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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Behandlung von Objekten,
insbesondere zur Sterilisation, mit wenigstens einer Kammer zur
gemeinsamen Aufnahme von wenigstens zwei zu behandelnden Objekten,
und mit wenigstens einem einer Öffnung
der Kammer zugeordneten Verschlusselement, das zum Öffnen und
Schließen
der Öffnung
beweglich in der Vorrichtung angeordnet ist, wobei die Kammer durch
das Verschlusselement vakuumdicht verschließbar ist, und wobei das Verschlusselement
in geschlossenem Zustand der Kammer derart zugeordnet ist, dass
keine Relativbewegung zwischen Verschlusselement und Kammer erfolgt.
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Die
Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Sterilisieren von wenigstens
zwei zu sterilisierenden Objekten in einer gemeinsamen Kammer, die durch
durch wenigstens ein Verschlusselement vakuumdicht verschlossen
werden kann, wobei das Verschlusselement im geschlossenen Zustand
keine Bewegung in Relation zu der Kammer ausführt.
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Es
sei darauf hingewiesen, dass die Kennzeichnung „vakuumdicht" nicht absolut zu
verstehen ist, sondern vielmehr anhand des in der Kammer durchzuführenden
Verfahrens zu bestimmen ist. Die Anforderungen an die Dichtungen
sind dabei im Wesentlichen von dem benötigten Druck in der Kammer sowie
von der Höhe
eines tolerierbaren Leckluftstromes abhängig.
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Eine
Vorrichtung der eingangs genannten Art ist durch die
DE 199 16 478 A1 Stand
der Technik. Es ist ein Rundläufer
zur Plasmasterilisation von Behältern
beschrieben. Der Rundläufer
weist beispielsweise 50 Kammern zur Aufnahme von jeweils einem Behälter auf.
Die Ausbringungsleistung des Rundläufers liegt in der Größenordnung
von 20.000 Behältern pro
Stunde. Jede am Rundläufer
befestigte Kammer weist eine bewegliche Bodenplatte auf, die nach
unten wegbewegbar ist. Zum Beladen der Kammer wird ein Behälter auf
die wegbewegte Bodenplatte aufgesetzt und von unten in die Kammer
hineingefahren bis die Bodenplatte an den übrigen Kammerwänden anschlägt und die
Kammer abdichtet. Die Bodenplatte bewegt sich bei der Rotation des
Rundläufers
zusammen mit der Kammer, so dass also keine Relativbewegung in Bezug
auf die Kammer stattfindet. Erst am Ende des Behandlungsvorganges
wird die Bodenplatte zum Öffnen
der Kammer wieder nach unten gefahren, so dass der Behälter entnommen
werden kann.
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Derartige
Vorrichtungen werden nicht nur zur Plasmasterilisation eingesetzt,
sondern sind auch für ein
Verfahren der eingangs genannten Art geeignet. Ein derartiges Verfahren
ist durch die
DE 101
12 971 A1 bekannt. Das beschriebene Verfahren ermöglicht eine
wirksame Sterilisation von Objekten in einem Rundläufer, ohne
dass ein Plasma gezündet
werden muss. Der Wirkungsgrad kann dadurch verbessert werden.
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Eine
derartige Vorrichtung hat insbesondere den Vorteil, dass durch eine
kontinuierliche Arbeitsweise ein sehr hoher Durchsatz von Objekten
erreichbar ist, beispielsweise in der Größenordnung von 30.000 Objekten
pro Stunde. Nachteilig ist dabei jedoch, dass bei den bekannten
Vorrichtungen sehr viele Kammern zur Aufnahme der Objekte vorgesehen
sein müssen. Üblicherweise
sind 50 bis 100 Kammern vorgesehen. Für jede Kammer ist ein eigener
Ventilsatz notwendig, um diese Kammer mit den unterschiedlichen
Ver- und Entsorgungseinrichtungen für die einzelnen Prozessschritte
zu verbinden. Die gesamte Vorrichtung benötigt sehr viel Bauraum, da
der Durchmesser des Rundläufers
durch die große
Anzahl der Kammern sehr groß ist.
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In
der Vergangenheit wurde außerdem
versucht, derartige Vorrichtungen zu optimieren, in dem in jede
Kammer des Rundläufers
mehrere, beispielsweise zwei oder drei Objekte gleichzeitig eingesetzt wurden.
Hierdurch kann zwar die Anzahl der Kammern bei gleicher Ausbringungsleistung
leicht reduziert werden, jedoch kann die Zu- und Abführung der zu
behandelnden Objekte nicht mehr kontinuierlich erfolgen. In einer
kontinuierlich Objekte fördernden Anlage
verursacht eine Entnahme von zwei Objekten gleichzeitig eine Diskontinuität, die durch
eine nachfolgende Wartezeit wieder ausgeglichen werden muss. Auf
Grund dieser verursachten Diskontinuität ist eine derartige diskontinuierliche
Vorgehensweise grundsätzlich
nachteilig.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, unter Beibehaltung des Vorteils
der kontinuierlichen Arbeitsweise, die Anzahl der benötigten Kammern
zu reduzieren und dadurch die Vorrichtung zu vereinfachen und den
benötigten
Bauraum zu verringern.
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Die
Aufgabe wird bei der Vorrichtung dadurch gelöst, dass die wenigstens zwei
zu behandelnden Objekte nacheinander in die Kammer einsetzbar sind,
und dass dabei die Öffnung
durch das wenigstens eine Verschlusselement im Wesentlichen kontinuierlich
verschließbar
ist.
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Das
Merkmal, dass das Verschließen
der Öffnung
im Wesentlichen kontinuierlich erfolgt, ist dabei so zu verstehen,
dass das Schließen
schrittweise in mehreren Stufen oder auch stufenlos kontinuierlich erfolgen
kann. Hierzu können
der Öffnung
der Kammer mehrere starre Verschlusselemente zum schrittweisen Schließen der Öffnung in
mehreren Stufen zugeordnet sein. Es kann aber auch vorgesehen sein,
dass der Öffnung
der Kammer ein flexibles Verschlusselement zum kontinuierlichen
Schließen
der Öffnung
zugeordnet ist.
