DE1299608B - Verfahren und Vorrichtung zur elektrolytischen Entfernung von Spuren von Metallen aus nichtmetallischen waessrigen Salzloesungen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur elektrolytischen Entfernung von Spuren von Metallen aus nichtmetallischen waessrigen SalzloesungenInfo
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Description
1 2
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur bei einer Verweilzeit von
> 10 Sekunden in Gegenelektrolytischen Entfernung von Spuren von Metallen wart einer teilchenförmigen Kathode mit einer Oberaus
nichtmetallischen wäßrigen Salzlösungen für die fläche von 10 bis 500 cm2 pro Kubikzentimeter des
Verwendung als Katholyt bei elektrolytischen Dirne- Lösungsvolumens, wobei der Abstand zwischen
risationen mittels einer Kathode mit großer Ober- 5 Kathode und Anode <C 6,35 cm ist, und bei einer
fläche sowie auf eine Vorrichtung dafür. Kathodenspannung von —0,5 bis —1,5 V — be-
Die elektrolytische Dimerisation einer organischen zogen auf die Kalomelektrode — elektrolysiert wird.
Verbindung wird in Lösung in einem Kathodenraum Für die Durchführung dieses Verfahrens gelangt
einer elektrolytischen Zelle ausgeführt, in welcher gemäß der Erfindung eine Vorrichtung zur Anwen-Anoden-
und Kathodenraum durch eine ionendurch- io dung, die durch einen Behälter mit einem Flüssiglässige Membran voneinander getrennt sind. Bei An- keitseinlaß und einem Flüssigkeitsauslaß und einer
legen von Gleichstrom an die im Kathodenraum teilchenförmigen Kathode mit einer Oberfläche von
befindliche Kathode und die im Anodenraum befind- 10 bis 500 cm2 pro Kubikzentimeter des Lösungsliche
Anode findet die Dimerisation der organischen volumensund mit einer Anode, die von der teilchenför-Verbindung
unter Erzielung einer guten Ausbeute in 15 migen Kathode durch einen hydraulisch durchlässigen
der flüssigen Katholytlösung statt. Die Katholytlösung Abstandhalter isoliert ist, einer Einrichtung zur Zuumfaßt
im allgemeinen eine wäßrige Lösung eines führung von Gleichstrom an die teilchenförmige Kanichtmetallischen
Salzes, das die Löslichkeit der or- thode und die Anode, wobei im wesentlichen der geganischen
Verbindung und des daraus hergestellten samte Oberflächenbereich der teilchenförmigen Ka-Dimeren
in Wasser erhöht. ao thode innerhalb eines Abstands von bis zu 6,35 cm
Die Elektrohydrodimerisation ist insbesondere be- von der Oberfläche der Anode vorliegt, gekennzeichzüglich
der Herstellung von Adipinsäuredinitril, net ist.
einem wichtigen technischen Zwischenprodukt, aus Das Verfahren und die Vorrichtung gemäß der Er-
Acrylnitril von erheblicher wirtschaftlicher Bedeu- findung werden nachstehend an Hand der Zeichtung.
Es wurde gefunden, daß bei kontinuierlicher 25 nung näher erläutert.
