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Die
Erfindung betrifft einen Bioreaktor zum Kultivieren von Zellen unter
mechanischer Dehnungsbeanspruchung, die Verwendung des erfindungsgemäßen Bioreaktors
zur Kultivierung von Zellen unter mechanischer Beanspruchung sowie
Verfahren zur Gewinnung von unter mechanischer Dehnungsbeanspruchung
kultivierten Zellen und Geweben und ihre Verwendung als biologisches
Ersatzgewebe, insbesondere als autologe oder allogene Transplantate.
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Die
Erfindung betrifft das technische Gebiet des sogenannten "Tissue Engineering" zur Herstellung
künstlicher
Binde-, Muskel- oder Epithelgeweben sowie weiteren kultivierbaren
Geweben auf der Basis von isolierten, kultivierten Zellen und mit
Hilfe verschiedener Biomatrices außerhalb des Körpers.
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Es
ist bekannt, die kultivierten Zellen beziehungsweise Zell-Gewebe-Konstrukte
beispielsweise zur Defektdeckung in den tierischen oder menschlichen
Körper
zu implantieren. Schwerpunkte des Tissue Engineering sind zum einen
die Herstellung räumlich
definierter Gewebe und organoider Strukturen für die Implantation, zum anderen
aber auch die Bereitstellung dieser Gewebe in mechanisch beanspruchbaren
Ausführungen,
nicht zuletzt, damit diese den im tierischen oder menschlichen Körper auftretenden
und mechanischen Belastungen auch ohne zusätzliche, beispielsweise biologisch
inerte, alloplastische Stützmatrices
dauerhaft widerstehen können.
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Allgemein
werden für
die Herstellung transplantierbarer Gewebe meist körpereigene
Zellen (autologe Transplantate) oder aber auch körperfremde Zellen tierischen
oder humanen Ursprungs (allogene Transplantate) auf geeignete Matrices
aufgebracht und kultiviert, wobei normalerweise ihre Proliferation und/oder
Differenzierung sowie ihre dreidimensionale Ausbreitung gesteuert
wird, um einen vitalen und funktionalen Gewebeersatz zu fertigen.
Dabei ist bekannt, dass ein positiver Einfluss von in vitro applizierten
mechanischen Beanspruchungen auf die Proliferations- und Syntheserate
sowie auf die Zell zu Zell- und die Zell zu Matrix-Interaktion primärer Zellen besteht
(Zhuang et al. Circ. Res. (2000) 87(4):316–322). Nachgewiesen ist dieser
Effekt für adulte
Fibroblasten sowie für
Kardiomyocyten, Myocyten, Keratinocyten, Chondrocyten (Mauck et
al. J. Biomech. Eng. (2000) 122(3):252–260) und Endothelzellen, welche
sowohl auf synthetischen als auch auf biologischen Matrices kultiviert
werden.
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Bei
mechanischen Beanspruchungen, die auf zu kultivierende Zellen ausgeübt werden
können, sind
verschiedene Belastungstypen zu unterscheiden:
- 1.
Bei der Scherbeanspruchung kommt es über eine an den Zellen im Wesentlichen
tangential angreifende Tangentialspannung zu einer Scherung, das
heißt
zu einer Verschiebung der Zellen in sich, wobei beispielsweise – vereinfacht
dargestellt – die "Oberseite" einer Zelle zu der
ihr gegenüber
liegenden "Unterseite", welche beispielsweise
auf einem Sub strat haftet, im Wesentlichen parallel verschoben wird.
- 2. Im Gegensatz dazu werden bei der Dehnungsbeziehungsweise
Stauchungsbeanspruchung die Zellen durch eine im Wesentlichen auf
die Zelloberfläche
senkrecht wirkende Normalspannung im Ganzen gestaucht beziehungsweise
gedehnt.
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Im
Bereich des kardiovaskulären
Tissue Engineering wird insbesondere eine pulsatile Scherbeanspruchung
verwendet, um bei den kultivierten Endothel- oder glatten Muskelzellen
in einer dem Körperkreislauf
nachempfundenen Beanspruchung durch pulsierend strömendes Blut
zu simulieren (Mitchell et al. IEEE Trans. Biomed. Eng. (2001) 48(2):268–273; Sodian
et al. J. Biomed. Mater. Res. 2001) 58(4):401–405). Es ist auch bekannt,
dass zur Generierung funktioneller, mechanisch belasteter Gewebe
des Bewegungs- und
Halteapparates, das heißt
von Sehnen, Muskeln oder Knorpeln, die mechanische Beanspruchung
in Form einer Stauchungs- oder Dehnungsbeanspruchung durch Druck-
oder Zugkräfte
die de novo-Synthese extrazellulärer
Matrixkomponenten, das heißt
kollagener und elastischer Fasern, sowie die Zellteilung verbessert
und beschleunigt werden kann (Zhuang et al. Circ. Res. (2000) 87(4):316-322;
Fauza et al. J. Pediatr. Surg. (2001) 36(1):146–151; Zeichen et al. Am. J.
Sports. Med. (2000) 28(6):888–892.
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Es
besteht daher die Notwendigkeit, Vorrichtungen zur Kultivierung
dieser Gewebe, insbesondere Bioreaktoren, zu entwickeln, welche
die zu kultivieren den Zellen und/oder Gewebe einer mechanischen Belastung
-entsprechend einer im späteren
Zielort der Transplantation vorherrschenden mechanischen Situation-
aussetzen.
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Aus
der
DE 10053014 A1 ist
ein Verfahren zur in vitro-Herstellung von vitalem, biologischem
Ersatzgewebe unter Verwendung eines Bioreaktors bekannt, wobei ein
eingespanntes Gewebestück
wiederkehrend mechanisch beaufschlagt wird, so dass eine Zellkulturflüssigkeit
an der einen Oberfläche
des eingespannten Gewebestücks
entlang strömt
und durch den pulsatilen Fluss der Flüssigkeit eine Scherbeanspruchung
der sich an der einen Oberfläche
des Zell-Gewebe-Konstrukts befindlichen Zellen erreicht wird. Zusätzlich wird
durch die Druckbeaufschlagung der einen Seite des eingespannten
Gewebestücks durch
die einströmende
Flüssigkeit
das Gewebestück
in unkontrollierter Weise gedehnt, um eventuell die Windkesselfunktion
der elastischen zentralen Arterien zu simulieren. Dieses Verfahren
beziehungsweise diese Vorrichtung eignet sich lediglich für die Kultivierung
von Gewebestücken
von Herzmuskel- beziehungsweise Gefäßgewebe.
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Aus
Zeichen et al. (Am. J. Sports. Med. (2000) 28(6):888–892) ist
eine Vorrichtung zur Kultivierung von isolierten Fibroblasten beschrieben: Rechteckige
Kulturkammern aus Silikon nehmen die Fibroblastenkulturen auf und
eine elektromechanische Vorrichtung übt wiederkehrende Zugkräfte auf die
elastischen Silikonkammern aus. Die dabei auf die Fibroblastenkulturen
ausgeübte
mechanische Be anspruchung besteht in einer eindimensionalen, das
heißt
biaxialen, Dehnungsbeanspruchung.
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Eine ähnliche
lineare, das heißt
eindimensionale, biaxiale, Dehnungsbeanspruchung wird durch die
in Zhuang et al. (Circ. Res. (2000) 87:316–322) zur Kultivierung von
isolierten ventrikulären
Myozyten in konfluenten Einzellschichten auf Silikonmembranen beschrieben.
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Aus
Fauza et al. (J. Pediatr. Surg. (2001) 36:146–151) ist eine Vorrichtung
zur Kultivierung von fötalen
Myoblasten in einem Kollagenhydrogel bekannt, wobei das mit den
Myoblasten besiedelte Hydrogel in eine kreisrunde Silikonform gegossen
wird. Durch die mechanischen Bedingungen beim Erkalten werden die
Myoblasten einer radialen, das heißt strahlenförmigen,
zweidimensionalen, andauernden, Dehnung unterzogen.
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Derzeit
werden in Deutschland jährlich
cirka 150.000 operative Verschlüsse
von Leistenbrüchen (Herniotomien)
durchgeführt.
Bei etwa 30 bis 50 dieser Eingriffe, insbesondere bei Re-Operationen, kommen
zur Defektdeckung meist Netze aus alloplastischen Materialien wie
Prolene® oder
Vicryl® zum
Einsatz. Weiterhin finden diese Netze Verwendung bei Verschluss
der Bauchdecken nach Transplantationen relativ großer adulter
Organe in relativ kleine kindliche Empfänger. Es ist jedoch bekannt, dass
diese Netze im Empfängerorganismus
zu schmerzhaften Fremdkörperreaktionen,
zu Strikturen der Samenleiter, zu entzündlichen Veränderungen der
Leistengegend und konsekutiv zu Nahtrupturen mit einem Wiederauftreten
(Rezidiv) des Leistenbruchs führen
können.
