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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben insbesondere eines Informations- und/oder Assistenzsystems, ein entsprechendes System, insbesondere ein Informations- und/oder Assistenzsystem sowie ein System umfassend insbesondere ein solches Informations- und/oder Assistenzsystem.
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Informations- und/oder Assistenzsysteme, insbesondere in Fahrzeugen, können Informationen über Schaltzustände von Signalanlagen wie den Status einer Lichtsignalanlage (Ampel) verwenden, um beispielsweise den Status dem Fahrer des Fahrzeugs anzuzeigen. Herkömmlicherweise werden zur Übertragung der Schaltzustände von der Signalanlage zum Fahrzeug Kurzstreckenkommunikationssysteme verwendet, beispielsweise WLAN oder Infrarot. Dabei muss aufgrund der kurzen Reichweite der verwendeten Kommunikationstechnologien, die in etwa maximal 300 Meter bei freier Sichtlinie beträgt, und der damit verbundenen Übertragungsfrequenzen an jeder Signalanlage ein entsprechender Sender installiert sein. Auch im Fahrzeug muss eine zusätzliche entsprechende Einrichtung vorhanden sein, die Kurzstreckenkommunikation ermöglicht.
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Es ist wünschenswert, ein Verfahren sowie ein entsprechendes System anzugeben, das kostengünstig und effektiv ist.
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Die Erfindung zeichnet sich aus durch ein Verfahren sowie ein entsprechendes System, das zum Durchführen des Verfahrens geeignet ist.
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In einer Ausführungsform wird ein Uhrzeitsignal bereitgestellt, das eine absolute Uhrzeit umfasst. Mindestens ein Signal wird Empfangen, das eine absolute Zeitinformation sowie Informationen über eine Identifikation von mindestens einer Signalanlage und Schaltdaten der mindestens einen Signalanlage umfasst. Die Informationen über die Identifikation und die Schaltdaten der mindestens einen Signalanlage werden in Abhängigkeit des Uhrzeitsignals ausgewertet.
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Durch das Empfangen einer absoluten Zeitinformation und das Auswerten der Information über die Identifikation und die Schaltzustände der Signalanlage in Abhängigkeit der bereitgestellten absoluten Uhrzeit ist es möglich, Informationen über die Signalanlage unabhängig von der relativen oder absoluten Lage der Signalanlage auszuwerten und zu verwenden. Die bereitgestellte absolute Uhrzeit dient als Referenz für die empfangenen absoluten Zeitinformationen.
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Die Signalanlage umfasst insbesondere eine Lichtsignalanlage oder mehrere Lichtsignalanlagen (Ampel), ein oder mehrere Wechselverkehrszeichen wie beispielsweise eine Wechselwegweisung und/oder Schilderbrücken mit variabler Geschwindigkeitsinformation und/oder Wahlinformation. Beispielsweise umfasst die Signalanlage eine Mehrzahl von Ampeln, deren Schaltstellungen voneinander abhängig sind, insbesondere die Ampeln einer Kreuzung in zueinander verschiedene Richtungen. Die Identifikation umfasst beispielsweise die örtliche Lage (Geobezug) der Signalanlage und/oder eine weitere Information, über die eine genaue Erkennung der Signalanlage ermöglicht ist.
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Insbesondere werden die Informationen von einem Fahrzeug beziehungsweise einem Informations- und/oder Assistenzsystem des Fahrzeugs empfangen, das die empfangenen Informationen weiter verwendet. Beispielsweise kann einem Fahrzeugs frühzeitig auch von entfernt angeordneten Signalanlagen die Schaltstellungen im Fahrzeug angezeigt werden. In einer weiteren Ausführungsform werden eine oder mehrere Betriebsarten, beispielsweise eine Rekuperation, des Fahrzeugs in Abhängigkeit der Schaltstellung einer oder mehrerer Signalanlagen ausgewählt. Bei Anfahrt auf eine rote Ampel wird beispielsweise die Rekuperation des Fahrzeugs frühzeitig aktiviert.
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In einer Ausführungsform umfassen die Schaltdaten Zeitabläufe von Schaltstellungen der mindestens einen Signalanlage. Die Schaltdaten umfassen in einer weiteren Ausführungsform mindestens eine Schaltstellung der mindestens einen Signalanlage. Die Schaltdaten umfassen in einer Ausführungsform gegenwärtige Schaltstellungen. Die Schaltdaten umfassen in einer weiteren Ausführungsform zukünftige Schaltstellungen. Die Schaltdaten umfassen in einer weiteren Ausführungsform vergangene Schaltstellungen.