Durchführung der Elektrohydrodimerisation von In der Zeichnung ist eine Ansicht im Schnitt einer
Acrylnitril, während längerer Zeitdauer, wobei das Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens gemäß
Produkt und nicht umgesetztes Acrylnitril aus der der Erfindung dargestellt. Diese Vorrichtung umfaßt
Katholytlösung unter Kreislaufführung der wäßrigen einen Behälter 10 mit einem Bodenteil 13 und einem
Elektrolytsalzlösung gewonnen wird, die Ausbeute an 30 oberen Abschlußteil 14, die miteinander durch ein-Adipinsäuredinitril
zurückgeht und die Bildung von stellbare Abstandsbolzen 15 verbunden sind, wobei
unerwünschten Nebenprodukten zunimmt. Bemühun- die Abstandsbolzen 15 durch Muttern 16 und 17 eingen,
dies durch die Entfernung von abgelagerten or- gestellt und getragen werden. Am oberen Ende und
ganischen Feststoffen in der elektrolytischen Zelle, am unteren Ende des Behälters 10 sind zwischen dem
durch Filtrieren des im Kreislauf geführten Katholy- 35 oberen Abschlußteil 14 und dem Behälter 10 sowie
ten und durch Auswahl von optimalen Arbeitsbedin- zwischen dem Bodenteil 13 und dem Behälter 10
gungen zu vermeiden, blieben erfolglos. Dichtungen 18 für ein hydraulisches Verschließen
Es wurden umfangreiche Untersuchungen ausge- vorgesehen. Der Behälter 10 kann aus Glas oder
führt, wobei festgestellt wurde, daß restliche Spuren- einem keine Verunreinigungen einbringenden Metall,
mengen von Fremdmetallen, wie Kupfer, Nickel, 4° z. B. rostfreiem Stahl, gebildet sein. Es ist ersichtlich,
Silber und anderen Metallen die Kathodenober- daß auch andere Trag- oder Stützeinrichtungen für
fläche der elektrolytischen Zelle plattieren und daß den oberen Abschlußteil 14 und den Bodenteil 13
die Verunreinigung der Kathode durch die sich auf oder andere in einem Stück ausgeführte Ausgestalder
Kathodenoberfläche ablagernden Metalle der un- tungen für den Behälter 10, den oberen Abschlußerwünschten Erniedrigung der Produktausbeute und 45 teil 14 und den Bodenteil 13 ebenfalls gemäß der
der zunehmenden Bildung von unerwünschten Erfindung in Betracht kommen. Wenn Behälter 10
Nebenprodukten entspricht. und dessen tragende Teile aus nichtverunreinigendem
Es ist ein Verfahren zur elektrolytischen Reinigung Metall wie rostfreiem Stahl aufgebaut sind, können
von Lösungen, insbesondere Phosphorsäure, von in die Metallteile an die Kathodenspannung elektrisch
sehr niedriger Konzentration darin gelösten Fremd- 5° angeschlossen sein, um die Möglichkeit von Korrostoffen
bekannt, bei welchem man den Elektroly- sion der Behälteranlage und eine daraus folgende
ten durch Elektroden aus Drahtnetzen langsam hin- Verunreinigung der zu behandelnden wäßrigen Salzdurchführt,
deren Maschenweite um so enger gehal- lösung zu beseitigen.
ten ist, je niedriger die herbeizuführende Endkonzen- Der Bodenteil 13 ist mit einem Flüssigkeitseinlaß
tration der Fremdstoffe ist. 55 11 und der obere Abschlußteil 14 ist mit einem
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Ver- Flüssigkeitsauslaß 12 versehen. Obwohl die Ströfahrens
und einer Vorrichtung zur Beseitigung der mungsrichtung der Flüssigkeit durch den Behälter 10
Kathodenverschmutzung bei einem Elektrohydrodi- nicht kritisch ist, sollte die Ausbildung des Behälters
merisationsverfahren durch Entfernung von Spuren- 10 und des Flüssigkeitseinlasses 11 bzw. des Flüssigmengen
von Metallen aus wäßrigen Elektrolyten, 60 keitsauslasses 12 so angeordnet sein, daß im wesentinsbesondere
aus nichtmetallischen wäßrigen Salz- liehen eine maximale Verweilzeit und gleichmäßige
lösungen. Verteilung der zu behandelnden Flüssigkeit in dem
Das Verfahren zur elektrolytischen Entfernung Behälter 10 geschaffen wird. Wie in der Technik bevon
Spuren von Metallen aus nichtmetallischen wäß- kannt ist, können geeignete Mittel (nicht gezeigt) zur
rigen Salzlösungen für die Verwendung als Katholyt 65 Entfernung irgendeines in dem Behälter 10 sich entbei
elektrolytischen Dimerisationen mittels einer Ka- wickelnden Gases oder sich entwickelnder Gase vorthode
mit großer Oberfläche gemäß der Erfindung gesehen sein, so daß im wesentlichen das ganze Voist
dadurch gekennzeichnet, daß die wäßrige Lösung lumen für die Flüssigkeit genutzt werden kann.
