AT522713B1 - Binokulares Fernglas und Verfahren zur Verstellung einer Pupillendistanz - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein binokulares Fernglas (1) und ein Verfahren zur Verstellung einer Pupillendistanz (8) eines binokularen Fernglases (1), umfassend eine erste Gehäusehälfte (2) mit einem ersten Okular (3) mit einer ersten optischen Achse (4), eine zweite Gehäusehälfte (5) mit einem zweiten Okular (6) mit einer zweiten optischen Achse (7), wobei der Abstand der ersten optischen Achse (4) zur zweiten optischen Achse (7) eine Pupillendistanz (8) definiert und wobei die erste Gehäusehälfte (2) und die zweite Gehäusehälfte (5) mit zumindest einer Knickbrücke (9) gelenkig miteinander verbunden sind und wobei die Knickbrücke (9) einen mit der ersten Gehäusehälfte (2) gekoppelten ersten Knickbrückenteil (10) und einen mit der zweiten Gehäusehälfte (5) gekoppelten zweiten Knickbrückenteil (11) umfasst und wobei die Pupillendistanz (8) durch Verschwenken der beiden Gehäusehälften (2, 5) veränderbar ist und wobei eine Erfassungseinrichtung (12) ausgebildet ist, mittels welcher die Pupillendistanz (8) bestimmbar ist.
Description
[0001] Die Erfindung betrifft ein binokulares Fernglas und ein Verfahren zur Verstellung einer Pupillendistanz eines binokularen Fernglases.
[0002] Doppelfernrohre, auch als binokulare Ferngläser oder Feldstecher bezeichnet, dienen zur freihändigen Beobachtung entfernter Objekte. Derartige Produkte sind seit über einem Jahrhundert in Gebrauch und werden z.B. in der Freizeit, jJagdlich und militärisch genutzt. Sie bestehen in der Regel aus 2 spiegelsymmetrisch ausgeführten und um eine gemeinsame Schwenkachse auch Knickachse bezeichnet - schwenkbar gegeneinander angeordneten Tuben. Diese bestehen beobachterseitig aus einem Okular- und objektseitig aus einem Objektivpaar. Das sind in der Regel optische Linsensysteme. Zwischen Okular- und Objektivbaugruppe ist ein Umkehrsystem angeordnet, dessen Bauart (z.B. als Linsensystem, Dachkantprismensystem, Porroprismensystem oder Spiegelsystem) die wesentlich Fernglasform bestimmt.
[0003] Das Dokument JP 2002116386 A beschreibt ein binokulares Fernglas mit einer ersten und mit einer zweiten Gehäusehälfte mit einem ersten bzw. einem zweiten Okular, wobei der Abstand zwischen der ersten und der zweiten optischen Achse der Okulare eine Pupillendistanz definiert, und wobei die erste Gehäusehälfte und die zweite Gehäusehälfte mit zumindest einer Knickbrücke gelenkig miteinander verbunden sind, und wobei die Knickbrücke einen mit der ersten Gehäusehälfte gekoppelten ersten Knickbrückenteil und einen mit der zweiten Gehäusehälfte gekoppelten zweiten Knickbrückenteil umfasst, und wobei die Pupillendistanz durch Verschwenken der beiden Gehäusehälften veränderbar ist, und wobei zumindest eine Sensoreinrichtung ausgebildet ist, mittels welcher ein Knickwinkel zwischen dem ersten Knickbrückenteil und dem damit gekoppelten zweiten Knickbrückenteil ermittelbar ist, und wobei aus dem Knickwinkel die Pupillendistanz ermittelbar ist. Mithilfe einer Benutzererkennungsvorrichtung kann eine zuvor gespeicherte Pupillendistanz nach Identifikation des Benutzers motorgetrieben eingestellt werden.
[0004] Um ein Fernglas an die individuelle Pupillendistanz eines Benutzers einzustellen, damit ein angenehmes Seherlebnis erreicht wird, ist es bekannt, die beiden Tuben eines Fernglases um die Knickachse zu verschwenken.
[0005] Aus der EP 2824492 A1 ist ein binokulares Fernglas mit einer Knickbrücke zur Anpassung des Okularabstandes an die Augenweite des Benutzers bekannt, wobei die Knickbrücke ein Gelenk aufweist, mittels welchem der linke und rechte Tubus schwenkbar miteinander verbunden sind, um durch die Schwenkbewegung der Knickbrücke den Abstand des linken und rechten Tubus an die individuelle Augenweite des Benutzers anzupassen.
[0006] Die US 10088648 B?2 zeigt eine Verstellvorrichtung für die Pupillendistanz eines binokularen Fernglases, wobei für unterschiedliche Drehwinkel unterschiedliche Klickpositionen der Verstellvorrichtung vorgesehen sind.
[0007] Die US 2007053056 A1 zeigt ein Fernglas mit einer Bildausrichtung, wobei erster Tubus und zweiter Tubus verstellbar zueinander ausgeführt sind, um eine Pupillendistanz zwischen den Augen eines Benutzers einzustellen. In dem Fernglas ist ein Mittel vorgesehen, mit dem eine Einstellung zwischen dem ersten und dem zweiten Tubus bei der Aufnahme des Bildes berücksichtigt werden kann, um die durch die Winkeleinstellung verursachten Probleme zu reduzieren.
[0008] Beim Verstauen bzw. dem Transport eines Fernglases ist es üblich, dass dieses auf minimale Gehäusemaße zusammengefaltet wird. Hierdurch wird die Pupillendistanz über eine Knickachse einer Knickbrücke auf ein Minimum verstellt und entspricht in weiterer Folge nicht mehr der optimalen Pupillendistanz des Benutzers. Soll das Fernglas für den Gebrauch nun wieder aufgefaltet werden, soll dies für den Benutzer schnell und komfortabel von statten gehen, wobei wiederum der für den Benutzer optimale Pupillenabstand des Fernglases erreicht werden soll.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Nachteile des Standes der Technik zu überwinden und eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Verfügung zu stellen, mittels derer ein Benutzer in der Lage ist, eine einfache und sichere Anpassung der Pupillendistanz eines Fern-
glases vorzunehmen.
[0010] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung und ein Verfahren gemäß den Ansprüchen gelöst.
[0011] Die Erfindung betrifft ein binokulares Fernglas umfassend eine erste Gehäusehälfte mit einem ersten Okular mit einer ersten optischen Achse, eine zweite Gehäusehälfte mit einem zweiten Okular mit einer zweiten optischen Achse, wobei der Abstand der ersten optischen Achse zur zweiten optischen Achse eine Pupillendistanz definiert und wobei die erste Gehäusehälfte und die zweite Gehäusehälfte mit zumindest einer Knickbrücke gelenkig miteinander verbunden sind und wobei die Knickbrücke einen mit der ersten Gehäusehälfte gekoppelten ersten Knickbrückenteil und einen mit der zweiten Gehäusehälfte gekoppelten zweiten Knickbrückenteil umfasst und wobei die Pupillendistanz durch Verschwenken der beiden Gehäusehälften veränderbar ist und wobei eine Erfassungseinrichtung ausgebildet ist, mittels welcher die Pupillendistanz bestimmbar ist.
[0012] Bei der Pupillendistanz handelt es sich um die Abstrahierung des Pupillenabstandes (Abstand der zueinander parallelen optischen Achsen des ersten und zweiten Okulars). In der Regel ist die Pupillendistanz bei einem binokularen Fernglas in einem Bereich von 56mm bis 72mm verstellbar. Die Pupillendistanz ist dabei durch Verschwenken der beiden Gehäusehälften gegeneinander, bzw. durch Verdrehen der gelenkigen Knickbrücke veränderbar.
[0013] Der durchschnittliche Augenabstand und die dazu notwendige Pupillendistanz eines erwachsenen Menschen beträgt ca. 65mm. Bei guter bzw. adäquater Einstellung der Pupillendistanz ist nur ein Bildkreis bei einer Beobachtung durch das binokulare Fernglas sichtbar.
[0014] Ist jedoch die Pupillendistanz nicht optimal für den jeweiligen Benutzer eingestellt, so sind bei der Beobachtung durch das binokulare Fernglas zwei überlappende Bildkreise zu sehen, wobei der Komfort bei der Beobachtung durch den Benutzer leidet und es sogar zu Ermüdungserscheinungen des Benutzers bei längeren Beobachtungen führen kann.
[0015] Die Nachteile nicht optimaler Einstellungen der Pupillendistanz werden durch die erfindungsgemäße Erfassungseinrichtung, mittels welcher die aktuelle Pupillendistanz eines binokularen Fernglases laufend bestimmbar ist, gelöst. Auch wird dem Benutzer die Möglichkeit gegeben, die gewünschte Pupillendistanz schnell und einfach einzustellen, um so ein optimales Beobachtungserlebnis zu erzielen.
[0016] Mittels einer Ausgabevorrichtung ist eine im Zuge der Verstellung der Pupillendistanz erreichte Soll-Pupillendistanz signalisierbar, wobei der Benutzer eine visuelle, taktile und/oder akustische Rückmeldung erhält, dass die für ihn vorgesehene, optimale Pupillendistanz erreicht ist.
[0017] Des Weiteren kann es zweckmäßig sein, wenn die Erfassungseinrichtung zumindest eine Sensoreinrichtung umfasst, mittels welcher ein Knickwinkel zwischen dem ersten Knickbrückenteil und dem damit gekoppelten zweiten Knickbrückenteil ermittelbar ist und wobei aus dem Knickwinkel die Pupillendistanz ermittelbar ist.
[0018] Bei einer Sensoreinrichtung kann es sich dabei um jegliche aus dem Stand der Technik bekannte Winkel- oder Neigungssensoren handeln, mittels welchen der Knickwinkel ermittelbar ist. Die Pupillendistanz kann daraufhin, bei Vorliegen des Knickwinkels, vorteilhafterweise einfach mittels mathematischer Standardformeln berechnet bzw. abgeleitet werden.