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So werden in einer Ausführungsform Informationen über die aktuelle Schaltstellung der Signalanlage in Echtzeit empfangen werden. Weiterhin ist es möglich, Informationen zu empfangen, wann sich die Schaltstellung ändern wird. In einer weiteren Ausführungsform werden alternativ oder zusätzlich Informationen über einen sich wiederholenden Zeitablauf von Schaltstellungen empfangen. Dies ist beispielsweise bei Ampeln möglich, bei denen Informationen über eine sich regelmäßig wiederholende Periode von drei Schaltstellungen in dem empfangenen Zeitablauf enthalten sind, sowie der Beginn des ersten Ablaufs und die jeweilige Dauer der Schaltstellungen. Alternativ oder zusätzlich werden Informationen über zukünftige Zeitabläufe empfangen. Beispielsweise weist der zukünftige Zeitablauf mehr oder weniger Schaltstellungen auf als der gegenwärtige Zeitablauf. Beispielsweise ist in dem zukünftigen Zeitablauf die Dauer der einzelnen Schaltstellungen verschieden zu dem gegenwärtigen Zeitablauf. Beispielsweise ist in dem zukünftigen Zeitablauf die Reihenfolge der einzelnen Schaltstellungen verschieden zu dem gegenwärtigen Zeitablauf.
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In einer Ausführungsform umfassen die Schaltdaten Schaltstellungen von einer Mehrzahl von Signalanlagen in einem vorgegebenen geografischen Gebiet. Beispielsweise umfassen die Schaltdaten die Schaltstellungen von Signalanlagen in einer Stadt. Die Schaltdaten umfassen in einer weiteren Ausführungsform die Schaltdaten beziehungsweise die Schaltstellungen von Signalanlagen auf einer vorgegebenen Route. So können bereits möglichst frühzeitig möglichst umfassende Informationen der Schaltstellungen der Mehrzahl von Signalanlagen berücksichtigt werden.
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In einer Ausführungsform ist die Identifikation einer ersten Signalanlage der Mehrzahl von Signalanlagen abhängig von der Identifikation einer zweiten Signalanale der Mehrzahl von Signalanlagen. Beispielsweise wird die Lage der ersten Signalanlage als Entfernung relativ zur Lage der zweiten Signalanlage angegeben.
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In einer Ausführungsform werden Informationen über eine vorgegebene Wegstrecke, auf der die zumindest eine Signalanlage angeordnet ist, bereitgestellt. Die Informationen über die Identifikation und die Schaltdaten der mindestens einen Signalanlage werden in Abhängigkeit der vorgegebenen Wegstrecke und des Uhrzeitsignals ausgewertet. Beispielsweise wird eine aktuelle Lage auf der vorgegebenen Wegstrecke ermittelt. Weiterhin wird ein Abstand, insbesondere des Fahrzeugs, zu der mindestens einen Signalanlage auf der vorgegebenen Wegstrecke ermittelt. Die voraussichtliche Schaltstellung der mindestens einen Signalanlage beim Erreichen der mindestens einen Signalanlage wird ermittelt, insbesondere in Abhängigkeit der Geschwindigkeit des Fahrzeugs. So wird genau bestimmt, in welcher Entfernung sich beispielsweise das Fahrzeug von der Signalanlage befindet oder befinden wird, wenn ein Wechsel der Schaltstellung der Signalanlage stattfindet und/oder welche Schaltstellung die Signalanlage aufweist beim vorraussichtlichen Ankommen an der Signalanlage nachdem der Abstand auf der Wegstrecke zurückgelegt wurde.
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In einer Ausführungsform umfassen die Schaltdaten Informationen über Schaltstellungen der Signalanlage zu zumindest zwei zueinander verschiedenen Richtungen. Beispielsweise umfassen die Schaltdaten Schaltstellungen der Ampeln einer Kreuzung in alle vier Richtungen. Das System ist eingerichtet, die Informationen über die Identifikation und die Schaltdaten der mindestens einen Signalanlage in Abhängigkeit von bereitgestellten Informationen über eine vorgegebene Wegstrecke und der Schaltstellungen einer der zumindest zwei zueinander verschiedenen Richtungen, die zu der vorgegebenen Wegstrecke zugehörig ist, auszuwerten. So empfängt das System 102 zwar beispielsweise die Schaltdaten der Ampeln einer Kreuzung, auch von den Ampeln zu Richtungen, in die das Fahrzeug nicht fährt. Das System ist eingerichtet die Ampel zu ermitteln, die für die vorgegebene Wegstrecke relevant ist, und lediglich die Schaltstellungen dieser Ampel weiterzuverarbeiten.