Die Anode 19 ist senkrecht im wesentlichen in der Mitte des Behälters 10 angeordnet und von einer
hydraulisch durchlässigen Abstandshülse oder einem Abstandhalter 20 umgeben. Das Anodenmaterial hat
nur geringen Einfluß auf die Arbeitsweise der Zelle, und es können in der Technik für Anoden bekannte
Materialien wie Kohle und platinüberzogenes Titan sowie viele andere mit großem Erfolg für die Anode
verwendet werden. Eine platinüberzogene Anode hat .gegenüber einer Kohleanode insofern einen Vorteil,
als sie zu keiner Verunreinigung der zu behandelnden wäßrigen Salzlösung mit geringen Mengen kleiner
Kohleteilchen führt. Die teilchenförmige oder gekörnte Kathode 21 umgibt die hydraulisch durchlässige
Abstandshülse 20 und füllt im wesentlichen vollständig den verbleibenden Teil des Behälters 10.
Die hydraulisch durchlässige Abstandshülse 20 kann aus irgendeinem nicht verunreinigenden Kunststoff
•oder Metall oder einem Siebmaterial aufgebaut oder gebildet sein, wie Polyäthylen, Polypropylen oder
rostfreiem Stahl u. dgl., wobei die Menge und die Größe der öffnungen 26 in der Abstandshülse 20
so bemessen sein sollen, daß sie einen maximalen Flüssigkeitsdurchfluß und kein Durchdringen der gekörnten
Kathode 21 zuläßt. Der Durchmesser der Abstandshülse 20 ist nicht kritisch und soll im allgemeinen
auf einem geringsten Wert in Abhängigkeit von dem Durchmesser der Anode 19 gehalten werden.
Die Abstandshülse 20 soll einen inneren Durchmesser besitzen, welcher ausreicht, um einen ringförmigen
Abstand zwischen der Anode 19 und der Innenseite der Abstandshülse 20 zu schaffen, welcher
groß genug ist, um einen elektrischen Kurzschluß ■zwischen der Anode und der gekörnten Kathode zu
verhindern und das Entweichen von gegebenenfalls ■erzeugtem Gas, wie es in der Technik bekannt ist,
zuzulassen.
Die gekörnte Kathode 21 ruht auf und steht im elektrischen Kontakt mit einem Kathodenanschlußteil22.
Ein Kathodeneinlaßträgersieb 24 hindert die Kathode 21 daran, in den Einlaß 11 einzutreten und
isoliert die Kathode davon. Irgendein geeignetes Metall mit einer hohen Wasserstoffüberspannung kann
für die gekörnte Kathode 21 und die Kathodenanschlußplatte 22 verwendet werden. In einer Ausführungsform,
welche zur Entfernung von Spuren an Silber und anderen Metallionen, welche eine wäßrige
Elektrolytsalzlösung verunreinigen können, vorgesehen oder ausgebildet ist, können Bleikügelchen
als gekörnte Kathode 21 und eine Bleiplatte als Kathodenanschlußplatte 22 verwendet werden. Andere
Metalle, welche ähnliche Wasserstoffüberspannungen besitzen, wie Zink, Cadmium u. dgl., können
entweder direkt oder als Überzugsmaterial sowohl für die gekörnte Kathode 21 als auch für den Kathodenanschlußteil
22 verwendet werden. Es ist offensichtlich, daß die Art des für die gekörnte Kathode
und den Kathodenanschlußteil verwendeten Metalls ebenfalls von dem pH-Wert der wäßrigen Salzlösung,
welche mit der Vorrichtung in Berührung steht, abhängt. Die Größe und Form der gekörnten Kathode
21 ist nicht kritisch; es sollten jedoch, wenn möglich, Ausführungsformen gewählt werden, um im wesentlichen
eine größte Kathodenoberfiäche innerhalb eines gegebenen Behältervolumens zu schaffen,
welche jedoch einen im wesentlichen maximalen Flüssigkeitsstrom bei niedrigem Druckabfall durch
den Behälter zuläßt.