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Die
Aufgabe wird beim Verfahren dadurch gelöst, dass die wenigstens zwei
Objekte nacheinander in die Kammer eingesetzt werden; dass die Kammer
nach dem Einsetzen jedes Objektes zu einem Teil verschlossen wird,
dass die Kammer nach dem Einsetzen des letzten Objektes vakuumdicht
verschlossen und evakuiert wird, dass ein Dampfgemisch aus gasförmigem Wasserstoffperoxid
und gasförmigem
Wasser in weniger als 8 Sekunden (im Folgenden abgekürzt durch
s) in die Kammer eingeströmt
wird, so dass sich auf allen zugänglichen Oberflächen der
Objekte und der Kammer ein Kondensatbelag bildet, der die Oberflächen sterilisiert, dass
spätestens
3 s nach Bildung des Kondensatbelages ein erneutes Evakuieren der
Kammer beginnt, wobei der Druck der Kammer unter den Dampfdruck des
Wasserstoffperoxids abgesenkt und dadurch der Kondensatbelag entfernt
wird, dass die Kammer mit einem sterilen Gas geflutet wird, und
dass die Kammer im Wesentlichen kontinuierlich geöffnet wird
und dabei nacheinander die Objekte aus der Kammer entnommen werden.
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Es
wird dadurch der Vorteil erreicht, dass die Anzahl der Kammern auf
etwa ein bis zehn reduziert werden kann, ohne die kontinuierliche
Ausbringungsleistung von etwa 20.000 bis 40.000 Objekten pro Stunde
zu beeinträchtigen.
Durch die verringerte Anzahl der Kammern benötigt die Vorrichtung wesentlich
weniger Bauraum. Außerdem
wird die Versorgung der Kammern mit Vakuum und Wasserstoffperoxid-Dampfgemisch
vereinfacht. Obwohl die Vorrichtung kontinuierlich arbeitet, finden
sich alle in einer gemeinsamen Kammer eingesetzten Objekte in Bezug
auf das durchgeführte
Behandlungsverfahren stets im selben Verfahrensschritt.
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Es
sei an dieser Stelle ausdrücklich
darauf hingewiesen, dass die beschriebene Vorrichtung insbesondere
für das
beschriebene Sterilisationsverfahren geeignet, aber keineswegs auf
dieses Verfahren beschränkt
ist. Die Vorrichtung ist genauso gut für eine Plasmasterilisation
oder zur Plasmabeschichtung von Objekten geeignet. Besonders vorteilhaft kann
die Vorrichtung zur Behandlung von Flaschen oder anderen zu befüllenden
Behältern
eingesetzt werden.
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Es
ist vorteilhaft, wenn mehrere zu behandelnde Objekte nacheinander
in wenigstens zwei Kammern einsetzbar sind, wobei die Kammern an
einem mit konstanter Umfangsgeschwindigkeit antreibbaren Kammerrad
angeordnet sind. Je nach in der Vorrichtung durchzuführenden
Verfahren können zwei,
drei oder einige mehr Kammern an einem Kammerrad angeordnet sein.
Für das
beschriebene Sterilisationsverfahren sind drei gleichmäßig am Umfang des
Kammerrades verteilte Kammern vorteilhaft.
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Aus
der WO 2006/010509 A2 ist eine Schleuse mit mehreren an einem Kammerrad
angebrachten Kammern zum Einschleusen von Objekten in eine große Behandlungskammer
beschrieben. Die Kammern des Kammerrades werden sukzessive beim
Umlauf des Kammerrades auf das Druckniveau der Behandlungskammer
evakuiert. Bei dieser Schleuse ist prinzipiell ein kontinuierliches
Schließen der
Kammern vorgesehen. Allerdings gibt es bei dieser Schleuse kein
bewegliches Verschlusselement, das im geschlossenen Zustand keine
Relativbewegung in Bezug auf die Kammer ausübt. Stattdessen ist das Kammerrad
der Schleuse durch eine stationäre
Gehäusewand
umgeben, in welcher zwei Öffnungen
zum Be- und Entladen der Kammern angeordnet sind. Die Kammern des
Kammerrades sind rundum mit Dichtungen versehen, die an der Gehäusewand entlanggleiten.
Die mit dem Kammerrad rotierenden Kammern führen also eine Relativbewegung
zu der die Kammern verschließenden
Gehäusewand
aus, wodurch ein hoher Verschleiß entsteht. Es ist erforderlich,
die Dichtungen häufig
auszutauschen. Jede Kammer der Schleuse kann zwei Objekte aufnehmen,
die jedoch gleichzeitig und nicht nacheinander in die Kammer eingesetzt
werden.
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Für ein Plasma-Behandlungsverfahren
oder auch für
das beschriebene Sterilisationsverfahren ist es vorteilhaft, dass
die Vorrichtung wenigstens einen Zentralpumpstand zum Evakuieren
der Kammern des Kammerrades enthält,
der in zeitlicher Abfolge nacheinander mit allen Kammern verbindbar
ist, wobei jeder Zentralpumpstand zu jeder Zeit mit höchstens
einer Kammer verbunden ist. Der Zentralpumpstand kann dadurch auf
die Kammergröße und auf den
benötigten
Unterdruck optimiert werden. Durch die Verbindung jeweils höchstens
einer Kammer mit dem Zentralpumpstand wird vermieden, dass durch Zuschalten
einer zweiten Kammer an denselben Pumpstand das Vakuum in der zuerst
mit dem Pumpstand verbundenen Kammer wieder beeinträchtigt wird.
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Es
ist vorteilhaft, die Anzahl der am Kammerrad angeordneten Kammern
an das durchgeführte Verfahren
anzupassen. Die Umfangsgeschwindigkeit des Kammerrades ist vorteilhaft
so zu wählen,
dass sich eine Umlaufzeit für
einen Umlauf ergibt, die im Wesentlichen dem Produkt aus der Anzahl
der Kammern multipliziert mit der Zeitdauer, die eine Kammer während eines
Umlaufes des Kammerrades mit einem Zentralpumpstand verbunden ist,
entspricht. Hierdurch wird der wenigstens eine Zentralpumpstand
sehr gleichmäßig betastet
und arbeitet mit einem guten Wirkungsgrad.
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Für das beschriebene
Sterilisationsverfahren ist es vorteilhaft, wenn jeder Kammer der
Vorrichtung ein eigener Verdampfer für eine wässrige Wasserstoffperoxid-Lösung fest
zugeordnet ist, der insbesondere auf dem Kammerrad angebracht ist.
Es lässt sich
hierdurch für
jede Kammer zu dem benötigten Zeitpunkt
sehr einfach eine abgemessene Menge einer wässrigen Wasserstoffperoxid-Lösung vollständig verdampfen und der jeweiligen
Kammer ohne Trägergasstrom
zu führen.