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Es
besteht daher der Wunsch, mechanisch stabile und vital rebesiedelte,
sowohl autologe als auch allogene Transplantate bereitzustellen.
Insbesondere autologe Transplantate würden aufgrund der Verwendung
empfängereigener
mesenchymaler Zellen kein antigenes Potential besitzen. Auch wäre eine Fremdkörperreaktion
des Empfängers
gegen die transplantierten Faszien wegen des möglichen Verzichts auf alloplastische
Materialien nicht zu erwarten. Leider stehen zur Zeit keine Vorrichtungen,
insbesondere Bioreaktoren, zur Verfügung, die zu befriedigenden
Ergebnissen bei der Generierung von derartigen mechanisch stabilen
Transplantaten führen.
Keine der vorgenannten Vorrichtungen zur Kultivierung von Zellen
unter mechanischer Beanspruchung genügt den Anforderungen, die an
einen Bioreaktor zur Generierung solcher Transplantate idealer Weise
gestellt werden.
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Es
ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Verfahren und Mittel
zur Kultivierung von Zellen unter mechanischer Dehnungsbeanspruchung bereitzustellen.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch
einen Bioreaktor zum Kultivieren von Zellen unter mechanischer Dehnungsbeanspruchung
mit einer Kammer zur Aufnahme von mindestens einer die Zellen tragenden
elastischen Membran, wobei der Bioreaktor dadurch gekennzeichnet
ist, dass die elastische Membran durch auf die elastische Membran
einwirkende Druckbeaufschlagung eines durch die mindestens eine
elastische Membran (10) und die Kammer (30) abgeschlossenen
Volumens (31) auslenkbar ist und ein Sensorsystem (50)
zur Messung der Auslenkung der elastischen Membran (10)
vorgesehen ist.
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Insbesondere
ist in bevorzugter Ausführung der
erfindungsgemäßen einen
Kammer (30) eine zweite Kammer (20) zugeordnet,
welche zusammen mit der elastischen Membran (10) ein Volumen
(21) auf der dem Volumen (31) abgewandten, insbesondere
gegenüberliegenden,
Seite der Membran (10) abschließt, wobei die beiden Volumina
durch die zwischen ihnen liegende Membran getrennt sind. Das durch
die mindestens eine elastische Membran (10) und die Kammer
(20) abgeschlossene Volumen (21) und/oder das
durch die elastische Membran (10) und die Kammer (30)
abgeschlossene Volumen (31) ist bevorzugt mit mindestens
einem Druckantrieb verbunden.
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Die
kultivierten Zellen, welche an der elastischen Membran (10)
angeordnet sind, werden durch die erfindungsgemäß vorgesehene Art der Auslenkung
der elastischen Membran, nämlich
durch eine Beaufschlagung mit einer auf die Oberfläche der elastischen
Membran senkrecht wirkenden bevorzugt pneumatischen und/oder hydraulischen
Druckkraft, welche zu einer Auslenkung der elastischen Membran hauptsächlich in
Form einer Auswölbung führt, multiaxial,
das heißt
zweidimensional, beansprucht, das heißt gedehnt.
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Erfindungsgemäß bevorzugt
ist der erfindungsgemäße Bioreaktor
mit mindestens einem Sensorsystem (50) zur Aufnahme, das
heißt
Messung, der durch die Druckbeaufschlagung bedingten Auslenkung
der mindestens einen elastischen Membran (10) ausgestattet,
insbesondere ist das Sensorsystem mit dem Bioreaktor mechanisch
verbunden, besonders bevorzugt dort eingebaut. Dadurch kann vorteilhafterweise
erreicht werden, dass die unter mechanischer Dehnungsbeanspruchung
kultivierten und insbesondere für
die Generierung sowohl autologer als auch allogener Transplantate
vorgesehenen Zellen, die an der mindestens einen elastischen Membran
des Bioreaktors angeordnet sind, einer äußerst genau dosierten Dehnungsbeanspruchung ausgesetzt
werden. Mit dem erfindungsgemäßen Bioreaktor
können
zelluläre
vitale und mechanisch besonders stabile Implantate für die Transplantation
generiert werden, da die kultivierten Zellen in dem erfindungsgemäßen Bioreaktor
entsprechend ihrer (vorher bestimmten) maximalen Dehnbarkeit belastet werden.
Beispielsweise im Falle von darin kultivierten Faszientransplantaten,
welche normalerweise für
die Implantation in die Bauchwand dienen und die hauptsächlich aus
Fibroblasten und mehreren übereinanderliegenden
kollagenen Faserbündeln
(Kollagen I und III) sowie wenigen elastischen Faserbündeln bestehen,
können
die kollagenen Fasern zu maximal 7 bis 12 %, die elastischen Fasern
zu maximal 150 % gedehnt werden. Die im erfindungsgemäßen Bioreaktor
bevorzugt generierten Faszientransplantate halten deshalb beispielsweise
nach Implantation in die Bauchwand den dort herrschenden mechanischen
Belastungen, insbesondere die durch die physiologische Atemmechanik
und die Peristaltik ausgeübten
multiaxialen Druck- und
Zugkräfte
stand.
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Im
Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung wird unter einer „Kammer" ein Gehäuse oder Gehäuseteil
verstanden, welches ein Volumen vollständig oder teilweise um- beziehungsweise
einschließt.
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Im
Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung werden unter dem Begriff "zu kultivierende Zellen" oder "Zellen" einzelne Zellen,
aber auch Zellverbände,
Gewebe, Zell-Gewebe-Konstrukte, Einzellschichten (Monolayer) sowie
Mehrzellschichten, verstanden, wobei unter dem Begriff "Gewebe" ein Verband von
Zellen gleichartiger Differenzierung und deren Interzellularsubstanz
wie kollagene Fasern, elastische Fasern oder argyrophile Fasern
wie Epithel-, Binde-, Stütz-,
Muskel-, Nerven- oder Gliagewebe und Blut verstanden werden. Derartige
Zellen können
gesunde, kranke, zum Beispiel entartete, und/oder gentechnisch veränderte Zellen
sein. Derartige Zellen können
auch spezifische Zellen sein, die von pluripotenten oder quasi pluripotenten
Stammzellen oder stammzellähnlichen
Zellen abgeleitet werden, insbesondere Zellen, welche mindestens eine
Eigenschaft von Knorpelzellen, Chondrozyten, Osteoblasten oder Osteozyten
zeigen.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
ist mindestens ein Volumen (21) und/oder (31)
mit Flüssigkeit,
insbesondere mit einem Zellkulturmedium, gefüllt, was mit den kultivierten
Zellen, die an der mindestens einen die Zellen tragenden elastischen
Membran (10) angeordnet sind, in Kontakt steht. Bevorzugt
wird die durch die erfindungsgemäße Druckbeaufschlagung
ausgelenkte elastische Membran in das flüssigkeitsgefüllte Volumen
hinein auf gewölbt,
wodurch es durch mechanische Wechselbewegung der elastischen Membran
zu einem Ein- beziehungsweise Ausströmen der Flüssigkeit, insbesondere des
Zellkulturmediums, kommt. Bevorzugt ist dabei an der zusammen mit
der elastischen Membran (10) das flüssigkeitsgefüllte Volumen
bildende Kammer mindestens eine Ein- beziehungsweise Austrittsöffnung zum
Wechsel der Flüssigkeit angebracht,
die insbesondere mit einem Vorratsgefäß in Verbindung steht.
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In
einer Variante dieser Ausführungsform
erfolgt die Druckbeaufschlagung der mindestens einen elastischen
Membran durch Druckerhöhung
beziehungsweise Druckverminderung in dem mindestens einen mit Flüssigkeit
gefüllten
Volumen des erfindungsgemäßen Bioreaktors,
welches besonders bevorzugt mit einem, insbesondere hydraulischen, Druckantrieb
in Verbindung steht. In einer Variante sind dabei beide Volumina
des erfindungsgemäß bevorzugten
Bioreaktors, das heißt
das Volumen auf der einen Seite der elastischen Membran sowie das Volumen
auf deren anderen Seite mit Flüssigkeit
gefüllt.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
ist das in dem erfindungsgemäß bevorzugten
Bioreaktor dem flüssigkeitsgefüllten Volumen der
ersten Kammer gegenüberliegende
Volumen der zweiten Kammer luftgefüllt, wobei insbesondere die Druckerhöhung beziehungsweise
Druckverminderung in dem luftgefüllten
Volumen geeignet ist, die Druckbeaufschlagung der elastischen Membran
und damit ihre Auslenkung zu verursachen. Bevorzugt steht das durch
die zweite Kammer und die elastische Membran gebildete luftgefüllte Volumen
mit einem, insbesondere pneumatischen, Druckantrieb in Verbindung.