[0019] Ferner kann vorgesehen sein, dass die Pupillendistanz aus dem Knickwinkel mittels trigonometrischer Berechnungen und/oder einer Zuordnungstabelle ermittelbar ist.
[0020] Ein gleichschenkeliges Dreieck weist dabei mindestens zwei gleich langen Seiten auf. Damit sind die beiden Winkel gleich groß, die den gleich langen Seiten gegenüberliegen. Zur vollständigen Bestimmung werden zwei Bestimmungsstücke benötigt, davon zumindest eine Seite. Jedes gleichschenklige Dreieck ist achsensymmetrisch. Es kann spitzwinklig, rechtwinklig oder stumpfwinklig sein.
[0021] Zur vollständigen Bestimmung des gleichschenkeligen Dreiecks sind somit neben dem ermittelbaren Knickwinkel, einerseits die Länge des ersten Knickbrückenteils, bzw. der Abstand zwischen der ersten optische Achse und der Knickbrücken-Schwenkachse und andererseits die Länge des zweiten Knickbrückenteils, bzw. der Abstand zwischen der zweiten optischen Achse und der Knickbrücken-Schwenkachse bekannt. Die beiden Längen der Knickbrückenteile sind dabei gleich lang bzw. der Abstand der ersten optischen Achse zur Knickbrücken-Schwenkachse gleich zum Abstand der zweiten optischen Achse zur Knickbrücken-Schwenkachse.
[0022] Der gesamte Knickwinkel kann sich hierbei aus einem ersten Knickbrückenwinkel (des ersten Knickbrückenteils) und einem zweiten Knickbrückenwinkel (des zweiten Knickbrückenteils) zusammensetzen bzw. daraus ableiten lassen. Der erste Knickbrückenwinkel und der zweite Knickbrückenwinkel finden sich in Bezug auf die Symmetrieachse des Dreiecks.
[0023] Die Formel für die Berechnung des Pupillenabstands auf Basis eines Dreiecks lautet wie folgt:
C=2ax sin (Z)
wobei es sich bei der Variablen c um den Pupillenabstand, bei der Variablen a jeweils um den Abstand zwischen der ersten bzw. zweiten optischen Achse und der Knickbrücken-Schwenkachse und bei dem Winkel v um den Knickwinkel handelt.
[0024] Alternativ dazu kann bei einem Kompaktfernglas anstelle eines Dreiecks, ein Trapez aufgespannt werden. Hierbei wird das Trapez durch die erste optische Achse, die zweite optische Achse und die Schwenkachsen des ersten Knickbrückenteils und des zweiten Knickbrückenteils als Eckpunkte aufgespannt. Zur vollständigen Bestimmung des Trapezes sind neben den Knickwinkeln der Knickbrückenteile, die Länge der Verbindungsbrücke zwischen den Knickbrückenteilen, der Abstand zwischen der ersten optische Achse und der ersten Knickbrücken-Schwenkachse und der Abstand zwischen der zweiten optischen Achse und der zweiten KnickbrückenSchwenkachse bekannt.
[0025] Die Formel für die Berechnung des Pupillenabstands auf Basis eines Trapezes lautet, nach Umformung des Sinussatzes für das Trapez
sin(180 — a« — ß) _ sin(a) (a@—c) ob
wie folgt bxsin(-a —-ß +180)+ c x sin(a) sin(a)
U =
wobei es sich bei der Variablen a um den Pupillenabstand, bei den Variablen b, bzw. analog dazu d, um den Abstand zwischen der jeweiligen optischen Achse und der jeweiligen KnickbrückenSchwenkachse, bei der Variablen c um die Länge der Verbindungsbrücke und bei dem Winkel y, bzw. analog dazu beim Winkel 5, um den Knickwinkel des jeweiligen Knickbrückenteils handelt.
[0026] Die Winkel « ergibt sich dabei aus der Formel a+ ö=180 und der Winkel ß aus der Formel Bß+ Y=180.
[0027] Es sind auch Anordnungen von Binokularen mit nicht symmetrischem Gehäuseaufbau bekannt, bei welchen entweder die Gehäusehälften und/oder die zugehörigen Knickbrückenteile unterschiedlich ausgeführt sind. Dabei ist es notwendig, die Knickbrückenwinkel separat im obigen Sinn zu berechnen und daraus einen Gesamtknickwinkel zu bestimmen.
[0028] Alternativ zur trigonometrischen Berechnung, kann in einer Speichereinheit des binokularen Fernglases auch eine Zuordnungstabelle hinterlegt sein, aus welcher zu bestimmten Knick-
winkeln, die jeweiligen Pupillendistanzen zugeordnet werden können. Abweichend dazu, kann die Zuordnungstabelle auch in einem mit dem Fernglas gekoppelten mobilen Endgerät, abgespeichert bzw. verfügbar sein.
[0029] Mit den beschriebenen Formeln bzw. der Zuordnungstabelle kann also die Pupillendistanz aus dem Knickwinkel einfach ermittelt bzw. bestimmt werden.
[0030] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass die Sensoreinrichtung als Winkelmesssensor ausgebildet ist, mit welchem der Knickwinkel ermittelbar ist.
[0031] Bei einem Winkelmesssensor kann es sich beispielsweise um einen Drehpotentiometer handeln.
[0032] Vorteilhaft ist auch eine Ausprägung, gemäß welcher vorgesehen sein kann, dass die Sensoreinrichtung zumindest einen ersten Neigungssensor und einen zweiten Neigungssensor umfasst, wobei der erster Neigungssensor in der ersten Gehäusehälfte und/oder dem damit gekoppelten ersten Knickbrückenteil ausgebildet ist und der zweite Neigungssensor in der zweiten Gehäusehälfte und/oder dem damit gekoppelten ersten Knickbrückenteil ausgebildet ist, wobei ein erster Knickbrückenwinkel des ersten Knickbrückenteils und ein zweiter Knickbrückenwinkel des zweiten Knickbrückenteils relativ zu einer Horizontalen ermittelbar sind und aus dem ersten Knickbrückenwinkel und dem zweiten Knickbrückenwinkel der Knickwinkel ermittelbar ist.
[0033] Über die in den Gehäusehälften vorgesehenen Neigungssensoren kann somit die absolute Neigung relativ zu einer Horizontalen und daraus der Knickwinkel ermittelt werden.
[0034] Ein Neigungssensor kann hierbei als ein Beschleunigungssensor zur Messung der Neigung ausgebildet sein, wobei mittels zweier, jeweils in den beiden Gehäusehälften vorgesehenen Beschleunigungssensoren die jeweilige relative Neigung gemessen werden kann. Aus der Differenz kann der Winkel, in dem die beiden Beschleunigungssensoren zueinander gekippt sind, ermittelt werden, wobei es sich um den Knickwinkel handelt. Daraus kann wiederum die Pupillendistanz bestimmt werden.
[0035] Gemäß einer Weiterbildung ist es möglich, dass aus dem ersten Knickbrückenwinkel und dem zweiten Knickbrückenwinkel die Lage des binokularen Fernglases relativ zu der Horizontalen ermittelbar ist.
[0036] Zur Einstellung der Soll-Pupillendistanz eines Benutzers, muss diese einmal bzw. initial, beispielsweise in der Speichereinheit hinterlegt werden. Dazu wird das Fernglas vorteilhafterweise horizontal gehalten. Der für den Benutzer zur gewünschten Soll-Pupillendistanz zugehörige Knickwinkel kann dabei auch in der Speichereinheit abgespeichert werden.
[0037] Somit ist es auch denkbar, dass die Pupillendistanz im Zuge einer Verstellung nicht laufend aus dem jeweiligen Knickwinkel berechnet wird, sondern dass nur der Knickwinkel bestimmt und bei Erreichen eines bestimmten Wertes für den Knickwinkel eine Signalisierung bei Erreichen einer gewünschten Soll-Pupillendistanz an den Benutzer erfolgt.
[0038] Weiters ist es denkbar, dass ein Warnsignal ausgegeben wird, wenn das binokulare Fernglas im Zuge einer Verstellung der Pupillendistanz nicht horizontal gehalten wird.
[0039] Ferner kann es zweckmäßig sein, wenn eine Ausgabevorrichtung ausgebildet ist, mittels welcher eine von einer Soll-Pupillendistanz abweichende Pupillendistanz signalisierbar ist und/oder eine im Zuge der Verstellung der Pupillendistanz erreichbare Soll-Pupillendistanz signalisierbar ist.
[0040] Hiermit kann der Benutzer eines binokularen Fernglases unmittelbar eine Rückmeldung dazu erhalten, ob die von ihm gewünschte Pupillendistanz bereits erreicht ist, was weiterhin eine einfache, komfortable und auch schnelle Einstellung des Fernglases ermöglicht. Hierbei kann auch die Richtung der erforderlichen Verstellung angegeben werden.
[0041] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass die Ausgabevorrichtung als akustische, optische und/oder taktile Signaleinrichtung ausgebildet ist, mittels welcher die im Zuge der Verstellung der Pupillendistanz erreichbare Soll-Pupillendistanz signalisierbar ist.
[0042] Nachdem ein Fernglas initial mit einem Wert für den für einen Benutzer gewünschten Knickwinkel, bzw. der zugehörigen Pupillendistanz eingestellt wurde, kann dieser Wert später durch Verstellung der beiden Gehäusehälften zueinander einfach wieder aufgerufen bzw. hergestellt werden. Dabei wird der Knickwinkel bzw. die Pupillendistanz so lange variiert, bis der in einer Speichereinheit abgespeicherte Knickwinkel bzw. die abgespeicherte Pupillendistanz erreicht wird. Daraufhin wird von dem Fernglas ein Signal in Form eines akustischen, optischen und/oder taktilen Signals ausgegeben.