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Ein System umfasst insbesondere ein Informations- und/oder Assistenzsystem sowie mindestens eine Signalanlage und eine Synchronisierungsvorrichtung, die eingerichtet ist die absolute Zeitinformation bereitzustellen. Beispielsweise sind sowohl die zur Signalanlage zugeordnete absolute Zeitinformation sowie eine fahrzeuginterne Uhr, die das Uhrzeitsignal bereitstellt, abhängig von der Synchronisierungsvorrichtung.
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Weitere Vorteile, Merkmale und Weiterbildungen ergeben sich aus den nachfolgenden in Verbindung mit den 1 bis 3 erläuterten Beispielen.
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Es zeigen:
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1 eine schematische Darstellung eines Systems gemäß einer Ausführungsform,
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2 eine schematische Darstellung von Zeitabläufen von Schaltstellungen gemäß einer Ausführungsform,
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3A und 3B eine Mehrzahl von Signalanlagen gemäß einer Ausführungsform und zugehörige Zeitabläufe gemäß einer Ausführungsform.
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Gleiche, gleichartige und gleich wirkende Elemente können in den Figuren mit dem gleichen Bezugszeichen versehen sein. Die dargestellten Elemente und deren Größenverhältnisse zueinander sind grundsätzlich nicht als maßstabsgerecht anzusehen, vielmehr können einzelne Elemente, wie zum Beispiel Signalanlagen und Fahrzeuge, zur besseren Darstellbarkeit und/oder zum besseren Verständnis übertrieben klein oder groß dimensioniert dargestellt sein.
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1 zeigt schematisch ein System 100. Das System 100 um fasst eine Mehrzahl von Signalanlagen 104 mit jeweils zugehöriger Steuerung 105. Das System 100 umfasst weiterhin eine Sendevorrichtung 101.
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Die Sendevorrichtung 101 ist eingerichtet, jeweils Informationen über eine Identifikation der Signalanlage 104 und Schaltdaten der Signalanlage 104 bereitzustellen beziehungsweise zu senden. Die Sendevorrichtung 101 ist zudem eingerichtet, ein Synchronisierungssignal zu empfangen. Die Sendevorrichtung 101 ist zudem eingerichtet, ein Synchronisierungssignal für mindestens eine der Steuerungen 105 bereitzustellen.
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Das Synchronisierungssignal wird von einer Synchronisierungsvorrichtung 103 bereitgestellt. Insbesondere umfasst das Synchronisierungssignal eine absolute Uhrzeit.
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Das System 100 umfasst weiterhin ein System 102, das beispielsweise in einem Fahrzeug 108 (3A) angeordnet ist. Das System 102 ist eingerichtet, die Signale der Sendevorrichtung 101 zu empfangen, beispielsweise über ein, insbesondere drahtloses, Kommunikationsnetzwerk 106. Das System 102 ist weiterhin eingerichtet, das Synchronisierungssignal der Synchronisierungsvorrichtung 103 zu empfangen. Das System 102 ist eingerichtet, die Signale der Sendevorrichtung 101 zur internen Benutzung weiterzubearbeiten, beispielsweise zu decodieren. Beispielsweise wird eine interne Uhrzeit des Systems 102 in Abhängigkeit der empfangenen absoluten Uhrzeit der Synchronisierungsvorrichtung 103 eingestellt.
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Das System 100 weist weiterhin eine Anzeige 107 auf, auf der von dem System 102 ausgewertete Informationen über die Mehrzahl von Signalanlagen 104 in Abhängigkeit der absoluten Zeitinformation TUT beziehungsweise in Abhängigkeit der internen Uhrzeit dargestellt werden. Wenn zudem eine gegenwärtige Position des Fahrzeugs bekannt ist, beispielsweise über ein Ortungssystem, können die Informationen in Abhängigkeit der gegenwärtigen Position angezeigt werden.