Für das
beschriebene Sterilisationsverfahren ist es vorteilhaft, dass ein Dampfgemisch
mit einer Wasserstoffperoxid-Konzentration von etwa 14 bis 59 Gewichtsprozent,
vorzugsweise von etwa 25 bis 50 Gewichtsprozent und insbesondere
mit einer Wasserstoffperoxid-Konzentration von 30 bis 35 Gewichtsprozent,
in die Kammer eingeströmt
wird. Durch die vollständige
Verdampfung einer abgemessenen Menge einer wässrigen Wasserstoffperoxid-Lösung ist
es erforderlich, dass die verwendete wässrige Wasserstoffperoxid-Lösung dieselbe
Wasserstoffperoxid-Konzentration hat, die das in die Kammer einzuströmende Dampfgemisch aufweisen
soll.
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Es
ist vorteilhaft, dass das Dampfgemisch in weniger als 4 s, insbesondere
in weniger als 2 s, in die Kammer eingeströmt wird. Durch das schnelle Einströmen des
Dampfgemisches in die Kammer erfolgt eine schlagartige, im Wesentlichen
adiabatische Expansion des Dampfgemisches, die zu einer starken
Abkühlung
des Dampfgemisches führt.
Das Dampfgemisch wird dadurch übersättigt, so
dass eine Kondensation an allen freien Oberflächen der Objekte und der Kammer
stattfindet. Diese Kondensation folgt ebenfalls schlagartig, so
dass der Kondensatbelag durch die frei werdende Verdampfungsenthalpie
sehr stark erwärmt
wird und es zu einer „Aktivierung" des Wasserstoffperoxids
kommt. Die Sterilisation der Oberflächen findet also praktisch
in dem Moment der Kondensation statt. Unmittelbar nach der Kondensatbelagbildung
wird die Kammer erneut evakuiert und der Kondensatbelag durch Absenken
des Druckes in der Kammer unter den Dampfdruck des kondensierten
Wasserstoffperoxids wieder entfernt.
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Das
Abpumpen des Kondensatbelages erfolgt ohne wesentliche Einwirkzeit
unmittelbar nach der Kondensation, damit der durch die Verdampfungsenthalpie
erwärmte
Kondensatbelag nicht durch Wärmeableitung
an die Oberflächen
der Objekte bzw. der Kammer abkühlt.
Es ist vorteilhaft, dass das Evakuieren zum Entfernen des Kondensatbelages
innerhalb von 20 s, insbesondere innerhalb von 10 s, nach Beginn
des Einströmens
des Dampfgemisches beendet ist. Hierdurch kann eine übermäßige Wärmeableitung
vom Kondensatbelag an die Oberflächen
vermieden werden, so dass der Kondensatbelag beim Evakuieren sehr
leicht verdampft und abgezogen werden kann. Bevorzugt wird der Druck
in der Kammer beim Evakuieren zum Entfernen des Kondensatbelages
unter 5 Hektopascal (im Folgenden abgekürzt als hPa) abgesenkt. Der
angegebene Druckwert entspricht dabei dem Absolutdruck in der Kammer.
Vorzugsweise kann der Druck auch unter 1 hPa, insbesondere auch
unter 0,35 hPa, abgesenkt werden. Je geringer der Druck in der Kammer
beim Abziehen des Kondensatbelages ist, desto geringer ist die an
den Oberflächen
der Objekte verbleibende Restmenge an Wasserstoffperoxid. Eine zu
große
Restmenge von Wasserstoffperoxid an den Objekten kann für die weitere
Verwendung der Objekte nachteilig sein.
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Weitere
Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung einiger Ausführungsbeispiele.
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Es
zeigen:
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1 ein
Axialschnitt durch ein Kammerrad einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
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2 eine
verkleinerte Ansieht in Richtung des Pfeiles II der 1 auf
die Vorrichtung,
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3 eine
Ansichtähnlich 1 auf
eine andere Ausgestaltung eines Verschlusselementes der Vorrichtung,
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4 eine
verkleinerte Ansicht in Richtung des Pfeiles IV auf die Vorrichtung
nach 3.
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In
den 1 und 2 ist eine Vorrichtung 1 zur
Behandlung von Objekten 2 dargestellt. Die Objekte 2 sind
in 2 als Kreise schematisch dargestellt und können beispielsweise
Flaschen, wie in 1 angedeutet, oder auch andere
Behälter
zur Aufnahme von trinkbaren Flüssigkeiten
sein. Die Vorrichtung 1 umfasst im Wesentlichen ein in
Umlaufrichtung A antreibbares Kammerrad 3 mit drei am Umfang
angeordneten Kammern 4, 5 und 6. Das Kammerrad 3 wird
im Betrieb durch einen nicht dargestellten Antrieb angetrieben und
rotiert mit konstanter Umfangsgeschwindigkeit in Umlaufrichtig A um
eine Achse 7.
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Die
Vorrichtung 1 ist dabei als so genannter Rundläufer ausgebildet,
bei dem die zu behandelnden Objekte 2 in Zuführrichtung
B kontinuierlich zugeführt
und nach der Behandlung in Abführrichtung
C wieder kontinuierlich abtransportiert werden.
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Die
Kammern 4, 5 und 6 werden jeweils durch
einen ebenen Boden 8, eine ebene Decke 9 und eine
im Wesentlichen zylindrische Innenwand 10 gebildet. Jede
der Kammern 4, 5 und 6 weist eine am zylindrischen
Außenumfang 11 des
Kammerrades 3 angeordneten Öffnung 12 auf, der
ein Verschlusselement 13 zugeordnet ist. Die Begrenzung
der Kammern 4, 5 und 6 in Umfangsrichtung
des Kammerrades 3 erfolgt durch drei von der Innenwand 10 zum Außenumfang 11 des
Kammerrades 3 verlaufende Trennwände 14, 15 und 16.
Die Trennwände 14, 15 und 16 schließen dabei
bündig
mit dem Außenumfang 11 des
Kammerrades 3 ab und reichen somit bis an das Verschlusselement 13 heran.
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Das
Verschlusselement 13 ist flexibel und in Form eines Endlosbandes 17 dem
Außenumfang 11 des
Kammerrades 3 zugeordnet. Das Endlosband umschlingt dabei
zwei Führungsrollen 18 und 19. Das
Endlosband 17 wird von der Führungsrolle 18 an den
Außenumfang 11 des
Kammerrades 3 angelegt und läuft synchron mit dem Kammerrad 3 in
Umlaufrichtung A um. Durch den synchronen Umlauf findet keine Relativbewegung
zwischen Endlosband 17 und Kammerrad 3 statt.