[0043] Vorteilhafterweise kann die Art der Signalisierung je nach Anwendungsfall ausgewählt werden. So ist beispielsweise in der jagdlichen Praxis ein optisches und/oder taktiles Signal einem optischen Signal vorzuziehen.
[0044] Bei dem taktilen Signal kann es sich dabei um eine definierte Rastposition der Knickbrücke handeln, mit welcher die für den Benutzer erreichte Soll-Pupillendistanz signalisiert wird.
[0045] Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass die Ausgabevorrichtung als Display ausgebildet ist, mittels welchem die im Zuge der Verstellung der Pupillendistanz erreichte Soll-Pupillendistanz signalisierbar ist.
[0046] Vorteilhafterweise wird dabei im Zuge der Verstellung bzw. dem Verschwenken der Gehäusehälften des Fernglases immer die aktuelle Pupillendistanz eingeblendet und sobald die Soll-Pupillendistanz erreicht wird, erfolgt beispielsweise eine farbliche Hinterlegung oder eine vergrößerte Darstellung der Pupillendistanz, um dem Benutzer das Erreichen der gewünschten SollPupillendistanz zu signalisieren.
[0047] Zusätzlich kann im Display auch ein Richtungshinweis ausgegeben bzw. angezeigt werden, um dem Benutzer die Richtung der erforderlichen Verstellung der Gehäusehälften des Fernglases anzuzeigen. Bei einem Richtungshinweis kann es sich beispielsweise um einen oder mehrere Richtungspfeile handeln.
[0048] Auch kann beim Erreichen der für den jeweiligen Benutzer voreingestellten bzw. hinterlegten Soll-Pupillendistanz der Name des Benutzers in dem Display ausgegeben werden. Bei einem Wechsel des Benutzers kann somit immer die individuelle, optimale Pupillendistanz abgerufen werden.
[0049] Weiterhin ist es auch denkbar, dass aufgrund der Pupillendistanz eine Benutzererkennung erfolgt, wenn beispielsweise in der Speichereinheit des Fernglases unterschiedliche Pupillendistanzen unterschiedlicher Benutzer hinterlegt sind.
[0050] Optional kann zusätzlich zu einer Ausgabe auf dem Display eine taktile Ausgabe, beispielsweise in Form einer Vibrationsbewegung des Fernglases und/oder eine akustische Signalisierung erfolgen.
[0051] Das Display bietet dabei kombinierte Ausgabe- und Visualisierungsmöglichkeiten, welche nicht nur auf die Ausgabe der Pupillendistanz bzw. der Soll-Pupillendistanz eingeschränkt sind.
[0052] Das Display kann in jeglicher Position am Gehäuse des binokularen Fernglases oder am Fokussierrad angeordnet sein.
[0053] Gemäß einer besonderen Ausprägung ist es möglich, dass das Display in einen ersten Beobachtungsstrahlengang der ersten Gehäusehälfte und/oder in einen zweiten Beobachtungsstrahlengang der zweiten Gehäusehälfte eingekoppelt ist.
[0054] Daraus ergibt sich der Vorteil, dass zur schnellen Einstellung der Pupillendistanz eines Benutzers, eine Beobachtung durch das binokulare Fernglas nicht unterbrochen werden muss.
[0055] Entsprechend einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass eine Prozessoreinheit ausgebildet ist, welche eine erste Schnittstelle zu der Ausgabevorrichtung und eine zweite Schnittstelle zu der Erfassungseinrichtung aufweist, wobei mittels der Prozessoreinheit die Soll-Pupillendistanz von einer Speichereinheit abrufbar und mit der Pupillendistanz vergleichbar ist und wobei bei Übereinstimmung der Soll-Pupillendistanz mit der Pupillendistanz Signalausgabefehl an die Ausgabevorrichtung übertragbar ist.
[0056] Das binokulare Fernglas kann hierbei als autarkes elektronisches Fernglas betrieben werden, was weiterhin eine schnelle Einstellung der Pupillendistanz für einen Benutzer ermöglicht.
[0057] Vorteilhafterweise ist hierzu auch eine eigene Energieversorgungseinheit, wie beispielsweise eine Batterie, im binokularen Fernglas vorgesehen.
[0058] Insbesondere kann es vorteilhaft sein, wenn in der Speichereinheit ein Benutzerprofil eines Benutzers speicherbar ist, welches eine benutzerbezogene Soll-Pupillendistanz umfasst.
[0059] Initial kann hierbei die gewünschte Soll-Pupillendistanz für einen Benutzer eines Fernglases in der Speichereinheit gespeichert und bei Verwendung des Fernglases abgerufen werden.
[0060] Dazu kann eine Benutzereingabevorrichtung am Fernglas vorgesehen sein, mittels welcher der Benutzer bei der initialen Hinterlegung seines Benutzerprofils die gewünschte Soll-Pupillendistanz bestätigt bzw. einstellt.
[0061] Vorteilhafterweise können dabei in der Speichereinheit mehrere Benutzerprofile gespeichert werden, welche unterschiedlichen Benutzern zugeordnet sein können. Die Auswahl des jeweils für den Benutzer gültigen bzw. hinterlegten Benutzerprofils kann hierbei über die Benutzereingabevorrichtung, eine Anzeige am Display oder eine separate, am Fernglas angeordnete Benutzererkennungsvorrichtung erfolgen.
[0062] Denkbar ist hierbei auch, dass der Benutzer die Pupillendistanz durch Verschwenken der Gehäusehälften des Fernglases zueinander verstellt, bis zu jenem Knickwinkel, welcher weitgehend dem optimalen Knickwinkel für den Benutzer entspricht. Davon abgeleitet kann die Identifikation des Benutzers erfolgen und die restliche Feineinstellung des Knickwinkels, respektive der Soll-Pupillendistanz automatisch erfolgen. Somit kann für den Benutzer eine einfache, schnelle Einstellmöglichkeit geschaffen werden.
[0063] Ferner kann vorgesehen sein, dass das Benutzerprofil einen benutzerbezogenen Dioptrienausgleichswert umfasst.
[0064] Wurde das jeweilige Benutzerprofil ausgewählt, bzw. der Benutzer eines Fernglases erkannt, so können aus der Speichereinheit auch noch weitere Einstellungsparameter für den Benutzer geladen werden. Dabei kann es sich neben dem Dioptrienausgleichswert auch um Helligkeitseinstellungen, Displayeinstellungen, usw. handeln. Der Benutzer hat somit bei Verwendung des erfindungsgemäßen Fernglases den Vorteil, dass neben der Pupillendistanz auch noch weitere Einstellungsparameter schnell und komfortabel abgerufen bzw. eingestellt werden können.
[0065] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass eine Drahtlosschnittstelle ausgebildet ist, mittels welcher das binokulare Fernglas mit einem mobilen Endgerät koppelbar ist.
[0066] Bei der Drahtlosschnittstelle kann es sich beispielsweise um eine Bluetooth-, WIFI- oder NFG-Schnittstelle handeln, mittels welcher das binokulare Fernglas mit dem mobilen Endgerät gekoppelt werden kann.
[0067] Bei dem mobilen Endgerät kann es sich um ein Smartphone, ein PDA oder einen TabletComputer handeln.
[0068] Nachdem das binokulare Fernglas mit dem mobilen Endgerät gekoppelt wurde, kann von dem mobilen Endgerät ein Benutzerprofil zur Einstellung der optimalen Pupillendistanz geladen werden. Das Benutzerprofil kann dabei auch weitere Informationen, wie eine gewünschte Pupillendistanz oder weitere Einstellungsparameter für das Fernglas umfassen.
[0069] Hierzu kann auf dem mobilen Endgerät auch eine eigene Applikation für die Kommunikation mit dem binokularen Fernglas installiert werden. Es ist auch denkbar, dass bei der Initialisierung der gewünschten Soll-Pupillendistanz eines Benutzers eine Pupillendistanz in Millimetern in der Applikation eingepflegt wird und in weiterer Folge an das Fernglas übertragen wird.
[0070] Vorteilhaft ist auch eine Ausprägung, gemäß welcher vorgesehen sein kann, dass eine Benutzererkennungsvorrichtung vorgesehen ist, mittels welcher der Benutzer identifizierbar ist.
[0071] Bei der Benutzererkennungsvorrichtung kann es sich um einen Fingerprint-Sensor, eine
Iriserkennung oder eine sonstige Erfassungseinrichtung für biometrische Daten eines Benutzers handeln. Infolge der Identifizierung eines Benutzers kann die jeweilige Soll-Pupillendistanz einfach und schnell eingestellt werden. Die Einstellung kann hierbei auch automatisch erfolgen.
[0072] Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zur Verstellung einer Pupillendistanz eines binokularen Fernglases, umfassend die Verfahrensschritte Verändern der Pupillendistanz durch Verschwenken einer ersten Gehäusehälfte und/oder einer zweiten Gehäusehälfte des binokularen Fernglases und Erfassen der Pupillendistanz durch eine Erfassungseinrichtung.
[0073] Vorteilhafterweise ist hierbei die aktuelle Pupillendistanz im Zuge der Verstellung immer bekannt. Mittels einer zusätzlichen Ausgabevorrichtung ist eine im Zuge der Verstellung der Pupillendistanz erreichte Soll-Pupillendistanz signalisierbar, wobei der Benutzer eine visuelle, taktile und/oder akustische Rückmeldung erhält, dass die für ihn vorgesehene, optimale Pupillendistanz erreicht ist.
[0074] Ferner kann es zweckmäßig sein, wenn ein Knickwinkel zwischen einem ersten Knickbrückenteil und einem damit gekoppelten zweiten Knickbrückenteil mittels einer Sensoreinrichtung der Erfassungseinrichtung ermittelt wird und wenn die Pupillendistanz aus dem Knickwinkel ermittelt wird.
