-
Diese
Erfindung betrifft modifizierte Antikörperfragmente, Verfahren zu
ihrer Herstellung und ihre Verwendung in der Medizin.
-
Da
Antikörper
eine hohe Spezifität
in ihrer Bindung an andere Moleküle
zeigen, sind sie als therapeutische oder diagnostische Mittel oder
als Reagenzien von Nutzen (zum Beispiel als Reagenzien zur Affinitätsreinigung
oder als katalytische Enzyme). Die Einführung der Hybridomtechnologie
und die Erzeugung von transgenen Tieren hat die Herstellung von
großen
Volumina monoklonaler Antikörper
erlaubt, die ausreichend für
eine therapeutische Verwendung sind. Die meisten solcher Antikörper wurden
zur Behandlung akuter Erkrankungen, wie besimmter Typen von Krebs,
erzeugt. Für
die Behandlung von chronischen und/oder gängigeren Erkrankungen werden
wahrscheinlich noch größere Mengen
Antikörper
benötigt.
Eine gesteigerte Verwendung bringt ebenfalls einen gesteigerten
Bedarf für
ein billigeres therapeutisches Mittel mit sich.
-
Monoklonale
Antikörper
können
in kultivierten Säugetier-
oder Insektenzellen oder in transgenen Tieren hergestellt werden,
aber die Fähigkeit
dieser Technologien, einen großen
Markt bei annehmbaren Kosten zu versorgen, ist bislang nicht nachgewiesen.
Außerdem
wurde für
Pilze gezeigt, dass sie in der Lage sind, heterologe Proteine herzustellen
[z. B. Sleep, D. et al. (1991) Bio/Technology, 9, 183–187], aber
es wurde berichtet, dass eine Expression von vollständigem Immunglobulin
G (IgG1) in einem Pilz nur in geringer Menge auftritt (in Saccharomyces
cerevisiae) oder in einer Schüttelkolben-Kultur
(in Pichia pastoris), so dass eine Antikörperherstellung in Pilzen im
industriellen Maßstab
nicht nachgewiesen ist. [Horwitz, A. H., et al. (1988) Proc. Natl.
Acad. Sic. USA, 85, 8678–8682;
Ogunjimi, A. A. et al. (1999) Biotechnology Lett. 21, 561–567]. Weiterhin würde erwartet
werden, dass eine Glykosylierung des Antikörpers der aus Säugetiersystemen
nicht ähnlich
ist, und dies kann in Säugetieren
Probleme der Immunogenizität
und eine abweichende Funktion verursachen (Komplement-Aktivierung,
Bindung an Fc-Rezeptoren, Transzytose und Verlängerung der Halbwertszeit durch eine
Interaktion mit dem FcRn-Rezeptor) [Nose, M. und Wigzell, H. (1983)
Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 80, 6632–6636; Tao, M.-H. und Morrison,
S. L. (1989) J. Immunol. 143, 2595–2601; Wawrzynczak, E. J. et
al. (1992) Molec. Immunol. 29, 213–220; Kim, J.-K., et al. (1994)
Eur. J. Immunol. 24, 2429–2434].
-
Von
bakteriellen Systemen ist nicht bekannt, dass sie in der Lage zum
Herstellen eines vollständigen, funktionsfähigen Antikörpers mit
einer Ausbeute sind, die ausreicht, um ein ökonomisches Verfahren zur Herstellung
im großen
Maßstab
zu ergeben, aber sie stellen eine Quelle für kostengünstige Immunglobulin-Fragmente, wie Fab' dar [Retter, M.,
et al. (1988) Science, 240, 1041–1043]. Antikörperfragmenten
können
jedoch verschiedene der Funktionen eines vollständigen Antikörpers fehlen.
Zum Beispiel fehlt Fab',
F(ab')
2 oder
scFv die Fc-Domäne,
welche in vivo eine lange Lebensdauer verleiht: [Medesan C. et al.
(1997) J. Immunol. 158, 2211–2217].
Für die
Halbwertszeit von Fab' oder
F(ab')
2 im
Kreislauf von Säugetieren
wurde berichtet, dass sie ungefähr
1% der von vollständigem
IgG beträgt
[Waldmann, T. A. und Strober, W. (1969) Progr. Allergy, 13, 1–110], und
für die β-Phasen-Halbwertszeit
(die Zeit, welche die Hälfte
der Moleküle
im Kreislauf braucht, um entfernt zu werden) von Fab' wurde berichtet,
dass sie ungefähr
5% der des vollständigen
IgG beträgt
[Chapman, A. P., et al. (1999) Nature Biotechnology, 17, 780–783]. Obwohl
sie billig herzustellen sein können,
werden diese Fragmente daher schnell aus dem Kreislauf entfernt
und können
von begrenztem therapeutischem Nutzen sein. Dies hat zu Versuchen
geführt,
die Halbwertszeit von Antikörperfragmenten
zu verlängern,
zum Beispiel durch eine Modifikation von Fab' oder F(ab')
2 in vitro
durch das Hinzufügen
von einem oder mehreren Molekül(en)
Polyethylenglykol an jedes Fragmentmolekül. Iinternationale Patentanmeldung
Nr.
WO 98/925971 .
-
In
der vorliegenden Erfindung haben wir uns mit dem erkennbaren Bedarf
für ein
Hilfsmittel beschäftigt,
um ein IgG-Fragment ökonomisch
herzustellen, welches ein Antigen binden kann und welches in vivo
eine lange Halbwertszeit aufweist. Wir haben dies durch Einsetzen
eines Trägerproteins
erreicht, um die Zeit des Immunglobulins im Kreislauf zu verlängern.
-
Daher
stellen wir gemäß einem
Aspekt der Erfindung ein Mehrkomponenten-Hybridprotein bereit, umfassend ein
Antigen-bindendes Antikörperfragment,
welches kovalent an ein Serum-Trägerprotein
oder ein Fragment davon gebunden ist, wobei das Serum-Trägerprotein
ein Albuminmolekül
ist, und wobei das Antikörperfragment
und das Albumin indirekt, wie in Anspruch 1 ausgeführt, verbunden
sind.
-
Eine
Vielzahl von Proteinen kommt im Plasma vor, welche im Körper mit
Halbwertszeiten zirkulieren, die in Tagen gemessen werden, zum Beispiel
5 Tage für
Thyroxin-bindendes Protein oder 2 Tage für Transthyretin [Bartalena,
L. und Robbins, J. (1993) Clinics in Lab. Med. 13, 583–598] oder
65 h in der zweiten Phase des Turnover von iodiertem saurem α1-Glykoprotein
[Bree, F. et al. (1986) Clin. Pharmacokin. 11, 336–342]. Außerdem legen
Daten von Gitlin et al. [Gitlin, D., et al. (1964) J. Clin. Invest.
10, 1938–1951]
nahe, dass in schwangeren Frauen die Halbwertszeit von saurem α1-Glykoprotein
3,8 Tage, 12 Tage für
Transferrin und 2,5 Tage für
Fibrinogen beträgt.
-
Serumalbumin
ist ein häufiges
Protein sowohl in vaskulären,
als auch in extravaskulären
Bereichen [Peters, Jr., T. (1985) Adv. Prot. Chem. 37, 161–245]. Die
Halbwertszeit von Albumin im Menschen, ungefähr 19 Tage [Peters, 1985 ibid],
ist ähnlich
zu der von IgG1 (ungefähr
21 Tage [Waldeman + Strober, ibid]), obwohl sie in anderen Arten
geringer ist – zum
Beispiel ungefähr
2 Tage in Ratten [Peters, 1985 ibid]. Albumin besitzt nicht die
bekannte Fähigkeit
von Antikörpern,
spezifisch Liganden, insbesondere jene mit hohem Molekulargewicht,
zu binden.
-
Die
WO 9200763 offenbart die
chemische Kopplung von Albuminmolekülen an IgM- oder IgA-Fragmente,
um die Antigen-Bindungsaffinität
wiederherzustellen.
-
Die
WO9533492 offenbart die
chemische Kopplung eines ausrichtenden Mittels (spezifisches Bindungsmolekül für extrazelluläre Gewebematrix)
an ein antiproliferatives oder zytotoxisches Mittel. Das sich ergebende
Konjugat wird zur Hemmung der Wundheilung im Auge verwendet. Gegebenenfalls
kann das ausrichtende Mittel chemisch an ein Trägermolekül, wie Albumin, gekoppelt sein,
um die Bindung von mehreren Molekülen an das antiproliferative
oder zytotoxische Mittel an jedes Molekül des ausrichtenden Mittels
zu erlauben.
-
Yukawa
N. et al. (1997) J. Immunol. 18, 214–233 offenbaren ein polyklonales
bispezifisches Kaninchen-Fab'-gebundenes
Serumalbumin-Konjugat zur Verwendung in einem Hämagglutinations-Immunassay für Beta-Mikroseminoprotein.
Das Albuminmolekül
wird als ein Linkermolekül
verwendet, an welches mehrere Fab'-Fragmente
gebunden werden.
-
In
der vorliegenden Erfindung haben wir eine Reihe von Hybridproteinen
hergestellt, die vorteilhafterweise die Antigen-bindenden Fähigkeiten
eines Antikörperfragments
und die Langlebigkeit von Serumalbumin in vivo aufweisen. Zusätzlich können die
Hybride insbesondere für
eine Verwendung bei schwangeren oder stillenden Müttern geeignet
sein, da Albumin, wie verschiedene andere Serumproteine, schlecht
durch die Plazenta transportiert wird: markiertes Albumin, das einer
Mutter injiziert wurde, tritt mit 5% oder weniger spezifischer Aktivität im Fötus nach
25 Tagen auf [Gitlin, D. Kumate, J. Urrusti, J. und Morales, C.
(1964) J. Clin. Invest. 10, 1938–1951]. Dieses steht im Gegensatz
zu IgG, welches effizient durch die Plazenta zum Fötus transportiert
wird. Ähnlich
wird Albumin nicht durch die Darmwand von Neugeborenen transportiert,
während
IgG dies durch die Interaktion mit dem FcRn-Rezeptor wird. Daher
würde vorteilhafterweise
ein Fötus
oder ein Neugeborenes minimalen Mengen der erfindungsgemäßen Hybride
aus dem mütterlichen
Kreislauf oder der Milch ausgesetzt sein.
-
Bezüglich der
kommerziellen Herstellung wurde für rekombinantes Albumin berichtet,
dass es mit mehreren gm pro Liter Hefekultur hergestellt wird (Pichia
pastoris oder Kluyveromyces lacits [Barr, K. A., et al. (1992) Pharm.
Eng. 12, 48–51; Fleer,
R., et al. (1991) Bio/Technology 9, 968–975; Cregg, J. M. et al. (1993) Bio/Technology
11, 905–910]).
Diese Expressionsmenge macht eine industrielle Herstellung von Protein
in pharmazeutischer Güte ökonomisch
möglich,
wie von Fleer et al. [Fleer, R., et al. (1991) Bio/Technology 9, 968–975] angemerkt
wurde. Ähnlich
wurde für
transgene Mäuse
gefunden, dass sie so viel wie 10 gm pro Liter Albumin in ihrer
Milch exprimieren [Hurwitz, D. R., et al. (1994) Transgenic Res.
3, 365–375].
-
Der
Bestandteil des Antigen-bindenden Antikörperfragments in den erfindungsgemäßen Proteinen wird
im Allgemeinen eine Antikörperdomäne der variablen
Region umfassen, welche eine oder mehrere Antigen-bindende Stelle(n)
enthält.
-
Die
Domäne
der variablen Region kann irgendeine Größe oder Aminosäurezusammensetzung
aufweisen und wird im Allgemeinen mindestens eine hypervariable
Aminosäuresequenz,
die für
die Antigenbindung verantwortlich ist, eingefügt in eine Leserahmensequenz,
umfassen. Im Allgemeinen gesprochen, kann die Domäne der variablen
(V) Region irgendeine geeignete Anordnung von variablen Immunglobulindomänen der
schweren (VH) und/oder oder leichten (VL) Kette sein. Daher kann zum Beispiel die
Domäne
der V-Region monomer sein und eine VH- oder VL-Domäne darstellen,
wenn diese in der Lage sind, ein Antigen mit annehmbarer Affinität unabhängig zu
binden. Alternativ kann die Domäne
der V-Region dimer
sein und VH-VH-,
VH-VL- oder VL-VL-Dimere enthalten,
in welchen die VH- und VL-Ketten
nicht kovalent miteinander verbunden sind. Wenn es gewünscht wird,
können
die Ketten jedoch kovalent gekoppelt werden, entweder direkt, zum
Beispiel über
Disulfidbindung zwischen den zwei variablen Domänen, oder durch einen Linker,
zum Beispiel einen Peptidlinker, um eine Einzelkettendomäne zu bilden,
z. B. scFv.
-
Die
Domäne
der variablen Region kann irgendeine natürlich vorkommende variable
Domäne
oder eine gentechnisch hergestellte Version davon sein. Mit gentechnisch
hergestellter Version ist eine Domäne der variablen Region gemeint,
welche unter Verwendung von gentechnischen, rekombinanten DNA-Techniken
erzeugt wurde. Solche gentechnisch hergestellten Versionen schließen jene
ein, die zum Beispiel aus natürlichen
variablen Antikörperregionen
durch Insertionen, Deletionen oder Änderungen in oder an den Aminosäuresequenzen
der natürlichen
Antikörper
erzeugt wurden. Besondere Beispiele für diesen Typ schließen jene gentechnisch
hergestellten Domänen
der variablen Region ein, welche mindestens eine CDR und gegebenenfalls
eine oder mehrere Leserahmen-Aminosäure(n) aus einem Antikörper und
den Rest der Domäne
der variablen Region aus einem zweiten Antikörper enthalten.