Die Isolierdichtung 23 kann vorgesehen sein, um gewünschtenfalls die Kathodenanschlußplatte 22 von
dem Bodenteil 13 zu isolieren, und eine gesättigte Calomelelektrode 25 kann durch den oberen Abschlußteil
14 innerhalb des Behälters 10 vorgesehen sein, um das elektrische Potential zwischen der Flüssigkeit
innerhalb des Behälters 10 und der Kathode zum Nachweis und zur Stromregelung gewünschtenfalls
zu messen. Wenn eine gesättigte Calomelo elektrode vorgesehen ist, soll Sorge dafür getroffen
werden, daß die gesättigte Calomelelektrode nicht in Kontakt mit der gekörnten Kathode 21 innerhalb
des Behälters 10 steht, sondern in einem Flüssigkeitsraum über der gekörnten Kathode.
Im Betrieb kann eine wäßrige Salzlösung mit geringen Spuren von Metallverunreinigung oder -verunreinigungen
in einer Konzentration bis zu 100 Teilen je Million und höhere Konzentrationen mit der
Vorrichtung und durch das Verfahren gemäß der
ao Erfindung behandelt werden, indem man die Metall enthaltende wäßrige Lösung aufwärts durch die gekörnte
Kathode mit Hilfe des Einlasses 11 und Auslasses 12 in der in der Zeichnung gezeigten Ausführungsform
bei einem volumetrischen Ausmaß pumpt,
as das so ausgewählt ist, um eine gewünschte Verweilzeit
zuzulassen, wobei Gleichstrom durch die Vorrichtung über die Anode 19 und Kathodenverbindungsplatte
22 in der gezeigten Ausführungsform geführt wird, um ein gewünschtes Kathodenpotential
auf der gekörnten Kathode 21 aufrechtzuerhalten.
Wäßrige Salzlösungen, welche durch das Verfahren und die Vorrichtung gemäß der Erfindung gereinigt
werden können, umfassen wäßrige Lösungen von organischen und anorganischen Salzen, welche Kationen
haben, die nicht bei einem geringerem negativen Potential als dem des Metallions der Verunreinigung
abgeschieden werden. Geeignete wäßrige Salzlösungen als Emsatzquelle für das Verfahren und
die Vorrichtung gemäß der Erfindung schließen wäßrige Salzlösungen von Alkalimetallen und Erdalkalimetallen,
organischen quarternären Ammoniumsalzen und organischen Aminsalzen ein. Besondere wäßrige
organische Salzlösungen, welche erfolgreich mit der Vorrichtung und dem Verfahren gemäß der Erfindung
gereinigt wurden, schließen Tetramethylammoniumtoluolsulfonatlösung, Tetramethylammoniumäthylsulfatlösung,
Tetraäthylammoniumbenzolsulfonatlösung und viele andere ein.
Die Konzentration des Salzes in der zu reinigenden wäßrigen Lösung kann innerhalb eines weiten Bereichs
verändert werden. Die obere Grenze der Konzentration wird durch die Löslichkeit des Salzes im
Wasser und durch die erhöhte Viskosität einer wäßrigen Lösung von hoher Konzentration, welche das
Ausmaß der Diffusion des reduzierbaren Ions herabsetzen kann, gesetzt. Die untere Grenze der Konzentration
eines Salzes in wäßriger Lösung wird durch die Leitfähigkeit der wäßrigen Salzlösung gesetzt,
welche ausreichend sein muß, um einen galvanisierenden Strom ohne Erzeugung eines unpraktischen
Spannungsabfalls zwischen der Anode und der gekörnten Kathode einer Vorrichtung zu liefern.
In einer bevorzugten Anwendung betreffend die Elektrohydrodimerisierung von Acrylnitril zu Adipinsäuredinitril,
worin eine wäßrige Lösung eines quarternären Alkylammoniumalkylsulfats oder -sulfonats
wie Tetramethylammoniumtoluolsulfonat oder Tetraäthylammoniumäthylsulfat als Katholyt verwendet
Betriebsanlage kann eine Vorrichtung mit einem, ringförmigen Raum von 3,81 cm genutzt werden.