[0075] Damit kann aus dem Knickwinkel schnell und einfach die Pupillendistanz abgeleitet bzw. berechnet werden und in weiterer Folge an eine Ausgabevorrichtung weitergeleitet und für den Benutzer ausgegeben werden.
[0076] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass die Pupillendistanz aus dem Knickwinkel mittels trigonometrischer Berechnungen und/oder einer Zuordnungstabelle ermittelt wird.
[0077] Die Pupillendistanz kann somit, bei Vorliegen des Knickwinkels, vorteilhafterweise einfach mittels mathematischer Standardformeln berechnet bzw. abgeleitet werden. Zusätzlich bzw. alternativ dazu kann in einer Speichereinheit des binokularen Fernglases auch eine Zuordnungstabelle hinterlegt sein, aus welcher zu bestimmten Knickwinkeln, die jeweiligen Pupillendistanzen zugeordnet werden können, womit weiterhin eine einfache und schnelle Bestimmung der Pupillendistanz ermöglicht wird.
[0078] Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass ein erster Knickbrückenwinkel des ersten Knickbrückenteils und ein zweiter Knickbrückenwinkel des zweiten Knickbrückenteils relativ zu einer Horizontalen ermittelt werden und aus dem ersten Knickbrückenwinkel und dem zweiten Knickbrückenwinkel der Knickwinkel ermittelt wird.
[0079] Neben der einfachen Ermittlung des Knickwinkels ist hierbei auch eine Bestimmung möglich, ob das binokulare Fernglas von einem Benutzer in einer horizontalen Ausrichtung gehalten wird, was beispielsweise bei der Initialisierung bzw. Hinterlegung einer benutzerdefinierten Pupillendistanz relevant sein kann.
[0080] Gemäß einer besonderen Ausprägung ist es möglich, dass aus dem ersten Knickbrückenwinkel und dem zweiten Knickbrückenwinkel die Lage des binokularen Fernglases relativ zu der Horizontalen ermittelt wird.
[0081] Zur Einstellung der Soll-Pupillendistanz eines Benutzers, muss diese einmal bzw. initial, beispielsweise in der Speichereinheit hinterlegt werden. Dazu wird das Fernglas vorteilhafterweise horizontal gehalten. Weiters ist es denkbar, dass ein Warnsignal ausgegeben wird, wenn das binokulare Fernglas im Zuge einer Verstellung der Pupillendistanz nicht horizontal gehalten wird.
[0082] Entsprechend einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass bei Erreichen einer Soll-Pupillendistanz eine Signalisierung durch eine Ausgabevorrichtung erfolgt.
[0083] Insbesondere kann es vorteilhaft sein, wenn mittels einer Prozessoreinheit die Soll-Pupillendistanz von einer Speichereinheit abgerufen wird und mit der Pupillendistanz verglichen wird und bei Übereinstimmung der Soll-Pupillendistanz mit der Pupillendistanz ein Signalausgabefehl an die Ausgabevorrichtung übertragen wird.
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[0084] Hierbei kann der Benutzer eines binokularen Fernglases unmittelbar eine Rückmeldung dazu erhalten, ob die von ihm gewünschte Pupillendistanz bereits erreicht ist, was weiterhin eine einfache, komfortable und auch schnelle Einstellung des Fernglases ermöglicht.
[0085] Ferner kann vorgesehen sein, dass ein Benutzer mittels einer Benutzererkennungsvorrichtung identifiziert wird und dass ein Benutzerprofil mit Benutzereinstellungen von der Speichereinheit geladen wird und dass Einstellungsparameter, ausgewählt aus der Gruppe umfassend Dioptrienausgleichswert, Helligkeit, Gerätefunktion, Displayaufbau, auf Basis der Benutzereinstellungen angepasst werden.
[0086] Somit kann mit dem einmaligen Abrufen eines Benutzerprofils infolge der Identifizierung des Benutzers, eine Reihe von gewünschten Benutzereinstellungen geladen werden. Dies wirkt sich vorteilhaft auf eine schnelle Inbetriebnahme des binokularen Fernglases aus.
[0087] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass über eine Drahtlosschnittstelle das binokulare Fernglas mit einem mobilen Endgerät gekoppelt wird und dass über die Drahtlosschnittstelle Daten zwischen dem binokularen Fernglas und dem mobilen Endgerät wechselseitig übertragen werden.
[0088] Nachdem das binokulare Fernglas mit dem mobilen Endgerät gekoppelt wurde, kann von dem mobilen Endgerät ein Benutzerprofil zur Einstellung der optimalen Pupillendistanz geladen werden. Das Benutzerprofil kann dabei auch weitere Informationen, wie eine gewünschte Pupillendistanz oder weitere Einstellungsparameter für das Fernglas umfassen.
[0089] Zum besseren Verständnis der Erfindung wird diese anhand der nachfolgenden Figuren näher erläutert.
[0090] Es zeigen jeweils in stark vereinfachter, schematischer Darstellung:
[0091] Fig. 1 ein binokulares Fernglas mit einer erfindungsgemäßen Erfassungseinrichtung und einer Ausgabevorrichtung;
[0092] Fig. 2 eine weitere Ausführungsform eines Fernglases mit einer weiteren Ausführungsform einer Erfassungseinrichtung und einer Ausgabevorrichtung;
[0093] Fig. 3 eine weitere Ausführungsform eines Fernglases mit einer weiteren Ausführungsform einer Erfassungseinrichtung und einer Ausgabevorrichtung;
[0094] Fig. 4 das binokulare Fernglas gemäß Fig. 1 in einer Seitenansicht, von der Okularseite aus gesehen;
[0095] Fig. 5 das binokulare Fernglas gemäß Fig. 2 in einer Seitenansicht, von der Okularseite aus gesehen;
[0096] Fig. 6 das binokulare Fernglas gemäß Fig. 3 in einer Seitenansicht, von der Okularseite aus gesehen;
[0097] Fig. 7 eine weitere Ausführungsform eines Fernglases mit einer Benutzereingabevorrichtung;
[0098] Fig. 8 eine Ausführungsform einer Zuordnungstabelle; [0099] Fig. 9 ein Zuordnungsdiagramm für eine Zuordnungstabelle gemäß Fig. 8;
[00100] Fig. 10 a bis d eine Ausführungsform zur Bestimmung eines Knickwinkels aus der Messung der Neigung einer ersten Gehäusehälfte und einer zweiten Gehäusehälfte.
[00101] Einführend sei festgehalten, dass in den unterschiedlich beschriebenen Ausführungsformen gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen versehen werden, wobei die in der gesamten Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sinngemäß auf gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen übertragen werden können. Auch sind die in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B. oben, unten, seitlich usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen und sind diese
Lageangaben bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen.
[00102] In der Fig. 1 ist ein binokulares Fernglas 1 dargestellt, umfassend eine erste Gehäusehälfte 2 mit einem ersten Okular 3 und einer ersten optischen Achse 4 und eine zweite Gehäusehälfte 5 mit einem zweiten Okular 6 und einer zweiten optischen Achse 7. Der Abstand der ersten optischen Achse 4 zur zweiten optischen Achse 7 definiert dabei eine Pupillendistanz 8. Die erste Gehäusehälfte 2 und die zweite Gehäusehälfte 5 sind in dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel mit zwei Knickbrücken 9 gelenkig miteinander verbunden, wobei die Knickbrücken 9 jeweils einen mit der ersten Gehäusehälfte 2 gekoppelten ersten Knickbrückenteil 10 und einen mit der zweiten Gehäusehälfte 5 gekoppelten zweiten Knickbrückenteil 11 umfasst.
[00103] Durch Verschwenken der beiden Gehäusehälften 2, 5 ist die Pupillendistanz 8 veränderbar und an die individuellen Anforderungen eines Benutzers des binokularen Fernglases 1 anpassbar. Durch eine Anpassung der Pupillendistanz 8 kann hierbei das binokulare Fernglas 1 an den individuellen Augen- respektive Pupillenabstand des Benutzers eingestellt werden. Hierbei ist eine Erfassungseinrichtung 12 ausgebildet, mittels welcher die aktuelle Pupillendistanz 8 bestimmbar ist. Im Zuge der Anpassung der Pupillendistanz 8 an die individuellen Anforderungen des Benutzers, kann mittels der Erfassungseinrichtung 12 laufend die Pupillendistanz 8 im Zuge der Verstellung erfasst werden.
[00104] Die Erfassungseinrichtung 12 umfasst in dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel jeweils eine Sensoreinrichtung 13 in jeder der beiden Knickbrücken 9. Mittels der Sensoreinrichtungen 13 kann in jeder der beiden Knickbrücken 9 ein Knickwinkel 14 zwischen dem ersten Knickbrückenteil 10 und dem damit gekoppelten zweiten Knickbrückenteil 11 ermittelt werden, wobei aus dem Knickwinkel 14 die Pupillendistanz 8 abgeleitet bzw. berechnet werden kann.
[00105] Abweichend zu dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel, kann die Sensoreinrichtung 13 auch nur in einer der in Fig. 1 dargestellten Knickbrücken 9 vorgesehen sein.
[00106] Bei einer mehrfachen Ermittlung der Knickwinkel 14 zwischen dem ersten Knickbrückenteil 10 und dem damit gekoppelten zweiten Knickbrückenteil 11 ist weiter hin ein Vergleich der einzelnen, ermittelten Knickwinkel 14, wobei etwaige Messfehler der einzelnen Sensoreinrichtungen 13 erkannt und verkleinert werden können.
[00107] Die Pupillendistanz 8 ist dabei aus dem Knickwinkel 14 mittels trigonometrischer Berechnungen und/oder einer Zuordnungstabelle 45 ermittelbar.