-
Die
Domäne
der variablen Region wird im Allgemeinen in der Lage zum selektiven
Binden an ein Antigen sein. Das Antigen kann irgendein Zell-assoziiertes
Antigen darstellen, zum Beispiel ein Zelloberflächenantigen, wie ein T-Zell-,
Endothelzell- oder
Tumorzellmarker, oder es kann ein extrazelluläres Matrixantigen darstellen,
ein intrazelluläres
Antigen oder ein lösliches
Antigen. Besonders Beispiele für
Zelloberflächenantigene
schließen
Adhäsionsmoleküle, zum
Beispiel Integrine, wie β1-Integrine,
z. B. VLA-4, E-Selectin, P-Selectin oder L-Selectin, CD2, CD3, CD4,
CD5, CD7, CD8, CD11a, CD11b, CD18, CD19, CD20, CD23, CD25, CD33,
CD38, CD40, CD45, CDW52, CD69, karzinoembryonisches Antigen (CEA),
humanes Milchfettglobulin (HMFG1 und 2), MHC Klasse I- und MHC Klasse
II-Antigene und
VEGF und wenn geeignet, Rezeptoren davon ein. Lösliche Antigene schließen Interleukine,
wie IL-1, IL-2, IL-3, IL-4, IL-5, IL-6, IL-8 oder IL-12, virale
Antigene, zum Beispiel respiratorisches synzytiales Virus- oder
Zytomegalovirus-Antigene,
Immunglobuline, wie IgE, Interferone, wie Interferon-α, Interferon-β oder Interferon-γ, Tumornekrosefaktor-α, Tumornekrosefaktor-β, die Kolonie
stimulierenden Faktoren, wie G-CSF oder GM-CSF und Blutplättchen abgeleitete Wachstumsfaktoren,
wie PDGF-α und
PDGF-β und
wenn geeignet, Rezeptoren davon ein.
-
In
der Praxis ist es im Allgemeinen vorzuziehen, dass die Domäne der variablen
Region mit einer C-terminalen Aminosäure an mindestens eine andere
Antikörperdomäne oder
ein Fragment davon kovalent gebunden ist. Wenn zum Beispiel eine
VH-Domäne
in der Domäne
der variablen Region anwesend ist, kann diese daher mit einer Immunglobulin
CH1-Domäne
oder einem Fragment davon verbunden sein. Ähnlich kann eine VL-Domäne mit einer
CK-Domäne
oder einem Fragment davon verbunden sein. Auf diese Weise kann zum Beispiel
das erfindungsgemäße Fragment
ein Fab-Fragment darstellen, wobei die Antigen-bindende Domäne assoziierte
VH- und VL-Domänen enthält, die
kovalent an ihren C-Termini mit jeweils einer CH1- und CK-Domäne
verbunden sind. Die CH1-Domäne
kann mit weiteren Aminosäuren
erweitert sein, zum Beispiel um eine Domäne der Gelenkregion bereitzustellen,
wie sie in einem Fab'-Fragment
gefunden wird, oder um weitere Domänen bereitzustellen, wie CH2-
und CH3-Antikörperdomänen.
-
Der
Serum-Trägerprotein-Bestandteil
in den erfindungsgemäßen Hybridproteinen
ist Albumin oder ein Fragment davon, welches insbesondere menschlichen
Ursprungs sein wird, und eine oder mehrere zusätzliche oder unterschiedliche
Aminosäuren
zu der natürlich
vorkommenden Sequenz aufweisen kann, immer vorausgesetzt, dass die
sich ergebende Sequenz funktionell äquivalent in Bezug auf die
Halbwertszeit ist. Fragmente schließen irgendeinen kleineren Teil
des Ausgangsproteins ein, welcher die Trägerfunktion der reifen Sequenz
behält.
-
Die
Antikörper-
und Trägerprotein-Bestandteile
in den erfindungsgemäßen Hybridproteinen
sind indirekt kovalent verbunden. Indirekte kovalente Verbindung
soll bedeuten, dass eine Aminosäure
in einem Antikörperfragment
an eine Aminosäure
in einem Trägerprotein
durch eine dazwischenliegende chemische Sequenz, zum Beispiel eine
Brückengruppe,
gebunden ist. Besondere Brückengruppen
schließen
zum Beispiel aliphatische, einschließlich Peptidketten, ein, wie
insbesondere nachfolgend beschrieben wird.
-
Besondere
Brückengruppen,
die geeignet sind, um einen Antikörper indirekt mit einem Trägerprotein zu
verbinden, schließen
gegebenenfalls substituierte aliphatische, cycloaliphatische, heteroaliphatische,
heterocycloaliphatische, aromatische und heteroaromatische Gruppen
ein. Besondere Gruppen schließen
gegebenenfalls substituierte geradkettige oder verzweigte C1-20-Alkylen-, C2-20-Alkenylen-
oder C2-20-Alkinylenketten, die gegebenenfalls
durch ein oder mehrere -O- oder -S- Atom(e) unterbrochen und/oder terminal
substituiert sind, oder -N(R1)- [wobei R1 ein Wasserstoffatom oder eine C1-6-Alkylgruppe ist], -N(R1)CO-,
-CON(R1)-, -N(R1)SO2-, -SO2N(R1)-, -C(O)-, -C(O)O-, -OC(O)-, -S(O)-, -S(O)2-, aromatische, z. B. Phenyl-, heteroaromatische,
z. B. Pyridyl-, oder Cycloalkyl-, z. B. Cyclohexylgruppen ein. Solche
Ketten schließen
zum Beispiel gegebenenfalls substituierte geradkettige oder verzweigte
C1-10-Alkylenketten, wie gegebenenfalls
substituierte Butylen-, Pentylen-, Hexylen- oder Heptylenketten,
einzelne Aminosäurereste
und Peptidketten, welche zum Beispiel zwei bei zwanzig Aminosäuren enthalten,
die gleich oder verschieden sein können, z. B. Polyglycinketten,
wie (Gly)n, wobei n eine ganze Zahl von
Zwei bis Zehn ist, ein. Optionale Substituenten, welche an irgendeiner
der oben erwähnten
Ketten anwesend sein können,
schließen
ein oder mehrere Halogenatom(e) ein, z. B. Fluor-, Chlor-, Brom-
oder Iodatome, oder C1-5-Alkyl-, C1-6-Alkoxy-, C1-6-Halogenalkyl-,
C1-6-Halogenalkoxy-, -OH- oder -N(R1)(R2)-Gruppen [wobei
R2 wie für
R1 definiert ist] ein.
-
Die
Brückengruppe,
welche einen Antikörper
indirekt mit einem Trägerprotein
verbindet, geht zu der Seitenkette aus Cysteinresten, die in dem
Antikörper
oder dem Trägerprotein
liegt. An jedem Verbindungspunkt kann der Rest einer reaktiven Gruppe
anwesend sein. Wenn zum Beispiel die Brückengruppe mit einem Cysteinrest
in dem Antikörper
oder Trägerprotein
verbunden ist, kann der Rest einer Thiol-selektiven reaktiven Gruppe,
wie einer Maleimidgruppe oder desgleichen, als Teil der Verbindung
eingeschlossen sein.
-
Wenn
es gewünscht
wird, kann das erfindungsgemäße Hybridprotein
ein oder mehrere Effektor- oder Reportermolekül(e) aufweisen, welche daran
gebunden sind, und die Erfindung erstreckt sich auf solche modifizierten
Proteine. Die Effektor- oder Reportermoleküle können an das Antikörperfragment
und/oder das Trägerprotein
durch irgendeine verfügbare
Aminosäure-Seitenkette
oder terminale funktionelle Aminosäuregruppe gebunden sein, die
in beiden Bestandteilen liegt, zum Beispiel irgendeine freie Amino-,
Imino-, Hydroxyl- oder Carboxylgruppe. Die Verbindung kann direkt
oder indirekt sein, über
Spacer- oder Brückengruppen,
wie gerade oben beschrieben wurde, zum Verbinden der Antikörper- und
Trägerprote in-Bestandteile.
Alternativ kann der Reporter/Effektor an den Verbindungsrest gebunden
sein.
-
Effektormoleküle schließen zum
Beispiel antineoplastische Mittel, Toxine (wie enzymatisch aktive
Toxine bakteriellen oder pflanzlichen Ursprungs und Fragmente davon,
z. B. Ricin und Fragmente davon), biologisch aktive Proteine, zum
Beispiel Enzyme, Nukleinsäuren
und Fragmente davon, z. B. DNA, RNA und Fragmente davon, natürliche oder
synthetische Polymere, wie Polysaccharide oder Polyalkylen-Polymere,
wie Poly(ethylenglykol), Radionuklide, insbesondere Radioiodid,
und chelatgebundene Metalle ein. Geeignete Reportergruppen schließen chelatgebundene
Metalle, fluorezente Verbindungen oder Verbindungen ein, die durch
eine NMR- oder ESR-Spektroskopie nachgewiesen werden können.
-
Besondere
antineoplastische Mittel schließen
zytotoxische und zytostatische Mittel, zum Beispiel alkylierende
Mittel, wie Stickstoffsenfgase (z. B. Chlorambucil, Melphalan, Mechlorethamin,
Cyclophosphamid oder Uracilsenfgas) und Derivate davon, Triethylenphosphoramid,
Triethylenthiophosphoramid, Busulfan oder Cisplatin, Antimetaboliten,
wie Methotrexat, Fluoruracil, Floxuridin, Cytarabin, Mercaptopurin,
Thioguanin, Fluoressigsäure
oder Fluorzitronensäure,
Antibiotika, wie Bleomycine (z. B. Bleomycinsulfat), Doxorubicin,
Daunorubicin, Mitomycine (z. B. Mitomycin C), Actinomycine (z. B.
Dactinomycin), Plicamycin, Calichämicin und Derivate davon oder
Esperamicin und Derivate davon, mitotische Inhibitoren, wie Etoposid,
Vincristin oder Vinblastin und Derivate davon, Alkaloide, wie Ellipticin,
Polyole, wie Taxicin-I oder Taxicin-II, Hormone, wie Androgene (z.
B. Dromostanolon oder Testolacton), Progestine (z. B. Megestrolacetat
oder Medroxyprogesteronacetat), Östrogene
(z. B. Dimethylstilbestroldiphosphat, Polyöstradiolphosphat oder Estramustinphosphat) oder
Antiöstrogene
(z. B. Tamoxifen), Anthrachinone, wie Mitoxantron, Harnstoffe, wie
Hydroxyharnstoff, Hydrazine, wie Procarbazin oder Imidazole, wie
Dacarbazin, ein.
-
Besonders
geeignete Effektorgruppen stellen Calichämicin und Derivate davon dar
(siehe zum Beispiel die
südafrikanischen
Patentanmeldungen Nr. 85/8794 ,
88/8127 und
90/2839 ).
-
Chelatgebundene
Metalle schließen
Chelate von di- oder tripositiven Metallen ein, die eine Koordinationszahl
von 2 bis einschließlich
8 aufweisen. Besondere Beispiele solcher Metalle schließen Technetium
(Tc), Rhenium (Re), Kobalt (Co), Kupfer (Cu), Gold (Au), Silber
(Ag), Blei (Pb), Wismut (Bi), Indium (In), Gallium (Ga), Yttrium
(Y), Terbium (Tb), Gadolinium (Gd) und Scandium (Sc) ein. Im Allgemeinen
ist das Metall vorzugsweise ein Radionuklid. Besondere Radionuklide
schließen 99mTc, 186Re, 188Re, 58Co, 60Co, 67Cu, 195Au, 199Au, 110Ag, 203Pb, 206Bi, 207Bi, 111In, 67Ga, 68Ga, 88Y, 90Y, 160Tb, 153Gd und 47Sc ein.
-
Das
chelatgebundene Metall kann zum Beispiel einer der oben genannten
Metalltypen sein, welcher mit irgendeinem geeigneten mehrzähnigen chelatbildenden
Mittel, zum Beispiel acyclischen oder cyclischen Polyaminen, Polyethern
(z. B. Kronenethern und Derivaten davon), Polyamiden, Porphyrinen
und carbocyclischen Derivaten chelatgebunden sind.
-
Im
Allgemeinen wird der Typ des chelatbildenden Mittels von dem verwendeten
Metall abhängen.
Eine besonders geeignete Gruppe chelatbildender Mittel in erfindungsgemäßen Konjugaten
stellen jedoch acyclische und cyclische Polyamine dar, insbesondere
Polyaminocarbonsäuren,
zum Beispiel Diethylentriaminpentaessigsäure und Derivate davon, und
makrocyclische Amine, z. B. cyclische Triaza- und Tetraaza-Derivate (zum
Beispiel wie in der internationalen Patentanmeldung Nr.
WO 92/22583 beschrieben)
und Polyamide, insbesondere Desferrioxamin und Derivate davon.
-
In
den erfindungsgemäßen Proteinen
ist jedes Antigen-bindende Antikörperfragment
vorzugsweise ein monovalentes Fab'-Fragment, welches gegebenenfalls eine
oder mehrere zusätzliche
Aminosäure(n),
gebunden an den C-Terminus der CH1-Domäne, enthält, und ist insbesondere ein
Fab'-Fragment. Besonders
geeig nete Fab'-Fragmente
schließen
jene ein, in denen die Gelenkdomäne
einen einzelnen Cysteinrest enthält. Die
Fragmente des Albumins schließen
eine oder mehrere Domäne(n)
I, II und/oder III oder Subdomänen
davon ein [siehe zum Beispiel Peters, T. in "All about Albumin", Academic press, London (1996)].
-
In
den erfindungsgemäßen Antikörper-Albumin-Hybriden
ist jeder Proteinbestandteil indirekt zwischen den Thiolgruppen
eines in dem Antikörper
und eines anderen im Albumin vorliegenden Cysteinrests verbunden.
Die indirekte Verbindung kann durch ein Brückenmolekül erreicht werden, wie es oben
beschrieben wurde. Besonders geeignete Gruppen schließen nicht
spaltbare Linkergruppen, insbesondere gegebenenfalls substituierte
geradkettige oder verzweite C1-10-Alkylenketten
ein.
-
Der
Antikörper
ist vorzugsweise ein Fab'-Fragment,
welches gegebenenfalls eine oder mehrere zusätzliche Aminosäure(n) enthält, welche
an den C-Terminus der CH1-Domäne
gebunden sind. Insbesonders geeignete Fragmente schließen Fab'-Fragmente ein. Der Cysteinrest, an welchen
das Spacer- oder Brückenmolekül gebunden
ist, liegt vorzugsweise in der CH1-Domäne des Fab oder liegt insbesondere
in irgendeiner C-terminalen Erweiterung der CH1-Domäne des Fab,
zum Beispiel in der Gelenkdomäne
eines Fab'.