Es ist klar, daß eine Vorrichtung mit zwei oder mehr senkrecht in einem Abstand zueinander ange-5
brachten Anoden gemäß der Erfindung verwendet werden kann. In einer Vorrichtung mit mehreren
Anoden soll die räumliche Anordnung der Anoden so sein, daß im wesentlichen ein Mehrfaches der in
der Zeichnung dargestellten Vorrichtung geschaffen ίο wird. In einer derartigen Ausführungsform soll der
Abstand zwischen beliebigen zwei Anoden im wesentlichen nicht das Zweifache des oben für eine
Vorrichtung der Art mit einer einzigen Anode beschriebenen ringförmigen Abstands überschreiten, so
werden kann, kann eine Salzlösung mit einer Konzentration von 40 bis 80% gemäß der Erfindung gereinigt
werden. Diese Konzentration ist äußerst erwünscht, da der Betrieb der Vorrichtung und des
Verfahrens gemäß der Erfindung mit der wäßrigen Lösung in diesem Salzkonzentrationsbereich keine
zusätzliche Konzentrationseinstellung der wäßrigen Salzlösung nach der Reinigung und vor ihrer Verwendung
als Katholyt in einer Elektrohydrodimerisierungszelle erfordert.
Der pH-Wert einer zu reinigenden Salzlösung kann
sowohl größer als auch kleiner als 7 sein, in Abhängigkeit von dem zu entfernenden Metallion und
den Materialien, aus denen die Vorrichtung aufgebaut ist. Bei einer vorteilhaften Ausführungsform zur 15 daß der Abstand zwischen irgendeiner gegebenen Reinigung einer wäßrigen Salzlösung zur Verwen- Oberfläche der gekörnten Kathode und einer Anode dung als Katholyt in einem Elektrohydrodimerisie- nicht einen ringförmigen Abstand von etwa 6,35 cm rungsverfahren ist ein pH-Wert von 7 oder höher überschreitet.
sowohl größer als auch kleiner als 7 sein, in Abhängigkeit von dem zu entfernenden Metallion und
den Materialien, aus denen die Vorrichtung aufgebaut ist. Bei einer vorteilhaften Ausführungsform zur 15 daß der Abstand zwischen irgendeiner gegebenen Reinigung einer wäßrigen Salzlösung zur Verwen- Oberfläche der gekörnten Kathode und einer Anode dung als Katholyt in einem Elektrohydrodimerisie- nicht einen ringförmigen Abstand von etwa 6,35 cm rungsverfahren ist ein pH-Wert von 7 oder höher überschreitet.
bevorzugt. Die Wirkung der Erniedrigung des pH- Es ist offensichtlich, daß ringförmige Abstände,.
Wertes einer zu reinigenden wäßrigen Salzlösung 20 welche größer sind als die vorstehenden, sowohl für
unter 7 ist die Herabsetzung der für die Entladung eine Vorrichtung mit einer einzigen Anode als auch
erforderlichen Kathodenspannung, die die wirk- für eine Vorrichtung mit mehreren Anoden angegesamste
Abscheidung von verunreinigenden Metall- benen, die Vorrichtung an sich nicht betriebsunfähig
ionen auf den Oberflächen der gekörnten Kathode macht, jedoch dazu führen kann, daß in dem ringverhindern
kann. Wenn Spurenmengen an Silber, 25 förmigen Raum, welcher größer ist als speziell anKupfer,
Eisen und anderen leicht abscheidbaren Me- gegeben, Bereiche sind, die im wesentlichen elektallen
von einer wäßrigen Salzlösung entfernt werden irisch tot sind. Diese im wesentlichen toten Bereiche
sollen, kann der pH-Wert der Lösung niedriger sein, sind für den Betrieb der Vorrichtung wertlos und
als wenn die Entfernung von Spurenmengen schwie- können die nachteilige Wirkung haben, die Leiriger
abscheidbarer Metalle wie Blei, Cadmium, 30 stungsfähigkeit des Verfahrens und der Vorrichtung
Nickel u. a. notwendig ist. zur Entfernung von Spuren von Metallverunreinigun-
Die räumliche Aufteilung der Vorrichtung gemäß gen herabzusetzen.