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Die Signalanlagen 104, die beispielsweise Ampeln sind, weisen zueinander verschiedene Schaltstellungen S0, S1, S2 (2) auf. Beispielsweise entspricht die Schaltstellung S2 einem roten Lichtsignal, die Schaltstellung S1 einem gelben Lichtsignal und die Schaltstellung S0 einem grünen Lichtsignal. Die Signalanlage 104 umfasst in weiteren Ausführungsbeispielen ein Wechselverkehrszeichen, das dynamisch unterschiedliche Zeichenkombinationen anzeigt.
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Die Signalanlage 104 umfasst in einer weiteren Ausführungsform einen Wechselwegweiser. Beispielsweise weist der Wechselwegweiser zwei Schaltstellungen S0 und S1 auf, wobei in der Schaltstellung S0 von dem Wechselwegweiser ein Abbiegen in eine vorgegebene Richtung untersagt wird und in der Schaltstellung S1 ein Abbiegen in die vorgegebene Richtung freigegeben ist. Die Signalanlage 104 weist in Ausführungsbeispielen mehr als drei zueinander verschieden Schaltstellungen auf, beispielsweise vier oder mehr Schaltstellungen.
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Die Schaltstellungen S0, S1, S2 der Signalanlagen 104 werden von der jeweiligen Steuerung 105 gesteuert. Zudem weisen die Signalanlagen 104 jeweils eine Identifikation auf. Insbesondere weist die Identifikation einen Geobezug auf, beispielsweise ein Koordinatenpaar auf einer Straßenkarte. In einer weiteren Ausführungsform umfasst die Identifikation eine Kennzahl, die repräsentativ ist für eine Signalanlage. Beispielsweise kann dann aus einer Tabelle, in der die Kennzahlen hinterlegt sind, mit Hilfe der Kennzahl die Lage der Signalanlage ermittelt werden.
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Die Identifikation der jeweiligen Signalanlage 104 sowie die Schaltdaten der jeweiligen Signalanlage 104 sind der Sendevorrichtung 101 bekannt. Zudem ist die Sendevorrichtung 101 mit der Synchronisierungsvorrichtung 103 gekoppelt, so dass die Sendevorrichtung 101 das Synchronisierungssignal, insbesondere die absolute Uhrzeit aufweist. Die Sendevorrichtung 101 ist eingerichtet, aus der absoluten Uhrzeit die absolute Zeitinformation TUT zu bestimmen, die zu einer vorgegebenen Schaltstellung beziehungsweise einer Änderung der Schaltstellung der Signalanlage 104 gehört. Die Sendevorrichtung 101 ist weiterhin eingerichtet, die voneinander abhängigen Informationen über die absolute Zeit TUT, über die Identifikation der Signalanlage und über die Schaltdaten der Signalanlage zu kombinieren.
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In einer Ausführungsform sind die Schaltdaten der Signalanlage 104 in Bezug auf einen Zeitpunkt oder mehrere Zeitpunkte in der Sendevorrichtung 101 gespeichert. Beispielsweise sind die Uhrzeiten abgespeichert, wann und für welche Dauer die Schaltstellung S0 der Signalanlage 104 geschaltet ist. Weiterhin ist die Uhrzeit gespeichert wann und für welche Dauer die Schaltstellung S1 geschaltet ist. Ebenso sind die Uhrzeit und die Dauer gespeichert wann die Schaltstellung S2 geschaltet ist.
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In einer weiteren Ausführungsform ist ein zeitlicher Ablauf TU der Schaltstellungen gespeichert sowie eine Uhrzeit, wann der Schaltablauf TU beginnt. Der zeitliche Ablauf TU umfasst Informationen für welche Dauer die Schaltstellung S0 der Signalanlage 104 geschaltet ist. Weiterhin umfasst der zeitliche Ablauf TU für welche Dauer die Schaltstellung S1 geschaltet ist Ebenso umfasst der zeitliche Ablauf TU die Dauer, für die die Schaltstellung S2 geschaltet ist. Der zeitliche Ablauf TU umfasst auch Informationen über die Reihenfolge der Schaltstellungen S0, S1, S2 zueinander.