-
Das
Albumin kann insbesondere reifes humanes Serumalbumin oder ein Fragment
davon darstellen. Das Brückenmolekül ist an
den Cysteinrest an Position 34 des Albumins gebunden. Um eine unerwünschte Homodimer-Bildung
zu vermeiden [siehe die Beispiele unten] weist das Brückenmolekül vorteilhafterweise eine
Länge von
ungefähr
10 Å bis
ungefähr
20 Å auf,
zum Beispiel ungefähr
16 Å.
Geeignete Brückenmoleküle in diesem
Längenbereich
können
einfach aus veröffentlichten
Quellen, zum Beispiel aus Herstellerkatalogen [siehe unten] bestimmt
werden. Besonders geeignete Brückenmoleküle schließen gegebenenfalls
substituierte Hexylenketten ein. Wenn jedes Ende des Brückenmoleküls an den
Cysteinrest gebunden ist, kann dies über eine Disulfidbindung oder
insbesondere eine Schwefel-Kohlenstoff-Bindung stattfinden. Wenn
die Verbindung eine Schwefel- Kohlenstoff-Bindung
darstellt, kann der Rest einer Thiol-selektiven reaktiven Gruppe,
wie ein Maleimid, als Teil von jedem Ende der Spacer- oder Brückengruppe
vorliegen.
-
Die
erfindungsgemäßen Hybridproteine
können
für den
Nachweis oder die Behandlung einer Anzahl von Erkrankungen oder
Störungen
geeignet sein. Solche Erkrankungen oder Störungen können jene einschließen, die
unter den allgemeinen Überbegriffen
der infektiösen
Erkrankung, z. B. der viralen Infektion, der entzündlichen
Erkrankung/Autoimmunoität,
z. B. der rheumatoiden Arthritis, der Osteoarthritis, der entzündlichen Darmerkrankung,
des Krebses, der allergischen/atopischen Erkrankung, z. B. des Asthmas,
Ekzems, der erblich bedingten Erkrankung, z. B. der zystischen Fibrose,
der Sichelzellenanämie,
der dermatologischen Erkrankung, z. B. der Schuppenflechte, der
neurologischen Erkrankung, z. B. der multiplen Sklerose, der Transplantate,
z. B. der Organtransplantatabstoßung, der Graft-versus-Host-Erkrankung
und der metabolischen/idiopathischen Erkrankung, z. B. des Diabetes,
beschrieben werden.
-
Das
erfindungsgemäße Hybridprotein
kann für
eine Verwendung in der Therapie und/oder Diagnose formuliert werden,
und gemäß einem
weiteren Aspekt der Erfindung stellen wir eine pharmazeutische Zusammensetzung
bereit, welche ein Mehrkomponenten-Hybridprotein, welches ein Antigen-bindendes
Antikörperfragment
umfasst, welches kovalent mit einem Albuminmolekül oder einem Fragment davon
verbunden ist, zusammen mit einem oder mehreren pharmazeutisch verträglichen
Bindemittel(n), Verdünnungsmittel(n)
oder Träger(n)
umfasst.
-
Wie
oben erklärt,
kann das Hybridprotein in diesem Aspekt der Erfindung gegebenenfalls
mit einer oder mehreren Effektor- oder Reportergruppe(n) verbunden
sein.
-
Die
pharmazeutische Zusammensetzung kann irgendeine geeignete Form zur
Verabreichung annehmen, z. B. zur oralen, buccalen, parenteralen,
nasalen, topischen oder rektalen Verabreichung, oder eine Form,
die zur Verabreichung durch Inhalation oder Insufflation geeignet
ist, und liegt vorzugsweise in einer Form vor, die zur parenteralen
Verabreichung geeignet ist, z. B. durch Injektion oder Infusion,
zum Beispiel durch Bolusinjektion oder kontinuierliche Infusion.
Wenn die Zusammensetzung für
eine Injektion oder Infusion ist, kann sie die Form einer Suspension,
Lösung
oder Emulsion in einem öligen
oder wässrigen
Träger
annehmen, und sie kann Formulierungsmittel, wie Suspensions-, Konservierungs-,
Stabilisierungs-, Antioxidations- und/oder Dispersionsmittel enthalten.
-
Alternativ
kann die Zusammensetzung in trockener Form zur Rekonstitution vor
der Verwendung mit einer geeigneten sterilen Flüssigkeit vorliegen.
-
Wenn
die Zusammensetzung für
eine orale Verabreichung geeignet ist, kann die Formulierung zusätzlich zu
dem aktiven Inhaltsstoff Zusatzstoffe enthalten, wie: Stärke, z.
B. Kartoffel-, Mais- oder Weizenstärke, oder Zellulose oder Stärkederivate,
wie mikrokristalline Zellulose, Kieselsäure, verschiedene Zucker, wie
Lactose, Magnesiumcarbonat und/oder Calciumphosphat. Wenn die Formulierung
für eine
orale Verabreichung ist, ist es wünschenswert, dass sie vom Verdauungssystem
des Patienten gut vertragen werden wird. Dazu kann es wünschenswert
sein, Schleimbildner und Harze in die Formulierung einzuschließen. Es
kann auch wünschenswert
sein, die Verträglichkeit
durch Formulieren des Antikörpers
in eine Kapsel, welche in den Magensäften unlöslich ist, zu verbessern. Es
kann auch bevorzugt sein, den Antikörper oder die Zusammensetzung
in eine Formulierung mit kontrollierter Freisetzung einzuschließen.
-
Wenn
die Zusammensetzung für
eine rektale Verabreichung geeignet ist, kann die Formulierung ein Binde-
und/oder Gleitmittel enthalten, zum Beispiel polymere Glykole, Gelatinen,
Kakaobutter oder andere Pflanzenwachse oder -fette.
-
Therapeutische
und diagnostische Verwendungen der erfindungsgemäßen Hybridproteine umfassen typischerweise
das Verabreichen einer wirksamen Menge des Proteins an einen Menschen.
Die genaue zu verabreichende Menge wird gemäß der beabsichtigten Verwendung
des Proteins und dem Alter, Geschlecht und dem Zustand des Patienten
variieren, aber kann typischerweise von ungefähr 0,1 mg bis 1000 mg, zum Beispiel
von ungefähr
1 mg bis 500 mg variiert werden. Das Protein kann als eine Einzeldosis
oder in einer kontinuierlichen Weise über einen Zeitraum verabreicht
werden. Die Dosen können
wiederholt werden, wenn es angemessen ist. Typische Dosen betragen
zum Beispiel zwischen 0,01–50
mg/kg Körpergewicht
pro therapeutischer Einzeldosis, insbesondere zwischen 0,1–20 mg/kg
Körpergewicht
für eine
therapeutische Einzeldosis.
-
Die
erfindungsgemäßen Hybridproteine
können
durch chemische, enzymatische und/oder rekombinante DNA-Standardverfahren
hergestellt werden.
-
So
kann zum Beispiel das Hybridprotein durch die Verwendung von rekombinanten
DNA-Techniken hergestellt werden, welche die Manipulation und Reexpression
von DNA umfassen, die variable und/oder konstante Antikörperregionen
und ein gewünschtes
Trägerprotein
oder ein Fragment davon kodiert. Eine solche DNA ist bekannt und/oder
ist einfach aus DNA-Bibliotheken verfügbar, einschließlich von
zum Beispiel Phagen-Antikörper-Bibliotheken
[siehe Chiswell, D J und McCafferty, J. Tibtech. 10, 80–84 (1992)],
oder kann synthetisiert werden, wenn es gewünscht wird. Molekularbiologische
und/oder chemische Standardverfahren können verwendet werden, um die
DNA zu sequenzieren und manipulieren, zum Beispiel um Kodons einzuführen, um
Cysteinreste zu erzeugen, um andere Aminosäuren oder Domänen in dem
Antikörper
und/oder Trägerprotein
wie gewünscht
zu modifizieren, hinzuzufügen
oder zu entfernen.
-
Von
hier ausgehend können
ein oder mehrere replizierbare Expressionsvektoren, welche die DNA
enthalten, hergestellt und verwendet werden, um eine geeignete Zelllinie
zu transformieren, z. B. eine nicht produzierende Myelom-Zelllinie,
wie eine Maus-NSO-Linie oder eine bakterielle, z. B. E. coli-Linie,
oder insbesondere eine Pilz-Linie, wie eine Hefe-Linie, z. B. Mitglieder
der Gattungen Pichia, Saccharomyces oder Kluyveromyces, in welcher
die Herstellung des Antikörpers
stattfinden wird. Um eine effiziente Transkription und Translation
zu erhalten, sollte die DNA-Sequenz in jedem Vektor geeignete regulatorische
Sequenzen einschließen, insbesondere
eine Promotor- und Leader-Sequenz, welche operabel mit der Sequenz
der variablen Domäne
verbunden ist. Besondere Verfahren zum Herstellen rekombinanter
Proteine auf diese Weise sind im Allgemeinen gut bekannt und werden
routinemäßig verwendet.
Zum Beispiel werden grundlegende molekularbiologische Verfahren
von Maniatis et al [Molecular Cloning, Cold Spring Harbor Laborstory,
New York 1989] beschrieben, eine DNA-Sequenzierung kann wie in Sanger
et al [PNAS 74, 5463, (1977)] und dem Amersham International plc
Sequencing Handbook beschrieben, durchgeführt werden, und eine zielgerichtete
Mutagenese kann gemäß dem Verfahren
von Kramer et al [Nucl. Acids Res. 12, 9441, (1984)] und dem Anglian
Biotechnology Ltd. Handbuch durchgeführt werden. Zusätzlich gibt
es zahlreiche Veröffentlichungen,
einschließlich Patentspezifikationen,
welche geeignete Techniken für
die Herstellung von Proteinen durch Manipulation von DNA, die Erzeugung
von Expressionsvektoren und die Transformation von geeigneten Zellen,
wie zum Beispiel in der internationalen Patentanmeldung Nr.
WO 86/01533 und der
europäischen Patentanmeldung Nr. 392745 beschrieben,
detailliert ausführen.
-
Eine
chemische Synthese der erfindungsgemäßen Hybridproteine kann durch
Koppeln von geeignet funktionalisiertem Antikörper, Trägerprotein und, wo angemessen,
Brückengruppen
in einer vorbestimmten Reihenfolge erreicht werden. Chemische Standard-Kopplungstechniken
können
unter Verwendung von Ausgangsmaterialien eingesetzt werden, die
eine oder mehrere reaktive funktionelle Gruppe(n) enthalten, wie
Thiole, Säuren,
Thiosäuren,
Anhydride, Säurehalogenide,
Ester, Imide, Aldehyde, Ketone, Imine und Amine. Der Ausgangsantikörper und
das -trägerprotein
können
einfach aus natürlichen
Quellen und/oder durch rekombinante DNA-Techniken, wie zuvor beschrieben
wurde, erhalten werden. Geeignete Brückengruppen, zum Beispiel im
Längenbereich
von 10 Å–20 Å, wie oben
beschrieben, sind entweder kommerziell verfügbar [siehe zum Beispiel Pierce & Warriner (UK)
Ltd., Chester, UK] oder können
durch einfache Funktionalisierung einer bekannten, einfach verfügbaren Chemikalie
unter Verwendung konventioneller Chemie erhalten werden.
-
So
kann in einem allgemeinen Ansatz eine homo- oder heteropolyfunktionale,
z. B. bi- oder trifunktionale Brückengruppe
zuerst an entweder den Antikörper
oder das Trägerprotein
gekoppelt werden, und das sich ergebende Produkt kann wie benötigt an
den/die übrigen
Bestandteil(e) gekoppelt werden, um das erfindungsgemäße Hybridprotein
bereitzustellen. Die Kopplungsreaktionen können unter Verwendung von Standardbedingungen
für Reaktionen
von diesem Typ durchgeführt
werden. So kann die Reaktion zum Beispiel in einem Lösungsmittel,
zum Beispiel einem organischen Lösungsmittel,
einem wässrig-organischen
Lösungsmittel
oder insbesondere einem wässrigen
Lösungsmittel
bei oder ungefähr
bei Umgebungstemperatur bis ungefähr 70°C durchgeführt werden. Um eine ungewollte
Polymerisation in der ersten Kopplungsreaktion zu vermeiden, wird
die homo- oder heteropolyfunktionale Brückengruppe vorzugsweise in
einer Überschusskonzentration
im Vergleich zum Antikörper
oder Trägerprotein
eingesetzt. Ähnlich
wird in der zweiten Kopplungsreaktion der Antikörper oder das Trägerprotein
vorzugsweise in einer Überschusskonzentration
zu dem Produkt der ersten Kopplungsreaktion eingesetzt. Darstellende
Reaktionen werden detailliert in den nachfolgenden Beispielen zur
Herstellung der erfindungsgemäßen Proteine
beschrieben, und diese können
einfach unter Verwendung verschiedener Ausgangsmaterialien angepasst
werden, um andere erfindungsgemäße Verbindungen
bereitzustellen.
-
Die
folgenden Beispiele stellen die Erfindung dar. In diesen wird sich
auf verschiedene Figuren bezogen. Diese sind:
-
1.
-
SDS-PAGE des RSA-Fab'-Konjugats.
-
Das
RSA-Fab'-Konjugat
wurde unter sowohl reduzierenden als auch nicht reduzierenden Bedingungen
laufen gelassen. Ungefähre
sichtbare Molekulargewichte wurden durch einen Vergleich mit Standardproteinen
abgeschätzt,
die auf demselben Gel unter reduzierenden Bedingungen laufen gelassen
wurden. Die molaren Verhältnisse
wurden durch eine N-terminale Sequenzierung der Banden bestimmt,
die von den Gelen auf eine PVDF-Membran geblottet wurden.
-
2.
-
Pharmakokinetik des RSA-Fab'-Konjugats oder der
Kontrollen in der Ratte.
-
Die
Proteine wurden vor der Injektion in 6 Ratten 125I-markiert.
Die in Blutproben, die in Intervallen genommen wurden, anwesende
Radioaktivität
wurde durch Gammazählung
quantifiziert. Die Ergebnisse der Analyse durch Winnonlin sind gezeigt.
Die Einheiten für
die Plasma-Halbwertszeit in den α-
und β-Phasen
(jeweils t1/2α und t1/2β) sind Stunden
(h). Die Flächen
unter den Plasmakonzentration-Zeitkurven
(AUC, O-∞)
sind in den Einheiten h·%Dosis.