An der Führungsrolle 19 wird das
Endlosband 17 wieder vom Außenumfang 11 des Kammerrades 3 abgenommen
und von der Führungsrolle 19 entgegen
der Umlaufrichtung A in Pfeilrichtung D zu der Führungsrolle 18 zurückgeführt. Dabei
können
mehrere zusätzliche
Führungsrollen 20 vorgesehen
werden, die die Führung
des Endlosbandes 17 gewährleisten.
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Das
Endlosband 17 besteht vorzugsweise wenigstens an seiner
dem Kammerrad 3 zugewandten Oberfläche aus einem gummielastischen
Material. Hierdurch kann in den Bereichen in denen das Endlosband 17.
an dem Boden 8 und der Decke 9 sowie an den Trennwänden 14, 15 und 16 des
Kammerrades 3 anliegt, auf zusätzliche Dichtungen verzichtet werden.
Zur Verstärkung
des Endlosbandes 17, das ja einer Belastung durch die Druckdifferenz
vom Umgebungsdruck zu dem Vakuum in den Kammern 4, 5, 6 standhalten
muss, können
in dem Endlosband 17 Verstärkungselemente vorgesehen sein.
Diese Verstärkungselemente
können
beispielsweise durch eine Vielzahl von benachbarten und parallel
zur Achse 7 angeordneten Rundstäben 21 gebildet werden. Hierdurch
wird das Endlosband 17 stabil gegen die Belastung auf Grund
der Druckdifferenz, seine Biegefähigkeit
in Längsrichtung,
die für
eine exakte Führung
um die Führungsrollen 18 und 19 wichtig
ist, wird jedoch praktisch nicht vermindert. Alternativ könnte das Endlosband 17 auch
als Gliederband durch mehrere beweglich verbundene, an sich starre Glieder
gebildet werden.
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Um
das Kammerrad 3 in Umlaufrichtung A anzutreiben, ist dem
Kammerrad in nicht dargestellter Weise ein Antrieb zugeordnet. Das
Endlosband 17 kann unter leichter Vorspannung durch die
Führungsrollen 18 und 19 an
den Außenumfang 11 des Kammerrades
angelegt und in Umlaufrichtung A mitgenommen werden. Ein separater
Antrieb für
das Endlosband 17 ist prinzipiell nicht erforderlich, da
das Endlosband 17 das Kammerrad 3 mit einem sehr
großen
Umschlingungswinkel umschlingt. Das Endlosband 17 kann
also allein durch die Reibung am Außenumfang 11 des Kammerrads 3 mitgenommen werden.
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Alternativ
kann es allerdings vorteilhaft sein, zwischen dem Kammerrad 3 und
dem Endlosband 17 eine formschlüssige Verbindung 22 vorzusehen. Die
formschlüssige
Verbindung 22 kann bevorzugt durch eine Verzahnung in Form
von Aussparungen 23 mit den im Endlosband 17 enthaltenen
Rundstäben 21 gebildet
werden. Die formschlüssige
Verbindung 22 kann dabei an sich beliebig am Kammerrad 3 angeordnet
werden, das bedeutet, sie kann wie in 1 dargestellt,
der Decke 9 des Kammerrades 3 zugeordnet sein.
Alternativ kann die formschlüssige Verbindung 22 auch
am Boden 8 des Kammerrades 3 angebracht werden.
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In
weiterer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dem Endlosband 17 einen
eigenen Antrieb zuzuordnen, um den Antrieb des Kammerrades zu entlasten.
Der Antrieb des Endlosbandes 17 erfolgt bevorzugt über wenigstens
eine der Führungsrollen 18, 19, 20 und
ist vorzugsweise als Drehmoment geregelter Stützantrieb ausgebildet, der
bei beliebiger Umlaufgeschwindigkeit des Endlosbandes 17 ein
definiertes Antriebsmoment auf das Endlosband 17 überträgt. Die
Umlaufgeschwindigkeit des Endlosbandes 17 wird also vom
Kammerrad 3 vorgegeben, wodurch exakt gewährleistet
ist, dass das Endlosband 17 synchron mit dem Kammerrad 3 umläuft.
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Jede
Kammer 4, 5, 6 des Kammmerrades 3 durchläuft während eines
jeden Umlaufes prinzipiell drei Zustände, nämlich „Beladen", „Behandeln" und „Entladen". In der in 2 gezeigten
Darstellung befindet sich die Kammer 4 im Zustand „Beladen", die Kammer 5 im
Zustand „Behandeln" und die Kammer 6 im
Zustand „Entladen". Dazwischen gibt
es auch noch einen Zwischenzustand, bei dem eine Kammer gleichzeitig
Be- und Entladen wird. Die Kammer 6 wird kurz nach der
in 2 dargestellten Momentaufnahme in diesen Zustand
kommen.
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Zum
Beladen der Kammer 4 mit den zu behandelnden Objekten 2 ist
eine Beladeeinrichtung 24 vorgesehen, der die zu behandelnden
Objekte beispielsweise durch ein Transportband 25 in Zuführrichtung
B zugeführt
werden. Die Beladeeinrichtung 24 kann an sich beliebig
gestaltet sein. Bevorzugt enthält
sie einen in Pfeilrichtung E rotierbaren Einlaufstern 26,
der mittels radial beweglicher Greifer die Objekte 2 vom
Transportband 25 übernimmt
und in die Kammer 4 einsetzt. Innerhalb der Kammer 4 können Halter 27 zur
Aufnahme der Objekte 2 angeordnet sein. Alternativ ist
es möglich,
die Halter 27 in radialer Richtung des Kammerrades 3 verschiebbar anzuordnen,
so dass der Halter 27 im Bereich der Beladeeinrichtung 24 radial
nach außen über den
Außenumfang 11 des
Kammerrades 3 hinaus steht und in dieser ausgefahrenen
Position ein Objekt 2 von der Beladeeinrichtung 24 übernimmt.
Im Zuge der Rotation des Kammerrades 3 in Umlaufrichtung
A kann der Halter 27 dann in seine Position radial nach
Innen gefahren werden, so dass das Objekt 2 ins Innere
der Kammer 4 gelangt. Für
die vorliegende Erfindung ist es jedenfalls beliebig, wie die Beladeeinrichtung 24 ausgeführt ist,
und ob die Halter 27 beweglich in dem Kammerrad 3 angeordnet
sind oder der Beladeeinrichtung 24 in nicht dargestellter
Weise bewegliche Greifer zugeordnet sind. Trotz der Beliebigkeit
der Beladeeinrichtung 24 ist es generell vorteilhaft, wenn der
Abstand der Halter 27 in Umfangsrichtung des Kammerrades 3 zueinander
jeweils gleich ist, so dass sich alle Objekte 2 im gleichen
Abstand zueinander in den Kammern 4, 5, 6 befinden.