Bevorzugt weist der Bioreaktor mindestes eine an dieser Kammer angeordnete
Ein- beziehungsweise Auslassöffnung
auf. In einer besonders bevorzugten Variante ist das flüssigkeitgefüllte Volumen
Teil eines geschlossenen Kreislaufsystems, wodurch ein kontinuierlicher
Zu- und Abfluss von Nährmedium
in dem Bioreaktor gegeben ist. Durch die bevorzugte Anwendung eines
geschlossenen Kreislaufsystems kann über einen langen Zeitraum eine gleichbleibend
hohe Sterilität
des Systems erreicht werden, da ein Öffnen des Bioreaktors zum Wechsel des
Nährmediums
entfällt.
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Erfindungsgemäß bevorzugt
umfasst die mindestens eine elastische Membran der vorgenannten
Bioreaktoren ein biologisch inertes elastisches Material, insbesondere
ist eine Membran aus einem künstlichen
oder natürlichen
Polymer oder besteht aus diesem. In einer weiteren Ausführungsform
stellt die elastische Membran eine biologische Matrix dar. Im Falle,
dass lediglich ein Volumen flüssigkeitsgefüllt ist,
sind die zu kultivierenden Zellen auf der der Flüssigkeit zugewandten Seite
der elastischen Membran angeordnet und die elastische aus Polymermaterial
ausgebildete Membran ist vorzugsweise wasser- und insbesondere wasserdampfdicht.
Bevorzugt wird eine elastische Silikonmembran eingesetzt. Die Membran
kann aber auch aus anderen elastischen Materialien bestehen. In
einer besonders vorteilhaften Ausführungsform werden die Zellen
nicht direkt an der elastischen Membran angeordnet, sondern auf
oder in einer zusätzlich
zur vorgenannten Membran vorhandenen biologischen Matrix ausgesät, eventuell
vorkultiviert und dann zusammen mit der biologischen Matrix auf
die elastische Membran verbracht. Die biologische Matrix ist dabei
in bevorzugter Ausführung
eine Kollagenmatrix, bevorzugt eine azellularisierte Kollagenmatrix.
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Im
Falle, dass beide Volumen des erfindungsgemäß bevorzugten Bioreaktors mit
Flüssigkeit
gefüllt
sind, besteht die elastische Membran bevorzugt aus einer gasdurchlässigen und
insbesondere semipermeablen Membran, insbesondere einer biologischen,
elastischen Matrix, insbesondere bevorzugt einer Kollagenmatrix.
Die zu kultivierenden Zellen werden bevorzugt direkt auf diese biologische Matrix
ausgesät.
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Die
Matrix und/oder Polymer-Membran kann ein- oder beidseitig mit den
zu kultivierenden Zellen versehen sein, insbesondere bewachsen.
Die Matrix und/oder Polymer-Membran kann ein- oder beidseitig eine
dichte oder poröse
Struktur aufweisen.
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In
einer weiteren Ausführungsform
besitzt der erfindungsgemäße Bioreaktor
einen zum Beispiel einoder zweistückig ausgebildeten Halterahmen
zur Fixierung der mindestens einen elastischen Membran, wobei insbesondere
die mindestens eine elastische Membran zwischen zwei Hälften des
Halterahmens bevorzugt in ihrem Randbereich eingespannt wird; dieser
wird in dem erfindungsgemäßen Bioreaktor
angeordnet.
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Erfindungsgemäß bevorzugt
ist die elastische Membran kreisrund ausgeführt und weist dabei einen Durchmesser
von bevorzugt 20 bis 100 mm, besonders bevorzugt von 30 bis 60 mm,
auf. Selbstverständlich
kann auch eine von der Kreisform abweichende Form, insbesondere
eine rechteckige oder symmetrisch vieleckige Form, gewählt werden, wobei
die Abmessungen der von der Kreisform abweichenden Ausführungen
entsprechend den Abmessungen der Kreisform gewählt werden. Erfindungsgemäß bevorzugt
besitzt die elastische Membran mit den vorgenannten Abmessungen
eine Dicke von 0,1 bis 1,5 mm, bevorzugt von 0,2 bis 1,0 mm. Normalerweise
besitzt eine die zu kultivierenden Zellen tragende biologische Matrix,
insbesondere Kollagenmatrix, welche erfindungsgemäß bevorzugt
an der elastischen Membran fixiert wird, an die elastische Membran
angepasste Abmessungen, normalerweise eine Dicke von etwa 90 bis
300 μm,
bevorzugt von etwa 100 μm.
Wird die biologische Matrix direkt, das heißt ohne eine stützende biologisch
inerte elastische Membran eingespannt, wird eine Dicke der biologischen
Matrix, insbesondere Kollagenmatrix, von etwa 600 bis 1500 μm, insbesondere
von etwa 800 bis 1000 μm
bevorzugt.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
ist die zur Aufnahme der zu kultivierenden Zellen vorgesehene biologische
Matrix eine azellularisierte Kollagenmatrix, die in an sich bekannter
Weise aus geeignetem Gewebe gewonnen werden kann. In einer besonders
bevorzugten Variante besteht die Kollagenmatrix aus durch mechanische
und enzymatische Behandlung azellularisierter, das heißt von sämtlichen
Zellbe standteilen und Schleimhäuten
befreiter, Darmwand porcinen Ursprungs.
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Erfindungsgemäß ist dem
Bioreaktor ein Druckantrieb zugeordnet, welcher mit mindestens einem
Volumen des erfindungsgemäßen Bioreaktors
in Verbindung steht. In einer Variante steht der Druckantrieb über mindestens
einen Zugang (32) mit dem Volumen (31) in Verbindung;
in einer weiteren Variante steht der Druckantrieb zusätzlich oder
ausschließlich über den
mindestens einen Zugang (22) mit dem Volumen (21)
in Verbindung. Erfindungsgemäß bevorzugt
weist der Druckantrieb mindestens ein Ventil auf, welches mit einer
Druckvorlage und/oder einem Unterdruckspeicher in Verbindung steht
und das mindestens eine Ventil ein Mehrwegeventil ist, welches die
oder das Volumen (21) und/oder (31) wahlweise mit
der Druckvorlage oder mit einer druckausgleichenden Entlüftung in
Verbindung bringt.
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Die
Druckbeaufschlagung beträgt
dabei, abhängig
von der beabsichtigten Auslenkung, das heißt Dehnungsbeanspruchung, maximal
80 mmHg über Normaldruck.
In einer Variante besteht die Druckbeaufschlagung im Anlegen eines
Unterdrucks von maximal 80 mmHg unter Normaldruck. Selbstverständlich kann
die Druckbeaufschlagung auch einen höheren Betrag aufweisen, wenn
dies für
die individuelle vorgesehene Aufgabe des Bioreaktors notwendig erscheint.
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In
einer besonders bevorzugten Variante des Druckantriebs wird über ein
Steuermodul das Signal des bevorzugt dem erfindungsgemäßen Bioreaktor zugeordneten
Sensorsystems (50) die über
den Druckantrieb bewirkte Druckbeaufschlagung und damit Auslenkung
der elastischen Membran begrenzt, sobald eine vordefinierte, das
heißt
eingestellte, Auslenkung der elastischen Membran durch die Druckbeaufschlagung
erreicht worden ist. Auf diese Weise kann mittels der erfindungsgemäß bevorzugten
Anordnung aus Bioreaktor, Sensorsystem und Druckantrieb eine exakt
kontrollierte Dehnung des im Bioreaktor kultivierten Zellmaterials,
insbesondere die Begrenzung der maximalen Dehnung durch Begrenzung
der maximalen Auslenkung erreicht werden. Dadurch ist es möglich, die
für die
Transplantation vorgesehenen Zellen genau denjenigen mechanischen
Beanspruchungen auszusetzen, denen sie auch nach Transplantation
in dem tierischen oder menschlichen Organismus an Ort und Stelle
ausgesetzt sind. Durch die kontrolliert zu dosierende mechanische
Beanspruchung sind die mit der erfindungsgemäß bevorzugten Vorrichtung kultivierten mechanisch
beanspruchten Zellen gegenüber
den mit bekannten Verfahren generierten Zellen nach Transplantation
deutlich mechanisch stabiler und haltbarer und kommen insbesondere
ohne zusätzliche,
ohne synthetische oder biologische Stützmatrices aus.