Die als RSA-Fab'-Konjugat (Korrekturfaktor)
aufgetragenen Daten wurden aus Daten für das RSA-Fab'-Konjugat
korrigiert, um eine Instabilität
des markierten Proteins zuzulassen, wie im Text beschrieben wird.
-
3.
-
Pharmakokinetik von RSA-Fab' oder Fab'-cys in der Ratte
(untersucht durch ELISA oder Zytokinneutralisation).
-
Unmarkierte
Proteine wurden in 2 Ratten injiziert und nachfolgend in Plasmaproben
durch einen ELISA quantifiziert. Im Fall des Konjugats setzte der
ELISA eine Bindung des Liganden (TNF) und des Anti-Albuminantikörpers ein,
und im Fall der Fab'-cys-Kontrolle
setzte er eine Bindung von TNF und der Anti-Kappa-L-Kette ein, wie
im Text beschrieben wird. Die Einheiten für die Plasma-Halbwertszeit
in den α-
und β-Phasen
(jeweils t1/2α und t1/2β) sind Stunden
(h). Alternativ wurden Proben durch eine Neutralisation der TNF-Aktivität im L929-Assay
untersucht. Die Flächen
unter den Plasmakonzentration-Zeitkurven (AUC, 0-∞) sind
in den Einheiten h·%μg/ml. Die
Kurven für
RSA-Fab' überlagern
einander, und die Kurven für
Fab'-cys tun dies
ebenso. Fehlerbalken = Standardfehler.
-
4.
-
Konstruktion von pPIC(scFv-HSA)
-
Schema
des Konstruktionsverfahrens.
-
5.
-
Reduzierende SDS-PAGE von HSA-scFc-Fusionsproteinen.
-
Eine
Probe von jedem Fusionsprotein wurde vor und nach einer Blau-Sepharose-Chromatographie, zusammen
mit Standard-Molekulargewichtsmarkern und Standard-RSA auf demselben
Gel unter reduzierenden Bedingungen laufen gelassen.
-
6.
-
Pharmakokinetik von HSA-Fab'-Fusionsproteinen
oder HSA in der Ratte.
-
Die
Proteine wurden vor der Injektion in 6 Ratten 125I-markiert.
Die in Blutproben, die in Intervallen genommen wurden, anwesende
Radioaktivität
wurde durch Gammazählung
quantifiziert. Die Ergebnisse der Analyse durch Winnonlin sind gezeigt.
Die Einheiten für
die Plasma-Halbwertszeit in den α-
und β-Phasen
(jeweils t1/2α und t1/2β) sind Stunden
(h). Die Flächen
unter den Plasmakonzentration-Zeitkurven
(AUC, 0-∞)
sind in den Einheiten h·%Dosis.
-
7.
-
Struktur des Vernetzungsmittels Trimaleimid.
-
Dieses
Reagens wurde zur Erzeugung des RSA-F(ab')2-Konjugats
verwendet.
-
8.
-
Reduzierende SDS-PAGE des HSA-F(ab')2-Konjugats.
-
Die
gereinigte Probe und Standardproteine wurden auf demselben Gel unter
reduzierenden Bedingungen laufen gelassen. Die molaren Verhältnisse
wurden durch eine N-terminale Sequenzierung der Banden bestimmt,
die von den Gelen auf eine PVDF-Membran geblottet wurden.
-
9.
-
Scatchard-Plots zur Bindung von RSA-F(ab')2 oder
F(ab')2-Kontrolle
an Zellmembranen.
-
2
Werte für
KD wurden für jede der (biphasischen) Kurven
berechnet, wie gezeigt ist. Jede Phase von jeder Kurve ist als eine
Gerade gezeigt.
-
Beispiel 1:
-
Fab'-Albumin-Konjugat
-
Verfahren
-
Herstellung von anti-TNF-Fab'
-
Rekombinantes
anti-TNF-Fab' wurde
in E. coli hergestellt und aus dem Periplasma durch die Verfahren
hergestellt, die in der internationalen Patentanmeldung Nr.
WO 98/25971 beschrieben
sind.
-
Konjugation des anti-TNF-Fab' mit Ratten-Serumalbumin
-
Ratten-Serumalbumin
(RSA, Fraktion V, Sigma, Code Nr. A-6272) wurde in Natriumacetat,
0,1 M, pH-Wert 5,9, auf 6,7 mg/ml (0,1 mM) gelöst. Dithiothreitol-Lösung (100 mM in demselben Acetatpuffer)
wurde hinzugefügt,
um eine Dithiothreitol-Endkonzentration von 0,3 M zu ergeben, was
einen 3-fach molaren Überschuss
gegenüber
RSA ergibt. Das Gemisch wurde bei 37°C für 40 min inkubiert. Das Gemisch
wurde anschließend
einer Chromatographie auf Sephadex G25M unter Verwendung einer PD10-Säule (Pharmacia, Code
Nr. 17-0851-01, nach den Herstelleranweisungen verwendet) unterzogen,
wodurch das Dithiothreitol entfernt wurde und der Puffer gegen Natriumphosphat,
0,1 M, pH-Wert 6, 2 mM Ethylendiamintetraacetat (EDTA) ausgetauscht
wurde. Die RSA-Konzentration in dieser Stufe betrug 70 μM.
-
1,6-Bismaleimidohexan
(BMH, Pierce Code Nr. 22330) wurde auf 7,736 mg/ml (28 mM) in Dimethylformamid
gelöst.
Die BMH-Lösung
wurde zu der reduzierten RSA-Lösung hinzugefügt, um einen
21-fach molaren Überschuss
von BMH gegenüber RSA
zu ergeben. Das Gemisch wurde bei 21°C für 100 min inkubiert, anschließend einer
Chromatographie auf G25M in einem Puffer aus Natriumphosphat, 0,1
M, pH-Wert 6, 2 mM EDTA unterzogen. Die Konzentration des derivatisierten
RSA betrug in dieser Stufe 46 μM.
-
Die
Lösungen
des derivatisierten RSA und des anti-TNF-Fab (187 μM) in Natriumphosphat,
0,1 M, pH-Wert 6, 2 mM EDTA wurden gemischt, um ein molares Verhältnis von
RSA:Fab': 1:1,3
zu ergeben (was korrigiert um die Derivatisierung des RSA und die
Reduktion des Fab'-Thiols
ein Verhältnis
von derivatisiertem RSA:reduziertem Fab': 1:1,4 ergab. Das Gemisch wurde bei
21°C für 2 h inkubiert,
obwohl die Reaktion im Wesentlichen innerhalb von 1 h abgeschlossen
war. Das Gemisch wurde anschließend
bei 4°C
gelagert, bis es den Reinigungsverfahren unterzogen wurde.
-
Konjugation von Fab' mit Cystein
-
Das
Verfahren zur Herstellung des Kontrollmoleküls, anti-TNF-Fab', welches kovalent
durch BMH über Thiole
mit Cystein (anstelle von RSA) verbunden war, war im Wesentlichen
dasselbe, wie für
die Herstellung des Konjugats (siehe oben). 20 μM Fab' wurde bei 21°C für 95 min mit einem 40-fach
molaren Überschuss
an BMH (als eine Lösung
in Dimethylformamid hinzugefügt)
umgesetzt. Nach einer Chromatographie auf G25M (um das BMH zu entfernen)
wurde das derivatisierte Fab' mit
Cystein (Sigma, Code Nr. C-4820) bei einem molaren Verhältnis von
Fab':Cystein-freies
Thiol: 1:4,5 umgesetzt. Nach der Reaktion bei 21°C für 160 min wurde die Probe bei
4°C vor
der Reinigung des Fab'-cys-Produkts
gelagert.
-
Reinigung des Konjugats
-
Das
Reaktionsgemisch wurde zuerst einer Chromatographie auf Gammabind
plus (Pharmacia), einer Matrix, die eine Affinität für Fab' aufweist, unterzogen. Eine 5,3 ml Säule wurde
in einem Puffer aus Natriumphosphat, 0,1 M, pH-Wert 6, 2 mM EDTA
mit einer Fließgeschwindigkeit
von 2 ml/min äquilibriert.
Die gesamte Chro matographie fand bei einer Temperatur von 21°C statt.
Die Probe wurde mit einer Fließgeschwindigkeit von
1 ml/min auf die Säule
aufgebracht, und die Säule
wurde anschließend
in demselben Puffer (Natriumphosphat, 0,1 M, pH-Wert 6, 2 mM EDTA)
gewaschen, bis die Grundlinie wiederhergestellt war. Adsorbiertes
Protein wurde durch das Aufbringen eines Puffers aus Essigsäure, 0,5
M, der auf einen pH-Wert von 3 durch das Hinzufügen von Natriumhydroxid eingestellt
wurde, eluiert. Das gesamte Elutionsmittel wurde in Fraktionen gesammelt,
und jede Fraktion wurde durch eine SDS-PAGE analysiert (unter Verwendung
von sowohl reduzierenden als auch nicht reduzierenden Bedingungen).
Wie für
diese Affinitätsmatrix
erwartet, eluierte das unkonjugierte Fab' in dem pH-Wert 3 Puffer, während das
unkonjugierte RSA gar nicht an die Matrix band und in dem Durchfluss
während
der Probenbeladung auftrat. Eine Konjugation eines einzelnen Fab' an ein RSA-Molekül beeinflusste
eindeutig seine Bindung an das Protein G auf der Matrix, da das
Konjugat in dem Durchfluss nur etwas später als das (und überlappend
mit dem) unkonjugierte(n) RSA auftrat. Die Fraktion, die das Konjugat enthielt,
wurde noch einmal einer Chromatographie auf Gammabind plus (wie
oben) unterzogen, um mehr RSA von ihm zu trennen. Die Konjugat (und
einige Spuren von RSA) enthaltenden Fraktionen wurden in einer Rührzelle
(Amicon, Cut-off-Membran mit 10 kDa nominellem Molekulargewicht)
konzentriert.
-
Das
kontaminierende RSA wurde aus der Herstellung durch eine Gelpermeationschromatographie
auf einer GF250-HPLC-Säule
der Größe 2 × 23 cm
(unter Verwendung einer Hewlett Packard 1090 HPLC) entfernt. Die
Säule wurde
in einem Puffer aus Natriumphosphat, 0,2 M, pH-Wert 7, bei einer
Fließgeschwindigkeit von
3 ml/min bei 21°C äquilibriert
und eluiert. Die Probe des konzentrierten Konjugats (and RSA) wurde
chromatographiert, und die Elution wurde bei 280 und 220 nm überwacht.
Die Fraktionen, die den beobachteten Peaks entsprachen, wurden gesammelt
und durch eine SDS-PAGE analysiert. Jene Fraktionen, welche das Konjugat
enthielten (welches vollständig
von dem später
eluierenden RSA gelöst
war), wurden gepoolt und in einer Rührzelle (Amicon, Cut-off-Membran
mit 10 kDa nominellem Molekulargewicht) konzentriert. Die Lösung wurde
bei 4°C gelagert,
wobei Natriumazid auf 0,05% (w/v) hinzugefügt wurde, um als ein Konservierungsmittel
zu wirken.
-
Reinigung des Fab'-cys
-
Das
Reaktionsgemisch, welches das Fab'-cys-Produkt enthielt, wurde 5-fach
in einem Puffer aus Natriumacetat, 50 mM, pH-Wert 4,5 verdünnt, anschließend auf
eine Mono-S-Säule
(mit 1 ml Volumen) unter Verwendung eines FPLC (Pharmacia) Geräts geladen.
Die adsorbierten Proteine wurden anschließend in einem Gradienten von
0 bis 250 mM Natriumchlorid in Natriumacetat, 50 mM, pH-Wert 4,5
eluiert. Die Elution (1 ml/min bei 21°C) wurde durch eine Absorption
bei 280 nm überwacht.
Die gesammelten Peaks wurden durch eine SDS-PAGE analysiert.
-
Radioaktive Markierung der
Proteine
-
Die
Proteine wurden an den ε-Aminogruppen
der Lysylreste unter Verwendung von 125I-markiertem Bolton-und-Hunter-Reagens
(Amersham International, Code Nr. IM5861) markiert. Die Proteine
wurden in einem Puffer aus Borat gelöst oder verdünnt, um
eine Borat-Endkonzentration von 0,1 M, pH-Wert 8 zu ergeben. Eine
300 μg Protein
enthaltende Lösung
(zwischen 300 und 370 μl)
wurde anschließend
mit 20 μl
Bolton-und-Hunter-Lösung
in Propan-2-ol (welche 9 MBq 125I enthielt)
gemischt. Das Gemisch wurde bei 21°C für 15 min inkubiert, anschließend wurde
die Reaktion durch das Hinzufügen
von 60 μl
einer Lösung
aus Glycin, 1 M, in Borat, 0,1 M, pH-Wert 8,5 abgestoppt. Nach ungefähr 5 min
Reaktion bei 21°C
wurde das Reaktionsgemisch auf Sephadex G25M unter Verwendung einer
PD10-Säule (Pharmacia,
Code Nr. 17-0851-01, nach den Herstelleranweisungen verwendet) chromatographiert.
Dabei wurde der Puffer gegen Phosphat gepufferte Salzlösung ausgetauscht.
Die spezifische Aktivität
jeder Herstellung wurde aus Schätzungen
der Proteinkonzentration (siehe Analytische Verfahren) und der Radioaktivität berechnet,
und lag typischerweise im Bereich von 0,45 bis 0,54 μCi/μg. Die radioaktiv
markierten Proben wurden direkt nach der Markierung verwendet.