Dieser Abstand der Objekte 2 zueinander wird auch als „Teilung" bezeichnet, und
ist vorzugsweise anhand der Größe der zu
behandelnde Objekte so klein wie möglich zu wählen. Insbesondere ist es vorteilhaft,
wenn der Abstand des in Umlaufrichtung A gesehen letzten Objektes 2 einer
Kammer, beispielsweise Kammer 5, zu dem ersten Objekt 2 der
nachfolgenden Kammer, beispielsweise Kammer 4, genauso
groß ist,
wie der Abstand der Objekte 2 innerhalb der Kammer, wenn also
die Teilung auch an den Stellen der Trennwände 14, 15 und 16 unverändert ist.
Hierdurch wird das Be- und Entladen vereinfacht.
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In
der Beladevorrichtung 24 werden nun die vom Transportband 25 zugeführten Objekte 2 nacheinander
in die Kammer 4 eingesetzt. Dabei bewegt sich die Kammer 4 mit
konstanter Umfangsgeschwindigkeit in Umlaufrichtung A an der Beladeeinrichtung 24 vorbei.
Während
die Kammer 4 noch mit Objekten 2 beladen wird,
wird die Kammer 4 in dem Bereich, der an der Beladeeinrichtung 24 vorbeigelaufen
ist und sich jetzt im Bereich der Führungsrolle 18 befindet,
durch das Verschlusselement 13 verschlossen. Das Verschlusselement 13,
im dargestellten Fall das Endlosband 17, wird kontinuierlich
an das Kammerrad 3 angelegt und verschließt dabei
die Kammer 4. Der Vorgang des Verschließens der Kammer 4 durch das
Verschlusselement 13 beginnt also, wenn die Trennwand 15 den
Bereich der Führungsrolle 18 passiert
hat, und endet wenn die Trennwand 14 die Führungsrolle 18 passiert
hat. Erst wenn die Trennwand 14 die Führungsrolle 18 passiert
hat, ist die Kammer 4 vollständig geschlossen und ein Behandlungsvorgang
kann beginnen.
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Ein
besonderer Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass Beladen der Kammer 4 sowie
Verschließen
der Kammer 4 praktisch zeitgleich stattfinden, wobei zwischen
dem Beladen und dem Verschließen der
Kammer 4 nur eine sehr geringe Differenzzeit liegt. Das
Verschließen
der Kammer 4 ist ein kontinuierlicher Vorgang, durch den
die Effektivität
der Vorrichtung 1 stark erhöht wird.
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Der
Kammer 4 steht also der Teil der für einen kompletten Umlauf benötigten Umlaufzeit
für die Behandlung
der Objekte 2 zur Verfügung,
der zwischen dem Vorbeilaufen der Trennwand 14 an der Führungsrolle 18 und
dem Ankommen der Trennwand 15 an der Führungsrolle 19 liegt.
Sobald die vordere Trennwand 15 der Kammer 4 bei
der Rotation des Kammerrades 3 in Umlaufrichtung A die
Führungsrolle 19 erreicht,
beginnt das Öffnen
des Verschlusselementes 13. Das Endlosband 17 wird
vom Außenumfang 11 des
Kammerrades 3 durch die Führungsrolle 19 abgenommen.
Die Behandlung der Objekte 2 in der Kammer 4 muss
zu diesem Zeitpunkt beendet sein. Nach Passieren der Führungsrolle 19 ist
die Kammer 4 geöffnet
und kann durch eine Entladeeinrichtung 28 entladen werden.
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Die
Entladeeinrichtung 28 kann analog der Beladeeinrichtung 24 gestaltet
sein. Beispielsweise kann ein in Pfeilrichtung F rotierbarer Auslaufstern 29 vorgesehen
sein, der die Objekte 2 aus der an der Entladeeinrichtung 28 vorbeilaufenden
Kammer 4 entnimmt und an ein Transportband 30 übergibt,
von dem die behandelten Objekte in Abführrichtung C abtransportiert
werden. Im Falle einer Sterilisation in der Vorrichtung 1 ist
es vorteilhaft, die Entladeeinrichtung 28 und das Transportband 30 durch
Trennwände 31 abzuschirmen,
um eine Rekontamination der Objekte 2 zu verhindern. Bevorzugt
wird dabei der Bereich innerhalb der Trennwände 31 mit einem leichten Überdruck
versehen, so dass in den nicht hermetisch abdichtbaren Bereichen
zwischen Entladeeinrichtung 28 und Kammerrad 3 stets
ein Luftstrom von den sterilen in die nicht sterilen Bereiche vorhanden
ist, der ein Eindringen von Keimen in die sterilen Bereiche vermeidet.
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Einige
der Behandlungsverfahren, für
die die Vorrichtung 1 geeignet ist, benötigen zumindest zeitweise ein
Vakuum in der Kammer 4, 5 oder 6. Jede Kammer 4, 5, 6 weist
hierzu wenigstens einen Vakuumanschluss 34, 35, 36 auf, über den
die jeweilige Kammer mit einer oder mehreren Vakuumpumpen 32 und 33 verbindbar
ist. Die beiden Vakuumpumpen 32 und 33 sind im
dargestellten Fall hintereinander geschaltet und bilden einen Zentralpumpstand 37.
Der dargestellte Zentralpumpstand 37 ist auf einen Druck in
der Kammer 4, 5 oder 6 von weniger als
5 hPa ausgelegt und besteht aus einer Rootspumpe 32 und
einer Drehschieberpumpe 33. Die Rootspumpe 32 ist bevorzugt
mitrotierend auf dem Kammerrad 3 angebracht und über eine
Drehdurchführung 38 im
Bereich der Achse 7 des Kammerrades 3 mit der
stationär
außerhalb
des Kammerrades 3 angebrachten Drehschieberpumpe 33 verbunden.
Die Rootspumpe 32 wirkt somit praktisch als Vorverdichter
für die Drehschieberpumpe 33,
so dass durch den höheren Druck
nach der Rootspumpe 32 wesentlich geringere Anforderungen
an die Drehdurchführung 38 gestellt werden.
