der Verbindungsgeraden liegt. Der radial äußere Punkt dieser Kante wirkt dann als Spitze, die beim Verspreizen eine Bewegung der Spreizhülse nach hinten aus dem Bohrloch heraus verhindert.
  • Erfindungsgemäß kann an der Spreizhülse genau eine Prägung vorgesehen sein. Insbesondere weist die Spreizhülse mindestens zwei, insbesondere mindestens drei Prägungen auf, die in Umfangsrichtung gleichmäßig verteilt an der Spreizhülse angeordnet sind. Sind an der Spreizhülse durch Schlitze getrennte Spreizarme vorgesehen, so kann insbesondere an jedem der Spreizarme eine Prägung angeordnet sein. Insbesondere ist die Prägung nicht vorne an der Spreizhülse angeordnet, sie bildet insbesondere nicht das vordere Ende der Spreizhülse. Dagegen kann sie am hinteren Ende der Spreizhülse angeordnet sein, wobei die Prägung vorzugsweise derart angeordnet ist, dass ihre Grundfläche allseitig von der Mantelfläche des Grundkörpers umschlossen ist. Die Prägung bildet somit weder das vordere noch das hintere Ende der Spreizhülse. Die Prägung kann insbesondere pyramidenförmig ausgeführt sein, beispielsweise als Tetraeder mit ebenen Dreiecksflächen, wobei die Seitenflächen auch räumlich gewölbt sein können.
  • Die Prägung steigt insbesondere entgegen der Einbringrichtung entlang der Längsachse in radialer Richtung von der Grundfläche zur Spitze hin an, und zwar insbesondere von einer, einen Übergang zur Prägung bildenden Grundkante aus. Der Anstieg kann dabei auch unstetig, beispielsweise in mehreren Abschnitten erfolgen. Die Prägung bildet damit eine Art Keilform, die das Einführen der Spreizhülse in ein Bohrloch in Einbringrichtung erleichtert. Durch die am hinteren Ende der Prägung ausgebildete, zwischen dem Eckpunkt und der Spitze verlaufende Kante wird aber ein Herausziehen aus dem Bohrloch erschwert.
  • Bei einer bevorzugten Ausgestaltungsform des erfindungsgemäßen Spreizankers verläuft die mindestens eine Seitenfläche der Prägung in Umfangsrichtung, so dass sie eine hintere Seite der Prägung bildet. Diese hintere Seite umfasst die Spitze der Prägung. Diese, die hintere Seite bildende Seitenfläche, liegt insbesondere in einer Radialebene zur Längsachse, d. h. sie verläuft rein in Umfangsrichtung. Vorzugsweise steigt bei dieser Ausgestaltungsform die hintere Seitenfläche von hinten gesehen und bezogen auf die Längsachse im Uhrzeigersinn von der Grundfläche zur Spitze in radialer Richtung an, wobei der Anstieg auch unstetig erfolgen kann. Die Prägung bildet somit auch in Umfangsrichtung eine Art Keil, der ein Mitdrehen der Spreizhülse verhindert, wenn, wie bei Bolzenankern üblich, die Rückbewegung des Ankerschafts aus dem Bohrloch heraus durch das Aufdrehen einer Mutter auf ein als Lasteinleitungseinrichtung wirkendes Außengewinde erfolgt.
  • Weiterhin ist bevorzugt, dass die Prägung des erfindungsgemäßen Spreizankers mindestens zwei Seitenflächen aufweist, die sich schneiden und deren Schnittkante die Spitze umfasst. Diese beiden Seitenflächen schließen insbesondere einen Winkel zwischen 60 Grad und 120 Grad ein, insbesondere einen Winkel zwischen 80 Grad und 100 Grad. Insbesondere schließen die Seitenflächen einen Winkel von im Wesentlichen 90 Grad ein. Die Seitenflächen bilden somit ebenfalls eine Art Keil, der eine Bewegung der Spreizhülse aus einem Bohrloch heraus hemmt.
  • Vorzugsweise sind die zwei Seitenflächen normal zur Mantelfläche des Grundkörpers angeordnet. „Normal zur Mantelfläche des Grundkörpers“ bedeutet, dass in jedem Schnittpunkt von Grundkörper und Seitenfläche eine Flächennormale des Grundkörpers in einer Tangentialebene zur Seitenfläche liegt. Insbesondere ist die Tangentialebene eine Radial- und/oder eine Axialebene, insbesondere ist eine der Tangentialebenen eine Radial- und die andere eine Axialebene. Eine derartige Ausgestaltung der Seitenflächen führt zu einem großen Widerstand der Spreizhülse gegen Herausziehen aus dem Bohrloch.