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In
einer besonders bevorzugten Variante besteht das zugeordnete Sensorsystem
zur Ermittlung beziehungsweise Aufnahme der Auslenkung der elastischen
Membran aus einem induktiven Wegstreckenaufnehmer, welcher mechanisch
in an sich bekannter Weise an die elastische Membran gekoppelt ist.
Insbesondere beinhaltet das Sensorsystem einen Stempel (51),
welcher in körperlichem
Kontakt mit der elastischen Membran (10) steht, welcher
der durch die Druckbe aufschlagung erwirkte Auslenkung der Membran
folgt. Das von dem Sensorsystem (50) erzeugte Signal wird
insbesondere auf elektrischem Wege an die Steuerung des Druckantriebs übertragen
und enthält
Informationen über
die Größe, das heißt Amplitude,
der Auslenkung der Membran. Selbstverständlich ist auch vorgesehen,
alternative Sensorsysteme einzusetzen, die dem Fachmann geeignet
erscheinen, die Auslenkung der elastischen Membran zu bestimmen.
Dies sind insbesondere kapazitive oder induktive Wegaufnehmer, welche
bevorzugt berührungslos
die Auslenkung der elastischen Membran messen, sowie photooptische
Messsysteme zur Positionsbestimmung.
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In
einer bevorzugten Variante ist der dem erfindungsgemäß bevorzugten
Bioreaktor zugeordnete Druckantrieb mit einem Steuerungsmodul, insbesondere
einem Taktgenerator, zur periodischen, wiederholten Druckbeaufschlagung
der im Bioreaktor angeordneten elastischen Membran ausgestattet.
Dadurch ist es möglich,
eine pulsatile Be- und Entlastung der Dehnungsbeanspruchung der
kultivierten Zellen durchzuführen,
wobei bevorzugt eine Frequenz von 10 mHz bis 60 Hz, besonders bevorzugt von
100 mHz bis 10 Hz, eingesetzt wird. In einer vorteilhaften Ausführung ist
ein Wechsel von kontinuierlichen, das heißt konstanten, und diskontinuierlichen, das
heißt
periodisch wiederholten, Belastungsphasen vorgesehen. Dadurch kann
ein physiologisches, der Empfängersituation
entsprechendes Belastungsprofil erzeugt werden. Es wurde überraschenderweise
gefunden, dass die mit einer diskontinuierlichen Dehnungsbeanspruchung
beaufschlagten Zellen eine erhöhte
mechanische Stabilität
gegenüber
Zellen auf weisen, die einer kontinuierlichen Dehnungsbeanspruchung
ausgesetzt waren.
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Erfindungsgemäß bevorzugt
ist der Druckantrieb zusätzlich
mit einer Drossel, bevorzugt in der Druckbeziehungsweise Verbindungsleitung
zwischen dem vorgenannten Ventil und dem druckbeaufschlagten Volumen
des Bioreaktors, versehen, um die Geschwindigkeit des Druckanstiegs
beziehungsweise des Druckabfalls in dem Volumen des Bioreaktors
zu regulieren. Besonders bevorzugt wird über einen im System angeordneten
Drucksensor zusätzlich
der Druckverlauf in dem mit Druck beaufschlagten Volumen kontinuierlich
gemessen und insbesondere zur Kompensation von Druckschwankungen
und Nichtlinearitäten
eingesetzt, mit dem Ziel, den Vorgang der Auslenkung, hauptsächlich dessen zeitlicher
Verlauf, der Auslenkung der im Reaktor angeordneten elastischen
Membran beziehungsweise der mechanischen Dehnungsbeanspruchung der
auf der elastischen Membran angeordneten Zellen zu kontrollieren.
In einer besonders bevorzugten Variante können folgende Parameter eingestellt
werden: Die maximale Auslenkung der Membran, die Haltedauer der
maximalen Auslenkung, die minimale Auslenkung der Membran, die Haltedauer
der minimalen Auslenkung, die Zeit bis zum Erreichen der maximalen
Auslenkung (Ausdehnungsphase), die Zeit bis zum Erreichen der minimalen
Ausdehnung (Entspannungsphase) sowie dadurch bedingt die Frequenz der
wiederkehrenden beziehungsweise periodischen Dehnungsbeanspruchung.
Selbstverständlich
sind sowohl symmetrische als auch asymmetrische Verläufe der
Auslenkung der elastischen Membran beziehungsweise der Dehnungsbe anspruchung
der kultivierten Zellen vorgesehen. Die maximale Dehnung wird dabei
normalerweise in einem Bereich von 3 bis 15% variiert.
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In
diesem Zusammenhang wird die Dehnung der auf der elastischen Membran
angeordneten Zellen über
die Differenz der Position der am weitesten ausgelenkten Stelle
(Scheitelpunkt) der elastischen Membran unter maximaler Druckbeaufschlagung und
der Position dieser Stelle bei minimaler Auslenkung bei minimaler
Druckbeaufschlagung, im Verhältnis
der Abmessung der aufgespannten elastischen Membran definiert. Als
konkretes Beispiel führt die
Auslenkung einer kreisrunden elastischen Membran mit einem Durchmesser
von 30 mm aus dem entspannten Zustand (minimale Auslenkung) um eine Höhe von 6
mm, gemessen am Scheitelpunkt der ausgelenkten Membran (maximale
Auslenkung), zu einer Dehnung der auf der elastischen Membran angeordneten
Zellen um 10%.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
ist der modulare Aufbau des vorgenannten Systems vorgesehen, welches
eine beliebige Erweiterung erlaubt, so dass gruppenweise Bioreaktoren
bestückt
und mit unterschiedlichen Parametern zeitgleich betrieben werden
können.
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Der
erfindungsgemäße Bioreaktor
besteht bevorzugt aus hitzebeständigen
Glas-, Metall- und/oder Kunststoff-Komponenten, so dass er nach jedem
Gebrauch autoklaviert werden kann, oder umfasst diese Komponenten.
Selbstverständlich
sind zelltoxische Stoffe in den Komponenten des Reaktors nicht enthalten.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform besteht der erfindungsgemäße Bioreaktor
aus den Werkstoffen FPM (Fluorkautschuk) insbesondere in den Handelsformen
DAI-EL®,
Fluorel®,
Tecnoflon® oder
Viton®,
sowie Silicon. In einem erfindungsgemäß bevorzugten Bioreaktor kommen in
einer oberen Kammer, die bevorzugt mit Medium gefüllt ist,
außerdem
die Materialien PSU (Polysulfon), insbesondere in den Handelsformen
Udel® oder UltrasonS®,
sowie V2A und Glas zum Einsatz.
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Die
Verwendung des hier beschriebenen Bioreaktors ist für sämtliche
Zellarten vorgesehen und sinnvoll, deren Kultur unter mechanischer
Belastung zu verbesserten mechanischen Eigenschaften des durch die
Kultivierung gewonnenen bioartifiziellen Gewebes führt. Erfindungsgemäß bevorzugt
ist daher vorgesehen, mit dem erfindungsgemäßen Bioreaktor Skelettmuskelzellen
und Myofibroblasten für das
Tissue Engineering von muskulären
Strukturen sowie Chondrozyten und Osteoblasten für den bioartifiziellen Knochen-
und Knorpelersatz sowie Endothelzellen zur intraluminären Besiedlung
von Gefäßmatrices
und Keratinozyten für
einen mechanisch stabilen Hautersatz zu kultivieren. Auch werden
aus Stammzellen differenzierte Zelltypen, insbesondere Fibroblasten,
Chondrozyten oder Osteoblasten, bevorzugt in dem erfindungsgemäßen Bioreaktor
eingesetzt.
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Beispielsweise
sind dies primäre
ortsständige,
insbesondere aus porcinen Faszien der muskulären Bauchwand enzymatisch gewonnene,
Fibroblasten für
die Generierung autologer und mechanisch stabiler Faszientransplantate.