-
Analytische Verfahren
-
Eine
Natriumdodecylsulfat-Polyacrylamid-Gelelektrophorese (SDS-PAGE),
welche vorgegossene SDS-Gele (Novex), 1 mm dick und mit einer Acrylamidkonzentration
von 4 bis 20%, verwendete, wurde nach den Herstelleranweisungen
laufen gelassen. Die Gele wurden durch Eintauchen für 1 h in
Coomassie BBG in Perchlorsäure
(Sigma, Code Nr. B-8772) gefärbt,
gefolgt vom Waschen in Wasser. Verschiedene Molekulargewichtsstandards
wurden verwendet, um ungefähre
Molekulargewichte (sichtbare) für
die Probenproteine abzuleiten. Diese Standards waren jeweils Mark
12 und Seeblue ungefärbt
und vorgefärbte
Marker (Novex). Für Western
Blots folgte der SDS-PAGE ein Blotten auf eine Polyvinylidendifluoridmembran
(Millipore), mit einem Nachweis des Fd-Fragments des Fab' durch Schaf anti-Mensch
IgG(Fd) IgG-Fraktion (The Binding Site, Code Nr. PC075), gefolgt
vom Peroxidase-Affinipur-F(ab')2-Fragment des Kaninchen anti-Schaf-IgG,
Fc-Fragment (Immunoresearch,
Code Nr. 313036046) und einer Visualisierung durch die Verwendung
von Chemolumineszenz (ECL, Amersham International). Für die Autoradiographie
folgte der SDS-PAGE eine Exponierung des Gels gegenüber einem
fotographischen Film (Hyperfilm MP, Amersham International). Zum
Sichtbarmachen der radioaktiv markierten Proben auf den Gelen (und
der nachfolgenden Quantifizierung) wurden die Gele Hochauflösungs- oder
Mehrzweckscreens ausgesetzt und in dem Canberra Packard Cyclone
System unter Verwendung der Optiquant-Software verarbeitet.
-
Die
Quantifizierung der Proteinlösungen
wurde durch eine Absorption bei einer Wellenlänge von 280 nm in einer 1 cm
Zelle unter Verwendung der Absorptionskoeffizienten (für 1 mg/ml
Lösung
in einer 1 cm Zelle) von 1,43 für
Fab' oder F(ab')2 und
von 0,58 für
RSA durchgeführt.
Ein Koeffizient von 1,0 für
das RSA-Fab'-Konjugat wurde aus
jenen von RSA und Fab' berechnet,
gewichtet in Übereinstimmung
mit den einzelnen Massen der zwei Bestandteile.
-
Die
Konzentration des freien Thiols in einer Proteinlösung wurde
durch Hinzufügen
von 1/9 Volumen 4,4'-Dithiodipyridin
(5 mM, die Endkonzentration betrug da her 0,5 mM) in Phosphat gepufferter
Salzlösung
gemessen. Nach 10 min bei 21°C
wurde die Absorption bei 324 nm in einer 1 cm Zelle gemessen. Die
Absorption einer Nur-Puffer-Blindprobe wurde von diesem Wert abgezogen,
und diese Zahl wurde mit 56,1167 multipliziert, um das Ergebnis
in μM Thiol
zu ergeben (wobei dies weiter für
irgendeine Verdünnung
der Ausgangsprobe korrigiert wurde).
-
Die
N-terminale Proteinsequenzierung wurde nach den Herstelleranweisungen
auf einem Modell 470A Proteinsequenziergerät mit einer online 120A HPLC
und einem 900A Datenanalysesystem (Applied Biosystems) durchgeführt. Das
Protein in Lösung
wurde an eine Polyvinylidendifluoridmembran in einem Prosorb-Gerät (Applied
Biosystems) adsorbiert. Die Proteine aus der SDS-PAGE wurden auf
eine Polyvinylidendifluoridmembran (Immobilon PSQ, Millipore) geblottet,
und die Proteinbanden wurden durch Färben mit 0,1% (w/v) Ponceau
S (Sigma, Code Nr. P-3504 in 1 Vol.-% Essigsäure für 1 min und anschließendem Entfärben des
Hintergrunds in Wasser nachgewiesen. Die Banden wurden ausgeschnitten
und direkt sequenziert.
-
Eine
Oberflächen-Plasmon-Resonanzstudie
der Interaktionen mit dem Liganden wurde auf einem BIACORE 2000
(Biacore AB) nach den Herstellerempfehlungen durchgeführt. Die
Sensorchipoberfläche,
die mit Ziege Anti-Mensch F(ab')2-Antikörper (Jackson
ImmunoResearch Lab. Inc.) beschichtet war, welcher an die leichte
Kette bindet, wurde verwendet, um Konjugat, Fab' oder IgG zu binden, deren Bindung an
den Liganden (TNF) aus der Lösung
anschließend
messbar war.
-
ELISAs
wurden wie unten folgt, durchgeführt,
wobei zwischen die Schritte Waschschritte in 0,1% Tween 20 in Phosphat
gepufferter Salzlösung
eingefügt
waren. Mikrotiterplattenvertiefungen wurden mit Zytokin-Antigen
beschichtet. Nichtspezifische Bindungsstellen wurden anschließend durch
Inkubation der Vertiefungen mit einer 5% (w/v) Lösung getrockneter Magermilch
("Marvel", Premier Beverages,
UK) in Phosphat gepufferter Salzlösung für 1 h blockiert. Die Proben
oder Standards wurden in bovinem Serumalbumin, 1% (w/v) in Phosphat
gepufferter Salzlösung
verdünnt
und anschließend
in den Vertiefungen für
1 h bei 21°C
inkubiert.
-
Die
Quantifizierung wurde durch Absorption bei 630 nm durchgeführt, erzeugt
aus 3,2',5,5'-Tetramethylbenzidin
(120 μM
in 10 mM Acetat, pH-Wert 6) als ein Ergebnis der Peroxidaseaktivität, wobei
einem der beiden gefolgt wurde:
- (i) Zum Nachweis
des Albumin-Fab'-Konjugats,
Inkubation von jeder Vertiefung mit Kaninchen Anti-Rattenalbumin
(Cappel, Produkt Nr. 55711, verdünnt
1 in 4000 in 1% bovinem Serumalbumin in Phosphat gepufferter Salzlösung), gefolgt
von Ziege Anti-Kaninchenimmunglobulin-Fc-Peroxidase-Konjugat (Jackson
Produkt Nr. 111-036-046, verdünnt
1 in 5000 in 1% (w/v) bovinem Serumalbumin in Phosphat gepufferter
Salzlösung).
- (ii) Zum Nachweis von Fab',
Inkubation in Ziege Anti-Mensch leichte Kappa-Kette (Southern Biotechnology Associates,
Inc., Produkt Nr. 2060-01, verdünnt
1 in 5000 in 1% bovinem Serumalbumin in Phosphat gepufferter Salzlösung), gefolgt
von Esel Anti-Ziegenimmunglobulin (H + L)-Peroxidasekonjugat (Jackson, Produkt
Nr. 705-036-147, verdünnt
1 in 5000 in 1% (w/v) bovinem Serumalbumin in Phosphat gepufferter Salzlösung).
-
Das
Assayformat (i) ergab eine lineare Antwort im Bereich von 40–500 ng/ml
Konjugat, und das Assayformat (ii) ergab eine lineare Antwort im
Bereich von 5–100
ng/ml Fab'.
-
Um
die Neutralisation der TNF-Aktivität zu untersuchen, wurden Maus-L929-Zellen einschichtig
in normalem RPMI 1640 plus Glutamin und 10 Vol.-% fötalem Kälberserum
gezogen. Der TNF wurde in der Anwesenheit von Actinomycin D (1%,
w/v) mit oder ohne Probe/anti-TNF hinzugefügt. Durch TNF verursachter
Zelltod wurde durch einen MTT-Assay überwacht: 3-[4,5-Dimethylthiazol-2-yl]-2,5-diphenyltetrazoliumbromid (MTT,
Sigma, Code Nr. M-2128) wurde bis auf eine Endkonzentration von
50 μg/ml
im Medium der behandelten Zellen hinzugefügt und bei 37°C für 4 h inkubiert.
Die Reaktion wurde abgestoppt, und die braune Farbe, die von den
lebenden Zellen erzeugt wurde, wurde mit einer Lösung aus SDS, 20% (w/v) in
50% Dimethylformamid in Wasser, bei pH-Wert 4,7 (durch Hinzufügen von
50% Essigsäure,
1 M, in Salzsäure,
1 M) gelöst
und anschließend
durch Messen der Absorption bei 570 nm quantifiziert. Nach dem Subtrahieren
der Absorption bei 630 nm konnte der Grad des Zellüberlebens
(und so die Konzentration des anwesenden aktiven TNF) durch einen
Vergleich mit Proben von Zellen untersucht werden, die mit Standardmengen
TNF in der Abwesenheit einer TNF-neutralisierenden Aktivität behandelt
wurden.
-
Inkubation von Protein in
Plasma oder Blut in vitro
-
Rattenplasma
und -blut (heparinisiert) wurden frisch hergestellt. Zu 100 μl wurden
12 μl 125I-markierte Proteinlösung hinzugefügt. Die
Inkubation fand bei 37°C
in einem verschlossenen 0,5 ml Röhrchen
statt, wobei 0,5 und 2 μl
Proben in Intervallen für
die SDS-PAGE und Autoradiographie genommen wurden.
-
Unmarkiertes
Konjugat oder Fab'-cys
(2 μl einer
0,9 mg/ml Lösung)
wurden mit 100 μl
frischem Rattenplasma gemischt und bei 37°C in einem verschlossenen 0,5
ml Röhrchen
inkubiert. Proben von 2 μl
wurden in Intervallen zur Analyse durch einen Western Blot genommen.
-
Pharmakokinetische Analyse
des Konjugats
-
Männliche
Wistar-Ratten (jede ungefähr
250 g) erhielten jede 20 μg 125I-markiertes oder 180 μg unmarkiertes Protein in Lösung in
Phosphat gepufferter Salzlösung,
welches in eine Schwanzvene injiziert wurde. Danach wurden in Intervallen
Blutproben aus der Schwanzarterie genommen, wobei das Plasma durch
Heparinisierung und Zentrifugation hergestellt wurde. Die Proben
wurden wie oben beschrieben (siehe analytische Verfahren) analysiert,
und die Radioaktivität
im Gesamtblut wurde als cpm/g Blut berechnet. Die Prozente der injizierten
Dosis (%ID) wurde für
jede einzelne Ratte berechnet, basierend auf Standards und ausgedrückt als %ID/ml
Gesamtblutvolumen. Gruppen von 6 oder 2 Ratten wurden für die Studie
von jeweils 125I-markiertem oder unmarkiertem
Protein verwendet.
-
Die
Daten wurden mit der WinNonlin-Software analysiert, um die angegebenen
pharmakokinetischen Werte zu bestimmen. Ein Zwei-Kompartment-Modell
wurde für
diese Analyse verwendet, wenn es nicht anders angegeben ist.
-
Ergebnisse
-
Charakterisierung des Konjugats
-
Es
ist bekannt, dass, obwohl Serumalbumin einen Cysteinylrest aufweist,
der nicht an einer Disulfidbindung beteiligt ist (Rest 34 in der
reifen humanen Albuminsequenz), viele der Moleküle in einer Albuminherstellung
kein freies Cysteinylthiol aufgrund der Bildung von gemischten Disulfiden
mit Molekülen,
wie Glutathion oder freiem Cystein, besitzen [Peters, ibid 1985].
Folglich zeigte eine Analyse der Rattenalbumin-Lösung vor der Reduktion, dass
dort 0,15 Mol Thiol pro Mol Albumin vorlagen, d. h. nur 15% der
Albuminmoleküle
besaßen
ein freies Thiol. Nach der Reduktion stieg dies auf 0,95 Mol Thiol
pro Mol Albumin an, was mit der Anwesenheit einer freien Thiolgruppe
in 95% der Albuminmoleküle übereinstimmt,
höchstwahrscheinlich
an Position 34 in der reifen Albuminsequenz, da eine Reduktion unter
Bedingungen, wie jenen, die hier verwendet wurden, keine der an
anderer Stelle im Moleküle
anwesenden Disulfide zerstört
[Peters, ibid 1985]. Eine nachfolgende Reaktion an diesem Cysteinylrest
erlaubte eine Bindung eines anderen Moleküls an einer spezifischen Stelle
und in einem molaren Verhältnis
von 1:1, ohne begleitende Herstellung anderer Produkte in einem höheren Verhältnis von
Albumin:anderem Molekül,
welches nachfolgend entfernt werden müsste. Die Koordinaten für die Kristallstruktur
des humanen Serumalbumins wurden in der Brookhaven Datenbank hinterlegt
(als Eintrag 1AO6, von S. Suigo, S. Mochizuki und A. Kashima). Eine Überprüfung dieses
Modells zeigt, dass der freie Cysteinylrest an Position 34 in einer
Vertiefung zwischen zwei Helices liegt, aber es geht daraus nicht
eindeutig hervor, wie lang ein Spacer-Arm an einem Vernetzungsmittel
sein sollte, um wirksam zu arbeiten. Die Abwesenheit eines Albumin-Homodimers würde vorteilhaft
in einem Herstellungsverfahren sein, da die Ausbeute an Heterodimer
dann größer sein
würde,
und es gäbe
dann auch keinen Bedarf für
einen zusätzlichen Schritt,
um das Homodimer zu entfernen. Es wurde gefunden, dass das Vernetzungsmittel,
welches in dem vorliegenden Beispiel verwendet wurde, dieses vorteilhafte
Ergebnis hervorbrachte. Eine Reaktion des reduzierten Albumins mit
einem 20-fach molaren Überschuss
an BMH verursachte eine Derivatisierung von 80% dieser Albuminmoleküle. Albumin-Homodimere
wurden während
der Albumin-Derivatisierung (oder der nachfolgenden Reaktion mit
anderen Proteinmolekülen)
nicht gebildet. Der Spacer-Arm des Vernetzungsmittels mit einer
Länge von
16,1 Å war
lang genug, um vom Cysteinylthiol an Position 34 bis zur Oberfläche des
Albuminmoleküls
zu reichen, wo er in der Lage war, mit dem freien Thiol auf einem
Fab'-Molekül zu reagieren.
Er war nicht lang genug, um die entsprechende Vertiefung auf einem
zweiten Albumin zu durchdringen, um dort das freie Thiol zu erreichen,
und so wurde die Herstellung von Homodimeren verhindert.