  • In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltungsform des erfindungsgemäßen Spreizankers sind die zwei Seitenflächen nach hinten gewandt. Das bedeutet, dass die beiden Seitenflächen in einer Draufsicht von hinten in Einbringrichtung sichtbar über den Grundkörper der Spreizhülse überstehen. Anders ausgedrückt: Die Vektoren der Flächennormalen dieser Seitenflächen weisen eine Komponente auf, die parallel zur Längsachse entgegen der Einbringrichtung gerichtet ist. Vorzugsweise sind bei dieser Ausgestaltungsform die zwei Seitenflächen zur Längsachse geneigt. Damit ist gemeint, dass bei einer Projektion der Flächennormalen einer Seitenfläche in eine Axialebene der Längsachse, in der die Längsachse liegt, die Projektion der Flächennormalen gegenüber der Längsachse geneigt ist. Dabei sind die Neigungswinkel der beiden Seitenflächen zur Längsachse vorzugsweise gleich groß. Jeder der Neigungswinkel liegt dabei insbesondere zwischen 30 Grad und 60 Grad, wodurch eine Art Keilform der Seitenflächen gegen die Auszugsrichtung aus einem Bohrloch entsteht.
  • Weiterhin ist bevorzugt, dass die beiden Seitenflächen zu einer Axialebene der Längsachse symmetrisch sind, was eine Herstellung der Prägung erleichtert.
  • Weiterhin ist bevorzugt, dass eine Grundkante der Grundfläche nicht geradlinig, sondern insbesondere bogenförmig verläuft. Insbesondere weist die Prägung drei Grundkanten auf, wobei zwei der Grundkanten geradlinig verlaufen und die dritte Grundkante bogenförmig. Die beiden geradlinig verlaufenden Grundkanten gehören in diesem Fall zu ebenen Seitenflächen, die insbesondere normal zur Mantelfläche des Grundkörpers verlaufen und deren Schnittpunkt den Eckpunkt bildet, der mit der Spitze auf der Verbindungsgeraden liegt, die senkrecht zur Längsachse verläuft. Dagegen ist die bogenförmig verlaufende Grundkante insbesondere nach vorn in Einbringrichtung ausgerichtet und die zugehörige Seitenfläche, die auch als „Keilfläche“ oder „Schrägfläche“ bezeichnet werden kann, steigt entgegen der Einbringrichtung radial von der Grundkante zur Spitze hin an. Ein Winkel zwischen der Mantelfläche und der Keil- bzw. Schrägfläche beträgt maximal 30 Grad. Diese Ausgestaltungsform hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, da sie den Einbringwiderstand der Spreizhülse in ein Bohrloch gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten Prägungen nicht oder nur geringfügig erhöht, aber den Widerstand der Spreizhülse gegen Herausziehen aus einem Bohrloch deutlich verbessert.
  • Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen, Ausführungen und Ausgestaltungen der Erfindung, sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in einer Figur gezeichneten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen oder gezeichneten Kombination, sondern auch in grundsätzlich beliebigen anderen Kombinationen oder aber einzeln verwendbar. Es sind Ausführungen der Erfindung möglich, die nicht alle Merkmale eines abhängigen Anspruchs aufweisen. Auch können einzelne Merkmale eines Anspruchs durch andere offenbarte Merkmale oder Merkmalskombinationen ersetzt werden. Ausführungen der Erfindung, die nicht alle Merkmale eines Ausführungsbeispiels, sondern einen grundsätzlich beliebigen Teil der gekennzeichneten Merkmale eines Ausführungsbeispiels gegebenenfalls in Kombination mit einem, mehreren oder allen Merkmalen des weiteren Ausführungsbeispiels aufweisen, sind möglich.
  • Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
    • 1 einen ersten erfindungsgemäßen Spreizanker in einer Seitenansicht;
    • 2 eine vergrößerte Darstellung des Spreizbereichs des ersten erfindungsgemäßen Spreizankers in einer gegenüber der 1 um 90° um die Längsachse gedrehten Seitenansicht;
    • 3 eine Draufsicht auf die Abwicklung der Spreizhülse des ersten erfindungsgemäßen Spreizankers;
    • 4 eine Draufsicht auf die Abwicklung einer alternativen Spreizhülse für den erfindungsgemäßen Spreizanker; und
    • 5 eine Schnittdarstellung eines Spreizarms der alternativen Spreizhülse aus 4 entlang der Schnittlinie V-V.