Insbesondere deshalb, da die se unter definiertem physiologischem
mechanischem Stress wesentliche Bestandteile der extrazellulären Matrix
wie Procollagen I und III, Elastin, Proteoglycane, Laminin oder
Fibronektin bilden und sich entsprechend der mit dem erfindungsgemäßen Bioreaktor
vermittelten mechanischen Dehnung ausrichten und dadurch mechanisch
stabilisiert werden. Im Falle der Generierung autologer und stabiler
Faszientransplantate wird durch den erfindungsgemäßen Bioreaktor
in besonders vorteilhafter Weise die für die Transplantation der in
die Bauchwand oder in die Thoraxwand vorgesehenen Faszientransplantate benötigte radiäre, das
heißt
von zentral nach peripher gerichtete, multiaxiale Dehnung erzeugt.
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In
einer besonders bevorzugten Variante sind dies auch isolierte, insbesondere
allogene, Knorpelzellen und/oder Osteoblasten, die bevorzugt, insbesondere
durch externe Stimulation der Diffenzierung, aus Stammzellen oder
stammzellenähnlichen
Zellen des tierischen oder menschlichen Körpers gewonnen werden. Die
kultivierten Zellen sind aufgrund der erfindungsgemäß vermittelten
mechanischen Dehnungsbeanspruchung in der Lage, die erfindungsgemäß bevorzugte
Kollagenmatrix als biologischer Träger der Zellen gleichmäßig und
auch mehrschichtig zu infiltrieren. Besonders vorteilhaft führt die
durch die kontrollierte mechanische Dehnungsbeanspruchung induzierte
de novo-Synthese von Matrixproteinen in Verbindung mit einer mehrschichtigen
Rebesiedlung der erfindungsgemäß bevorzugt
eingesetzten Kollagenmatrix zu wesentlich optimierten mechanischen
Eigenschaften der kultivierten Zellen, insbesondere zur Generierung
mechanisch besonders stabiler Transplantate.
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Ein
weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch ein Bioreaktor
zum Kultivieren von Zellen, insbesondere von Skelettmuskelzellen,
Myofibroblasten, Chondrozyten, Osteoblasten, Endothelzellen, Keratinozyten
und aus Stammzellen differenzierte Zelltypen, insbesondere Fibroblasten,
Chondrozyten oder Osteoblasten, unter mechanischer Dehnungsbeanspruchung,
welcher umfasst:
- – eine erste Kammer (30)
zur Aufnahme von mindestens einer die Zellen tragenden elastischen Membran
(10),
- – eine
zweite Kammer (20), wobei die elastische Membran (10)
zwischen der ersten und der zweiten Kammer angeordnet ist und in
der ersten Kammer (30) ein Volumen (31) abschließt und auf der
dem Volumen (31) abgewandten Seite der Membran (10)
in der zweiten Kammer (20) ein zweites Volumen (21)
abschließt,
und zwar derart, dass die Membran (10) die beiden Kammern
(20) und (30) und die durch die Kammern (20)
beziehungsweise (30) und der elastischen Membran (10)
abgeschlossenen Volumina (21) beziehungsweise (31)
trennt,
- – mindestens
einen Druckantrieb zur Erzeugung einer Druckbeaufschlagung, das
heißt
einer Druckdifferenz zwischen den beiden Volumina (21)
und (31), wobei der Druckantrieb mit mindestens einem der
Volumen (21) oder (31) verbunden ist, sowie
- – ein
Sensorsystem (50) zur Aufnahme und bevorzugt exakten Kontrolle
der Auslenkung der elastischen Membran beziehungsweise der mechanischen
Dehnungsbeanspruchung der auf der elastischen Membran angeordneten
Zellen, insbesondere durch Rückkopplung
der Informationen der Auslenkung an ein dem Druckantrieb zugeordnetes
Steuergerät.
-
Ein
weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung
der vorgenannten Bioreaktoren zur Kultivierung von Zellen, insbesondere von
Skelettmuskelzellen, Myofibroblasten, Chondrozyten, Osteoblasten,
Endothelzellen, Keratinozyten und aus Stammzellen differenzierte
Zelltypen, insbesondere Fibroblasten, Chondrozyten oder Osteoblasten,
unter mechanischer Beanspruchung.
-
Ein
weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren
zur Gewinnung mechanisch beanspruchter Zellen mittels einer der
vorgenannten Bioreaktoren, wobei dieses Verfahren die folgenden
Schritte umfasst: Das Aussäen
zu kultivierender Zellen auf einer biologischen Matrix, insbesondere
einer Kollagenmatrix, bevorzugt einer azellularisierten Kollagenmatrix,
anschließendes
Anordnen der Zellen auf mindestens einer elastischen Membran, wobei
die auf ausgesäten
Zellen auf der mindestens einen elastischen Membran fixiert werden,
wobei die elastische Membran insbesondere eine Silikonmembran ist.
-
In
einem weiteren Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens findet die Auslenkung
der elastischen Membran aufgrund der auf die elastische Membran
einwirkenden Druckkraft, das heißt durch Druckbe aufschlagung,
statt, wobei die von der elastischen Membran getragenen Zellen mechanisch
beansprucht, insbesondere dehnungsbeansprucht, werden und anschließend mechanisch
beanspruchte Zellen an der mindestens einen elastischen Membran
des Bioreaktors erhalten werden.
-
Bevorzugt
werden für
das erfindungsgemäße Verfahren
die vorgenannten erfindungsgemäßen Bioreaktoren
eingesetzt.
-
In
einer Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird die Stärke
der mechanischen Beanspruchung, insbesondere Dehnungsbeanspruchung, der
auf der elastischen Membran angeordneten Zellen durch Aufnahme und
Kontrolle der Auslenkung der durch Druckbeaufschlagung ausgelenkten
elastischen Membran exakt bestimmt. Bevorzugt ist die mechanische
Beanspruchung der auf der elastischen Membran angeordneten Zellen
eine multiaxiale Dehnungsbeanspruchung, insbesondere aufgrund einer im
Wesentlichen kalottenförmigen,
das heißt
konvexen, Auslenkung der aufgespannten elastischen Membran.
-
In
einer besonders bevorzugten Variante ist das erfindungsgemäße Verfahren
dadurch gekennzeichnet, dass die durch die Druckbeaufschlagung erzeugte
mechanische Beanspruchung periodisch auf die Zellen ausgeübt wird,
wobei insbesondere ein Wechsel zwischen kontinuierlicher, das heißt konstanter,
und diskontinuierlicher, das heißt periodisch wiederkehrender,
mechanischer Beanspruchung durchgeführt wird. Normalerweise wird
dies durch die Verwendung des vorstehend dargestellten erfindungsgemäß bevorzugten
Druckantriebs bewerkstelligt.
-
Weitere
vorteilhafte Ausführungen
der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
-
Die
vorliegende Erfindung wird durch die Figuren und die nachstehenden
Beispiele näher
erläutert,
wobei die Erfindung nicht auf die konkret genannten Ausführungsformen
der Beispiele beschränkt
ist. Gleiche Bezugszeichen in den Figuren weisen auf bau- oder/und
funktionsgleiche Bauteile hin.
-
1 zeigt
den schematischen Querschnitt einer bevorzugten ersten Variante
A des Bioreaktors, im Wesentlichen umfassend einen ringförmigen, zweiteiligen
Halterahmen (11) mit darin an deren Umfang fixierten elastischen
Membran (10), welcher zusammen mit der Kammer (20)
nach oben das Volumen (21) abgrenzt und nach unten zusammen
mit der Kammer (30) das Volumen (31) abgrenzt.
-
2 zeigt
eine Ansicht der bevorzugten ersten Variante A des Bioreaktors,
wobei die Kammern (20) und (30) aus Glas ausgeführt sind
und jeweils Ein- und Auslassöffnungen
(22) beziehungsweise (32) aufweisen und die beiden
Kammern durch einen Stahlring zusammengespannt werden.
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3 zeigt
eine zweite bevorzugte Variante B des Bioreaktors in einem schematischen
Querschnitt. Gegenüber
der bevorzugten ersten Variante weist diese Variante zusätzlich ein
Sensorsystem (50) auf, das mit einem Stempel (51)
mit der eingespannten elastischen Membran (10) in körperlicher Verbindung
steht, und ein planares Deckglas (24) zur visuellen Kontrolle
der auf der elastischen Membran (10) angeordneten Zellen
auf. Die untere Kammer (30) ist nach unten durch eine Grundplatte
(33) begrenzt.
-
4 zeigt die Histologie einer mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens
unter mechanischer Dehnungsbeanspruchung kultivierten Fibroblastenkultur
an Tag 7 der Kultivierung unter der erfindungsgemäßen mechanischen
Dehnungsbeanspruchung: 4A zeigt eine Pentachromfärbung, bei
der sich neu synthetisierte ungeformte extrazelluläre Matrixkomponenten
(Proteoglycane) blau anfärben; 4B zeigt
eine HE-Färbung,
worin dunkel-violett die mehrschichtig wachsenden und teilweise
die Matrix infiltrierenden Zellen dargestellt sind.