[00108] Als Basis für die Durchführung der trigonometrischen Berechnung wird ein gleichschenkeliges Dreieck 15 durch die erste optische Achse 4, die zweite optische Achse 7 und eine Knickbrücken-Schwenkachse 16 als Eckpunkte aufgespannt. Zur vollständigen Bestimmung des gleichschenkeligen Dreiecks 15 sind neben dem ermittelbaren Knickwinkel 14, einerseits die Länge des ersten Knickbrückenteils 10, bzw. der Abstand zwischen der ersten optische Achse 4 und der Knickbrücken-Schwenkachse 16 und andererseits die Länge des zweiten Knickbrückenteils 11, bzw. der Abstand zwischen der zweiten optischen Achse 7 und der KnickbrückenSchwenkachse 16 bekannt.
[00109] Alternativ bzw. ergänzend zur trigonometrischen Berechnung der Pupillendistanz 8, kann in einer im binokularen Fernglas 1 vorgesehenen Speichereinheit 17 eine Zuordnungstabelle 45 hinterlegt sein, mittels welcher bestimmte Knickwinkel 14 zu bestimmten Pupillendistanzen 8 zugeordnet werden können.
[00110] Die Sensoreinrichtungen 13 sind in dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel als Winkelmesssensoren 18 ausgebildet, mit welchem der Knickwinkel 14 zwischen dem ersten Knickbrückenteil 10 und dem damit gekoppelten zweiten Knickbrückenteil 11 ermittelbar ist.
[00111] Die Sensoreinrichtungen 13 umfassen dabei zumindest einen ersten Neigungssensor 19 und einen zweiten Neigungssensor 20. In dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist der erste Neigungssensor 19 in dem mit der ersten Gehäusehälfte 2 gekoppelten ersten Knickbrückenteil 10 und der zweite Neigungssensor 20 ist in dem mit der zweiten Gehäusehälfte 5 gekoppelten zweiten Knickbrückenteil 11 ausgebildet.
[00112] Ein erster Knickbrückenwinkel 21 des ersten Knickbrückenteils 10 und ein zweiter Knickbrückenwinkel 22 des zweiten Knickbrückenteils 11 sind dabei relativ zu einer Horizontalen 23 ermittelbar. Der erste Knickbrückenwinkel 21 und der zweite Knickbrückenwinkel 22 bilden gemeinsam den Knickwinkel 14 der Knickbrücke 9. Aus dem ersten Knickbrückenwinkel 21 und dem zweiten Knickbrückenwinkel 22 ist somit der Knickwinkel 14 ermittelbar.
[00113] Betrachtet man nun das durch die erste optische Achse 4, die zweite optische Achse 7 und die Knickbrücken-Schwenkachse 16 aufgespannte gleichschenkelige Dreieck 15, so finden sich der erste Knickbrückenwinkel 21 und der zweite Knickbrückenwinkel 22 in Bezug auf eine Symmetrieachse 24 des Dreiecks 15. Unter Kenntnis des ersten Knickbrückenwinkels 21 und des zweiten Knickbrückenwinkels 22 kann somit das Dreieck 15 wieder vollständig bestimmt werden.
[00114] Mittels einer Ausgabevorrichtung 25 ist weiterhin eine, von einer für den Benutzer hinterlegten Soll-Pupillendistanz 26 abweichende Pupillendistanz 8 signalisierbar.
[00115] In dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel befinden sich die aktuelle Pupillendistanz 8 und die Soll-Pupillendistanz 26 in Übereinstimmung und es ist die für den Benutzer gewünschte bzw. passende Pupillendistanz 8 zwischen der erste optische Achse 4 und der zweite optische Achse 7 eingestellt.
[00116] Die Ausgabevorrichtung 25 kann sowohl als akustische, optische und/oder taktile Signaleinrichtung 27 ausgebildet sein, mittels welcher die im Zuge der Verstellung der Pupillendistanz 8 erreichbare Soll-Pupillendistanz 26 signalisierbar ist.
[00117] Im dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 ist die Ausgabevorrichtung 25 bzw. optische Signaleinrichtung 27 als Display 28 ausgebildet, in welchem die aktuelle Pupillendistanz 8 ersichtlich ist. Darüber hinaus ist die im Zuge der Verstellung der Pupillendistanz 8 erreichte SollPupillendistanz 26 signalisierbar. Das Display 28 ist dabei in einen ersten Beobachtungsstrahlengang 29 der ersten Gehäusehälfte 2 eingekoppelt.
[00118] Alternativ dazu kann, gemäß einer nicht näher dargestellten Ausführungsform, das Display 28 in einen zweiten Beobachtungsstrahlengang 30 der zweiten Gehäusehälfte 5 eingekoppelt sein. Weiterhin ist auch denkbar, dass Teile des Displays 28 in den ersten Beobachtungsstrahlengang 29 und Teile des Displays 28 in den zweiten Beobachtungsstrahlengang 30 eingekoppelt sind.
[00119] In Fig. 1 ist auch ersichtlich, dass das binokulare Fernglas 1 eine Prozessoreinheit 31 umfasst, welche eine erste Schnittstelle 32 zu der Ausgabevorrichtung 25 und eine zweite Schnittstelle 33 zu der Erfassungseinrichtung 12 aufweist. Mittels der Prozessoreinheit 31 ist die SollPupillendistanz 26 von der Speichereinheit 17 abrufbar und mit der Pupillendistanz 8 vergleichbar. Bei Übereinstimmung der Soll-Pupillendistanz 26 mit der Pupillendistanz 8 wird ein Signalausgabefehl an die Ausgabevorrichtung 25, welches in dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel als Display 28 ausgebildet ist, übertragen. Dem Benutzer wird somit signalisiert, dass die für ihn individuell hinterlegte Soll-Pupillendistanz 26 eingestellt wird, womit ein angenehmes Seherlebnis mit dem binokularen Fernglas 1 erreicht wird.
[00120] In der Speichereinheit 17 ist ein Benutzerprofil des Benutzers speicherbar ist, welches neben der benutzerbezogenen Soll-Pupillendistanz 26 auch weitere benutzerbezogene Einstellungswerte umfassen kann. Beispiele für solche Einstellungswerte sind Dioptrienausgleichswert, Helligkeit des Displays 28, Aufbau bzw. darzustellende Informationen auf dem Display 28 oder sonstige Gerätefunktionen.
[00121] Weiterhin ist das binokulare Fernglas 1 über eine Drahtlosschnittstelle 34 mit einem mobilen Endgerät 35 koppelbar. Hierzu kann eine drahtlose Verbindung 36 zwischen dem binokularen Fernglas 1 und dem mobilen Endgerät 35 aufgebaut werden, mittels welcher zum einen Daten wechselseitig übertragen werden können und eine Kommunikation zwischen binokularen Fernglas 1 und mobilen Endgerät 35 ermöglicht wird.
[00122] Bei dem mobilen Endgerät 35 kann es sich hierbei um ein Smartphone, einen PDA oder einen Tabletcomputer handeln, welcher der Benutzer bei sich trägt.
[00123] Auf dem mobilen Endgerät 35 können alternativ oder zusätzlich zum in der Speichereinheit 17 gespeicherten Benutzerprofil, ebenfalls Benutzereinstellungsparameter abgelegt werden. Im Zuge der Koppelung des binokularen Fernglases 1 mit dem mobilen Endgerät 35 kann hierbei wiederum ein Benutzerprofil geladen werden und das binokulare Fernglas 1 gemäß den Benutzervorgaben eingestellt werden.
[00124] Abschließend ist in dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel eine Benutzererkennungsvorrichtung 37 vorgesehen, mittels welcher der Benutzer identifizierbar ist. Hierbei kann es sich um eine biometrische Benutzererkennungsvorrichtung 37, wie beispielsweise einen Fingerprint-Sensor 38 handeln. Wird ein Benutzer von der Benutzererkennungsvorrichtung 37 erkannt, so kann auf Basis dieser Information das zutreffende Benutzerprofil von der Speichereinheit 17 geladen werden und die Einstellung der Soll-Pupillendistanz 26 vorgenommen werden.
[00125] In der Fig. 2 ist eine weitere und gegebenenfalls für sich eigenständige Ausführungsform des binokularen Fernglases 1 gezeigt, wobei wiederum für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen bzw. Bauteilbezeichnungen wie in der vorangegangenen Fig. 1 verwendet werden. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, wird auf die detaillierte Beschreibung in der vorangegangenen Fig. 1 hingewiesen bzw. Bezug genommen.
[00126] Bei dem in Fig. 2 dargestellten binokularen Fernglas 1, handelt es sich um ein faltbares Kompaktfernglas 39 mit einer Erfassungseinrichtung 12 und einer Ausgabevorrichtung 25 für eine Pupillendistanz 8 bzw. eine Soll- Pupillendistanz 26. Bei dem Kompaktfernglas 39 sind die erste Gehäusehälfte 2 und die zweite Gehäusehälfte 5 mit einer Knickbrücke 9 gelenkig miteinander verbunden, wobei die Knickbrücke 9 jeweils einen mit der ersten Gehäusehälfte 2 gekoppelten ersten Knickbrückenteil 10 und einen mit der zweiten Gehäusehälfte 5 gekoppelten zweiten Knickbrückenteil 11 umfasst. Der erste Knickbrückenteil 10 und der zweite Knickbrückenteil 11 sind mit einer Verbindungsbrücke 40 gelenkig miteinander verbunden.
[00127] Durch Verschwenken der beiden Gehäusehälften 2, 5 ist die Pupillendistanz wiederum 8 veränderbar und an die individuellen Anforderungen eines Benutzers des Kompaktfernglases 39 anpassbar. Mittels einer Erfassungseinrichtung 12 kann die Pupillendistanz 8 im Zuge der Verstellung erfasst werden, wobei ein erster Knickwinkel 14 zwischen dem erstem Knickbrückenteil 10 und der Verbindungsbrücke 40 ermittelt werden kann und weiters ein zweiter Knickwinkel 14‘ zwischen dem zweitem Knickbrückenteil 11 und der Verbindungsbrücke 40 ermittelt werden kann. Hierfür umfasst die Erfassungseinrichtung 12 eine Sensoreinrichtung 13, wobei in dem erstem Knickbrückenteil 10 ein erster Neigungssensor 19 und in dem zweiten Knickbrückenteil 11 ein zweiter Neigungssensor 20 vorgesehen ist.