der Erfindung ist wichtig, um praktische Abschei- In einem kontinuierlichen Verfahren kann die Leidungsgeschwindigkeiten
oder Ausmaße an wäßrigen stungsfähigkeit der Entfernung von Metallspuren Salzlösungen in Konzentrationsgrößenordnungen von 35 durch die Verweilzeit und die Temperatur der zu
Teilen je Million Spuren von Metallverunreinigungen behandelnden Lösung verändert werden. Die Verzu
erhalten. Das Verhältnis der Oberfläche der weilzeit ist definiert als das Flüssigkeitsvolumen der
gekörnten Kathode zu dem Salzlösungsvolumen soll Vorrichtung, welches die gekörnte Kathode umgibt,
bei einem praktischen Höchstwert aufrechterhalten geteilt durch die Strömungsgeschwindigkeit einer
werden. Es wurde gefunden, daß sich eine Vorrich- 40 wäßrigen Lösung in der Vorrichtung. Im allgemeinen
tung mit einem Verhältnis der Oberfläche der ge- ist die Leistungsfähigkeit der Entfernung von Metallkörnten
Kathode zum verfügbaren Salzlösungs- spuren bei einer gegebenen Spannung und Stromvolumen
von 10 bis 500 mit einem bevorzugten Be- stärke für eine Vorrichtung um so größer, je größer
reich von 30 bis 100 cm2 Kathodenoberfläche je die Verweilzeit und je höher die Temperatur der zu
Kubikzentimeter Volumen der wäßrigen Salzlösung 45 reinigenden wäßrigen Lösung ist. Es wurde gefunden,
innerhalb der Vorrichtung als praktisch erwies und daß eine Verweilzeit von 10 Sekunden ausreichend
in einer bevorzugten Ausführungsform kann ein Ver- ist; jedoch wird eine Verweilzeit von wenigstens
hältnis von 38 cm2 Oberfläche der gekörnten Ka- 30 Sekunden für die meisten Behandlungen der
thode je Kubikzentimeter Volumen der wäßrigen meisten wäßrigen Salzlösungen bevorzugt. Es ist auch
Salzlösung unter Verwendung von kugelförmigem 50 klar, daß Sorge dafür getroffen werden soll, bei einer
Bleischrot Nr. 8 und einen Durchmesser von 0,23 cm Temperatur unter dem Siedepunkt des Wassers und
als gekörnte Kathode erhalten werden.
In einer Vorrichtung der Art mit einer einzigen Anode, wie in der Zeichnung dargestellt, ist der ringförmige
Abstand zwischen der Anodenoberfläche und 55 der Innenseite der Behälterwandung, welcher die
größte Entfernung von einer Anodenoberfläche zu der Oberfläche der gekörnten Kathode darstellt,
wichtig wegen der durch diese Art von Vorrichtung
mit gekörnter Kathode erzeugten ungleichmäßigen 60 genug, um eine beträchtliche Elektrolyse des Wassers
Stromdichte. Dieser ringförmige Abstand kann bis zu der wäßrigen Lösung unter Freisetzung von Wasser-6,35
cm betragen, und es wird bevorzugt, daß der stoffgas an den Oberflächen der gekörnten Kathode
ringförmige Abstand 2,54 bis 5,08 cm beträgt. In zu bewirken. Es wurde gefunden, daß Kathodenspaneiner
bevorzugten Ausführungsform ergab ein ring- nungen von —0,5 bis — 1,5VoIt in bezug auf eine
förmiger Raum von 3,81 cm ausgezeichnete Abschei- 65 gesättigte Calomelelektrode für die Entfernung von
dungsgeschwindigkeiten von Spuren von Verunreini- Spurenmengen unerwünschter Metalle geeignet sind
gungen aus Silber und Kupfer aus einer wäßrigen in einer Vorrichtung mit einem Oberflächenbereich
organischen Salzlösung, und für eine großtechnische der gekörnten Kathode zu Salzlösungsvolumen von
unter dem Verdampfungspunkt irgendeiner der Komponenten der zu reinigenden wäßrigen Lösung zu
arbeiten.