  • In 1 ist ein erster erfindungsgemäßer Spreizanker 1 zur Verankerung in einem Verankerungsgrund aus Beton dargestellt. Der Spreizanker 1 umfasst einen Ankerschaft 2 aus Metall, der sich entlang einer Längsachse L von einem hinteren Ende 3 in Einbringrichtung E des Spreizankers 1 in ein Bohrloch im Verankerungsgrund (nicht dargestellt) bis zu einem vorderen Ende 4 erstreckt. Das hintere Ende 3 des Spreizankers 1 bildet die Schlagfläche eines Einschlagzapfens 5, an den sich ein Außengewinde 6 als Lasteinleitungsvorrichtung 7 anschließt. Auf das Außengewinde 6 ist eine Mutter 8 aufgeschraubt, mit der eine Unterlegscheibe 9 gegen ein Anbauteil (nicht dargestellt) gegen den Verankerungsgrund verspannt werden kann. An das Außengewinde 6 schließt sich in Einbringrichtung E ein gewindeloser Abstandsabschnitt 10 an, mit einem Bund 11, der einen Anschlag für eine Spreizhülse 12 bildet. In Einbringrichtung E vor dem Bund 11 weist der Ankerschaft 2 einen Spreizabschnitt 13 auf, in dem die Spreizhülse 12 einen im Durchmesser reduzierten Halsabschnitt des Ankerschafts 2 in Umfangsrichtung umgreift. Die Spreizhülse 12 ist durch das Umgreifen verliersicher aber relativ zum Ankerschaft 2 entlang der Längsachse L nach vorn gegen einen als Spreizelement 14 wirkenden Spreizkonus 15 verschiebbar. Die Spreizhülse 12 weist zwei Schlitze 16 auf, die in Längsrichtung vom vorderen Ende der Spreizhülse 12 nach hinten verlaufen, hinten in einer Bohrung 19 enden, und die die vorderen zwei Drittel der Spreizhülse 12 in drei Spreizarme 17 unterteilt, die beim Aufschieben der Spreizhülse 12 auf den Spreizkonus 15 zum Aufspreizen radial nach außen gedrückt werden. Die Schlitze 16 und die Aufteilung der Spreizarme 17 ist besonders gut in 3 zu erkennen, die eine ebene Abwicklung der Spreizhülse 12 beziehungsweise die Spreizhülse 12 zeigt, bevor diese um den Halsabschnitt des Ankerschafts 2 herum gebogen wurde.
  • Damit die Spreizhülse 12 nach dem Einführen des Spreizabschnitts 13 des Spreizankers 1 in ein Bohrloch bereits vor dem Aufspreizen einen festen Halt im Bohrloch findet, sodass die Spreizhülse 12 durch eine Verschiebung des Ankerschafts 2 entgegen der Einbringrichtung E durch Anziehen der Mutter 8 aufgespreizt werden kann, ist auf jedem der Spreizarme 17 eine Prägung 18 angeordnet. Die Prägungen 18 stehen von einem Grundkörper 20 der Spreizhülse 12 radial nach außen ab. Der Grundkörper 20 wird aus dem flachen unverformten Blechstreifen gebildet, aus dem die Spreizhülse 12 hergestellt wird. Im nicht aufgespreizten Zustand des Spreizankers 1, wie er in den 1 und 2 dargestellt ist, weist der Grundkörper 20 eine zylindrische Mantelfläche 21 auf, die in der Abwicklung der 3 eine ebene Rechteckfläche 22 bildet. Die am Grundkörper 20 angeordneten Prägungen 18 weisen jeweils eine gedachte Grundfläche 23, drei Seitenflächen 24, 25, 26 und eine Spitze 27 auf. Die Grundfläche 23 ist dem Grundkörper 20 zugewandt und liegt an diesem an. Die Grundfläche 23 bildet rein geometrisch die Trennfläche zwischen einer Prägung 18 und der Mantelfläche 21 des Grundkörpers 20. Die drei Seitenflächen 24, 25, 26 verbinden die Grundfläche 23 mit der Spitze 27. Jede der Spitzen 27 der drei Prägungen 18 der Spreizhülse 12 steht radial nach außen vom Grundkörper 20 ab und bildet den radial äußersten Punkt und das jeweils hintere Ende der Prägung 18. Dabei sind die Prägungen 18 derart gestaltet, dass jeweils eine