[00128] Die Pupillendistanz 8 ist aus dem ersten Knickwinkel 14 und aus dem zweiten Knickwinkel 14 mittels trigonometrischer Berechnungen und/oder einer Zuordnungstabelle 45 ermittelbar.
[00129] Bei der Durchführung einer trigonometrischen Berechnung, wird ein Trapez 41 durch die erste optische Achse 4, die zweite optische Achse 7 und die Schwenkachsen des ersten Knickbrückenteils 10 und des zweiten Knickbrückenteils 11 als Eckpunkte aufgespannt. Zur vollständigen Bestimmung des Trapezes 41 sind neben dem ersten Knickwinkel 14 und dem zweiten Knickwinkel 14‘, die Länge der Verbindungsbrücke 40, der Abstand zwischen der ersten optische Achse 4 und der ersten Knickbrücken-Schwenkachse 16 und der Abstand zwischen der zweiten optischen Achse 7 und der zweiten Knickbrücken-Schwenkachse 16‘ bekannt.
[00130] In der Fig. 3 ist eine weitere und gegebenenfalls für sich eigenständige Ausführungsform des binokularen Fernglases 1 gezeigt, wobei wiederum für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen bzw. Bauteilbezeichnungen wie in den vorangegangenen Fig. 1 und 2 verwendet werden. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, wird auf die detaillierte Beschreibung in den vorangegangenen Fig. 1 und 2 hingewiesen bzw. Bezug genommen.
[00131] Das in Fig. 3 dargestellte binokulare Fernglas 1 umfasst wiederum eine erste Gehäusehälfte 2 und eine zweite Gehäusehälfte 5, welche im dargestellten Ausführungsbeispiel mit einer Knickbrücken 9 gelenkig miteinander verbunden sind. Die Knickbrücken 9 umfasst einen mit der ersten Gehäusehälfte 2 gekoppelten ersten Knickbrückenteil 10 und einen mit der zweiten Ge-
häusehälfte 5 gekoppelten zweiten Knickbrückenteil 11.
[00132] Die Erfassungseinrichtung 12 umfasst in dem in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel jeweils eine Sensoreinrichtung 13 in der ersten Gehäusehälfte 2 und eine Sensoreinrichtung 13 in der zweiten Gehäusehälfte 5. Mittels der Sensoreinrichtungen 13, welche als erster Neigungssensor 19 in der ersten Gehäusehälfte 2 und als zweiter Neigungssensor 20 in der zweiten Gehäusehälfte 5 ausgebildet sind, kann ein Knickwinkel 14 zwischen dem ersten Knickbrückenteil 10 und dem damit gekoppelten zweiten Knickbrückenteil 11 ermittelt werden, wobei aus dem Knickwinkel 14 wiederum die Pupillendistanz 8 abgeleitet bzw. berechnet werden kann.
[00133] Mittels einer Ausgabevorrichtung 25 in Form einer Skala 42 an einem Fokussierrad 43 wird die aktuell eingestellte Pupillendistanz 8 angezeigt. Hierbei kann das Fokussierrad 43 zweiteilig mit mehreren Drehantrieben ausgeführt sein.
[00134] Bei Übereinstimmung der Pupillendistanz 8 mit der Soll-Pupillendistanz 26 kann dies auch auf der Skala 42 angezeigt werden, welche mit einem Drehantrieb für die Verstellung der Pupillendistanz 8 gekoppelt ist.
[00135] Alternativ dazu ist auch eine taktile Rückmeldungen an den Benutzer des binokularen Fernglases 1 denkbar, wobei das Erreichen der Soll-Pupillendistanz 26 durch Einrasten des zweiteiligen Fokussierrades an einer definierten Position signalisiert wird.
[00136] Das Erreichen der Soll-Pupillendistanz 26 kann auch durch eine gesonderte akustische Signaleinrichtung 27 erfolgen.
[00137] In der Fig. 4 ist das binokulare Fernglas 1 gemäß Fig. 1 in einer Seitenansicht, von der Okularseite aus gesehen, dargestellt, wobei wiederum für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen bzw. Bauteilbezeichnungen wie in den vorangegangenen Fig. 1-3 verwendet werden. Um unn6ötige Wiederholungen zu vermeiden, wird auf die detaillierte Beschreibung in den vorangegangenen Fig. 1-3 hingewiesen bzw. Bezug genommen.
[00138] Wie bereits in Zusammenhang mit der Fig. 1 beschrieben, ist eine Pupillendistanz 8 ist aus dem Knickwinkel 14 mittels trigonometrischer Berechnungen und/oder einer Zuordnungstabelle 45 ermittelbar.
[00139] Durch die erste optische Achse 4, die zweite optische Achse 7 und eine KnickbrückenSchwenkachse 16 des binokularen Fernglases 1 als Eckpunkte, wird wie in Fig. 4 ersichtlich, ein Dreieck 15 aufgespannt. Das gleichschenkelige Dreieck 15 dient als Basis für die Durchführung einer trigonometrischen Berechnung.
[00140] Zur vollständigen Bestimmung des gleichschenkeligen Dreiecks 15 sind neben dem, durch eine Erfassungseinrichtung 12 bzw. durch Sensoreinrichtungen 13, ermittelbaren Knickwinkel 14, einerseits die Länge des ersten Knickbrückenteils 10, und andererseits die Länge des zweiten Knickbrückenteils 11, bekannt.
[00141] Als die Länge des ersten Knickbrückenteils 10 kann auch der Abstand zwischen der ersten optische Achse 4 und der Knickbrücken-Schwenkachse 16 und als die Länge des zweiten Knickbrückenteils 11 der Abstand zwischen der zweiten optischen Achse 7 und der Knickbrücken-Schwenkachse 16 gesehen werden.
[00142] Betrachtet man nun wieder das durch die erste optische Achse 4, die zweite optische Achse 7 und die Knickbrücken-Schwenkachse 16 aufgespannte gleichschenkelige Dreieck 15, so finden sich der erste Knickbrückenwinkel 21 und der zweite Knickbrückenwinkel 22 in Bezug auf eine Symmetrieachse 24 des Dreiecks 15.
[00143] Unter Kenntnis des ersten Knickbrückenwinkels 21 und des zweiten Knickbrückenwinkels 22 kann somit das Dreieck 15 weiterhin vollständig bestimmt werden.
[00144] In der Fig. 5 ist das binokulare Fernglas 1 gemäß Fig. 2 in einer Seitenansicht, von der Okularseite aus gesehen, dargestellt, wobei wiederum für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen bzw. Bauteilbezeichnungen wie in den vorangegangenen Fig. 1-4 verwendet werden. Um unn6ötige Wiederholungen zu vermeiden, wird auf die detaillierte Beschreibung in den vorangegange-
nen Fig. 1-4 hingewiesen bzw. Bezug genommen.
[00145] Bei dem in Fig. 5 dargestellten binokularen Fernglas 1 handelt es sich um ein Kompaktfernglas 39, wobei die erste Gehäusehälfte 2 und die zweite Gehäusehälfte 5 mit einer Knickbrücke 9 gelenkig miteinander verbunden sind. Die Knickbrücke 9 umfasst jeweils einen mit der ersten Gehäusehälfte 2 gekoppelten ersten Knickbrückenteil 10 und einen mit der zweiten Gehäusehälfte 5 gekoppelten zweiten Knickbrückenteil 11. Der erste Knickbrückenteil 10 und der zweite Knickbrückenteil 11 sind mit einer Verbindungsbrücke 40 gelenkig miteinander verbunden.
[00146] Als Basis für die Durchführung einer trigonometrischen Berechnung zur Ermittlung der Pupillendistanz 8, wird ein Trapez 41 durch die erste optische Achse 4, die zweite optische Achse 7 und die Schwenkachsen des ersten Knickbrückenteils 10 und des zweiten Knickbrückenteils 11 als Eckpunkte aufgespannt. Zur vollständigen Bestimmung des Trapezes 41 sind neben dem ersten Knickwinkel 14 und dem zweiten Knickwinkel 14, die Länge der Verbindungsbrücke 40, der Abstand zwischen der ersten optische Achse 4 und der ersten Knickbrücken-Schwenkachse 16 und der Abstand zwischen der zweiten optischen Achse 7 und der zweiten KnickbrückenSchwenkachse 16’ bekannt.
[00147] In der Fig. 6 ist das binokulare Fernglas 1 gemäß Fig. 3 in einer Seitenansicht, von der Okularseite aus gesehen, dargestellt, wobei wiederum für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen bzw. Bauteilbezeichnungen wie in den vorangegangenen Fig. 1-5 verwendet werden. Um unn6ötige Wiederholungen zu vermeiden, wird auf die detaillierte Beschreibung in den vorangegangenen Fig. 1-5 hingewiesen bzw. Bezug genommen.
[00148] Durch die erste optische Achse 4, die zweite optische Achse 7 und eine KnickbrückenSchwenkachse 16 des binokularen Fernglases 1 als Eckpunkte, wird wiederum ein gleichschenkeliges Dreieck 15 aufgespannt, welches als Basis die Durchführung einer trigonometrischen Berechnung dient.
[00149] Zur vollständigen Bestimmung des gleichschenkeligen Dreiecks 15 sind neben dem, durch eine Erfassungseinrichtung 12 bzw. durch Sensoreinrichtungen 13, ermittelbaren Knickwinkel 14, einerseits die Länge des ersten Knickbrückenteils 10, und andererseits die Länge des zweiten Knickbrückenteils 11, bekannt.