-
5 zeigt die Histologie einer in einem Kontrollexperiment
ohne mechanische Dehnungsbeanspruchung kultivierten Fibroblastenkultur: 5A zeigt
eine Pentachromfärbung; 5B zeigt
eine HE-Färbung.
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6 zeigt die Histologie einer mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens
unter mechanischer Dehnungsbeanspruchung kultivierten Fibroblastenkultur
an Tag 21 der Kultivierung unter der erfindungsgemäßen mechanischen
Dehnungsbeanspruchung: 6A zeigt eine Pentachromfärbung; 6B zeigt
eine HE-Färbung.
-
Beispiel 1: Mechano-Bioreaktor
Version A
-
Es
wird ein Bioreaktor bereitgestellt, der aus zwei übereinander
liegenden Gehäuseteilen
oder Kammern (20) und (30) besteht. Diese können wie
in 2 gezeigt, durch einen außen um den Umfang der Gehäuseteile
(20), (30) verlaufenden gürtelförmigen Stahlring zusammengehalten
werden. Die 1 zeigt, dass das Gehäuseteil
(20) zwei Ein-/Auslässe (22)
und das Gehäuseteil
(30) einen Ein-/Auslass (32) aufweist. Die beiden
Gehäuseteile
sind über einander
angeordnet und weisen in dieser Form eine ringförmig verlaufende Nut auf, in
welcher eine zweiteilige im Querschnitt gesehen ringförmige Haltevorrichtung,
insbesondere Halterahmen (11) angeordnet ist. Dieser zweiteilige
Halterahmen (11) spannt eine im lichten Durchgang dieses
Halterahmens angeordnete kreisförmige
elastische Membran (10) fest ein. Durch einen elektronisch
gesteuerten pneumatischen Druckantrieb, der mit der unteren, luftgefüllten Kammer
(30) in Verbindung steht, wird Druckluft pulsatil in die
untere Kammer zugeführt.
Dabei kann der Druck über
einen Bereich von 0 bis 50 mmHg (über Normaldruck) und die Frequenz
der periodisch wiederkehrenden Druckbeaufschlagung von 0,1 bis 2,6 Hz
individuell variiert werden. Die obere Kammer (20) wird über ein
geschlossenes Kreislaufsystem kontinuierlich mit Zellkulturmedium
aus einem Vorratsgefäß beschickt
und entsorgt, dazu wird insbesondere eine Medienpumpe, beispielsweise
eine Peristaltikpumpe verwendet. Zwischen den beiden Kammern (20)
und (30) ist durch zwei Kunststoffringe, die einen Halterahmen
(11) bilden, eine runde, elastische Silikonfolie mit einer
Stärke
von 0,5 mm und einem Durchmesser von etwa 30 bis 40 mm gespannt.
Auf dieser Silikonfolie befindet sich beispielsweise eine zuvor über 48 Stunden
mit primären
Blasten statisch besiedelte biologische porcine Kollagenmatrix von etwa
100 μm Stärke.
-
Der
Mechano-Bioreaktor der Variante A besteht aus hitzebeständigem Glas-,
Metall- und Kunststoff-Komponenten
und kann somit nach jedem Gebrauch autoklaviert werden. Die 1 und 2 zeigen
den Bioreaktor der Variante A.
-
Durch
den pulsatilen Einstrom der Druckluft wird eine definierte Druckbeaufschlagung
auf die Silikonfolie übertragen,
was zu einer konvexen Auslenkung der aufgespannten Silikonfolie
und somit zu einer multiaxialen Dehnung und Längenzunahme des auf der Silikonfolie
aufgebrachten Zell-Matrix-Konstrukts
von etwa 10 % zur Folge hat. Durch die elektronische Antriebssteuerung
wird die mechanische Belastung beispielsweise im Wechsel zwischen
mechanisch statischer und pulsatiler Dehnungsbeanspruchung für bis mehrere
Wochen auf beispielsweise autologe artifizielle Faszien-Patches
appliziert.
-
Beispiel 2: Mechanobioreaktor
Variante B
-
Es
wird ein Bioreaktor bereitgestellt, der wie aus 3 hervorgeht,
im Wesentlichen aus einem oberen Kompartiment, das aus einer Kammer
oder Gehäuseteil
(20) und daran angeordneten Ein- und Auslassöffnungen
(22) zur Zu- und Abfuhr von Zellkulturmedium, sowie insbesondere
einem Planaren Deckglas (24) zur Beobachtung der auf der
eingespannten elastischen Membran (10) angeordneten Zellen
aufgebaut ist.
-
Der
Bioreaktor ist weiter aus einem unteren Kompartiment aufgebaut,
welches aus der Kammer oder Gehäuseteil
(30) mit einer daran angeordneten Einbeziehungsweise Auslassöffnung (32)
und einer Grundplatte (33) mit einem darin angeordneten
Sensorsystem (50) bestehend aus einem induktiven Wegnehmer
und einem Stempel (51), der mit der aufgespannten elastischen
Membran (10) in körperlichem
Kontakt steht, gebildet wird. Die Funktion des zweiteiligen Halterahmens
(11) gemäß der Ausführung nach 1 wird
von dem unteren Abschnitt der oberen Kammer (20) und dem
oberen Abschnitt der unteren Kammer (30), zwischen denen
die elastische Membran (10) an ihren Rändern eingespannt ist, übernommen.
-
Im
oberen Kompartiment wird das mit Zellkulturmedium gefüllte Volumen
(21) durch das Deckglas (24), die Kammer (20)
und die Oberseite der elastischen Membran (10) begrenzt.
Im unteren Kompartiment wird das gasgefüllte Volumen (31) durch
die untere Kammer (30), die Grundplatte (33) mit
dem darin angeordneten Sensorsystem (50) und durch die
eingespannte elastische Membran (10) begrenzt.
-
Dieser
Bioreaktor dient der Langzeit-in vitro-Kultivierung von Zell-Matrix-Konstrukten
unter definierter zyklischer mechanischer Belastung bei kontinuierlichem
Zu- und Abfluss von Zellkulturmedium in einem geschlossenen System.
Sowohl der Bioreaktor als auch das Mediumreservoir inklusive der Schlauchverbindungen
werden während
der Kultivierung bevorzugt in einem Inkubator mit einer 5% Kohlendioxid-Atmosphäre bei cirka
37°C und
95% Luftfeuchtigkeit untergebracht. Das Medium wird in einem geschlossenen
Kreislaufsystem mittels einer handelsüblichen Peristaltikpumpe (IPC-12
der Firma ISMATEC S.A., Glattbrugg, CH) und mittels sterilisierbarer
Silikonschläuche
bei konstanter Geschwindigkeit durch die obere Kammer (20)
des Reaktors gepumpt.
-
Als
Mediumreservoir dient eine Glasflasche, welche zur Oxigenierung
des Mediums über
einen Sterilfilter bevorzugt mit der CO2-angereicherten
Atmosphäre
des Inkubators mit 5% CO2 und 95% relativer
Feuchte verbunden ist.
-
Das
untere Kompartiment ist mit dem oberen Kompartiment über Schrauben
verbunden. In diesem Kompartiment erfolgen die Luftdruckbeaufschlagung sowie
die Wegmessung der Auslenkung der elastischen Membran. Bei der horizontal
angeordneten elastischen Membran handelt es sich um eine sterilisierbare
Membran aus medizinischem Silikon, auf der beispielsweise eine mit
mesenchymalen Zellen rebesiedelte biologische Matrix aus azellularisiertem Kollagen
aufgelegt ist, wobei diese zusammen mit der Silikonmembran mit Hilfe
zweier O-Ringe zwischen den beiden Kompartimenten aufgespannt wird.
-
Ein
induktiver Wegaufnehmer, welcher als Sensorsystem (50)
im unteren Kompartiment untergebracht ist, drückt mit dem Stempel (51)
von unten leicht federnd gegen die Silikonmembran und ermittelt
die Auslenkung der Membran nach Druckbeaufschlagung beispielsweise
nach oben, das heißt
ins Volumen (21) der oberen Kammer (20), durch
Ausgleiten des sich der Auslenkung der elastischen Membran nachführenden
Stempels (51) aus dem induktiven Wegaufnehmer, wobei durch Änderung
der Induktion infolge des Ausgleitens des Stempels (51) die
Position des Stempels und damit indirekt die Amplitude der Auslenkung
der elastischen Membran bestimmt werden kann.
