DE3702429C2 - - Google Patents
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- G—PHYSICS
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- G01P3/665—Devices characterised by the determination of the time taken to traverse a fixed distance using electric or magnetic means for projectile velocity measurements
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum meßtechnischen
Erfassen nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
In der ballistischen Meßtechnik sind verschiedene Methoden
bekannt, um verschiedene interessierende Größen in bezug
auf ein Projektil oder Teilen hiervon zu bestimmen. Opti
sche Methoden sind wetter- und tageszeitabhängig sowie
aufwendig. Bei induktiven Meßmethoden wird eine Magneti
sierung des Projektils vorausgesetzt, was jedoch aus ver
schiedensten Gründen nicht immer möglich ist, z. B. weil
das Material nicht magnetisierbar ist (Hartkerngeschosse
oder dergleichen). Insbesondere werden bei durch Sprengung
erzeugten Projektilen keine oder nur sehr unbefriedigende
Ergebnisse erhalten.
Bei einer entsprechend den Merkmalen
des Oberbegriffes des Patentanspruches 1 aus der US-PS
21 46 723 bekannten Vorrichtung wird mittels einer elektri
schen Ladung eines Projektils durch Influenz auf der Ober
fläche des Projektils ein elektrisches Feld erzeugt und
zur Geschwindigkeitsmessung genutzt. Zur Datenerfassung
des Projektils ist es jedoch notwendig, daß ein Sensor
(Antenne) das elektrische Feld des Projektils erfaßt und
abtastet.
Aus der DE-OS 16 73 382 ist eine weitere Vorrichtung be
kannt, die zur Bestimmung der Geschoßgeschwindigkeit zwei
Induktionsspulen benutzt. Die die Induktionsspulen aufneh
mende Meßeinrichtung ist jedoch für die Datenerfassung un
mittelbar mit der Mündung eines Geschützrohres verbunden,
weshalb sie nur zur Bestimmung der Geschoßanfangsge
schwindigkeit geeignet ist. Durch diese Vorrichtung
wird kein Weg aufgezeigt, auf induktive Weise die gesam
te Flugbahn eines Geschosses oder Teilen davon zu erfas
sen.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung nach dem
Oberbegriff des Patentanspruches 1 zu schaffen, die die
gesamte Flugbahnbemessung eines Projektils oder Teilen davon
durch induktive Erfassung auf einfache und wiederholbare
Weise gestattet.
Gelöst wird diese Aufgabe durch die im Kennzeichen des
Patentanspruches 1 angegebenen Merkmale. Vorteilhafte
Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung gehen aus
den Unteransprüchen hervor.
Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung wird es vorteil
haft ermöglicht, das Magnetfeld, das dem Projektil oder
dessen Teilen durch Luftreibung und/oder bei einer Zündung
oder Sprengung erzeugte Gaswolke erteilt wird, zur
Signalübertragung und somit zur Flugzeitmessung und
Flugbahnerfassung nutzbar zu machen. Dadurch unterscheidet
sich die Vorrichtung wesentlich vom Stand der Technik
nach der US-PS 21 46 923, weil bei der Erfindung die um
ständliche Erzeugung eines elektrischen Feldes beispiels
weise am Projektil durch Influenz entfallen kann.
Die Erfindung ermöglicht es, das umgebende Magnetfeld des
Projektils oder Teilen davon während des Überfluges
durch ein oder mehrfach entlang der Flugbahn gegebenen
falls mit vorbestimmtem Abstand hintereinander angeordne
ten und aus großen Rahmenelementen bestehenden Induk
tionsspulen abzugreifen. Dadurch ermöglicht es die Vor
richtung auch, ein eine Splitterwolke umgebendes Magnet
feld zu erfassen und das zeitliche Auflösen der Splitter
wolke zu bestimmen.
Die Induktionsspule(n) sind mit einer Auswerteeinrich
tung verbunden, die einen einfachen Schaltkreis zur
Zeitbestimmung und eine Einrichtung zum Bestimmen der
Amplitudenextremwerte der Signale aufweist.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der in den Abbildungen
dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert.
Fig. 1 zeigt schematisch eine Vorrichtung zum meßtechnischen Erfassen
eines Projektils.
Fig. 2 zeigt schematisch den Verlauf eines von dem Sensor der Vorrich
tung von Fig. 1 erzeugten Signals.
Fig. 3 zeigt schematisch die Verwendung mehrerer Sensoren entlang der
Flugbahn eines Projektils.
Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung umfaßt einen Sensor 1 aus einer
auf einen Rahmen 2, der beispielsweise ein einfacher Holzrahmen ist, gewic
kelten Induktionsspule 3. Der Rahmen 2 kann eine umlaufende Nut 4 zur Aufnahme
von wenigen Windungen des die Induktionsspule 3 bildenden isolierten Drahtes
aufweisen. Ferner kann der Rahmen 2 einen Ständer 5 aufweisen, der sein Auf
stellen erleichtert. Die von der Induktionsspule 3 umschlossene Fläche liegt
zweckmäßigerweise im Bereich von etwa 1 bis 6 m2. Außerdem ist es zweckmäßig,
den Rahmen 2 möglichst senkrecht zur Flugrichtung 6 eines zu erfassenden Pro
jektils 7 anzuordnen.
Die Induktionsspule 3 ist an eine Anpaßschaltung 8 angeschlossen, die
einen Vorverstärker 9, einen Filter 10, eine Rauschsperre 11 und einen Lei
tungstreiber 12 umfassen kann. Über eine Leitung 13 und einen Leitungsempfän
ger 14 kann das von der Induktionsspule erzeugte Signal auf eine Auswerteein
richtung 15 gegeben werden, vorzugsweise ein Transiscope, d. h. digitaler Si
gnalspeicher und Bildschirmanzeige, so daß eine visuelle Auswertung vorgenommen
werden kann. Außerdem kann ein Rechner 16 und/oder ein Zeitmeßglied 17 ange
schlossen sein, um eine automatische Auswertung durchzuführen.