[00150] Betrachtet man nun wieder das durch die erste optische Achse 4, die zweite optische Achse 7 und die Knickbrücken-Schwenkachse 16 aufgespannte gleichschenkelige Dreieck 15, so finden sich der erste Knickbrückenwinkel 21 und der zweite Knickbrückenwinkel 22 in Bezug auf eine Symmetrieachse 24 des Dreiecks 15. Unter Kenntnis des ersten Knickbrückenwinkels 21 und des zweiten Knickbrückenwinkels 22 kann somit das Dreieck 15 weiterhin vollständig bestimmt werden.
[00151] In der Fig. 7 ist eine weitere und gegebenenfalls für sich eigenständige Ausführungsform des binokularen Fernglases 1 gezeigt, wobei wiederum für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen bzw. Bauteilbezeichnungen wie in den vorangegangenen Fig. 1-6 verwendet werden. Um unn6tige Wiederholungen zu vermeiden, wird auf die detaillierte Beschreibung in den vorangegangenen Fig. 1-6 hingewiesen bzw. Bezug genommen.
[00152] Bei dem in Fig. 7 dargestellten binokularen Fernglas 1, handelt es sich um ein elektronisches Fernglas 1, umfassend eine Benutzereingabevorrichtung 44. Mittels der Benutzereingabevorrichtung 44 kann ein Benutzer über einen im Display 28 dargestellten Benutzerdialog ein Benutzerprofil auswählen und von einer Speichereinheit 17 laden.
[00153] Auf Basis des ausgewählten Benutzerprofils kann nun die für den Benutzer gewünschte Soll-Pupillendistanz 26 automatisch eingestellt werden, um dem Benutzer ein angenehmes Sehund Beobachtungserlebnis zu ermöglichen.
[00154] Weiters können mittels des Benutzerprofils Einstellungsparameter des binokularen Fernglases 1 wie Dioptrienausgleichswert, Helligkeit, Gerätefunktion, Displayaufbau, usw. auf Basis der Benutzereinstellungen automatisch angepasst werden.
[00155] In der Fig. 8 ist eine Zuordnungstabelle 45 für die Pupillendistanz 8 eines binokularen
Fernglases 1 dargestellt, wobei wiederum für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen bzw. Bauteilbezeichnungen wie in den vorangegangenen Fig. 1-7 verwendet werden. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, wird auf die detaillierte Beschreibung in den vorangegangenen Fig. 1-7 hingewiesen bzw. Bezug genommen.
[00156] Die Pupillendistanz 8 ist gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel aus der Zuordnungstabelle 45 ermittelbar.
[00157] Durch die erste optische Achse 4, die zweite optische Achse 7 und eine KnickbrückenSchwenkachse 16 des binokularen Fernglases 1 als Eckpunkte, wird wiederum ein Dreieck 15 aufgespannt. Das gleichschenkelige Dreieck 15 dient als Basis für die Ableitung der Pupillendistanz 8 aus einem Knickwinkel 14.
[00158] Zur vollständigen Bestimmung des gleichschenkeligen Dreiecks 15 sind neben dem, durch eine Erfassungseinrichtung 12 bzw. durch Sensoreinrichtungen 13, ermittelbaren Knickwinkel 14, einerseits die Länge 46 des ersten Knickbrückenteils 10, und andererseits die Länge 46 des zweiten Knickbrückenteils 11, bekannt.
[00159] Als die Länge 46 des ersten Knickbrückenteils 10 kann auch der Abstand zwischen der ersten optische Achse 4 und der Knickbrücken-Schwenkachse 16 und als die Länge 46 des zweiten Knickbrückenteils 11 der Abstand zwischen der zweiten optischen Achse 7 und der Knickbrücken-Schwenkachse 16 gesehen werden.
[00160] Bei dem in Fig. 8 dargestellten Ausführungsbeispiel sind der erste Knickbrückenteil 10 und der zweite Knickbrückenteil 11 gleich lang, wobei die Länge 46, 46‘ der Knickbrückenteile 10, 11 gemäß dem Ausführungsbeispiel 40mm ist.
[00161] Wird nun beispielsweise ein Knickwinkel 14 von 80° ermittelt, so wird mittels der Zuordnungstabelle 45 eine Pupillendistanz 8 von 51,4mm zu dem ermittelten Knickwinkel 14 zugeordnet. Weitere Beispiele für die Zuordnung eines Knickwinkels 14 zu einer Pupillendistanz 8 sind in der in Fig. 8 dargestellten Zuordnungstabelle 45 ersichtlich, wobei die Zuordnungstabelle 45 für die Länge 46, 46‘ der Knickbrückenteile 10, 11 von 40mm gültig ist.
[00162] Abschließend ist in der Fig. 9 ein Zuordnungsdiagramm 47 für eine Zuordnungstabelle 45 gemäß Fig. 8 dargestellt, wobei wiederum für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen bzw. Bauteilbezeichnungen wie in den vorangegangenen Fig. 1-8 verwendet werden. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, wird auf die detaillierte Beschreibung in den vorangegangenen Fig. 1-8 hingewiesen bzw. Bezug genommen.
[00163] In der Fig. 10 ist eine Ausführungsform zur Bestimmung eines Knickwinkels 14 eines binokularen Fernglases 1 und der Verkippung aus der Messung der Neigung einer ersten Gehäusehälfte 2 und einer zweiten Gehäusehälfte 5 dargestellt.
[00164] In dem Ausführungsbeispiel werden alle genannten Winkel so gezählt, dass eine Verdrehung im Uhrzeigersinn positiv ist und eine Verdrehung des Winkels gegen den Uhrzeigersinn negativ.
[00165] Gemäß Fig. 10a ist in der ersten Gehäusehälfte 2 ein erster Neigungssensor 19 und in der zweiten Gehäusehälfte 5 ein zweiter Neigungssensor 20 vorgesehen, wobei der erste Neigungssensor 19 und der zweite Neigungssensor 20 jeweils ortsfest in der ersten Gehäusehälfte 2 und der zweiten Gehäusehälfte 5 verbaut sind. Der erste Neigungssensor 19 und der zweite Neigungssensor 20 sind dabei so kalibriert, dass sie in einer horizontalen Lage in Hinblick auf eine Horizontale 23 und bei einer Referenz-Pupillendistanz 48 für die jeweils zugehörigen Neigungswinkel 55, 56 einen Messwert gleich Null ergeben (z.B. bei einer Länge 46, 46‘ des ersten Knickbrückenteils 10 und des zweiten Knickbrückenteils 11 von 40mm, einer Referenz-Pupillendistanz 48 von 65mm und einem zugehörigen Referenz-Knickwinkel 50 von 108,7°).
[00166] Wird nun wie in Fig. 10b dargestellt, das binokulare Fernglas 1 in Bezug auf die Horizontale 23 verkippt bzw. verdreht, verändert sich der Kippwinkel 49.
[00167] Gemäß Darstellung in der Fig. 10c, wird der erste Neigungswinkel 55 um einen ersten
Verstellwinkel 51 der ersten Gehäusehälfte 2 und der zweite Neigungswinkel 56 um einen zweiten Verstellwinkel 52 der zweiten Gehäusehälfte 5 durch eine Anderung der Pupillendistanz 8 verstellt bzw. verändert. Der erste Verstellwinkel 51 ist dabei auf eine auf die Horizontale 23 senkrecht stehende erste Normale 53 bezogen, wobei die erste Normale 53 auch auf eine erste optische Achse 4 senkrecht stehend ausgebildet ist. Der zweite Verstellwinkel 52 ist auf eine auf die Horizontale 23 senkrecht stehende zweite Normale 54 bezogen, wobei die zweite Normale 54 auch auf eine zweite optische Achse 7 senkrecht stehend ausgebildet ist.
[00168] In der Fig. 10d ist das gleichzeitige Verkippen des binokularen Fernglases 1 und Verändern der Pupillendistanz 8 dargestellt. Mittels dem ersten Neigungssensor 19 ist dabei ein erster Neigungswinkel 55 ermittelbar und mittels dem zweiten Neigungssensor 20 ist ein zweiter Neigungswinkel 56 ermittelbar.
[00169] Aus dem ersten Neigungswinkel 55 und dem zweiten Neigungswinkel 56 lassen sich der Kippwinkel 49 und der Knickwinkel 14 bestimmen, wobei in den nachfolgenden Formeln mit
- 91 der zweite Neigungswinkel 56 - 02 der erste Neigungswinkel 55 - ö1 der zweite Verstellwinkel 52
- 6» der erste Verstellwinkel 51
- B der Kippwinkel 49
- y der Knickwinkel 14
- Yret der Referenz-Knickwinkel 50 bezeichnet sind.
[00170] Mithilfe des bekannten ersten Neigungswinkels 55 und des bekannten zweiten Neigungswinkels 56, lassen sich folgende Gleichungen aufstellen:
0, =ö,+ß 0,=6,+ß öÖ, = -—6,
[00171] Daraus lässt sich der Knickwinkel 14 folgendermaßen berechnen: 1 ß= > * (01, + 9;) 1 Ös 5” (0, — 92)
Y=Vref + 26, = VYref + 9, — 9, Mithilfe des Knickwinkels 14 ist nun die Pupillendistanz 8 ermittelbar.
[00172] Der Ordnung halber sei abschließend darauf hingewiesen, dass zum besseren Verständnis des Aufbaus Elemente teilweise unmaßstäblich und/oder vergrößert und/oder verkleinert dargestellt wurden.