-
Das
Signal des Wegaufnehmers wird für
die Steuerung des dem Bioreaktors zugeordneten Druckantriebs benutzt,
wobei bei Erreichen eines voreingestellten maximalen Werts der Ausdehnung die
Druckbeaufschlagung des unteren Volumens (31) durch den
Druckantrieb gestoppt wird. Dabei wird die Verbindung zwischen einer
Druckvorlage im Druckantrieb und dem Volumen (31) durch
Betätigung
eines Ventils im Druckantrieb unterbrochen. Die Verminderung der
Druckbeaufschlagung der unteren Kammer (30) wird durch
die Entlüftung
des Volumens (31) über
den Druckantrieb erzielt. Dabei ist in der Zuleitung zur unteren
Kammer (30) zusätzlich
eine einstellbare Drossel angebracht, womit die Geschwindigkeit
der Druckzunahme beziehungsweise des Druckabfalls im Volumen (31)
bestimmt werden kann. Über
einen Drucksensor in der Druckluftzuleitung wird außerdem der
Druck im System erfasst. Zusammen mit einem Rechnerprogramm können die Druckverläufe und
die gemessenen Auslenkungen der elastischen Membran über die
Zeit dargestellt und dokumentiert werden.
-
Beispiel 3: Isolierung
von Fibroblasten aus autologer Muskelfaszie
-
a) Entnahme von Faszie
-
Es
wird eine stabile Präparation
und die Entnahme von zwei porcinen Faszien des M. rectos abdominis,
das heißt
beidseits der medianen Laparotomie je eine Faszie, durchgeführt. Der
Transport und die Lagerung der entnommenen Faszien kann in sterilem
cirka 4°C
kaltem DMEM-Puffer mit Pen./Street. und ohne FCS (fötales Kälberserum)
durchgeführt werden.
-
Während die
eine entnommene Faszie zur Zellisolierung verwendet wird, kann die
andere Faszie zur Azellularisierung für die Kollagenmatrices verwendet
werden, wobei je zwei Matrices mit einem Durchmesser von cirka 50
mm pro Faszie erhalten werden können.
-
b) Isolierung reifer primärer porciner
Fibroblasten (pPFB)
-
Die
entnommene Faszie wird etwa 60 Minuten bei cirka 37°C bei 300
Upm in frischem DMEM (Fa. Gibco) mit 1 g/l Nebacetin (Fa. Gibco),
1250 μg/l Amphotericin
B (Fa. Gibco) und 1% Pen./Strept. (Fa. Gibco) gewaschen und in frisches
Medium überführt. Anschließend werden
etwa vier- bis fünfmal
je 1 g Gewebe, welches zuvor mit einem Skalpell mechanisch zerkleinert
worden ist (Größe ca. 0,5 × 0,5 mm), in
je 12,5 ml sterilfiltrierter 0,06%iger Kollagenase A (Roche®)
in 50 ml-FALCON-Gefäßen bei
cirka 37°C im
Schüttler
bei 500 Upm für
20 Stunden liegend inkubiert. Anschließend wird nach Zusatz von je
12 ml 0,1% Trypsin/EDTA bei cirka 37°C im Schüttler bei 500 Upm eine Stunde
inkubiert und danach jeweils 24 ml DMEM-Puffer mit 1% Pen./Strept.
und 10% FCS (PFB-Medium) zugegeben und bei cirka 4°C bei 1100
Upm für
10 Minuten zentrifugiert. Die erhaltenen Pellets werden jeweils
in 1 ml PFB-Medium aufgenommen.
-
Die
Zellzahl- und Vitalitätsbestimmung
findet in einer Neubauer-Zellkammer mittels Trypanblau mit 100 μl Zellsuspension
statt. Dabei werden je 12 μl Zell-Tryanblau-Suspension
auf ein Feld der Zählkammer
gegeben.
-
c) Kultur
-
Zur
Kultivierung werden die durch die Zentrifugation erhaltenen Pellets
in je 8 ml PFB-Medium aufgenommen und in 25T-Flaschen bei 5% CO2, 37°C
und 95% Luftfeuchtigkeit bis zur Subkonfluenz kultiviert. Bei dem
zweimal öffentlich
stattfindenden Mediumwechsel werden dabei etwa 50% des alten Mediums
in der Flasche belassen.
-
d) Passage
-
Bei
einer Subkonfluenz von cirka 80 bis 90% werden die Zellen passagiert.
Dazu wird das Medium abgenommen und die entleerte Kulturflasche
noch zweimal mit 10% PBS-Puffer gespült. Anschließend wird
3 Minuten bei etwa 37°C
im Brutschrank mit 3 ml 0,1% Trypsin/EDTA inkubiert. Unter dem Lichtmikroskop
wird begutachtet, ob noch partielle Adhärenz besteht. Die Zellsuspension
wird nach Zugabe von 10 ml Stoppmedium in 50 ml-FALCON-Gefäße überführt und
bei 1100 Upm bei 4°C
für 10
Minuten zentrifugiert, der Überstand
verworfen und das Pellet in 1 ml Medium aufgenommen.
-
e) Immunhistochemie
-
Für die immunhistochemische
Untersuchung von porcinen Desmin (Myocyten), CD31 (Endothelzellen)
und Vimentin (alle mesenchymalen Zellen) werden Cytospots auf silanisierte
Objektträger
aufgetragen.
-
Ergebnisse:
-
Mit
der erfindungsgemäß bevorzugten
Methode der Zellisolierung können
primäre
reife Fibroblasten (PFB) aus Biopsien der Muskelfaszien gewonnen
werden, die zu 95 bis 98% spezifisch für Fibroblasten-Marker sind. Die übrigen 2
bis 5% der so isolierten Zellen stellen Myozyten beziehungsweise Myofibroblasten
dar, was an einem positiven immunhistochemischen Nachweis von Vimentin
und Desmin nachgewiesen wird. Weitere Zelltypen finden sich nicht
in den Kulturen. Die Isolierungsmethode zeigt daher eine hohe Reinheit
und Spezifität.
-
Beispiel 4: Besiedlung
von Matrices mit Fibroblasten
-
Beispielsweise
porcine Fibroblasten (PFB) aus der ersten oder zweiten Passage werden
zur Besiedlung azellulären
porcinen Submucosa- beziehungsweise Faszien-Patches verwendet. Die
Zelldichte liegt dabei bei cirka 2 × 106 Zellen
pro Matrix, das heißt
1 × 105 Zellen/cm2
-
a) Porcine Submucosa-Patches
-
Zur
Azellularisierung der Patches werden Dünndarmabschnitte ohne Gefäßast von
Schweinen nach luminaler und vaskulärer in situ-Perfusion mit cirka
4°C kalter
Nebacetin-Lösung
(Nebacetin-Siccum in 0,9% NaCl) und anschließend im Labor für cirka
30 Minuten bei cirka 37°C
in PBS-Puffer mit Nebacetin gespült
und in etwa 30 cm lange Segmente geteilt. Die Mucosa wird mechanisch,
vorzugsweise mit einem Zellschaber, von der Submucosa getrennt,
der Darm luminal verschlossen und über eine Braunüle (Fa.
Braun, Melsungen, Deutschland) mit einer 4%igen Natriumdesoxcholat-Lösung gefüllt. Anschließend wird
das Segment in 10% PBS-Puffer gelegt und bei cirka 4°C und 400
Upm im Schüttler
etwa 90 Minuten inkubiert. Danach wird die Natriumdesoxcholat-Lösung über die Braunüle entleert
und mit 10% PBS-Puffer
weitere 18 Stunden inkubiert bevor die Ligaturen und die Braunüle entfernt
werden.
-
Die
so erhaltene azelluläre
Submucosa ist bei cirka 4°C
in sterilem 10% PBS-Puffer bis zu 12 Monate haltbar.
-
Für die Anwendung
im erfindungsgemäßen Bioreaktor
werden Patches mit einem Durchmesser von cirka 50 mm aus der Submucosa
geschnitten und die Patches in 13 mm-Petrischalen auf sterilisierte
Silikonfolie einer Stärke
von cirka 0,5 mm aufgezogen; dabei zeigt die luminale Seite der
Submucosa-Matrix nach oben, das heißt von der Silikonfolie weg.
Die Submucosa-Matrix wird mit einem sterilen Teflonring beschwert
und gegebenenfalls für
24 Stunden einer Sterilkontrolle in PFB-Medium im Inkubator unterzogen.
Die aufgezogene Submucosa-Matrix wird dann unter Sterilbdingungen
für cirka
3 bis 4 Stunden trocknen lassen.