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Der zeitliche Ablauf TU umfasst insbesondere Informationen über zukünftige Schaltstellungen. Der zeitliche Ablauf TU umfasst beispielsweise Informationen für welche Dauer die Schaltstellung S0 der Signalanlage 104 geschaltet wird. Weiterhin umfasst der zeitliche Ablauf TU für welche Dauer die Schaltstellung S1 geschaltet wird. Ebenso umfasst der zeitliche Ablauf TU die Dauer, für die die Schaltstellung S2 geschaltet wird. Der zeitliche Ablauf TU umfasst auch Informationen über die zukünftige Reihenfolge der Schaltstellungen S0, S1, S2 zueinander.
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In einer weiteren Ausführungsform ist die Sendevorrichtung 101 mit der Signalanlage 104 beziehungsweise mit der Steuerung 105 der Signalanlage 104 gekoppelt. Beispielsweise werden diese Signalanlagen 104 dynamisch gesteuert und weisen keine festen Schaltabläufe auf. Die Schaltstellungen dieser Signalanlage werden von der Steuerung 105 der Sendevorrichtung 101 mitgeteilt.
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In einer weiteren Ausführungsform wird der Sendevorrichtung 101 von der Steuerung 105 mitgeteilt, wann sich die Schaltstellung ändern wird. In einer weiteren Ausführungsform wird der Sendevorrichtung 101 von der Steuerung 105 mitgeteilt, wann sich der Zeitablauf der Schaltstellungen ändern wird. Weiterhin wird der Sendevorrichtung 101 mitgeteilt, wie lange eine Schaltstellung innerhalb des Zeitablaufs beibehalten wird.
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In einer Ausführungsform ist die Steuerung 105 eingerichtet, das Synchronisierungssignal zu empfangen und die Informationen über die Schaltstellungen in Verbindung mit der absoluten Zeitinformation an die Sendevorrichtung 101 zu übermitteln.
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Die Synchronisierungsvorrichtung 103 ist eingerichtet, eine absolute Uhrzeit bereitzustellen. Beispielsweise werden über Langwelle ausgestrahlte Zeitsignale (DCF77) bereitgestellt. In einer weiteren Ausführungsform wird das Zeitsignal von Ortungssatelliten wie beispielsweise GPS, Galileo, Glonass und/oder Compass bereitgestellt.
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Das Kommunikationsnetzwerk 106 ist eingerichtet zur Übertragung digitaler Daten mit mittlerer oder langer Reichweite, beispielsweise Mobilfunk und/oder digitaler Rundfunk.
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Das System 102 ist eingerichtet die absolute Uhrzeit der Synchronisierungsvorrichtung 103 zu empfangen. Weiterhin ist das System 102 eingerichtet, über das Kommunikationsnetzwerk 106 Informationen der Sendevorrichtung 101 zu empfangen. Die interne Uhrzeit des Systems 102 stimmt daher möglichst genau mit der Uhrzeit überein, die über Langwelle (DCF77) und/oder Ortungssatelliten bereitgestellt wird. Insbesondere stimmt die jeweilige Uhrzeit bei einer Mehrzahl von Systemen 102 bei jedem der Systeme möglichst genau überein. Insbesondere stimmt die jeweilige Uhrzeit der Sendevorrichtung 101, der Steuerung 105 und des Systems 102 möglichst genau überein.
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Dadurch, dass dem System 102 die absolute Uhrzeit bekannt ist und die Informationen über die Signalanlagen 104 mit der absoluten Zeitinformation kodiert sind, sind die Zeitinformationen, die von der Sendevorrichtung 101 an das System 102 übermittelt werden, von dem System möglichst zeitlich exakt auswertbar, beispielsweise sekundengenau. Dadurch kann das System 102 beispielsweise durch Vergleich der empfangenen absoluten Uhrzeit mit der empfangenen absoluten Zeitinformation TUT überprüfen, ob empfangene Informationen über Schaltdaten veraltet sind und daraufhin eine Weiterverarbeitung unterbinden und/oder durch Auswertung der absoluten Zeitinformation TUT alle Schaltstellungen der jeweiligen Signalanlage sekundengenau nachvollziehen.
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Aus dieser sekundengenauen Kenntnis der Schaltdaten beziehungsweise Schaltstellungen werden in einer Ausführungsform unterschiedliche Anzeigen auf der Anzeige 107 dargestellt. In einer weiteren Ausführungsform werden aus der sekundengenauen Kenntnis der Schaltdaten Steuerdaten für ein Fahrerassistenzsystem bestimmt. Beispielsweise wird aus der sekundengenauen Kenntnis der Schaltphase eine Energierückgewinnung gestartet. Die Energierückgewinnung wird frühzeitiger gestartet, als ohne das System 100, da beispielsweise bereits frühzeitig bekannt ist, wenn ein Fahrzeug auf eine rote Ampel zufährt.