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Es
ist nun vorgesehen, dass der Zentralpumpstand 37 in zeitlicher
Abfolge nacheinander mit allen Kammern 4, 5 und 6 verbindbar
ist, wobei der Zentralpumpstand 37 zu jeder Zeit mit höchstens
einer der Kammern 4, 5, 6 verbunden ist.
Hierzu sind Ventile 39 zwischen den Vakuumanschlüssen 34, 35 und 36 und
dem Zentralpumpstand 37 vorgesehen. Die Ventile sind durch
eine nicht dargestellte Steuereinrichtung so geschaltet, dass höchstens
eine Kammer 4, 5, 6 gleichzeitig mit
dem Zentralpumpstand 37 verbunden ist. In dem dargestellten
Fall sind die Ventile 39 der Vakuumanschlüsse 34 und 36 geschlossen,
da die Kammer 4 und 6 zum Be- bzw. Entladen geöffnet sind.
Das Ventil 39 am Vakuumanschluss 35 der Kammer 5 kann
geöffnet
sein, so dass die Kammer 5 mit dem Zentralpumpstand 37 verbunden
ist und evakuiert werden kann.
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Wie
schon beschrieben, wird die Kammer 4 beim Umlauf des Kammerrades 3 komplett
geschlossen, sobald die Trennwand 14 den Bereich der Führungsrolle 18 durchläuft. Bevor
nun durch Öffnen
des Ventils 39 am Vakuumanschluss 34 die Kammer 4 mit
dem Zentralpumpstand 37 verbunden wird, ist es vorteilhaft,
vorher das Ventil 39 am Vakuumanschluss 35 zu
schließen
und die Kammer 5 vom Zentralpumpstand 37 zu trennen.
Hierdurch wird verhindert, dass Luft aus der noch nicht evakuierten Kammer 4 in
die schon evakuierte Kammer 5 überströmt und dort das bereits erreichte
Vakuum wieder beeinträchtigt.
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Sind
bei dem mit der Vorrichtung 1 durchgeführten Behandlungsverfahren
mehrere Prozessschritte enthalten, in denen eine Kammer 4, 5, 6 evakuiert
werden muss, wie es beispielsweise bei dem unten beschriebenen Sterilisationsverfahren
der Fall ist, so ist es vorteilhaft, für jeden Evakuierungsvorgang
einen eigenen Zentralpumpstand 37 vorzusehen. Die getrennten
Zentralpumpstände 37 lassen sich
hierdurch bezüglich
der Anzahl und Art der eingesetzten Pumpen entsprechend dem benötigten Unterdruckniveau
optimieren.
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Die
Umfangsgeschwindigkeit, mit der das Kammerrad 3 in Umlaufrichtung
A angetrieben wird, wird vorzugsweise so gewählt, dass sich eine Umlaufzeit
für einen
Umlauf ergibt, die im Wesentlichen dem Produkt aus der Anzahl der
Kammern – im
dargestellten Fall 3 – multipliziert
mit der Zeitdauer, die eine Kammer 4, 5, 6 während eines
Umlaufes des Kammerrades 3 mit dem Zentralpumpstand 37 verbunden
ist, entspricht. Hierdurch wird eine besonders gleichmäßige und
effiziente Auslastung des Zentralpumpstandes 37 erreicht.
Wenn also beispielsweise 3 s für
die Evakuierung der Kammer 5 notwendig sind, um den gewünschten
Unterdruck zu erreichen, so beträgt
die Umlaufzeit für
das Kammerrad 3 mit den dargestellten drei Kammern 4, 5, 6 bevorzugt etwa
9 s. Werden in nicht dargestellter Ausgestaltung vier Kammern auf
einem Kammerrad 3 vorgesehen, so sollte die Umlaufzeit
etwa 12 s betragen, wenn für die
Evakuierung einer Kammer 3s benötigt werden.
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In
den 3 und 4 ist eine Variante einer Vorrichtung 1 zum
Behandeln von Objekten 2 dargestellt, die wiederum ein
Kammerrad 3 mit drei gleichmäßig am Umfang verteilten Kammern 4, 5, 6 aufweist.
Das Kammerrad 3 ist wiederum durch einen nicht dargestellten
Antrieb um die Achse 7 in Umlaufrichtung A antreibbar.
Die Kammern 4, 5 und 6 sind jeweils wieder
durch Trennwände 14, 15 und 16 voneinander
getrennt.
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Die
Kammern 4, 5, 6 weisen im Gegensatz zu
der in den 1 und 2 dargestellten,
radial nach außen
gerichteten Öffnung 12 jeweils
eine Öffnung 40 auf,
die axial zum Kammerrad 3 ausgerichtet ist. Das Be- und
Entladen erfolgt somit nicht in radialer Richtung, sondern in axialer
Richtung des Kammerrades 3, beispielsweise von unten. Den Öffnungen 40 der
Kammern 4, 5, 6 sind mehrere starre Verschlusselemente 41 zugeordnet,
so dass jede Kammer 4, 5, 6 schrittweise
in mehreren Stufen verschließbar
ist. Die Verschlusselemente 41 können beispielsweise als um
eine Achse 43 schwenkbar angeordnete Klappen 42 gebildet
werden. Die Klappen 42 lassen sich zum Be- und Entladen
in Pfeilrichtung G aufschwenken und in die in 3 gestrichelt
dargestellte Position 42' bringen.
Vorteilhafterweise ist jedem Objekt 2 ein Verschlusselement 41 zugeordnet,
das den Teilbereich der Öffnung 40 verschließt, der
zum Einsetzen und Entnehmen dieses Objektes 2 benötigt wird.
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Das
Be- und Entladen des Kammerrades 3 erfolgt in einem in 4 mit
dem Bezugszeichen 44 bezeichneten Bereich in an sich beliebiger
Weise. Es können
dabei wiederum Transportbänder
zum Zuführen
und Abführen
der Objekte 2 vorgesehen sein. In 3 ist gestrichelt
eine Beladeeinrichtung 45 angedeutet, die bei geöffneter
Klappe 42' ein
Objekt 2' von unten
in axialer Richtung des Kammerrades 3 in die Kammer 4 einsetzen
kann. Die geöffneten
Klappen 42' der
Verschlusselemente 41 sind in 4 im Be- und
Entlade-Bereich 44 ebenfalls erkennbar.
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Die
zu behandelnden Objekte 22 werden kontinuierlich der Vorrichtung 1 zugeführt und
nacheinander durch die Beladeeinrichtung 45 in die Kammer 4 eingesetzt.
Dabei rotiert das Kammerrad 3 mit kontinuierlicher Umfangsgeschwindigkeit
in Umlaufrichtung A an der Beladeeinrichtung 45 vorbei.