-
Zur
Besiedlung der aufgezogenen azellulären Submucosa-Matrix werden
jeweils 1 ml Medium-Zell-Suspension
(cirka 2 × 106 Zellen) mittig auf je einen Patch gesiedelt.
Der Durchmesser der mit dem einen ml bedeckten Fläche auf
dem Patch beträgt etwa
30 mm. Nach einer Ruhephase von 5 Stunden werden die besiedelten
Patches mit jeweils 12 ml PFB-Medium überschichtet
und bei cirka 37°C
im Inkubator kultiviert.
-
b) Faszien-Patches
-
Zur
Gewinnung von Faszien-Patches werden aus der in Antibiotika- und
Antimykotika-haltigem Medium gewaschenen Faszie runde Patches mit
einem Durchmesser von cirka 50 mm ausgeschnitten. Die Oberflächen der
ausgeschnittenen Faszien werden mechanisch, bevorzugt mit einem
Skalpell, von Blut, Fett und lockerem Bindegewebe gereinigt und
in 4%iger Natriumdesoxycholat-Lösung
bei cirka 4°C bei
400 Upm inkubiert. Nach Überführung in
10% PBS-Puffer wird für
weitere 18 Stunden bei cirka 4°C bei
400 Upm inkubiert, um verbleibendes Natriumdesoxycholat zu entfernen.
Die so azellularisierten Faszien-Patches werden einem DNAse-Verdau
in an sich bekannter Weise unterzogen. Die Lagerung dieser so azellularisierten
Faszien-Matrices ist in 10% PBS-Puffer bei cirka 4°C für bis zu
12 Monaten möglich.
-
Zur
Besiedelung der azellulären
Faszien-Matrices ist – im
Gegensatz zu den Submucosa-Matrices – keine Siliconfolie zur Stabilisierung
und kein Trocknen der Matrices notwendig. Die Faszien-Matrices werden
in 6er-Platten („6-well") mit einem Durchmesser
von jeweils cirka 45 mm gegeben, wobei der Matrixrand entlang der
Wand der Vertiefung nach oben ragt, so dass eine "Schale" entsteht. Darin
werden jeweils 1 ml Medium-Zell-Suspension (2 × 106 Zellen)
gegeben. Nach einer Ruhephase von cirka 5 Stunden wird jeweils mit
weiteren 3 ml/PFB-Medium überschichtet.
-
Beispiel 5: Kultivierung
im erfindungsgemäßen Bioreaktor
-
a) Synchronisierung
-
24
Stunden vor Einbau der Matrices in den Bioreaktor wird von einer
Suspension zuvor isolierter und vorkultivierter Zellen das Medium
abgenommen und im Falle porciner Fibroblasten (PFB) je 12 ml DMEM-Puffer mit Pen/Strept.
und 1% FCS zugegeben. Nach einer Ruhezeit von 24 Stunden werden alle
Matrices wieder mit PFB-Medium versorgt. Diese Behandlung bringt
den Großteil
der Zellen in die G0-Phase.
-
b) Beschickung des Bioreaktors
-
Dazu
werden Zell-Matrix-Konstrukte am Tag 2 nach der Besiedlung auf Silikonfolien
in die Reaktoren überführt und
zwischen der oberen Kammer und der unteren Kammer eingespannt. Über eine
Mediumpumpe und eine Vorratsflasche wird die obere Kammer mit PFB-Medium
gefüllt,
welches mit einem initialen Medium-Fluss von 10 ml/min ausgetauscht wird.
Die untere Kammer des Bioreaktors wird über einen Druckluftschlauch
mit dem Druckantrieb verbunden und mit etwa 15 mmHg Druck die mechanische
Belastung der Matrix im Reaktor begonnen. Am Steuermodul des Druckantriebs
wird ein periodisches Auf- und Absteigen des Drucks in der unteren Kammer
eingestellt. Dies geschieht durch Bestimmung der "oberen" und "unteren" Haltezeit, für den zu
beaufschlagenden Maximaldruck (hier: 15 mmHg über Normaldruck) beziehungsweise
dem minimalen Druck (hier: Normaldruck). Die Wiederholungsfrequenz
be trägt
an Tag 1 und Tag 2 der Kultivierung 0,133 Hz, an Tag 3 und 4 0,166
Hz und ab Tag 0,2 Hz.
-
Zweimal
pro Woche wird das sich im Bioreaktor in Rezirkulation befindliche
Medium (hier: cirka 300 ml) gewechselt, wobei nur jeweils cirka
50% des gesamten Mediums ausgetauscht werden. Die Zell-Matrix-Konstrukte
werden für
7, 14, 21 oder 30 Tage kultiviert.
-
c) Enzym-Assay und Immunhistologie
-
Neben
einer in an sich bekannter Weise durchgeführten HE-Färbung zur Übersicht über Zellularität, Alignment
der Zellen und Bestimmung der Anzahl der Zellschichten (4B, 5B und 6B)
werden an den aus den Bioreaktoren nach Abschluss der Kultivierung
gewonnenen Zell-Matrix-Konstrukten zur Bestimmung der zellulären Stoffwechselaktivität sequenzielle
MTS/Formazan-Assays in an sich bekannter Weise durchgeführt.
-
Zur
Bestimmung der Proliferation und der de novo-Synthese von ECM-Proteinen, das heißt Procollagen
I und III und Elastin, wurden die Pentachromfärbung nach Movat durchgeführt und
immunhistochemische Methoden eingesetzt. Die Pentachromfärbungen
nach Movat werden dabei an Kryo- und gegebenenfalls Paraffin-Präparaten
der erhaltenen Zell-Matrix-Konstrukte
durchgeführt
(4A, 5A und 6A). Die
Immunhistologie für
porcines Procollagen und Elastin werden an Kryo-Schnitten durchgeführt.
-
Ergebnisse:
-
- – Die
mittels der erfindungsgemäßen mechanischen
Dehnungsbeanspruchung erhaltenen Gewebe zeigen eine im Verlauf der
Kultivierung signifikant ansteigende und im Vergleich zu statischen
Kontrollen stets höhere
Stoffwechselaktivität.
Insbesondere kommt es bereits ab Tag 5 aufgrund der enzymatischen
Reduktion zu Formazan bedingten Rotfärbung zu einer signifikanten
Zunahme der Extinktion bei 490 nm. Ebenfalls aufgrund der stimulierten
Stoffwechselaktivität
nimmt die enzymatische Umsetzung von MTS zu.
- – Mechanischer
Stress bewirkt ab Tag 14 eine gleichmäßigere Verteilung und ein zunehmend mehrschichtiges
Wachstum der Zellen, wobei es zu einer Infiltration der Matrix kommt
(4B). Das angeregte mehrschichtige Zellwachstum
und die Infiltration setzen sich auch über den Tag 21 der Kultivierung
fort (6B).
- – Kultivierte
Fibroblasten zeigen bereits ab Tag 7 eine Ausrichtung in Richtung
der mechanischen Belastung (4B), wobei
sich der signifikante Effekt auch über eine Kultivierungsdauer
von mehr als 21 Tagen fortsetzt und verstärkt (6B). Hingegen
ist in der statischen Kontrollkultur lediglich ein ungerichtetes
Zellwachstum der Fibroblasten zu beobachten (5B), welches
auch nach Tag 21 nicht in ein gerichtetes Wachstum übergeht
(nicht gezeigt).
- – In
allen der erfindungsgemäßen mechanischen Dehnungsbeanspruchung
ausgesetzten Zell-Matrix-Konstrukten
konnte nach Tag 14 und über
Tag 21 hinaus die Neubildung von extrazellulären Matrixproteinen (ECM-Proteinen)
immunhistologisch nachgewiesen werden (4A). In
statischen Kontrollkulturen findet hingegen auch an Tag 7 (5A)
und über
eine Kultivierungsdauer von 21 Tagen hinaus (nicht gezeigt) keine
Neubildung von ECM-Proteinen statt.
-
Die
Ergebnisse belegen den positiven Effekt von in vitro applizierten
mechanischen multiaxialen Dehnungsstimuli auf die Proliferation
und Syntheseleistung der kultivierten Zellen oder Gewebe, hier: porcine
Fibroblasten.
-
Darüber hinaus
zeigen die der erfindungsgemäßen mechanischen
multiaxialen Dehnungsbeanspruchung ausgesetzten Zell-Matrix-Konstrukte
eine wesentlich erhöhte
mechanische Stabilität,
insbesondere in Richtung der erfindungsgemäß ausgeübten Dehnungsbeanspruchung.