Im allgemeinen soll der an die Anode und Kathode einer Vorrichtung angelegte Gleichstrom ausreichend
sein, um eine ausreichende Spannung zum Plattieren oder Abscheiden von unerwünschten Metallen auf
die gekörnte Kathode zu liefern, jedoch nicht hoch
10 bis 500 cm2 pro Kubikzentimeter Flüssigkeit und
einem ringförmigen Abstand bis zu 6,35 cm.
Die Einflüsse von Temperaturen und Verweilzeiten auf die Wirksamkeit der Silberentfernung aus einer
wäßrigen Salzlösung bei dem Verfahren und in der Vorrichtung gemäß der Erfindung werden im Beispiel
1 gezeigt.
Es wurde eine wäßrige Lösung mit einem Gehalt von 35 Gewichtsteilen Wasser und 65 Gewichtsteilen
Tetramethylammoniumtoluolsulfonat hergestellt und dieser Lösung genügend Silber hinzugegeben, um
eine Silberkonzentration von 10 Teilen je Million zu erhalten. Es wurde die Vorrichtung der in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsform mit einem ringförmigen Abstand von 3,81 cm und einer gekörnten
Kathode aus Bleikugeln Nr. 8 mit einem Durchmesser von 0,23 cm in einer Bettiefe von 25,4 cm verwendet.
Die Vorrichtung wurde bei einer Kathodenspannung ao von —1,2 Volt mit Bezug auf eine gesättigte Calomelelektrode
betrieben. Fünf Proben der wäßrigen Lösung von Tetramethylammoniumtoluolsulfonat wurden
auf einer kontinuierlichen Basis unter Veränderung der Temperaturen und der Verweilzeiten behandelt
und die Silberkonzentration in dem aus der Vorrichtung ausfließenden Strom für jede Probe gemessen.
Die Ergebnisse sind in der nachstehenden Tabelle I zusammengestellt.
| Temperatur | Verweilzeit | /0 | |
| Probe | der Probe | der Probe | entferntes Silber |
| 0C | Minuten | 65 | |
| 1 | 40 | 0,5 | 68 |
| 2 | 40 | 1,0 | 67 |
| 3 | 60 | 0,5 | 78 |
| 4 | 60 | 1,0 | 84 |
| 5 | 60 | 2,0 | |
35
40
Die Entfernung von Kupferspuren aus wäßrigen Salzlösungen nach dem Verfahren gemäß der Erfindung
wird im Beispiel 2 gezeigt.
Es wurde eine 65%ige wäßrige Lösung von Tetramethylammoniumtoluolsulfonat
mit einem Kupfergehalt von 11 Teilen je Million hergestellt. Es wurde die Vorrichtung der in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsform mit einem ringförmigen Abstand von 3,81 cm und unter Verwendung von Bleikugeln
Nr. 8 mit einem Durchmesser von 0,23 cm in einer Bettiefe von 25,4 cm als gekörnte Kathode zur Reinigung
der Lösung verwendet. Die hergestellte wäßrige Lösung wurde durch die Vorrichtung bei einer
Flüssigkeitstemperatur von 25° C in einem volumeirischen Ausmaß geführt, welches ausreichend war,
um eine Verweilzeit von 10 Minuten innerhalb der Vorrichtung zu schaffen, während eine Kathodenspannung
von — 1,2VoIt mit Bezug auf eine gesättigte
Calomelelektrode in der Vorrichtung aufrechterhalten wurde. Die Analyse der ausfließenden behandelten
Salzlösung zeigte eine Kupferkonzentration von 2 Teilen je Million.
Die in den Beispielen 1 und 2 verwendete Vorrichtung wurde auf kontinuierlicher Basis zur Regelung
des Silbergehalts in einer wäßrigen Katholytlösung betrieben, welche im Kreislauf kontinuierlich durch
eine Elektrolysezelle für die Elektrohydrodimerisierung von Acrylnitril zu Adipinsäuredinitril geführt
wurde. Die Katholytlösung war eine wäßrige Lösung von Tetramethylammoniumtoluolsulfonat in einer
Konzentration von 65 Gewichtsprozent. Die Vorrichtung wurde bei einer Temperatur von 25° C für
die wäßrige Salzlösung innerhalb der Vorrichtung betrieben, und die Kathodenspannung wurde bei
— 1,2 Volt, bezogen auf eine gesättigte Calomelelektrode, aufrechterhalten. Der Fluß in die Vorrichtung
wurde auf eine Verweilzeit geregelt, und es wurden Proben der in die Vorrichtung eingeführten
und aus der Vorrichtung ausströmenden Salzlösung 8 Tage lang täglich entnommen und auf Silbergehalt
analysiert. Tabelle II zeigt die Analysenergebnisse für jede der Proben in Teilen Silber je Million.