Nach dem Einsetzen eines Objektes 2 in die Kammer 4 wird
das zu diesem Objekt 2 gehörige Verschlusselement 41 verschlossen.
Das Schließen
der Öffnung 40 der
Kammer 4 erfolgt hierbei nur noch im Wesentlichen kontinuierlich,
nämlich
schrittweise in mehreren Stufen. Die Verschlusselemente 41 sind
dabei so geformt, dass sie im geschlossenem Zustand dicht aneinander
liegen und die Kammer 4, 5, 6 vakuumdicht verschließen können. Dies
kann beispielsweise dadurch realisiert werden, dass jede Klappe 42 dicht
an jeder benachbarten Klappe 42 anliegt. In nicht dargestellter
Weise können
an den Trennstellen zwischen der Kammer 4, 5, 6 und
den Klappen 42, sowie zwischen den Klappen 42 selbst,
selbstverständlich Dichtungen
vorgesehen sein.
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Analog
zu der Ausführung
gemäß 1 und 2 kann
auch bei der Ausführung
gemäß der 3 und 4 wenigstens
ein oder mehrere Zentralpumpstände 37 vorgesehen
sein, der die Kammern 4, 5, 6 evakuieren
kann. Anordnung und Steuerung sind vorteilhafterweise ebenfalls
wie oben bereits beschrieben ausgeführt, so dass auf eine wiederholte
Beschreibung an dieser Stelle verzichtet wird.
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Wie
bereits erwähnt,
ist die Vorrichtung 1 zwar nicht auf die Anwendung eines
bestimmten Verfahrens beschränkt,
jedoch ist sie insbesondere für ein
spezielles Verfahren zum Sterilisieren von Objekten 2 geeignet.
Dieses Verfahren zum Sterilisieren soll im Folgenden näher beschrieben
werden.
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Das
Verfahren zum Sterilisieren der Objekte 2 kann beginnen,
sobald alle Objekte 2 in die jeweilige Kammer 4, 5, 6 eingesetzt
wurden und die Kammer, beispielsweise Kammer 4, wie oben
beschrieben, vakuumdicht verschlossen ist. Die vakuumdicht verschlossene
Kammer 4 wird zunächst
auf einen Vorevakuierungsdruck evakuiert. Der Vorevakuierungsdruck
kann unterhalb von 300 hPa, unterhalb von 100 hPa oder unterhalb
von 40 hPa liegen. Der Vorevakuierungsdruck kann die Sterilisationswirkung beeinflussen
und sollte im Hinblick auf den gesamten Prozess ausgewählt werden.
Die Vorevakuierung erfolgt vorzugsweise mit einem ersten Zentralpumpstand 37,
der mit seiner Leistung auf den gewünschten Vorevakuierungsdruck
und die gewählte
Kammergröße abgestimmt
ist.
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In
die vorevakuierte Kammer wird ein Dampfgemisch aus gasförmigem Wasserstoffperoxid
und gasförmigem
Wasser in weniger als 8 s in die Kammer 4 eingeströmt, so dass
sich auf allen zugänglichen
Oberflächen
der Objekte 2 und der Kammer 4 ein Kondensatbelag
bildet, der die Oberflächen
sterilisiert. Es ist dabei vorgesehen, eine abgemessene Menge einer
wässrigen
Wasserstoffperoxid-Lösung vollständig zu
verdampfen, und so ein Dampfgemisch aus Wasserstoffperoxid und Wasser
zu erhalten, das dieselbe Wasserstoffperoxid-Konzentration wie die
wässrige
Wasserstoffperoxid-Lösung
aufweist. Die Wasserstoffperoxid-Konzentration in der wässrigen
Lösung
bzw. im Dampfgemisch liegt im Bereich von etwa 14 bis 59 Gewichtsprozent.
Vorteilhaft sind außerdem
Wasserstoffperoxid-Konzentrationen zwischen 25 und 50 Gewichtsprozent
und insbesondere zwischen 39 und 35 Gewichtsprozent.
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Zur
Erzeugung des Dampfgemisches kann ein Verdampfer 46 vorgesehen
sein, von dem das Dampfgemisch über
Verteilerrohre 47 in die Kammer 4, 5 oder 6 geleitet
wird. Es ist dabei vorteilhaft, jeder Kammer 4, 5 und 6 jeweils
einen eigenen Verdampfer 46 zuzuordnen, der beispielsweise
direkt auf dem Kammerrad 3 mitrotierend angebracht sein
kann. Je nach gewünschter
Verteilung des Dampfgemisches kann es auch vorteilhaft sein, ein
wie in 3 dargestelltes Verteilerrohr 48 in das
Innere eines jeden als Flasche dargestellten Objektes 2 hineinragen
zu lassen. Die abgemessene Menge wässriger Wasserstoffperoxid-Lösung wird
vorteilhafterweise dem Verdampfer 46 aus wenigstens einem
Behälter 49 zugeführt.
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Das
Dampfgemisch wird ohne Trägergasstrom
schlagartig in die Kammer 4 eingeströmt, so dass es durch eine im
Wesentlichen adiabatische Expansion sehr stark abkühlt. Das
schlagartige Einströmen
des Dampfgemisches sollte dabei jedenfalls in weniger als 8 s, vorzugsweise
in weniger als 4 s, und besonders bevorzugt innerhalb von 2 s erfolgen.
Die durch die schlagartige Expansion des Dampfgemisches hervorgerufene
Abkühlung
bewirkt eine Übersättigung
des Dampfgemisches und eine ebenso schlagartige Kondensation an
allen zugänglichen Oberflächen der
Objekte 2 und der Kammer 4. Der auf den Oberflächen entstehende
Kondensatbelag wird durch die freiwerdende Verdampfungsenthalpie stark
erwärmt.
Die Erwärmung
des Kondensatbelages bewirkt ein so genanntes „Aktivieren" des Wasserstoffperoxides,
wodurch dieses seine sterilisierende Wirkung entfaltet. Die Sterilisation
findet also praktisch im Augenblick der Kondensation statt, so dass
eine weitere Einwirkzeit für
den Kondensatbelag auf den Oberflächen nicht erforderlich ist
und dieser unmittelbar durch erneutes Evakuieren der Kammer 4 wieder
abgepumpt werden kann. Das Nachevakuieren zum Entfernen des Kondensatbelages sollte
spätestens
3 s nach Bildung des Kondensatbelages beginnen, wobei der Druck
in der Kammer unter den Dampfdruck des Wasserstoffperoxids abgesenkt
wird. Durch Absenken des Druckes in der Kammer 4 unter
den Dampfdruck des Wasserstoffperoxides verdampft der aus Wasser
und Wasserstoffperoxid bestehende Kondensatbelag wieder, und das Wasserstoffperoxid
kann entfernt werden. Je nach Druck in der Kammer 4 beim
Nachevakuieren ergibt sich eine Restmenge an Wasserstoffperoxid
auf den Oberflächen,
die mit abnehmendem Druck bei der Nachevakuierung ebenfalls abnimmt.