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In einer Ausführungsform umfasst die Sendevorrichtung 101 eine Mehrzahl von Untervorrichtungen. Beispielsweise umfasst die Sendevorrichtung 101 eine Untervorrichtung, die eingerichtet ist, die Schaltdaten der Signalanlage 104 zu steuern beziehungsweise der mit Hilfe der Steuerung 105 die Schaltdaten der Signalanlage 104 bekannt sind. Beispielsweise ist der Untervorrichtung der zeitlicher Ablauf TU der Schaltstellungen bekannt sowie eine Uhrzeit, wann der Schaltablauf TU beginnt. Beispielsweise umfasst die Sendevorrichtung 101 eine weitere Untervorrichtung, die eingerichtet ist, die Schaltdaten (gemeinsam mit den zeitlichen Informationen) mit der Identifikation, beispielsweise der Lage, der Schaltanlage in Bezug zu bringen. Beispielsweise umfasst die Sendevorrichtung 101 eine weitere Untervorrichtung, die eingerichtet ist, die Schaltdaten mit der Identifikation zu bearbeiten, so dass sie von dem drahtlosen Kommunikationsnetzwerk 106 übertragen werden können.
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2 zeigt schematisch Schaltdaten der Signalanlage 104. Zusätzlich zu dem Aufstellungsort (Identifikation) wird die absolute Zeitinformation TUT empfangen, zu der der erste Schaltablauf TU beginnt. Daran angehängt werden Informationen über die Dauern t1S2, t2S1, t3S0, t4S1 der jeweiligen Schaltstellungen S0, S1, S2 empfangen. Aus diesen Informationen ist für das System 102 in Abhängigkeit der internen Uhrzeit ermittelbar, wann Schaltstellungen S0, S1 beziehungsweise S2 geschaltet ist und wann ein Wechsel der Schaltstellung vollzogen wird. In einer weiteren Ausführungsform werden mehr als vier Dauern empfangen, beispielsweise sechs oder mehr Dauern der jeweiligen Schaltstellungen. In einer weiteren Ausführungsform werden weniger als vier Dauern empfangen, beispielsweise drei oder weniger Dauern der jeweiligen Schaltstellungen.
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3A zeigt die Mehrzahl von Signalanlagen 104 und eine Signalanlage 109. Die Signalanlagen 104 und die Signalanlage 109 sind gekoppelt, beispielsweise werden die Schaltstellungen der Signalanlagen in Abhängigkeit zueinander so geschaltet, dass beim Befahren der Straße mit einer bestimmten Geschwindigkeit jede Signalanlage ihre Grünsignalstellung aufweist (Grüne Welle). Die Identifikation der Signalanlage 109 ist in diesem Fall über einen Abstand d1 zu der Lage der Signalanlage 104 bestimmt.
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Das System 102, das in dem Fahrzeug 108 angeordnet ist, empfängt beispielsweise die jeweilige Identifikation und die jeweiligen Schaltdaten der Mehrzahl der Signalanlagen 104 und der Signalanlage 109, beispielsweise sämtlicher Ampeln einer Stadt, auf einmal. Bei Kreuzungen werden Informationen zu den bis zu vier Fahrtrichtungen jeweils einzeln empfangen.
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3B zeigt den Zeitablauf der gekoppelten Signalanlagen wie in Verbindung mit 3A erläutert. Die Information zu den Schaltstellungen wird ausgehend von der absoluten Zeitinformation TUT über Verzögerungen td1, td2, td3 bestimmt. So wird in Abhängigkeit der Abstände d1, d2 und d3 die Verzögerung zur absoluten Zeitinformation TUT bestimmt. In einer weiteren Ausführungsform werden mehr als drei Verzögerungen beziehungsweise Abstände berücksichtigt, beispielsweise fünf oder mehr Verzögerungen beziehungsweise Abstände. In einer weiteren Ausführungsform werden weniger als drei Verzögerungen beziehungsweise Abstände empfangen, beispielsweise zwei oder weniger Verzögerungen beziehungsweise Abstände.