-
Das
derivatisierte Albumin und das Fab' wurden in dem molaren Verhältnis 1:1,4:Albumin:Fab' gemischt. Die SDS-PAGE-Analyse
der Produkte am Ende der Reaktion wiesen eine Ausbeute an Albumin-Fab'-Konjugat in einer
Größenordnung
von 20 bis 30% auf, obwohl erwartet werden würde, dass dies durch eine Optimierung
der Reaktionsbedingungen verbessert werden kann. Das Konjugat wurde
aus dem Reaktionsgemisch durch eine Affinitätschromatographie gereinigt,
wobei das Konjugat überraschenderweise nicht
an die Matrix band, wie es Fab' tat,
sondern geringfügig
später
als Albumin eluierte, welches überhaupt nicht
band. Nach dem Entfernen von nicht umgesetztem Fab' wurde das Albumin
von dem Konjugat durch Größenausschluss
getrennt. Die endgültige
Herstellung des Konjugats wurde durch eine SDS-PAGE (1)
analysiert, welche (durch sichtbare Molekulargewichte) die Verbindung
von einem Fab' pro
Albuminmolekül
zeigte. Auf einer nicht reduzierten SDS-PAGE war die Hauptbande
ein Konjugat aus 1 RSA mit 1 Fab'-Molekül, wie durch
eine N-terminale Sequenzierung des Proteins in der Bande bestimmt
wurde. Ungefähr
37% des Konjugats war als eine Bande mit höherem Molekulargewicht anwesend,
die ebenfalls ein RSA:Fab'-Verhältnis von 1:1
aufwies. Es wurde angenommen, dass dies Dimermaterial ist, analog
zu dem beobachteten Auftreten von Albuminpolymeren in unbehandelten
Herstellungen von Albumin. Geringere Mengen (ungefähr 2% des
Gesamtmaterials) des Konjugats, welchem die L-Kette fehlte, und
ein mögliches
kleines Derivat des Konjugats (ungefähr 4% des Gesamten) waren ebenfalls
anwesend. Eine N-terminale Proteinsequenz-Analyse der Hauptbande
auf der reduzierenden SDS-PAGE zeigte, dass es sich um RSA-Fd (d.
h. die Fab'-H-Kette)
handelte, sodass die Verbindung spezifisch über das Fab'-Fd und nicht über die L-Kette stattfand.
So wurde die 1:1 Stöchiometrie
der Konjugation bestätigt.
-
Die
Konjugation von Fab' an
Cystein (um das Kontrollmolekül
Fab'-cys herzustellen)
ergab eine gute Ausbeute – nahezu
das gesamte Fab'-Derivat
reagierte mit Cystein, nur mit Spuren von F(ab')2-ähnlichem
Material mit mehr als ungefähr
55 kDa (sichtbar) auf einer nicht reduzierenden SDS-PAGE. Diese
Materialspur eluierte kurz nach dem Fab'-cys-Produkt, welches bei einer Natriumchloridkonzentration
von ungefähr
75 mM auf einer Mono-S-Chromatographie eluierte, und wurde von ihm
ausgeschlossen.
-
Die
Möglichkeit,
das Konjugat in einem ELISA zu untersuchen, welcher abhängig von
der Konjugatbindung an TNF zeigte, dass das Konjugat die Fähigkeit
behielt, TNF zu binden. Dies wurde durch eine Analyse der Konjugatbindung
an TNF durch eine Oberflächen-Plasmon-Resonanz
bestätigt,
unter Verwendung des BIACORE 2000 (Assoziations- und Dissoziationsgeschwindigkeiten
und Gleichgewichtskonstante – siehe Tabelle
1). Dies zeigte, dass das anti-TNF-Fab' durch eine Konjugation an Albumin nicht
beeinflusst wurde. Dies wurde ebenfalls durch seine gleiche Leistungsfähigkeit
zur Neutralisation von TNF bestätigt:
in einem Assay des durch TNF verursachten L929-Zelltods betrug die
Konzentration des Proteins, um 90% der TNF-Aktivität (die IC90)
zu inhibieren, für
das Albumin-Anti-TNF-Fab'-Konjugat 14,7 pM,
verglichen mit 18,0 pM für
anti-TNF-Fab'-Cystein-Konjugat, 10,9 pM
für anti-TNF-F(ab')2 und
11,3 pM für
anti-TNF-IgG4. Die Aufrechterhaltung der Fab'-Bindungsaktivität wurde der beabsichtigten
Orientierung der Fab'-Bindungsdomäne weg vom Punkt
der Konjugation an das Albuminmolekül zugesprochen, was durch Ausrichten
der Fab'-Gelenkregion
als Bindungspunkt an den anderen Rest erreicht wurde.
-
Die
Kontrolle Fab'-cys
behielt ebenfalls ihre Fähigkeit
bei, TNF zu binden und zu neutralisieren, wie durch ihren Nachweis
durch einen ELISA und ihre Aktivität in dem L929-Assay gesehen
wird.
-
Pharmakokinetische Analyse des Konjugats
in Rattenplasma
-
125I-markiertes RSA-, Fab'-, F(ab')2- und RSA-Fab'-Konjugat wurden
in Plasma, welches zu verschiedenen Zeiten über 144 h gesammelt wurde, überwacht
(2). Die beobachtete β-Phasen-Halbwertszeit von Albumin
war in Übereinstimmung
mit dem Literaturwert von ungefähr
2 Tagen [Peters, ibid 1985]. Die β-Phasen-Halbwertszeit des
F(ab')2 und
des Fab' war ähnlich zu
der zuvor beschriebenen von F(ab')2 [z. B. Kitamura et al., ibid, Chapman et
al., ibid], und ihr ging eine schnelle Entfernung in der α-Phase voraus,
welche typisch für
solche Moleküle
ist. Wenn das Fab' jedoch
an RSA konjugiert war, blieb es im Kreislauf der Ratte bis zu einem
Grad, der vergleichbar zum Rattenalbumin ist. Aufgrund einer Reduktion
der Entfernung während
sowohl der α-
als auch der β-Phasen,
zeigte das Konjugat eine 35-fach größere Fläche unter der Plasma-Konzentrationskurve
(AUC, 0-∞), als
es die Fab'-cys-Kontrolle
tat, ähnlich
zu der von Albumin alleine. Um sicherzustellen, dass die nachgewiesene
Radioaktivität
in den Plasmaproben das verbleibende Konjugat widerspiegelte, wurden
die Proben von einer Ratte, der markiertes Konjugat gegeben wurde,
auf einer SDS-PAGE laufen gelassen und mit einem Phosphorimager
(Daten nicht gezeigt) gescannt. Dies zeigte das Verbleiben von intaktem
markiertem Konjugat in vivo für
mindestens 120 h, und es wurde berechnet, dass die β-Phasen-Halbwertszeit
von intaktem Konjugat 32,07 h betrug, in guter Übereinstimmung mit dem entsprechenden
Ergebnis aus dem Gesamt-125I-Nachweis.
-
Die
Stabilität
des Konjugats im Plasma wurde überprüft. Eine
Inkubation des unmarkierten Konjugats im Rattenplasma (in vitro)
bei 37°C
für 68
h in der Anwesenheit oder Abwesenheit einer Vielzahl von Proteaseinhibitoren, überwacht
durch eine SDS-PAGE und Westernblotten, zeigte, dass das Konjugat
im Rattenplasma stabil war. Konjugat, welches mit 125I
markiert war, wurde in vitro in Phosphat ge pufferter Salzlösung (pH-Wert
7) für
bis zu 10 Tage inkubiert, und es wurde ebenfalls gefunden, dass
es stabil war.
-
Eine
Inkubation des 125I-markierten Konjugats
bei 37°C
in Rattenplasma oder -blut in vitro zeigte jedoch, dass das Molekül nicht
vollständig
stabil war, einige Moleküle
erlitten eine Spaltung an oder nahe der Stelle der Verbindung zwischen
dem Albumin und dem Fab'-Molekül. Da unmarkiertes
Konjugat stabil war, wurde die beobachtete Instabilität der Modifikation
des Proteins durch die Anwesenheit von 1251 oder durch das Markierungsverfahren
zugeschrieben. Trotz einer sichtbaren Instabilität bei diesen Bedingungen, blieb selbst
nach 168 h Inkubation in vitro intaktes Material zurück. Die
Unversehrtheit des Konjugats in vivo wurde durch eine SDS-PAGE von
Plasmaproben, gefolgt von einer Quantifizierung des intakten Konjugats
durch ein Phosphorimager-Scanning untersucht, und wie in den in
vitro-Experimenten,
wurde eine geringe Instabilität von 125I-markiertem Konjugat beobachtet. Die
beobachteten Ergebnisse aus den in vivo-Experimenten konnten entsprechend
angepasst werden, um nur die Quantität von intaktem markierten Konjugat
widerzuspiegeln. Die angepassten Daten ergaben das in 2 gezeigte
Ergebnis (siehe Konjugat (Korrektur)), welches war, dass selbst
die leicht unstabile markierte Version des Konjugats eine AUC aufwies,
die 17-fach größer war,
als die Fab'-cys-Kontrolle.
-
Die
Schlussfolgerung, dass Daten, die aus der Verwendung von 125I-markiertem Konjugat abgeleitet wurden,
eine Unterbewertung der Langlebigkeit des unmarkierten Konjugats
in vivo darstellen, wurde durch ein Experiment unterstützt, in
welchem das Konjugat nicht markiert wurde. Unmarkiertes Protein
wurde durch zwei Formen des ELISA und durch die biologische Aktivität (TNF-Neutralisation
im L929-Assay) überwacht. Die
Ergebnisse aus der Verwendung der drei Assays in Proben aus zwei
Ratten waren einander ähnlich (3),
was zeigt, dass RSA-Fab' in vivo in ausgedehnten
Zeiträumen
stabil war. Fab'-cys
wurde jedoch schnell entfernt, sodass zu wenig Daten durch einen
ELISA erhalten wurden, um die Verwendung eines Zwei-Kompartment-Modells
zu erlauben, und die AUC-Abschätzung, die
in 3 angegeben ist, wurde durch die Verwendung eines
Ein- Kompartment-Modells
erhalten. Zu wenige Daten wurden durch die Verwendung des Aktivitätsassays
erhalten, um überhaupt
irgendeine Modellierung zu erlauben. Die AUC des RSA-Fab'-Konjugats war ungefähr 200-fach
größer als
die der Fab'-cys-Kontrolle.
-
Es
wurde gezeigt, dass es möglich
ist, ein IgG-Antikörper-Fab'-Fragment herzustellen,
es chemisch mit Albumin in vitro zu vernetzen unter Beibehaltung
der vollständigen
Bindungsfähigkeit
(mit derselben Affinität,
wie im vollständigen
Antikörper
beobachtet) und zu zeigen, dass es eine erheblich längere Halbwertszeit in
vivo aufweist, als es unkonjugertes Fab' tut. Das Konjugat enthielt ein Fab' pro Albuminmolekül. Die β-Phasen-Halbwertszeit
des Konjugats in der Ratte betrug ungefähr das Zweifache der des unkonjugierten
Fab, was näher
an der des unkonjugierten Albumins liegt, und die Fläche unter
der Kurve war ungefähr
200-fach größer für das Konjugat,
als für
das unkonjugierte Fab'.
Daher war die Folge der Konjugation von Fab' an Albumin eine erhebliche Verlängerung
seiner biologischen Aktivität
in vivo, was (in dem vorliegenden Fall) eine verlängerte Anti-Zytokin-Therapie
erlaubte.
-
BEISPIEL 2. Genetische Fusion von scFv
an Albumin. (Dieses Beispiel ist nur zur Information angegeben)
-
Verfahren
-
Konstruktion von Plasmiden, welche scFv-humanes
Serumalbumin-Fusionsproteine
kodieren.
-
Das
Plasmid pPIC(scFv) enthielt das Gen für einen anti-TNF-scFv, welcher
die variablen Domänen
in der Reihenfolge VL-VH umfasste.
Dieses Plasmid wurde mit den Restriktionsenzymen KpnI und NotI gespalten, um
ein "Vektor"-DNA-Fragment zu erzeugen,
welches einer Agarose-Elektrophorese folgend gereinigt wurde. In
dieses wurde ein PvuII-NotI DNA-Fragment, welches das reife HSA-Gen
enthielt, zusammen mit einem 200 bp-Linker, welcher eine direkte
Fusion im Leserahmen zwischen dem C-Terminus des scFv und dem N-Terminus
des HSA kodiert, ligiert. Dieses Verfahren ist in 4 zusammengefasst.
Der Linker oder das Verbindungsfragment führten auch eine einzelne ClaI
Restriktionsstelle ein, um die Konstruktion einer weiteren Reihe von
Genen zu erleichtern, welche Fusionsproteine kodieren, die verschiedene
Spacer enthalten, um die scFv- und HSA-Motive physisch zu trennen. Angelagerte
Oligonukleotidkassetten wurden verwendet, um die folgenden Spacer
zwischen den KpnI und ClaI Stellen einzuführen:
- 1.
Eine Sequenz, die 3 Wiederholungen der Gly4Ser-Sequenz
kodiert.
- 2. Eine Sequenz, die vom flexiblen N-terminalen Ende der humanen
IgG1 Gelenkregion abgeleitet wurde.
-
Zusätzlich wurde
ein Gen, welches ein weiteres Fusionsprotein kodiert, erzeugt, in
welchem die C-Domäne
aus der humanen Ig-Kappa-leichten-Kette als ein Spacer verwendet
wurde, um das scFv (dieses Mal in der VH-VL-Orientierung) vom HSA zu trennen. Die Konstruktnomenklatur
war entsprechend: scFv-HSA, scFv-G4S-HSA, scFv-UHL-HSA, scFv-CK-HSA.
-
Expression der Fusionsproteine in Hefe.
-
Diese
Plasmide wurden linearisiert und in kompetente Pichia pastoris Zellen
transfiziert. Dieses wurde unter Verwendung eines "EasySelect Pichia
Expression"-Kits
(Invitrogen) durch Befolgen der Herstelleranweisungen durchgeführt. Die
Transformanten wurden durch eine Resistenz gegen Zeomycin (500 g/ml)
selektiert, welches in den YPDS-Agar eingeschlossen war, welcher
verwendet wurde, um sie wachsen zu lassen. Die Transformanten wurden
als Mut+ bestätigt, das heißt, sie
waren in der Lage, Methanol als einzige Kohlenstoffquelle zu verwenden,
obwohl sie sensitiv auf die Anwesenheit von überschüssigem Methanol waren. Zwei
Kolonien von jedem der 4 Typen der Transformanten wurden ausgewählt und
in einer Schüttelkolben-Kultur
in BMGY-Medium nach den Anweisungen des "EasySelect Pichia Expression"-Kits angezogen.