Ein an der Induktionsspule 3 meßbarer Impuls hat eine maximale Spannung
in der Größenordnung von einigen 100 µV, wenn ein Projektil 7 nahe an der In
duktionsspule 3 vorbei oder durch diese hindurch fließt. Fig. 2 zeigt einen
Spannungsimpuls, wie er von der Induktionsspule 3 in Abhängigkeit von der Zeit
t bzw. dem Flugweg s erzeugt wird. Die Zeit t 0 bzw. der Weg s 0 auf der Abs
zisse stellen den Punkt dar, in dem das Projektil 7 die Induktionsspule 3
passiert. An dieser Stelle würde der Nulldurchgang des Signals erfolgen, wenn
das Projektil 7 konstante elektrische Ladung hätte. Da die elektrische Ladung
durch die Luftreibung aber kontinuierlich zunimmt, wird hierdurch der Null
durchgang des Signals etwa nach rechts - bezogen auf den zurückgelegten Weg in
Flugrichtung - zu t 1 bzw. s 1 verschoben. Falls diese Verschiebung in der Meß
ungenauigkeit untergeht, braucht sie nicht berücksichtigt zu werden. Falls not
wendig, läßt sich jedoch auch eine entsprechende Korrektur vornehmen, da die
Amplituden des positiven und des negativen Zweiges des Signals aus dem glei
chen Grunde nicht die gleichen absoluten Maximalwerte U max , U min besitzen, so
daß sich aus der Differenz hierzwischen ein Korrekturwert zur Ermittlung des
Zeitpunkts t 0 für den Vorbeiflug des Projektils 7 etwa durch den Rechner 16
errechnen läßt.
Wenn zwei oder mehr Sensoren 1 in vorbestimmten Abständen entlang der
Flugbahn des Projektils 7 vorhanden sind, vgl. Fig. 3, kann der Amplitudenun
terschied ebenfalls zur Bestimmung der Ladungsänderung während des Flugs des
Projektils 7 und damit zur Korrektur der Zeitdifferenz zwischen zwei Null
durchgängen der Signale von zwei Sensoren 1 verwendet werden. Bei größerem
Flugweg des Projektils 7 nähert sich dessen elektrische Ladung einem Maximal
wert, so daß eine Korrektur des Nulldurchgangs nur bei geringeren Entfernungen
von der Abschuß- oder Sprengungsstelle etwa bis 60 bis 80 m sinnvoll ist.
Mit einer Anordnung gemäß Fig. 3 kann die Geschwindigkeit eines Projek
tils 7 in verschiedenen Abschnitten seiner Flugbahn 18 bestimmt werden.
Die Messung ist witterungs- und tageszeitunabhängig und erfordert keine
Magnetisierung des Projektils 7. Selbst wenn das Projektil 7 die Induktions
spule 3 trifft, ist ein auswertbares Signal vorhanden, da der Nullpunkt des
Signals erreicht wurde. Die Messungen können auch in einem Abstand von wenigen
Metern von einem Sprengpunkt oder einer Abschußstelle vorgenommen werden. Die
Kosten für die Induktionsspule 3 sind sehr gering, so daß diese nicht gegen
Beschädigung geschützt werden muß. Auch taumelnde bzw. sich überschlagende
Projektile erzeugen immer Impulse gleicher Polarität im Gegensatz zu magneti
sierten Projektilen, die zwei Magnetpole aufweisen. Auch lassen sich Geschosse
mit elektronischen Zündern bzw. mit interner Elektronik, bei denen bei Magne
tisierung die Gefahr bestünde, die Elektronik zu beschädigen oder den Zünder
auszulösen, meßtechnisch über die elektrische Aufladung erfassen.
Claims (3)
1. Vorrichtung zum meßtechnischen Erfassen eines
Projektils oder Teilen hiervon mit einem Sensor
zur Erfassung eines während des Vorbeifluges das
Projektil oder Teilen davon umgebenden elektrischen
Feldes, dadurch gekennzeich
net, daß zur Flugbahnerfassung im Bereich der
Flugbahn wenigstens eine als Sensor (1) ausgebildete
und ein vom Projektil oder Teilen davon erzeugtes
Magnetfeld erfassende Induktionsspule (3) angeordnet
ist, die aus wenigen Windungen besteht, einen großen
Spulendurchmesser aufweist und auf einem Rahmen (4)
angeordnet sowie mit einer Auswerteeinrichtung (15, 16)
gekoppelt ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß zumindest zwei
als Rahmen (4) ausgebildete Induktionsspulen mit
vorbestimmtem Abstand hintereinander im Bereich der
Flugbahn (18) angeordnet sind und die Auswerteeinrich
tung (15, 16) einen Schaltkreis (17) zum Bestimmen der
Länge des Zeitabschnittes zwischen den beiden
Nulldurchgängen der Signale der Induktionsspulen
(3) aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Auswerte
einrichtung (15, 16) eine Einrichtung zum Bestimmen
der Amplitudenextremwerte der Signale der Induktions
spulen (3) aufweist.
Priority Applications (4)
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| DE19873702429 DE3702429A1 (de) | 1987-01-28 | 1987-01-28 | Verfahren und vorrichtung zum messtechnischen erfassen eines projektils oder teilen hiervon |
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Applications Claiming Priority (1)
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- 1987-01-28 DE DE19873702429 patent/DE3702429A1/de active Granted
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