auf der Längsachse L senkrecht stehende Verbindungsgerade 28 von der jeweiligen Spitze 27 zur Längsachse L durch einen Eckpunkt 29 der Grundfläche 23 verläuft (2). Zwischen dem Eckpunkt 29 und der Spitze 27 bildet die Verbindungsgerade 28 eine Schnittkante 30 der ersten Seitenfläche 24 und der zweiten Seitenfläche 25. Diese Schnittkante 30 bildet gemeinsam mit der Spitze 27 das jeweils hintere Ende der Prägung 18. Die beiden Seitenflächen 24, 25 verlaufen normal, also senkrecht, zur Mantelfläche 21 des Grundkörpers 20. Beide steigen von der Grundfläche 23 nach hinten zur Spitze 27 hin radial an und sind nach hinten gewandt und gleich groß. Die erste Seitenfläche 24, und die zweite Seitenfläche 25 sind zur Längsachse L jeweils unter einem Neigungswinkel α1 , α2 von 45° geneigt, wie dies in 1 zu sehen ist. Somit sind die beiden Seitenflächen 24, 25 zu einer axialen Ebene der Längsachse L symmetrisch. Die dritte Seitenfläche 26 weist in der Draufsicht auf die Abwicklung der 3 die Form eines Kreissektors auf, dessen Mittelpunkt der Eckpunkt 29 bildet. Der Schnitt der dritten Seitenfläche 26 mit der Grundfläche 23 bildet somit eine Grundkante 31, die nicht geradlinig, sondern bogenförmig verläuft, in der Abwicklung in der Form eines Kreisbogens.
  • Wird die Spreizhülse 12 in ein Bohrloch eingebracht, so greift die Spitze 27 in die Bohrlochwand ein und hält die Spreizhülse 12 im Bohrloch. Da die Prägungen 18 aus dem Grundkörper 20 geprägt und nicht gestanzt sind, sind sie stabil ausgebildet und lassen sich radial weniger zusammendrücken als ausgestanzte und ausgebogene, kragarmförmige Flügel. Da die Spitze 27 mit der Schnittkante 30 das hintere Ende einer jeden Prägung 18 bildet, ist die Spitze 27 beim Einführen gegen eine Verformung durch Reibung an der Bohrlochwand geschützt. Aber auch selbst dann, wenn die Spitze 27 beim Einführen abgerieben werden sollte, verbleibt die nach außen und hinten spitz zulaufende Schnittkante 30 zum Eingriff in die Bohrlochwand.
  • Die 4 und 5 zeigen eine alternative Ausgestaltungsform der Spreizhülse 12a, die bis auf die Prägung 18a mit der Spreizhülse 12 der 1 bis 3 identisch ist. Um Wiederholungen zu vermeiden, wird nachfolgend nur auf die Prägung 18a eingegangen. Die Prägung 18a ist auch in der Draufsicht auf die Abwicklung ebenfalls ein Kreissektor, dessen Außengeometrie mit der der oben beschriebenen Prägung 18 identisch, aber gegenüber der oben beschriebenen Prägung 18 um 45° zur Längsachse L gedreht ist.
  • Durch die Drehung ist die zweite Seitenfläche 25a parallel zur Längsachse L, und die erste Seitenfläche 24a verläuft in Umfangsrichtung. Die erste Seitenfläche 24a bildet die hintere Seite der Prägung 18a, die hier als einzige Seitenfläche 24a nach hinten gewandt ist. Sie steigt von hinten in Richtung der Einbringrichtung E gesehen und bezogen auf die Längsachse L in Uhrzeigerrichtung von der Grundfläche 23 radial zur Spitze 27 hin an.
  • Bei beiden Ausgestaltungsformen der Spreizhülse 12, 12a bilden die Seitenflächen 26, 26a der Prägungen 18, 18a keilförmige Flächen, die nach hinten radial ansteigen. Dies erleichtert das Einführen in ein Bohrloch. Die Spitzen 27, 27a beziehungsweise die radial äußeren Enden der Schnittkanten 30, 30a halten die Spreizhülsen 12, 12a zum Aufspreizen sicher im Bohrloch und verhindern, dass die Spreizhülse 12, 12a beim Aufspreizen von und mit dem Spreizkonus 15 aus dem Bohrloch bewegt wird.