Jede Kultur betrug 25 ml in einem 25 ml Kolben, inkubiert bei 30°C, Schütteln bei
225 rpm. Nach 16–18
h, wenn die Kulturen gewachsen waren, um eine optische Dichte bei
600 mm (OD600) zwischen 2 und 6 zu ergeben, wurden die Zellen durch
Zentrifugation geerntet und in 30–40 ml BMMY-Medium (welches
Methanol als Kohlenstoffquelle enthält) resuspendiert, um eine
OD600 von 1 zu ergeben. Die Inkubation wurde anschließend unter
Rühren und
gelegentlichem Hinzufügen
von Methanol, um eine Methanolkonzentration von ungefähr 0,5 Vol.-%
aufrecht zu erhalten, fortgesetzt. Nach 84 h Inkubation wurden die
Kulturen zentrifugiert, und die Überstände wurden
zur Verwendung in der Herstellung von exprimierten und sezernierten
Fusionsproteinen zurückbehalten.
-
Reinigung der Fusionsproteine.
-
Die
exprimierten Proteine wurden aus dem Hefe-Kulturmedium nach einer
Klärung
durch Zentrifugation gereinigt. Das Medium wurde einer Chromatographie
auf einer Matrix aus Blau-Sepharose (Pharmacia) unterzogen, welche
als eine Affinitätsmatrix
für Albumin-enthaltende
Proteine wirkt, wie unten folgt. Jeder geklärte Überstand wurde mit einem Volumen
von Phosphat gepufferter Salzlösung,
pH-Wert 7 gemischt,
und der pH-Wert des Gemisches wurde von ungefähr 6,5 auf ungefähr 7 durch
das Hinzufügen
eines kleinen Volumens Natriumhydroxid-Lösung
(2 M) angehoben. Das Gemisch wurde anschließend auf eine 1,5 ml-Säule aus Blau-Sepharose aufgebracht,
welche in Phosphat gepufferter Salzlösung, pH-Wert 7 prääquilibriert
war. Die Fließgeschwindigkeit
in allen Stufen betrug 0,5 ml/min, und die Temperatur betrug 21°C. Der Aufbringung folgend,
wurde die Säule
mit Phosphat gepufferter Salzlösung
gewaschen, bis eine stabile Grundlinie erreicht wurde, und anschließend wurde
das gebundene Protein durch das Elutionsmittel Natriumthiocyanat,
0,2 M in Phosphat gepufferter Salzlösung eluiert. Die Elution wurde
durch eine Absorption bei einer Wellenlänge von 280 nm überwacht.
Das eluierte Protein wurde gesammelt, konzentriert und sein Puffer
wurde gegen Phosphat gepufferte Salzlösung durch die Verwendung eines
Rührzellkonzentrators
(Amicon, welcher eine Cutoff-Filtermembran mit einem nominellen
Molekulargewicht von 10 kDa verwendet) ausgetauscht. Das Protein
wurde durch die Absorption bei einer Wellenlänge von 280 nm und die Verwendung
eines theoretischen Absorptionskoeffizienten quantifiziert, welcher
für jedes
Fusionsprotein durch die Verwendung des Programms ProtParam (auf
der ExPasy-Webseite zu finden) berechnet.
-
Radioaktives Markieren der
Proteine
-
Fusionsproteine
ohne Linker, mit G4S-Linker oder mit oberem Gelenk-Linker und unmodifiziertes
humanes Serumalbumin wurden mit 125I wie
in Beispiel 1 oben beschrieben, markiert.
-
Analytische Verfahren
-
Die
Proteine wurden charakterisiert und ihre Pharmakokinetik in Ratten
wurde wie in Beispiel 1 beschrieben, analysiert.
-
Ergebnisse
-
Charakterisierung der Fusionsproteine
-
Alle
vier scFv-humanes Serumalbumin-(HSA)-Fusionsproteine wurden von
Pichia pastoris exprimiert, wobei sie in das Medium mit den folgenden
Geschwindigkeiten sezerniert wurden, wie durch die Absorption bei
280 nm der durch die Chromatographie hergestellten Proteinlösungen bestimmt
wurde (Mittelwert aus 2 Experimenten): scFv-HSA (kein Linker), 9,0 μg/ml, scFv-G4S-HSA,
8,5 μg/ml,
scFv-UHL-HSA, 7,5 μg/ml, scFv-CK-Linker, 7,8 μg/ml. Die entsprechenden Banden
der exprimierten Proteine konnten auf einer SDS-PAGE von unfraktioniertem
Hefe-Kulturmedium
beobachtet werden (z. B. 5). Es wurde keine Entwicklung zum
Zweck des Verbesserns der Expressionsmengen unternommen. Diese Daten
legen nahe, dass die Reihenfolge der variablen Domänen in dem
scFv-Abschnitt die Expressionsmengen des Fusionsproteins nicht erheblich
beeinflusst.
-
Eine
reduzierende SDS-PAGE (5) von hergestellten Fusionsproteinen
nach nur einer Blau-Sepharose-Chromatographie zeigte, dass jedes
eine Hauptbande und eine Nebenbande enthielt, wobei die Hauptart
91% des gesamten Proteins in der scFv-HSA-Herstellung, 75% in der
scFv-G4S-HSA-Herstellung, 80% in der scFv-UHL-HSA- und 83% in der
scFv-CK-HSA-Herstellung ausmachte, wie durch
Scannen von Brilliant Blue G-gefärbten
Gelen abgeschätzt
wurde. Die Hauptbande in der jeder Herstellung wies ein sichtbares Molekulargewicht
auf, welches dem theoretischen Molekulargewicht glich, das aus der
translatierten DNA-Sequenz berechnet wurde. Die Nebenbande wanderte
in jeder mit dem Standard-humanen Serumalbumin auf demselben Gel,
was auf geringere(s) Spaltungsereigniss(e) an der Sequenz zwischen
der Albumin- und der scFv- oder scFv-Gelenk-/Spacer-Sequenz hinweist.
Die N-terminale Sequenzierung dieses Nebenprodukts in der scFv-G4S-HSA-Präparation
zeigte, dass es in der Tat den N-Terminus des reifen HSA aufwies.
Die N-terminale Sequenzanalyse der Fusionsproteine zeigte, dass
sie den erwarteten scFv-N-Terminus aufwiesen, welchem in jedem Fall
die Sequenz EAEA voranstand, welche in das Fusionsprotein eingeschlossen
wurde, um mögliche(s)
Problem(e) der sterischen Behinderung zu verringern, welche die
Spaltung der Prosequenz unwirksam macht (wie von Sreekrishna, K.
et al. (1997) Gene, 190, 55–62
diskutiert). Diese EAEA-Spacersequenz wurde jedoch nachfolgend nicht
durch eine Hefe-Diaminopeptidase-Aktivität entfernt. Dennoch inhibierte
diese N-terminale EAEA-Erweiterung die Expression und Sekretion
der heterologen Proteine nicht offenkundig. Es ist wahrscheinlich,
dass die EAEA-Sequenz aus dem Fusionsprotein deletiert werden könnte, um
ein Protein mit authentischem scFv-(oder anderem)N-Terminus zu erzeugen.
-
Es
wurde gezeigt, dass die Blau-Sepharose-Chromatographie in einem
einzigen Schritt wirksam in der Reinigung der Albumin-enthaltenden
Proteine war. Diese Proteine schlossen Nebenprodukte der Proteolyse in
den vorliegenden Fällen
ein, aber es wurden hier keine Optimierungen vorgenommen. Daher
würde erwartet werden,
dass die Proteolyse durch Hilfsmittel wie die Optimierung der Kulturbedingungen,
dem Einschluss von Proteaseinhibitoren und/oder der Expression in
Protease defizienten Stämmen
der Hefe (zum Beispiel wie von Gleeson, M. A. G. et al. in "Pichia Protocols" [Hrsg. Higgins,
D. R. und Cregg, J. M.], veröff.
Humana Press, Totowa, New Jersey (1998), S. 81–94 beschrieben wird) reduziert
wird. Hinsichtlich industrieller Verfahren sind die Kosten der Blau-Sepharose
sehr nied rig, sicherlich wesentlich niedriger, als irgendeine andere
kommerziell verfügbare
Affinitätsmatrix.
Daher ist die Verwendung von Albumin als Teil eines Fusionsproteins
doppelt vorteilhaft, da es dem Protein nicht nur solche Eigenschaften,
wie eine lange Serum-Halbwertszeit (siehe Beispiel 1 oder unten),
sondern auch eine schnelle, kostengünstige Reinigung verleihen
kann. Die Fähigkeit
der Fusionsproteine, einen Liganden zu binden, wurde durch die Biacore-Analyse
bestätigt.
Diese zeigte, dass die Assoziations- und Dissoziationsgeschwindigkeiten
und KD der 4 Typen des Fusionsproteins einander
und anderen Formen des anti-TNF-Antikörpers ähnlich waren,
einschließlich
vollständigem
IgG (Tabelle 1).
-
Pharmakokinetische Analyse
der Fusionsproteine in Rattenplasma
-
Die
Fusionsproteine scFv-HSA, scFv-G4S-HSA und scFv-UHL-HSA wurden 125I-markiert,
wie auch HSA alleine. Der geringere Bestandteil des Albumins, welcher
in jeder der Fusionsprotein-Herstellungen anwesend war, wurde ebenfalls
markiert. Die Analysen der Verteilung der Markierung in dem Fusionsprotein
und den Albuminbestandteilen der Herstellungen durch zwei Verfahren
der Autoradiographie und durch Phosphorimaging ergaben ähnliche
Ergebnisse. Der Mittelwert der zwei Verfahren betrug: für scFv-HSA,
76% der Markierung lagen im Fusionsprotein vor, für scFv-G4S-HSA,
80% der Markierung lagen im Fusionsprotein vor, für scFv-UHL-HSA,
40% der Markierung lagen im Fusionsprotein vor. Die übrige Markierung
wurde vom Albuminbestandteil jeder Herstellung aufgenommen.
-
Diese
Proteine wurden in Ratten (n = 6) injiziert. Plasmaproben wurden
in Intervallen für
eine Analyse durch Gammazählung
und durch eine SDS-PAGE, gefolgt von einem Phosphorimaging, genommen.
Die Verteilung der Markierung in den verschiedenen Proben wurde
während
der ersten 48 h durch Phosphorimaging der Proben aus einer Ratte
pro Gruppe bestimmt (Wiederholungsanzahl, n = 2 oder 4). In jedem
Fall wurde gefunden, dass keine eindeutige Änderung in der Verteilung der
Markierung während
des 48 h-Zeitraums vorlag (Daten nicht gezeigt). Daher waren die
Fusionsproteine nicht anfällig
für einen
erheblichen Abbau in vivo. Es wurde angenommen, dass diese Stabilität für die gesamte
Dauer des Experiments beibehalten wurde, welche 144 h betrug, und
die pharmakokinetische Analyse der Proteine basierte auf den Ergebnissen
der Gammazählung.
Die Pharmakokinetik war für
alle Proteine ähnlich
(siehe 6), wodurch gezeigt wird, dass sich die Fusionsproteine ähnlich wie
unmodifiziertes humanes Albumin im Plasma in vivo verhielten. Es
sei angemerkt, dass HSA in Ratten nur halb (oder weniger) so beständig wie
das homologe Rattenalbumin ist, und für eine Fusion von scFv mit
HSA würde
nicht nötigerweise
erwartet werden, dass sie eine Halbwertszeit ergibt, die irgendwie
länger
als jene von HSA selber ist. Dennoch sind die AUC für die 125I-Fusionsproteine ungefähr 13-mal
größer als
jene für
die 125I-Fab'-cys-Kontrolle (gezeigt
in 2).
-
Dieses
Beispiel zeigt, dass Serumalbumin an andere(s) Protein(e) fusioniert
werden kann, um eine Fusion zu erzeugen, welche Funktion(en) der
(des) anderen Proteins(e) zusammen mit der langen Halbwertszeit des
Albumins besitzt. Da die Fusion keine Albumin-Cysteinylthiole beteiligt,
bleibt weiterhin die Möglichkeit,
ein Fusionsprotein als Akzeptor für ein oder mehrere Fab'-Molekül(e) zu
verwenden, welche(s) durch chemische Hilfsmittel verbunden werden
(wird), wie beispielhaft durch die Beispiele 1 und 3 dargestellt
wird. Polyspezifische, sowie polyvalente Moleküle könnten auf diese Weisen erzeugt
werden.
-
Beispiel 3.
-
Fab'-Dimer-Albumin-Konjugat
-
Verfahren
-
Herstellung des Dimers des Anti-Zelloberflächenmarker-Fab'.
-
Der
Anti-Zelloberflächenmarker
wurde gentechnisch als ein Fab' hergestellt.
Er wurde in E. coli exprimiert und wurde aus dem Periplasma extrahiert,
wie es in der internationalen Patentspezifikation Nr.
WO 98/25971 beschrieben wird.
-
Die
Fab'-Zwischenketten-Disulfidbindung
wurde wie folgt reduziert: 12 ml Fab' bei 20,93 mg/ml in 0,1 M Natriumphosphat,
pH-Wert 6,0, 2 mM EDTA wurden mit 240 μl 250 mM 2-Mercaptoethylamin
im selben Puffer gemischt und für
50 min bei 38°C
inkubiert. Eine Diafiltration der Probe gegen denselben Puffer entfernte das
Reduzierungsmittel. Die Ausbeute des Fab' in dieser Stufe betrug 85,1%. Ein Thiolassay
zeigte, dass ein Durchschnitt von 0,83 freien Thiolen pro Fab'-Molekül vorlag,
und eine Analyse durch eine GF250 Größenausschluss-Chromatographie
zeigte, dass das Protein 93,1 Fab'-Monomer und 6,9% Disulfid-gebundenes
F(ab')2 umfasste.