Je nach tolerierbarer Restmenge ist es vorteilhaft, den Druck beim
Nachevakuieren zum Entfernen des Kondensatbelages unter 5 hPa, insbesondere
unter 1 hPa und zum Erreichen besonders niedriger Restmengen auch
unter 0,35 hPa abzusenken. Durch das im Vergleich zum Vorevakuieren
unterschiedliche Druckniveau ist es vorteilhaft, zum Nachevakuieren
einen separaten Zentralpumpstand 37 einzusetzen.
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Die
auf den Oberflächen
der Objekte 2 verbleibende Restmenge an Wasserstoffperoxid
kann auch durch die Temperatur der Objekte 2 beeinflusst werden.
Je höher
die Temperatur, desto geringer ist die Restmenge. Es kann deshalb
vorteilhaft sein, die Objekte 2, und natürlich auch
entsprechend dann die Kammer 4, vor oder während des
Einsetzens auf eine Temperatur oberhalb der Raumtemperatur bis etwa
in die Größenordnung
von 60°C,
bevorzugt auf eine Temperatur zwischen 25 und 40°C, vorzuwärmen. Neben einer Vorwärmung der
Objekte 2 ist auch eine Vorwärmung der Kammer 4 erforderlich, damit
nicht unnötig
viel Dampfgemisch an den Kammerwänden
kondensiert. Tendenziell sollten die Objekte eher etwas kälter als
die Kammerwände
sein.
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Das
Verfahren muss dabei zwangsläufig
mit einer relativ hohen Geschwindigkeit ablaufen, damit möglichst
wenig Wärme
aus dem entstandenen Kondensatbelag in die relativ gesehen kälteren Oberflächen der
Objekte 2 und der Kammer 4 abgeleitet wird. Durch
die Ableitung von Wärme
aus dem Kondensatbelag in die Oberflächen kühlt der Kondensatbelag ab,
so dass er später
beim Nachevakuieren schlechter wieder verdampft. Es ist deshalb
vorteilhaft, dass das Evakuieren zum Entfernen des Kondensatbelages
innerhalb von 20 s, insbesondere innerhalb von 10 s, nach Beginn
des Einströmens
des Dampfgemisches beendet ist.
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Nach
dem Abziehen des Kondensatbelages durch die Nachevakuierung wird
die Kammer 4 mit einem sterilen Gas, beispielsweise Luft
oder Stickstoff, geflutet. Das sterile Gas kann dabei in einem der
Vorrichtung 1 zugeordneten Sterillufttank zwischengespeichert
werden.
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Mit
Fluten der Kammer 4 durch das sterile Gas ist der Sterilisationsvorgang
beendet und die Kammer 4 wird im Wesentlichen kontinuierlich
geöffnet,
und die Objekte 2 werden nacheinander aus der Kammer 4 entnommen.
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Für das beschriebene
Sterilisationsverfahren ist es sehr vorteilhaft, drei Kammern 4, 5, 6 am
Kammerrad 3 anzuordnen. Das Verfahren läuft dabei zeitversetzt nacheinander
in den Kammern 4, 5, 6 ab. Bei dem beschriebenen
Sterilisationsverfahren ist der Vorgang des Nachevakuierens zum
Abziehen des Kondensatbelages derjenige Teilschritt, der üblicherweise
die längste
Zeit in Anspruch nimmt. Die Vorrichtung 1 wird dementsprechend
ausgehend von dieser Nachevakuierungszeit ausgelegt. Die Zeit für die Nachevakuierung
zum Entfernen des Kondensatbelages liegt vorteilhaft im Bereich
von 3 bis 15 s, vorzugsweise im Bereich von 4 bis 8 s. Wie oben
bereits beschrieben, wird die Umlaufzeit des Kammerrades 3 als
Produkt dieser Nachevakuierungszeit und der Anzahl der Kammern 4, 5, 6 gewählt. Aus
der Umlaufzeit und der gewünschten
Ausbringungsleistung ergibt sich dann die Gesamtanzahl der Objekte 2,
die das Kammerrad 3 aufnehmen muss. Beispielsweise bei
einer Nachevakuierungsdauer von 4 s ergibt sich mit drei Kammern 4, 5, 6 eine
Umlaufzeit von 12 s. Für
eine Ausbringungsleistung von 36.000 Objekten 2 pro Stunde
ist somit eine solche Größe des Kammerrades 3 vorzusehen,
dass es 120 Objekte 2 aufnehmen kann. 120 Objekte 2 auf
dem Kammerrad 3 entspricht 40 Objekten pro Kammer 4, 5 und 6.
Entsprechend der Größe der Objekte 2 bzw. der
erforderlichen Teilung ergibt sich dann die absolute Größe des Kammerrades 3.
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Die
beschriebene Vorrichtung 1 lässt sich problemlos in eine
kontinuierlich arbeitende Anlage, beispielsweise zum Herstellen
und Befüllen
von Behältern
integrieren, da das Be- und Entladen der Vorrichtung 1 streng
kontinuierlich erfolgen kann, und somit keinerlei Pufferung oder
Zwischenspeicherung der zugeführten
oder abgeführten
Objekte 2 erforderlich ist. Im Gegensatz zu herkömmlichen
Rundläufern
weist die Vorrichtung die Besonderheit auf, dass sich nicht wie üblich, sämtliche
gleichzeitig im Rundläufer
befindlichen Objekte 2 in einer, wenn auch nur minimal,
unterschiedlichen Verfahrensstufe befinden. Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 befinden sich
stattdessen sämtliche
Objekte einer Kammer 4, 5 oder 6 exakt
in demselben Prozessschritt des Behandlungsvorganges. Dies rührt daher,
dass die Objekte 2 zwar nacheinander in die Kammer 4, 5, 6 eingesetzt
und später
auch wieder nacheinander entnommen werden, dass aber in der Zwischenzeit
des Behandlungsvorganges alle Objekte in der Kammer 4, 5 oder 6 gleichzeitig
behandelt werden.