BEZUGSZEICHENLISTE
1 Fernglas 29 erster Bobachtungsstrahlengang 2 erste Gehäusehälfte 30 Zweiter Beobachtungsstrahlengang 3 erstes Okular 31 Prozessoreinheit
4 erste optischen Achse 32 erste Schnittstelle
5 zweite Gehäusehälfte 33 zweite Schnittstelle
6 zweites Okular 34 Drahtlosschnittstelle
7 zweite optischen Achse 35 mobiles Endgerät
8 Pupillendistanz 36 drahtlose Verbindung
9 Knickbrücke 37 Benutzererkennungsvorrichung 10 erster Knickbrückenteil 38 Fingerprint-Sensor
11 zweiter Knickbrückenteil 39 Kompaktfernglas
12 Erfassungseinrichtung 40 Verbindungsbrücke
13 Sensoreinrichtung 41 Trapez
14 Knickwinkel 42 Skala
14° Knickwinkel 43 Fokussierrad
15 Dreieck 44 Benutzereingabevorrichtung
16 Knickbrücken-Schwenkachse 45 Zuordnungstabelle
16° Knickbrücken-Schwenkachse 46 Länge
17 Speichereinheit 46° Länge
18 Winkelmesssensor 47 Zuordnungsdiagramm
19 erster Neigungssensor 48 Referenz-Pupillendistanz
20 zweite Neigungssensor 49 Kippwinkel
21 erster Knickbrückenwinkel 50 _Referenz-Knickwinkel
22 zweiter Knickbrückenwinkel 51 erster Verstellwinkel
23 Horizontale 52 zweiter Verstellwinkel
24 Symmetrieachse 53 erste Normale
25 Ausgabevorrichtung 54 zweite Normale
26 Soll-Pupillendistanz 55 erster Neigungswinkel
27 Signaleinrichtung 56 zweiter Neigungswinkel
28 Display
Claims (20)
1. Binokulares Fernglas (1) umfassend eine erste Gehäusehälfte (2) mit einem ersten Okular (3) mit einer ersten optischen Achse (4); eine zweite Gehäusehälfte (5) mit einem zweiten Okular (6) mit einer zweiten optischen Achse (7); wobei der Abstand der ersten optischen Achse (4) zur zweiten optischen Achse (7) eine Pupillendistanz (8) definiert; und wobei die erste Gehäusehärlfte (2) und die zweite Gehäusehälfte (5) mit zumindest einer Knickbrücke (9) gelenkig miteinander verbunden sind; und wobei die Knickbrücke (9) einen mit der ersten Gehäusehälfte (2) gekoppelten ersten Knickbrückenteil (10) und einen mit der zweiten Gehäusehälfte (5) gekoppelten zweiten Knickbrückenteil (11) umfasst; und wobei die Pupillendistanz (8) durch Verschwenken der beiden Gehäusehälften (2, 5) veränderbar ist; und wobei zumindest eine Sensoreinrichtung (13) ausgebildet ist, mittels welcher ein Knickwinkel (14) zwischen dem ersten Knickbrückenteil (10) und dem damit gekoppelten zweiten Knickbrückenteil (11) ermittelbar ist; und wobei aus dem Knickwinkel (14) die Pupillendistanz (8) ermittelbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinrichtung (13) zumindest einen ersten Neigungssensor (19) und einen zweiten Neigungssensor (20) umfasst; wobei der erste Neigungssensor (19) in der ersten Gehäusehälfte (2) und/oder dem damit gekoppelten ersten Knickbrückenteil (10) ausgebildet ist; und der zweite Neigungssensor (20) in der zweiten Gehäusehälfte (5) und/oder dem damit gekoppelten ersten Knickbrückenteil (10) ausgebildet ist; wobei ein erster Knickbrückenwinkel (21) des ersten Knickbrückenteils (10) und ein zweiter Knickbrückenwinkel (22) des zweiten Knickbrückenteils (11) relativ zu einer Horizontalen (23) ermittelbar sind; und aus dem ersten Knickbrückenwinkel (21) und dem zweiten Knickbrückenwinkel (22) der Knickwinkel (14) ermittelbar ist.
2. Binokulares Fernglas (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Pupillendistanz (8) aus dem Knickwinkel (14) mittels trigonometrischer Berechnungen und/oder einer Zuordnungstabelle (45) ermittelbar ist.
3. Binokulares Fernglas (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinrichtung (13) als Winkelmesssensor (18) ausgebildet ist, mit welchem der Knickwinkel (14) ermittelbar ist.
4. Binokulares Fernglas (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass aus dem ersten Knickbrückenwinkel (21) und dem zweiten Knickbrückenwinkei (22) die Lage des binokularen Fernglases (1) relativ zu der Horizontalen (23) ermittelbar ist.
5. Binokulares Fernglas (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ausgabevorrichtung (25) ausgebildet ist, mittels welcher eine von einer Soll-Pupillendistanz (26) abweichende Pupillendistanz (8) signalisierbar ist und/oder eine im Zuge der Verstellung der Pupillendistanz (8) erreichbare Soll-Pupillendistanz (26) signalisierbar ist.
6. Binokulares Fernglas (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgabevorrichtung (25) als akustische, optische und/oder taktile Signaleinrichtung (27) ausgebildet ist.
7. Binokulares Fernglas (1) nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgabevorrichtung (25) als Display (28) ausgebildet ist, mittels welchem die im Zuge der Verstellung der Pupillendistanz (8) erreichte Soll-Pupillendistanz (26) signalisierbar ist.
8. Binokulares Fernglas (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Display (28) in einen ersten Beobachtungsstrahlengang (29) der ersten Gehäusehälfte (2) und/oder in einen zweiten Beobachtungsstrahlengang (30) der zweiten Gehäusehälfte (5) eingekoppelt ist.
9. Binokulares Fernglas (1) nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Prozessoreinheit (31) ausgebildet ist, welche eine erste Schnittstelle (32) zu der
10.
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Österreichisches AT 522 713 B1 2021-02-15
Ausgabevorrichtung (25) und eine zweite Schnittstelle (33) zu einer Erfassungseinrichtung (12), die die Sensoreinrichtung (13) umfasst, aufweist;
wobei mittels der Prozessoreinheit (31) die Soll-Pupillendistanz (26) von einer Speichereinheit (17) abrufbar und mit der Pupillendistanz (8) vergleichbar ist; und wobei bei Übereinstimmung der Soll-Pupillendistanz (26) mit der Pupillendistanz (8) Signalausgabefehl an die Ausgabevorrichtung (25) übertragbar ist.
Binokulares Fernglas (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass in der Speichereinheit (17) ein Benutzerprofil eines Benutzers speicherbar ist, welches eine benutzerbezogene Soll-Pupillendistanz (26) umfasst.
Binokulares Fernglas (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Benutzerprofil einen benutzerbezogenen Dioptrienausgleichswert umfasst.
Binokulares Fernglas (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Drahtlosschnittstelle (34) ausgebildet ist, mittels welcher das binokulare Fernglas (1) mit einem mobilen Endgerät (35) koppelbar ist.
Binokulares Fernglas (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Benutzererkennungsvorrichtung (37) vorgesehen ist, mittels welcher der Benutzer identifizierbar ist.
Verfahren zur Verstellung einer Pupillendistanz (8) eines binokularen Fernglases (1) durch Verschwenken einer ersten Gehäusehärlfte (2) und/oder einer zweiten Gehäusehälfte (5), die mit zumindest einer Knickbrücke (9) gelenkig miteinander verbunden sind; wobei ein Knickwinkel (14) zwischen einem ersten Knickbrückenteil (10) der ersten Gehäusehälfte (2) und einem damit gekoppelten zweiten Knickbrückenteil (11) der zweiten Gehäusehälfte (5) mittels einer Sensoreinrichtung (13) ermittelt wird, und wobei die Pupillendistanz (8) aus dem Knickwinkel (14) ermittelt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinrichtung (13) mit einem ersten Neigungssensor (19), der in der ersten Gehäusehälfte (2) angeordnet wird, und mit einem zweiten Neigungssensor (20), der in der zweiten Gehäusehälfte (5) angeordnet wird, ausgebildet wird, und dass mit dem ersten Neigungssensor (19) ein erster Knickbrückenwinkel (21) des ersten Knickbrückenteils (10) und mit dem zweiten Neigungssensor (20) ein zweiter Knickbrückenwinkel (22) des zweiten Knickbrückenteils (11) relativ zu einer Horizontalen (23) gemessen wird, und dass aus dem ersten Knickbrückenwinkel (21) und dem zweiten Knickbrückenwinkel (22) der Knickwinkel (14) ermittelt wird.
Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Pupillendistanz (8) aus dem Knickwinkel (14) mittels trigonometrischer Berechnungen und/oder einer Zuordnungstabelle (45) ermittelt wird.
Verfahren nach Anspruch 14 oder 15 dadurch gekennzeichnet, dass aus dem ersten Knickbrückenwinkel (21) und dem zweiten Knickbrückenwinkel (22) die Lage des binokularen Fernglases (1) relativ zu der Horizontalen (23) ermittelt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass bei Erreichen einer Soll-Pupillendistanz (26) eine Signalisierung durch eine Ausgabevorrichtung (25) erfolgt.
Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer Prozessoreinheit (31) die Soll-Pupillendistanz (26) von einer Speichereinheit (17) abgerufen wird und mit der Pupillendistanz (8) verglichen wird; und bei Übereinstimmung der Soll-Pupillendistanz (26) mit der Pupillendistanz (8) ein Signalausgabefehl an die Ausgabevorrichtung (25) übertragen wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass ein Benutzer mittels einer Benutzererkennungsvorrichtung (37) identifiziert wird; und dass ein Benutzerprofil mit Benutzereinstellungen von der Speichereinheit (17) geladen wird; und dass Einstellungsparameter, ausgewählt aus der Gruppe umfassend
- Dioptrienausgleichswert;
- Helligkeit;
- Gerätefunktion;
- Displayaufbau;
auf Basis der Benutzereinstellungen angepasst werden.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass über eine Drahtlosschnittstelle (34) das binokulare Fernglas (1) mit einem mobilen Endgerät (35) gekoppelt wird; und dass über die Drahtlosschnittstelle (34) Daten zwischen dem binokularen Fernglas (1) und dem mobilen Endgerät (35) wechselseitig übertragen werden.
Hierzu 8 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (3)
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