-
Das
Vernetzungsmittel war eine Trimaleimidverbindung, die in 7 dargestellt
ist. Dieses Molekül enthielt
auch eine Metall-chelatbildende Funktion. Eine 1 mg/ml Lösung dieser
Verbindung wurde in 0,1 M Natriumphosphat, pH-Wert 6,0, 2 mM EDTA
hergestellt, und 5 Aliquots von jeweils 434,8 μl wurden unter Mischen in 5
min Intervallen zu der oben reduzierten Fab'-Herstellung hinzugefügt. Dies
stellte ein molares Verhältnis von
Vernetzungsmittel:Fab':
1:2,56 bereit. Das Gemisch wurde bei 21°C für 3 h inkubiert, wobei zu diesem
Zeitpunkt 25 μl
Eisessig hinzugefügt
wurden, um den pH-Wert auf 4,5 zu senken. 47 ml Wasser hinzugefügt, um die
Leitfähigkeit
zu senken, und das Gemisch wurde durch eine Ionenaustausch-Chromatographie
getrennt. Die Proteine wurden auf eine 2,6 cm Innendurchmesser × 15,5 cm
Säule (Pharmacia),
welche Methylsulfonat-Kationenaustauscher
(SP-Sepharose HP) enthielt, mit einer Fließgeschwindigkeit von 10,5 ml/min
aufgebracht und durch einen Gradienten von 0 bis 250 mM Natriumchlorid
in 50 mM Acetat, pH-Wert 4,5 eluiert. Die Elution wurde durch Absorption
bei 280 nm überwacht.
Die verschiedenen Reaktionsprodukte (Monomer, Dimer und Trimer)
wurden durch eine SDS-PAGE und durch eine GF250-Größenausschluss-Chromatographie identifiziert.
Nur die Fraktion, welche Fab'-Dimer enthielt, wurde
für die
nachfolgende Konjugation an Albumin verwendet.
-
Verbindung des Fab'-Dimers an Ratten-Serumalbumin.
-
33,71
mg RSA wurden in 2,5 ml 0,1 M Natriumphosphat, pH-Wert 6,0, 2 mM
EDTA gelöst
und mit 25 μl
200 mM 2-Mercaptoethylamin im selben Puffer gemischt, was eine Reduktionsmittel-Endkonzentration
von 2 mM ergab. Das Gemisch wurde bei 37°C für 1 h inkubiert. Das Reduzierungsmittel
wurde anschlie ßend durch
eine Größenausschluss-Chromatographie
auf Sephadex G25M entfernt, unter Verwendung einer PD10-Säule (Pharmacia,
Code Nr. 17-0851-01, nach den Herstelleranweisungen verwendet).
Der Puffer war anschließend
Natriumphosphat, 0,1 M, pH-Wert 6, 2 mM EDTA. Die Konzentration
des Albumins betrug 143 μM.
-
Das
reduzierte Albumin wurde mit konjugiertem Fab'-Dimer in einem molaren Verhältnis von
1:1 inkubiert und bei 21°C
für 24
h inkubiert. Das Reaktionsgemisch wurde durch eine Chromatographie
auf Gammabind plus, wie in Beispiel 1 (oben) beschrieben, unter
Verwendung einer Säule
mit 3 ml Volumen getrennt. Nicht umgesetztes Albumin versagte an
diese Matrix zu binden. Gebundenes Material wurde durch einen Puffer
aus 0,5 M Essigsäure,
pH-Wert 3 eluiert. Die eluierten Fraktionen wurden umgehend durch
das Hinzufügen
von Trizma, 2 M, pH-Wert 8,8 neutralisiert. Dieses Material wurde
weiterhin durch eine Blau-Sepharose-Chromatographie, wie in Beispiel 2 beschrieben,
gereinigt. Nicht umgesetztes Fab'-Dimer
versagte, an die Matrix zu binden, und gebundenes Material wurde
mit Natriumthiocyanat, 0,2 M in Phosphat gepufferter Salzlösung eluiert.
Die eluierten Fraktionen wurden konzentriert, und der Puffer wurde
gegen Phosphat gepufferte Salzlösung in
einer Rührzelle
(Amicon) mit einem Cutoff-Filter mit 10 kDa nominellem Molekulargewicht
ausgetauscht. Jeder Chromatographietyp wurde wiederholt, um das
Albumin-Fab'-Dimer-Konjugat
vollständig
zu reinigen,
-
Analytische Verfahren.
-
Die
Verfahren waren wie in den Beispielen 1 und 2 beschrieben, außer dass
für die
N-terminale Proteinsequenz-Bestimmung das automatische Sequenziergerät, welches
verwendet wurde, ein PE Biosystems Procise 492 war. Zusätzlich wurden
die Ligandenbindungseigenschaften des Konjugats durch eine Scatchard-Analyse
seiner Bindung an ganze Zellen bestimmt, wie unten folgt.
-
Das
Konjugat und ein Kontrollprotein (ein Dimer aus Fab', welches über Thiole
durch bis-Maleimidohexan vernetzt ist) wurden durch Bindung von
Fluoreszein markiert. Dieses wurde durch Inkubation von einem mg
Protein in 1 ml 0,1 M NaHCO3 mit 100 μg Fluoreszeinisothiocyanat
(Sigma F7250) durchgeführt,
welches als 10 μl
Lösung
in Dimethylsulfoxid hinzugefügt
wurde. Die Reaktion fand für
2 h bei 21°C
statt. Die Reaktion wurde durch das Hinzufügen eines molaren Überschusses
Lysin abgestoppt. Markiertes Protein wurde von freiem Fluoreszein
durch eine Größenausschluss-Chromatographie
getrennt. Der Fluoreszeinmarkierte Antikörper wurde in Phosphat gepufferter
Salzlösung
gesammelt und der Proteinbestandteil durch Absorption bei 280 nm
quantifiziert, während
das Ausmaß der
Substitution aus der Absorption bei 495 nm abgeschätzt wurde. Der
für DFM
verwendete μM-Extinktionskoeffizient
betrug 0,14, für
RSA-(Fab')2 0,2 und für Fluoreszein 0,077. Das Fluoreszein-markierte
Kontrollprotein wies ein molares Verhältnis von Fluoreszein: Protein
von 1,59 auf, und das Fluoreszeinmarkierte RSA-(Fab')2 wies
3,08 Fluoreszeinmoleküle
pro Proteinmolekül
auf.
-
Die
fluoreszenten Proteinkonjugate wurden anschließend seriell aus einer höchsten Konzentration
von 2 μg/ml
in Phosphat gepufferter Salzlösung,
welche 5 Vol.-%
fötales
Kälberserum
enthielt verdünnt
(1:1,4). Das Endvolumen pro Röhrchen
betrug 250 μl.
Vierzigtausend Zielzellen wurden in 100 μl pro Röhrchen hinzugefügt, um ein
Endvolumen von 350 μl
und eine höchste
Antikörper-Endkonzentration
von 1,43 μg/ml
zu ergeben. Die Zellen wurden mit Antikörper bei 4°C für 3 h inkubiert. Eine Fluoreszenz
aktivierte Zellsortierungs-(FACS)-Analyse wurde anschließend mit
den Zellen durchgeführt.
Das Fluoreszenzsignal wurde in Moleküle mit äquivalentem löslichen
Fluoreszein aus einer Standardkurve von fluoreszenten Kügelchen
umgewandelt, gemäß dem Verfahren
von Krause et al. ((1990) Determination of Affinities of Murine
and Chimeric Anti-α/β-T Cell Receptor
Antibodies by Flow Cytometry. Behring Inst. Mitt. 87, 56–67). Die
Anzahl der Fluoreszeinmoleküle,
die pro Zelle gebunden wurden, wurde in die Anzahl der Antikörpermoleküle, die
pro Zelle gebunden wurden, durch das Fluoreszein:Protein-Verhältnis umgewandelt.
Eine Subtraktion von der Gesamtzahl der Antikörpermoleküle pro Röhrchen ergab die Anzahl der
freien Moleküle
pro Röhrchen.
Eine Scatchard-Analyse wurde mit diesen Daten durchgeführt.
-
Ergebnisse.
-
In
den verwendeten, nicht optimierten Bedingungen betrugen die Ausbeuten
der Produkte aus der chemischen Vernetzungsreaktion: Fab'-Trimer, 30,6%, Fab'-Dimer, 30,7%, Fab'-Monomer, 38,7%.
-
Dieses
Dimer wurde in den nachfolgenden Reaktionen mit Albumin verwendet.
Durch die Vernetzung mit einem tri-funktionellen Mittel hergestellt,
besaß das
Dimer eine funktionelle Gruppe, welche auf dem Verbindungsrest zurückblieb.
Dieses war ein Maleimid, welches in der Lage war, mit einem freien
Thiol zu reagieren. Ein freies Thiol wurde im Rattenalbumin durch
Reduktion durch ein Verfahren erzeugt, welches unterschiedlich zu
dem in Beispiel 1 verwendeten war. Ein Assay der Thiole in der auf
diese Weise reduzierten Albuminherstellung zeigte, dass dort dann
ein Durchschnitt von 0,97 freien Thiolen pro Molekül vorlag.
Daher kann ein einzelnes Thiol in Albumin durch mehr als ein Verfahren
erzeugt werden.
-
Eine
Inkubation des hergestellten Fab'-Dimers
mit dem reduzierten RSA ergab eine Ausbeute von 1 mg Albumin-Fab'-Dimer-Konjugat nach
vollständiger
Reinigung, wie durch Absorption bei 280 nm unter Verwendung eines
theoretischen Absorptionskoeffizienten abgeschätzt wurde, der durch das Programm
ProtParam (ExPasy) berechnet wurde.
-
Eine
SDS-PAGE (reduziert) des Produkts zeigte die Anwesenheit von zwei
Banden mit sichtbarem Molekulargewicht von ungefähr 150 kDa und ungefähr 31 kDa
(8). Eine N-terminale Sequenzierung zeigte, dass
diese jeweils Albumin-Fab'-schwere-Ketten-Dimer
und Fab'-leichte-Kette
darstellten. Die nicht reduzierte SDS-PAGE zeigte eine Hauptbande
mit sichtbarem Molekulargewicht von ungefähr 200 kDa. Eine N-terminale
Proteinsequenzierung zeigte, dass diese Bande Albumin-Fab'(d. h. schwere und
leichte Ketten)-Dimer darstellte. Dass das Produkt der Vereinigung
von RSA und Fab'-Dimer
aus einem Albuminmolekül
und zwei Fab'-Molekülen bestand,
wurde durch eine N-terminale Sequenzierung des unfraktionierten
Endprodukts ebenfalls bestätigt.
Dies zeigte ebenfalls, dass keine Fab'- leichte-Kette
während
der Herstellung dissoziierte, und dass die kovalente Verbindung
zwischen Fab' und
Albumin nur über
die Fab'-schwere-Kette
stattfand.
-
Die
Ligandenbindungsaktivität
wurde von dem Konjugat beibehalten, wie durch eine FACS-Analyse seiner
Bindung an Zellen, die einen Liganden auf ihrer Oberfläche tragen,
gezeigt wurde. Eine Scatchard-Analyse der Bindung ergab eine 2-Phasen-Kurve, mit
einem KD von 8 nM für die Bindung von einem der
zwei Fab's und 3
nM für
die Bindung von beiden Fab's
in dem Konstrukt (9). Diese Werte waren ähnlich zu
jenen einer Kontrolle (Fab' dimerisiert
durch Vernetzen mit bis-Maleimidohexan,
d. h. welchem der Albuminrest fehlte), welche jeweils 12 nM und
3 nM betrugen. Wie in den anderen zwei Beispielen ergab sich die
Aufrechterhaltung der vollständigen
Bindungsaktivität
des Fab' trotz der
Bindung eines Rests mit großem
Molekulargewicht wahrscheinlich aufgrund der Ausrichtung des Fab'-Gelenks als dem Bindungspunkt, welcher
am entgegengesetzten Ende des Moleküls von der Antigen-Bindungsfunktion
lag. In dem vorliegenden Beispiel interferierte das Albumin mit
keinem Fab', an
welches es gebunden war.
-
Daher
stellte dieses Verfahren ein sehr spezifisches bivalentes Produkt
her. Im Gegensatz zu Beispiel 1 wurde dies eher durch eine Modifikation
des Immunglobulinrestes, als des Albumins vor der Endstufe der Konjugation
erreicht. Wiederum im Gegensatz zu den anderen Beispielen wurde
ein anderes Immunglobulin verwendet, was den allgemeinen Nutzen
des Ansatzes beispielhaft darstellt. Durch Verwenden solcher Ansätze würde eine
Verbindung von Albumin mit anderen polyspezifischen Immunglobulinen
eindeutig polyspezifische Moleküle
mit verlängerter
Halbwertszeit in vivo erzeugen.
-
Die
vorliegenden Ergebnisse stellen auch beispielhaft den Einschluss
einer zusätzlichen
Funktion in das Konjugat dar. Das vorliegende Beispiel stellt den
Einschluss einer Metall-chelatbildenden Funktion dar, wie sie für einen
Assay, die Diagnose oder Therapie geeignet sein könnte. Die
chelatbildende Funktion in diesem Beispiel liegt auf dem Verbindungsrest
und stellt einen Makrozyklus dar, für welchen kürzlich gefunden wurde, dass
er Metalle stark bindet, vor allem Indium, aber möglicherweise
alternativ Kupfer, Gadolinium, Eisen III, Kobalt III, Chrom III,
Nickel oder Aluminium.
-
TABELLE 1.
-
Oberflächen-Plasmon-Resonanzanalyse
der Bindung des Liganden an Kon jugat, Fusionen und andere Immunglobuline.
-
Alle
Immunglobuline und Derivate wurden von demselben anti-TNF-Antikörper abgeleitet,
und TNF wurde als Ligand verwendet. Siehe
10 für die Analyse
der Bindung von RSA-F(ab')
2. Tabelle 1. Oberflächen-Plasmon-Resonanzanalyse
der Bindung des Liganden an Konjugat, Fusionen und andere Immunglobuline
| | ka, 105 M–1s–1 | kd, 10–4 s–1 | KD, 10–10 M |
| IgG | 3,63 | 1,41 | 3,88 |
| Fab' | 2,79 | 0,56 | 2,01 |
| RSA-Fab'-Konjugat | 3,88 | 1,65 | 4,25 |
| scFv-HSA | 7,67 | 1,11 | 1,45 |
| scFv-G4S-HSA | 6,58 | 1,32 | 2,29 |
| scFv-UHL-HSA | 6,64 | 1,52 | 2,29 |
| scFv-CK-HSA | 7,09 | 0,95 | 1,34 |