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In einer weiteren Ausführungsform umfasst das System 102 eine Satellitenortung, beispielsweise über ein GPS-System, und ist eingerichtet, den Aufenthaltsort, die Fahrtrichtung und unter Einbeziehung einer digitalen Straßenkarte den wahrscheinlichsten Fahrtweg des Fahrzeugs 108 zu bestimmen. Bei einer Routenführung und/oder einem Routenschätzer ist der voraus liegende Fahrweg sehr genau bekannt. So werden beispielsweise die Schaltstellungen der Signalanlagen, die auf diesem Fahrtweg liegen, von dem System 102 empfangen. Von dem System 102 werden auch Informationen von Signalanlagen berücksichtigt, die auf der voraus liegenden Route noch weiter entfernt sind. Insbesondere werden von dem System 102 Schaltdaten von Signalanlagen berücksichtig, die weiter vom Fahrzeug entfernt sind, als die Reichweite von Kurzstreckenkommunikationssystemen, beispielsweise die weiter vom Fahrzeug entfernt sind als 300 Meter.
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In Abhängigkeit des Aufenthaltsorts sowie der Fahrtrichtung des Fahrzeugs und in Abhängigkeit der Identifikation der Signalanlagen werden in einem Ausführungsbeispiel die nächsten auf der Route liegenden Signalanlagen bestimmt. In Abhängigkeit der empfangenen Informationen zur absoluten Uhrzeit und zu den Schaltdaten mit zugehöriger absoluten Zeitinformation wird von dem System 102, in welcher Entfernung sich das Fahrzeug 108 von der Signalanlage oder einer zur Signalanlage gehörenden Markierung befindet oder befinden wird, wenn ein Wechsel der Schaltstellung stattfindet.
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In einer Ausführungsform wird in Abhängigkeit des Uhrzeitsignals und des Signals, das die absolute Zeitinformation (TUT) sowie die Informationen über die Identifikation der Signalanlage (104) und der Schaltdaten der Signalanlage (104) umfasst, die Geschwindigkeit des Fahrzeugs geregelt, beispielsweise von einer Geschwindigkeitsregelanlage.
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In einer Ausführungsform wird in Abhängigkeit des Uhrzeitsignals und des Signals, das die absolute Zeitinformation (TUT) sowie die Informationen über die Identifikation der Signalanlage (104) und der Schaltdaten der Signalanlage (104) umfasst, bei einer Start/Stop-Automatik des Fahrzeugs der Motor des Fahrzeugs frühzeitig aus- beziehungsweise angeschaltet. Beispielsweise wird der Motor schon angeschaltet kurz bevor die Ampel auf die Signalstellung Grün umschaltet.
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In einer Ausführungsform wird in Abhängigkeit des Uhrzeitsignals und des Signals, das die absolute Zeitinformation (TUT) sowie die Informationen über die Identifikation der Signalanlage (104) und der Schaltdaten der Signalanlage (104) umfasst, eine Routenberechnung zwischen einer vorgegebenen Startposition und einer vorgegebenen Zielposition optimiert.
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In einer Ausführungsform wird in Abhängigkeit des Uhrzeitsignals und des Signals, das die absolute Zeitinformation (TUT) sowie die Informationen über die Identifikation der Signalanlage (104) und der Schaltdaten der Signalanlage (104) umfasst, die Rekuperation aktiviert. Beispielsweise wird bei einer Fahrt auf eine Ampel mit Schaltstellung rot elektromotorisch gebremst.
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Bezugszeichenliste
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- 101
- Sendevorrichtung
- 102
- Empfangsvorrichtung
- 103
- Synchronisierungsvorrichtung
- 104
- Signalanlage
- 105
- Steuerung
- 106
- Kommunikationsnetzwerk
- 107
- Anzeige
- 108
- Kraftfahrzeug
- 109
- Signalanlage
- d1, d2, d3
- Abstand
- TUT
- Absolute Uhrzeit
- TU
- Schaltablauf
- S0, S1, S2
- Schaltstellung
- t1S2
- Dauer der Schaltstellung S2
- t2S1
- Dauer der Schaltstellung S1
- t3S0
- Dauer der Schaltstellung S0
- t4S1
- Dauer der Schaltstellung S1
- td1
- Verzögerung
- td2
- Verzögerung
- td3
- Verzögerung