  • Bezugszeichenliste
  • 1
    Spreizanker
    2
    Ankerschaft
    3
    hinteres Ende des Spreizankers 1
    4
    vorderes Ende des Spreizankers 1
    5
    Einschlagzapfen
    6
    Außengewinde
    7
    Lasteinleitungsvorrichtung
    8
    Mutter
    9
    Unterlegscheibe
    10
    Abstandsabschnitt
    11
    Bund
    12, 12a
    Spreizhülse
    13
    Spreizabschnitt
    14
    Spreizelement
    15
    Spreizkonus
    16
    Schlitz
    17
    Spreizarm
    18, 18a
    Prägung
    19
    Bohrung
    20
    Grundkörper
    21
    Mantelfläche
    22
    Rechteckfläche
    23, 23a
    Grundfläche
    24, 24a
    erste Seitenfläche
    25, 25a
    zweite Seitenfläche
    26, 26a
    dritte Seitenfläche
    27, 27a
    Spitze
    28
    Verbindungsgerade
    29, 29a
    Eckpunkt
    30, 30a
    Schnittkante
    31,31a
    Grundkante
    E
    Einbringrichtung
    L
    Längsachse
    α1
    Neigungswinkel der ersten Seitenfläche 24
    α2
    Neigungswinkel der zweiten Seitenfläche 25
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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  • Zitierte Patentliteratur
    • EP 1314897 A2 [0002]

Claims (10)

  1. Spreizanker (1) zur Verankerung in Beton, der einen Ankerschaft (2) aus Metall aufweist, der sich entlang einer Längsachse (L) erstreckt und hinten eine Lasteinleitungsvorrichtung (7) und vorne einen Spreizabschnitt (13) aufweist, wobei an dem Spreizabschnitt (13) eine Spreizhülse (12, 12a) aus Metall angeordnet ist, wobei die Spreizhülse (12, 12a) den Ankerschaft (2) in Umfangsrichtung umgreift und relativ zum Ankerschaft (2) entlang der Längsachse (L) nach vorne verschiebbar ist, wobei die Spreizhülse (2) einen Grundkörper (20) aufweist, an dem eine vom Grundkörper (20) radial nach außen abstehende Prägung (18, 18a) einstückig angeordnet ist, die eine Grundfläche (23, 23a), mindestens eine Seitenfläche (24, 24a, 25, 25a, 26, 26a) und eine Spitze (27, 27a) aufweist, wobei die Grundfläche (23, 23a) dem Grundkörper (20) zugewandt ist, die Seitenfläche (24, 24a, 25, 25a, 26, 26a) die Grundfläche (23, 23a) mit der Spitze (27, 27a) verbindet und die Spitze (27, 27a) nach außen radial vom Grundkörper (20) absteht und den radial äußersten Punkt und das hintere Ende der Prägung (18, 18a) bildet, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägung (18, 18a) derart gestaltet ist, dass eine auf der Längsachse (L) senkrecht stehende Verbindungsgerade (28) durch die Spitze (27, 27a) und die Längsachse (L) durch einen Eckpunkt (29, 29a) der Grundfläche (23, 23a) verläuft.
  2. Spreizanker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenfläche (24a) der Prägung (18a) in Umfangsrichtung verläuft und eine hintere Seite der Prägung (18a) bildet, die die Spitze (27a) umfasst.
  3. Spreizanker nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenfläche (24a) von hinten gesehen und bezogen auf die Längsachse (L) in Uhrzeigerrichtung von der Grundfläche (23a) zur Spitze (27a) radial ansteigt.
  4. Spreizanker nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägung (18, 18a) mindestens zwei sich schneidende Seitenflächen (24, 24a, 25, 25a) aufweist, deren Schnittkante (30, 30a) die Spitze (27, 27a) umfasst.
  5. Spreizanker nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei Seitenflächen (24, 24a, 25, 25a) normal zur Mantelfläche (21) des Grundkörpers (20) angeordnet sind.
  6. Spreizanker nach Anspruch 4 oder Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei Seitenflächen (24, 25) nach hinten gewandt sind.
  7. Spreizanker nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei Seitenflächen (24, 25) zur Längsachse (L) geneigt sind.
  8. Spreizanker nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Neigungswinkel (α1, α2) der beiden Seitenflächen (24, 25) gleich ist.
  9. Spreizanker nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Seitenflächen (24, 25) zur einer Axialebene der Längsachse (L) symmetrisch sind.
  10. Spreizanker nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Grundkante (31, 31a) der Grundfläche (23, 23a) nicht geradlinig, sondern insbesondere bogenförmig verläuft.
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