Tabelle Π
| Probe | Silber, Teile je Million | ausströmende Lösung |
| zugeführte Lösung | weniger als 0,1 | |
| 1 | 0,5 | weniger als 0,1 |
| 2 | 0,5 | weniger als 0,1 |
| 3 | 0,3 | 0,2 |
| 4 | 0,9 | weniger als 0,1 |
| 5 | 0,3 | 0,1 |
| 6 | 0,9 | weniger als 0,1 |
| 7 | 0,6 | weniger als 0,1 |
| 8 | 0,4 |
Die Vorteile des elektrolytischen Verfahrens und der Vorrichtung gemäß der Erfindung zur Entfernung
von Spuren von Metallverunreinigungen aus wäßrigen Salzlösungen sind vielfältig. Die Vorrichtung gemäß
der Erfindung kann praktisch Geschwindigkeiten oder Ausmaße der Abscheidung von Spuren
metallischer Verunreinigungen ergeben, welche mit vorher bekannten Elektrolysevorrichtungen nicht erhältlich
waren. Wäßrige Salzlösungen mit Konzentrationen an Silber oder anderen Metallen im Bereich
von 0,5 bis 1 Teil je Million oder weniger können rasch und wirtschaftlich aus dem Abfluß der Vorrichtung
erhalten werden. Das elektrolytische Verfahren und die Vorrichtung gemäß der Erfindung zur Regelung
von Spurenmengen von Metallen erlaubt eine bemerkenswert erhöhte Lebensdauer der Kathoden
bei Elektrohydrodimerisationsverfahren. Ferner erlaubt die Vorrichtung und das Verfahren gemäß der
Erfindung die Reinigung von technischen Mengen an wäßrigen Salzlösungen in einem wirtschaftlichen
und wirksamen Maßstab.
Claims (5)
1. Verfahren zur elektrolytischen Entfernung von Spuren von Metallen aus nichtmetallischen
wäßrigen Salzlösungen für die Verwendung als Katholyt bei elektrolytischen Dimerisationen mittels
einer Kathode mit großer Oberfläche, dadurch gekennzeichnet, daß die wäßrige
Lösung bei einer Verweilzeit von > 10 Sekunden in Gegenwart einer teilchenförmigen Kathode mit
909530/409
einer Oberfläche von 10 bis 500 cm2 pro Kubikzentimeter
des Lösungsvolumens, wobei der Abstand zwischen Kathode und Anode <C 6,35 cm
ist, und bei einer Kathodenspannung von —0,5 bis —1,5 V — bezogen auf die Calomelelektrode
— elektrolysiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Verfahren kontinuierlich ausgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Salzlösung eine Lösung
eines quarternären Ammoniumsalzes verwendet wird.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet
durch einen Behälter (10) mit einem
Flüssigkeitseinlaß (11) und einem Flüssigkeitsauslaß (12) und einer teilchenförmigen Kathode
(21) mit einer Oberfläche von 10 bis 500 cm2 pro Kubikzentimeter des Lösungsvolumens und mit
einer Anode (19), die von der teilchenförmigen Kathode (21) durch einen hydraulisch durchlässigen
Abstandhalter (20) isoliert ist, einer Einrichtung zur Zuführung von Gleichstrom an die teilchenförmige
Kathode und die Anode, wobei im wesentlichen der gesamte Oberflächenbereich der teilchenförmigen Kathode innerhalb eines Abstandes
von bis zu 6,35 cm von der Oberfläche der Anode vorliegt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die teilchenförmige Kathode
aus Bleikugeln besteht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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